Der FAZ-Digitalwirtschaft-Podcast diskutiert die Gefahren sozialer Medien für Kinder und Jugendliche vor dem Hintergrund aktueller Regulierungsvorstöße. Australien verhängte Ende 2025 ein flächendeckendes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige, dessen technische Umsetzung jedoch bislang mangelhaft ist. Darauf aufbauend empfahl ein EU-Expertengremium unterstützt von Kommissionspräsidentin von der Leyen, den Zugang für Kinder unter 13 Jahren zu sperren und für 13- bis 16-Jährige einen abgestuften Zugang einzuführen. Bundesfamilienministerin Prien arbeitet an einem nationalen Verbot für unter 13-Jährige, technisch soll die europäische EUDI-Wallet zur Altersverifikation dienen.
Professor Martin Korte betont, dass die Altersabhängigkeit neurobiologisch fundiert ist: Je jünger das Gehirn, desto gravierender sind negative Effekte auf Sprachentwicklung, Emotionsregulation und Lernen. Bei Kleinkindern gebe es praktisch keine positiven Effekte, während Senioren häufig profitieren. In der Pubertät werde der Stirnlappen umgebaut, was Jugendliche anfällig für kurzfristige Belohnungen mache.
Kritisch wird jedoch gewarnt, dass rechtliche Verbote allein kaum wirken, wenn Familien und Schulen nicht mitgenommen werden. Jugendliche finden einfach Wege, Altersgrenzen zu umgehen. Zudem würden die Plattformbetreiber zu wenig in die Pflicht genommen, obwohl deren Geschäftsmodell gezielt auf Aufmerksamkeit und Suchtpotenzial setzt.
Inhalt und Kontext der Nutzung sind entscheidend: Kurzvideos, passives Konsumieren und fehlendes vertieftes Lesen schaden, während aktive, begleitete und kommunikative Nutzung – etwa Kontakt zu Großeltern oder eigenständige Medienproduktion in der Schule – durchaus sinnvoll sein können. Wichtig ist auch, was Kinder während der Screenzeit verpassen: Bewegung, Face-to-Face-Kommunikation, Familieninteraktion und Schlaf.
Ein zentrales Problem ist die massiv gestiegene psychische Belastung von Jugendlichen, die sich mit der Verbreitung von Smartphones korrelieren lässt. Studien zeigen, dass bereits wenige Wochen reduzierter Smartphone-Nutzung dem Wohlbefinden zugutekommen. Erwachsene müssen zudem Vorbildfunktion übernehmen: Regeln wie Smartphones beim Aufstehen, Essen und Schlafengehen nur dann nachhaltig wirken, wenn Eltern sich selbst daran halten. Insgesamt braucht es demnach eine Kombination aus gesetzlichen Rahmenbedingungen, technisch funktionierender Altersprüfung, Anbieterverantwortung und einer breiten gesellschaftlichen Debatte mit Familien, Schulen und Jugendlichen selbst.
📜 Transkript
Wie gefährlich sind soziale Medien für Kinder und Jugendliche? Die EU hat in dieser Woche Vorschläge präsentiert und möchte den Zugang beschränken. Gestaffelt nach Altersgruppen. Ist es sinnvoll? Was sollte man tun? Darüber wollen wir heute sprechen und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu einer neuen Ausgabe unseres FAZ Digitalwirtschaft Podcast. Mein Name ist Alexander Armbruster. Ich bin Resorleiter in unserer Wirtschaftsredaktion. Moderiere zusammen mit Carsten Knob, einem unserer Herausgeber. Hallo Carsten. Hallo Alex. Und zu Gast haben wir Professor Martin Korte. Er ist Professor für zelluläre Neurobiologie an der TU Braunschweig und hat sich schon viele Jahre damit beschäftigt und das auch in Form von Buch und auch in Gastbeiträgen der FAZ, wie der Konsum von ähm sozialen Mediainhalten von Bildschirmzeit sich gerade auch auf die Gehirne von Kindern und Jugendlichen auswirgt und der uns heute Einsichten geben wird, was da der Stand der Dinge ist. Hallo lieber Professor Korte. Ja, wunderschönen guten Tag. Hallo. Ja, wir fangen kurz einfach mal noch mal mit Ihrer Person an, also Professor an der Traunschk. Wie sind Sie zu dem Thema gekommen eigentlich? Mein Forschungsgebiet ist das Thema Lernen und wie sich unser Gehirn strukturell und funktionell verändert, wenn wir etwas lernen, ähm sowohl als Kinder, als Jugendliche, als Erwachsener bis in das hohe Alter hinein. Und gerade was den Kinder und Jugendbereich angeht, habe ich immer auch öffentliche