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Schaltgespräch mit Prof. Emanuel Richter (Politikwissenschaftler, RWTH Aachen) zum Auftakt-Statement der CSU-Sommerklausur.
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🤖 Zusammenfassung
Im Gespräch mit Professor Emmanuel Richter geht es um das bayerische Selbstbild als Hightech-Vorreiter: teils zutreffend, aber oft selbstüberzeugt und wenig rücksichtsvoll gegenüber anderen starken Bundesländern. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist derzeit relativ einig; auch bei der jüngsten Kabinettsumbildung blieb Söder überraschend zurückhaltend und versöhnlich, obgleich die CSU in Berlin deutlich mehr Einfluss hat als öffentlich wahrgenommen. Söders weniger offensive Haltung dürfte mit schwachen Kommunalwahlergebnissen und innerparteilicher Kritik an seinem Regierungsstil zusammenhängen; eine erneute Ministerpräsidenten-Kandidatur braucht mehr Rückhalt. Bei der Bundespräsidenten-Nachfolge hat die CSU früh Ilse Aigner positioniert. Der Bundeskanzler wollte die Debatte bremsen und erst nach den Landtagswahlen entscheiden, doch Aigner bleibt ernsthaft im Spiel, weil Frauen für das Amt bevorzugt werden. Andere Kandidaten werden deutlich zurückhaltender gehandelt.
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📜 Transkript
und Professor Emmanuel Richter hat auch zugehört. Den grüße ich jetzt ganz herzlich. Ein politikwissenschaftlicher Sachverstand hört natürlich drauf und weiß noch ein bisschen mehr. Der Eindruck war gerade ähm so, dass Deutschland eigentlich fast nur aus Bayern besteht und die bayerische Hightech z.B. die deutsche Hightech ist gleich hat. Ähm wo steht wo stehen wir denn mit der CDU und der CSU in diesem Fall in der Bundestagsfraktion derzeit? Na ja, zunächst einmal äh das bayerische Narrativ, das hat ja schon Kultstatus, ja, dass man eben in Bayern ähm dieses Mühes an mir ähm äh Narrativ immer wieder bringt und sagt, also wir sind Vorreiter in allen möglichen Bereichen. Ähm, das stimmt sicherlich in vielerlei Hinsicht, aber es wird immer auch im Brustton der Selbstüberzeugung kund getan und das ist natürlich irgendwie immer auch ein bisschen störend auch vor dem Hintergrund, dass es ja ein paar andere Bundesländer gibt, die auch ganz gut performen. Ja, zu ihrer Frage, also dieses Verhältnis der Fraktion zueinander ist ja im Moment relativ gut. Wir erinnern uns vielleicht an die Vergangenheit. Da gab es gerade z.B. wie bei Kabinettsumbildung große Streitereien und das ist in diesem Fall jedenfalls auf dieser Seite also Verhältnis von CSU und CDU ausgeblieben und ich selbst war ehrlich gesagt überrascht, dass Söder sich so zurückgehalten hat und auch gestern im Sommerinterview ja noch mal sehr versöhnliche Töne angeschlagen hat und gesagt hat, also wir haben uns abgestimmt äh der Bundeskanzler und ich und wir sind aber da ganz und gar einer Meinung und teilen die Überzeugung der personellen Neubesetzung. Äh, also, dass man solche versöhnliche Töne aus Bayern hört, das ist neu. Äh gleich wohl muss man natürlich sagen, der Einfluss der CSU ist äh in äh Berlin in der Fraktion der CDU CSU durchaus ansehnlich, wozu auch Herr Hoffmann beiträgt. Also insofern bestimmen die da schon mit, vielleicht mehr als man so auf Anhieb in der Öffentlichkeit mitbekommt. Ja, ist da irgendwas passiert? äh bei Herrn Söder ähm, dass er jetzt so anders agiert. Ähm gerade auch in diesen letzten Tagen hätte er doch mal reinschießen können, er hat da nicht getan. hat heute auch gesagt oder gestern im im äh Sommerinterview, ja, kann man so machen, dass mit diesen mit dieser Personalrochade und den Schwierigkeiten, die es dann gab, dann plötzlich äh hat aber gar keinen weiteren Satz dazu gesagt oder geht's ihm jetzt schon eigentlich um den Blick voraus, also der Blick zurück wäre Kommunalwahlen, die sind ja schon gewesen. Ähm, da muss man vielleicht auch ein bisschen draus lernen und dann auf