Vorträge an Schulen gehalten und es war völlig klar, spätestens seit 2010, dass die Eltern und die Lehrer das sehr beunruhigt, wie stark Smartphones mit in das Leben der Kinder eingreifen und meist auch auf problematische Art und Weise und habe mich dann intensiv mit diesen Themen seit dieser Zeit beschäftigt, weil es einfach eine wichtige Randbedingung des Lernens ist, äh gerade in Schulen, mit welchen Werkzeugen man lernt, mit welcher Methodik, aber Aber man lernt natürlich nicht nur in der Schule, man lernt auch außerhalb oder eben nicht. Und entsprechend spielt auch das Freizeitverhalten eine Rolle. Habe auch im Zuge dessen die die österreichische Regierung beraten hinsichtlich des Einsatzes von digitalen Medien in Schulen, aber es hat eben auch einen Einfluss darauf, wie Gehirne heranreifen. Auch das eins meiner Forschungsthemen, äh welchen Tätigkeiten man ja nachgeht. Und in all diesen Bezugsrahmen spielen die digitalen Medien, insbesondere die Social Media eben eine wichtige Rolle. Eins, was wir jetzt schon mitnehmen ist, und das ist eben ganz entscheidend, das Alter eines Menschen oder das Alter des Gehirns ist also von Bedeutung für den Konsum von solchen Sachen. Und es gibt eben wirklich Unterschiede zwischen den Gehirnen von Kindern und Jugendlichen ähm sech heranwachsenden, erwachsenen, ausgewachsenen Menschen und eben älteren Menschen. Und das ist, weil das so ist, der Grund, warum man eben jetzt überhaupt sich damit befasst, spezielle Gesetze oder Vorschriften für Kinder und Jugendliche zu erlassen und nicht einfach für alle. Ich denke, das ist der das ist genau der Grund und sie haben eine ganz wichtige Altersgruppe auch noch weggelassen für die unter 12jährigen, auch für die sechs bis zehjährigen. Mittlerweile ist der Medienkonsum auch schon im Kindergarten angekommen, also gerade was Social Media angeht, Tabletnutzung, Smartphone Nutzung und dort sind die die strukturellen negativen Effekte auf das Gehirn bis hin zur Entwicklung der Sprachkompetenz, der Fähigkeit oder auch nicht nur der Fähigkeit, sondern auch in welchem Rahmen man sensorische Informationen verarbeiten kann, weil man hier einen Overflow hat und auch hinsichtlich der Entwicklung unserer emotionalen Systeme. Gefühle erkennen, Gefühle verarbeiten, wo es eine wichtige Rolle spielt und insbesondere bei diesen jungen Kindern ist es eben ganz ganz anders zu betrachten als bei Jugendlichen, bei älteren Jugendlichen Erwachsenen bis hin zu älteren Menschen. Äh, wenn ich das kurz ausführen darf, weil es so gegensätzlich ist, wir sehen bei Jugendlichen, die sechs und mehr Stunden am Tag das Smartphone nutzen, das ist auch deren Hauptbildschirmzeit, sehen wir mittlerweile bei Senioren sogar eine höhere Bildschirmzeit. Man könnte also jetzt argumentieren und sagen, vielleicht sollten wir auf die Senioren aufpassen. Der Unterschied, den man feststellt, ist, dass für viele Senioren äh, die so viel Neues lernen müssen, um diese Medien zu lernen, den äh die die Nutzung effektiv einzusetzen und auch in welchem Rahmen hier auch z.B. Großeltern mit ihren Enkeln kommunizieren können, dass die die Effekte gerade bei der älteren Generation mehr positiv als negativ sind, während wir bei den ganz jungen Kindern, ich habe es gerade aus ausgeführt, eigentlich nur negative Effekte feststellen können. Und bei den anderen Altersgruppen ist eben eine differenzierte Betrachtung notwendig hinsichtlich der Vor und Nachteile. Und dann ist es ja noch mal unabhängig davon zu betrachten, wann ist, ich sag mal sozusagen die staatliche Aufsicht herausgefordert, hier das Kindes wohl zu fördern oder ab zu welchem Punkt oder zu welchem Punkt sollte der Staat sich aus Familien heraushalten? Das ist ja noch eine weitere Diskussion, die hier mit ganz klar mit reinspielt, gerade wenn es um das Verhältnis von Jugendlichen zu ihren Eltern angeht. Eine Daumregel nehme ich daraus auch mit erstmal aus dem Bildschirmkonsum ist umso schlimmer je jünger. Zum einen und zum anderen muss man auch wissenschaftlich differenzieren, was machen die Menschen an diesem Bildschirm? Also auch ich sitze viele Stunden am Tag am Bildschirm und ich arbeite da. Social Media sind ausgeschaltet. Mein Smartphone liegt nicht auf dem Tisch. Ähm und trotzdem bin ich viele Stunden am Bildschirm, wenn sie das auftragen und statistisch sehen und ich bin 10 Stunden auf der Arbeit bin ich, wenn man die Besprechungen abzieht, 7 Stunden am Bildschirm. Also, man muss schon auch noch schauen, was machen die Menschen am Bildschirm, aber man stellt eben fest, gerade bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, das doch die wenigste Zeit durch das Lesen von komplexen Texten und für Hausaufgaben darauf verwendet wird, sondern es werden vor allen Dingen Videos geschaut äh und ähm man ist auf Social Media Seiten unterwegs und das ist eben auch wieder anders zu betrachten. Also, was man am Bildschirm macht, ist wichtig und auch das Alter ist wichtig und das Alter haben sie ja gerade auch noch mal betont. lassen. Wir wollen auch um alle diejenigen, die vielleicht nicht die Nachrichten detailliert verfolgt haben, diese Woche abzuholen. Ähm ähm warum ist das Thema gerade jetzt präsent? Was was hat die EU da und warum mitgeteilt? Mhm. Also, es gibt zum einen etwas Neues aus der EU und was anderes, was es schon ein ganz kleines bisschen länger gibt in Australien. Und ich fasse das gerne beides zusammen und fange mit Australien an, denn das hat letztlich meines Erachtens jedenfalls das alles so ins Rollen gebracht, wie das gerade politisch diskutiert wird. Ende 2025 schon hat Australien als erstes Land der Welt ein flächendeckendes Social Media Verbot für ähm Jungen und Mädchen unter 16 Jahren eingeführt. Und das funktioniert nicht so wahnsinnig gut. Das ist jetzt eine etwas neuere Nachricht. ähm das, weil das so ist, die australische Region und Strafen für Techkonzerne auf bis zu 99 Millionen australische Dollar anheben möchte, wenn die keine und das ist ein wichtiger Punkt wirksame Alterskontrolle durchsetzen. Das muss ja in irgendeiner Weise technisch funktionieren, dass die da außen vorbleiben, weil die Kreativität ist eben doch hinzubekommen. Kennt weder bei den jugendlichen Grenzen noch bei den Anbietern dieser ähm Social Media Kanäle. So und dann darauf aufbauend und davon inspiriert hat ein EU-Experten Gremium, Kommissionspräsidentin Ursula von der Lein gerade empfohlen, den Zugang für Kinder unter 13 Jahren auch in der Europäischen Union zu sperren und für Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren einen sogenannten abgestuften Zugang zu schaffen. wird von der Leinen unterstützt. Zitat: "Soziale Medien sind kein Spielzeug. Es ist allerdings auch nicht so, dass es nicht schon im Digital Services Act der EU auch schon Regelungen dazu gibt. Und dann vielleicht auch das noch äh hier in Deutschland arbeitet Bundesfamilienministerin Karin Prien. ist von der CDU an einem Gesetzentwurf für ein nationales Verbot von unter 13 und die technische Lösung könnte die sogenannte EUID Wallet sein, eine europäische digitale Brieftasche, die eine Altersverifikation ermöglicht, die auch Datenschutzkonform ist. so viel zur Lage hier in der Welt und in Europa und in Deutschland und auch technisch und das ist auch ein Grund, warum wir heute mit Professor Korte reden. Herr Professor Korte, die was halten Sie von dem Vorschlag von den 13 Jahren? Ich bin also ich bin auf einer also auf eine Art ist das richtig. Ich habe es eben ja ausgeführt, warum es hier alters abgestufte Effekte gibt, die unterschiedlich stark auf das Gehirn sein können. Äh das geht auch noch bis in die Pubertät hinein, wo eben der Stirnlappen unter einer riesigen Umbauphase mehr oder weniger leidet. Also 70% der Stirnlappens werden umgebaut. Das macht es schwierig kurzfristigen Belohnungen nicht nachzugehen. Also, es gibt viele gute Gründe hier eine Altersabstufung zu machen. Aber und das sind auch die Erfahrungen, die man auch aus Australien mitnimmt, ist man muss das Thema auch zumindest parallel auch in der Gesellschaft über alle Schichten hinweg äh diskutieren, auch mit den Beteiligten. Ich