die anstehenden Wahlen. Na ja, die anstehenden Wahlen, die sind 2028, also insofern besteht da schon noch ein bisschen äh Zeit, um eben sich da auch als Ministerpräsident äh gut zu präsentieren. Aber äh ich glaube, man muss doch ein bisschen zurückblicken. Söder stand einfach auch gerade vor dem Hintergrund der schlechten Kommunalwahlergebnisse massiv unter Druck als CSU Vorsitzender und auch als Ministerpräsident und da musste er sich ja auch z.B. gestern im Sommerinterview äh dazu verteidigen. Das heißt, also dieser Anwurf kommt nicht nur von dem Bereich der Medien, sondern auch innerparteilich, auch innerhalb eben der Wählerschaft der CSU in Bayern. Also äh sein Regierungsstil und auch, sagen wir mal so, die sachlichen inhaltlichen Prioritäten, die er gesetzt hat, sind durchaus umstritten. Er ist nicht der glänzende Ministerpräsident, jedenfalls im Moment nicht, äh der eben alles in den Schatten stellt und dann noch mit tollen Ergebnissen aufwarten kann. Die CSU ist da äh in Hinblick auf die Werstimmenanteile eher auf dem gleichen Niveau geblieben oder hat verloren und das wird natürlich auch ihm angelastet. Also es ist gut äh er ist gut beraten in der Tat äh da noch mal kritisch mit seinem eigenen Kommunikations und Regierungsstil umzugehen und sich zu fragen, was kann ich besser machen? denn er hat auch gestern gesagt, äh wenn man ihn äh aufstellen würde, würde erneut als Ministerpräsident kandidieren. Das setzt aber voraus, dass er in der Tat weniger umstritten ist innerhalb der CSU, innerhalb Bayerns und innerhalb der Bundesrepublik. Ja, dann könnte er auch wieder Bratwurstfeature posten, aber Spaß beiseite. Ähm, die Personalie des Bundespräsidenten, der Bundespräsidentin, da hat der Ilse Eigner ja schon äh relativ früh, ziemlich früh und sehr massiv und immer wieder ins Gespräch gebracht. Die ist da eigentlich gar nicht mehr wegzunehmen, die Personalie oder der Name? Ja, also jedenfalls auf Seiten der CSU ist das eine relativ ähäh weitgehender ähm äh Beschluss und sagen mal ein Vorstoß in Hinblick auf die Kommunikation, wer das Amt übernehmen könnte. Das hat ja der Bundeskanzler eben in der Pressekonferenz auch versucht, wieder so ein bisschen einzufangen und zurückzunehmen und gesagt, na ja, wir überlegen erstmal nach den Landtagswahlen, wie die Bundesversammlung zusammengesetzt ist und dann werden die Gräien tagen. Und in der Tat ist es ja so, dass es nicht die CSU allein ist, die darüber bestimmt, sondern insbesondere natürlich auch der Koalitionspartner auf Bundesebene, die SPD, also die muss auch ihr Einverständnis erklären. Aber es schellt sich so ein bisschen heraus in der Tat, dass es möglich wäre, dass Frau Eigner diesen Amt übernehmen kann und es schellt sich auch heraus, dass man äh von verschiedener Seite Frauen für dieses Amt präferiert. Also, das sind schon mal Vorentscheidungen oder sagen wir mal Prägungen der öffentlichen und der interne Diskussion Debatte, die sicherlich ihre Rolle spielen. Also Frau Eigner, kann man jetzt nicht einfach wieder irgendwie aus dem Spiel nehmen und in der Versenkung verschwinden lassen, so nach dem Motto, ach, wir haben ganz andere Namen. Sie ist in dem Spiel um das Amt mit dabei und ich bin gespannt, wie das ausgeht. Also, ich glaube, es lässt sich im Moment in der Tat noch nicht abschätzen, weil die anderen Namen, die möglich wären, noch viel verhaltener kommuniziert werden, als das, was jetzt her Söder mit Frau Eigner getan hat. Wir werden die Debatte auf jeden Fall haben. Freuen uns jetzt mal über den ersten Aufschlag mal wieder und ich danke Ihnen ganz herzlich für die Einordnung, Professor Emanuel Richter, sehr gern. M.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=ctmoquLGX4c |
| Titel | Prof. Emanuel Richter zur Klausurtagung der CSU-Landesgruppe | 27.07.26 |
| Kategorien | BulkNews, phoenix |
| Hinzugefügt | 2026-07-27 19:09:47 |
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