hab selber zwei Söhne, habe in den Schulen, in denen die jeweils gegangen sind, äh auch fleißig mitdiskutiert, auch mit den Schülern und versucht hier Lösungen zu finden, wo auch die mitgehen, die betroffen sind. Warum? Gerade bei diesem Thema, wenn Sie die Familien nicht im Boot haben, gibt es so viel Möglichkeiten, das System auszu auszuhebeln, dass dies Verbot nicht viel bewirken würde. Das zweite ist, man legt ja die Verantwortung auf die Schultern de facto der Familien und der Schulen und nimmt in meinen Augen die Anbieter viel zu sehr aus der Pflicht. Eigentlich würde ich erwarten, dass die Anbieter aufhören damit Produkte anzubieten, die Suchtpotenzial haben. Auch hier muss man sich klar machen, jedes Social Media Anbieter verdient Geld nur damit, wenn seine Geräte auch Aufmerksamkeit erregen, weil nur dann gibt's die entsprechenden Werbeeinnahmen, wenn man halt so und so viel Sekunden ein TikTok Video oder einen WhatsApp oder einen YouTube Video sich anschaut oder jedes andere Medium kann man hier auch nehmen. Insofern glaube ich, dass wir beides brauchen. Wir dürfen uns jetzt nicht regulatorisch nur darauf zurückziehen. Die EU hat gesagt, ab 13 und dann sind alle Probleme gelöst. Das sind die Erfahrungen, die man auch aus Australien macht. Muss noch ein bisschen einschränken zu dem, was Herr Knopf sagt dazu sagen, dass in China man sich eigentlich schon vorher auf dem Weg gemacht hat, noch stärker regulatorisch einzugreifen. Da war auch noch stärker die Spielindustrie betroffen und das war noch riguroser, weil halt Datenschutzbedenken überhaupt keine Rolle spielen. Auf der anderen Seite [gelächter] auf der anderen Seite kriegen wir eben wenig mit, wie das in China. Wir kriegen wenig mit, wie das in China läuft. Soweit ich das mitkriege, sind auch da die Jugendlichen beliebig erfinderisch, sich älter zu machen, als sie aussehen und und. Also, ich glaube, wir kommen einfach aus der Nummer nicht raus. Ja, wir müssen Regeln verfassen. Wir machen das im Übrigen auch bei anderen Substanzen zumind bei denen wir zumindest glauben, dass die ein Suchtpotenzial haben von Alkohol überrauchen bis ähm bis hin zur Cannabisdiskussion. haben wir hier altersabhängige Effekte, die die mit reglementiert sind und auch Social Media können, wenn sie unreglementiert eingesetzt werden, zu einem Nutzungsverhalten führen, der einen im Alltag und in dem, was man eigentlich möchte, stark einschränkt, der die Lernleistung äh stark beeinträchtigt, der das Schlafverhalten beeinträchtigt, der dies Risiko für psychische Erkrankungen erhöht. Also, es gibt eine Reihe von Gründen noch regulatorisch tätig zu werden, aber ich glaube, wir dürfen nicht die Diskussion darauf beschränken. Die viel viel wichtigere ist und die müssen wir in die Familien und in die Schulen tragen, welche Verantwortung wir tragen und vor allen Dingen müssen wir auch die Jugendlichen mit ins Boot holen, dass wir klar machen, das ist nicht sozusagen einfach Teufelszeug, was ihr dann nutzt und wir als ältere Generation wollen einfach nicht, dass ihr was Neues nutzt. Ihr habt auch ein Recht zu definieren, was ihr wie nutzen möchtet. Aber wir als diejenigen, die die Verantwortung für eure Zukunft tragen, müssen auch im Kopf behalten, dass das, was ihr an diesen Geräten macht, in dem zeitlichen Limit bleibt, dass es vielfältig bleibt, dass auch z.B. Lesekompetenz noch trainiert wird, dass die schulische Leistung nicht leidet, ähm dass die soziale Kommunikation nicht leidet. Man meint zwar die ganze Zeit über Social Media mit anderen zu kommunizieren, tut's aber gar nicht. De facto fühlt das Gehirn sich in der Situation alleine. Karsten, wie hast du den Vorstoß oder was aus Brüssel kam empfunden? Auch Vater von zwei Kindern, die schon deutlich älter sind als 13, aber längst überfällig oder kann man wohl sagen? Also bei äh meinen Kindern, die inzwischen beide in der ersten Hälfte ihrer 20er Jahre sind, gab es damals die Diskussion, wann denn eigentlich das Smartphone angeschafft wird. Das konnten wir in der Grundschule noch vermeiden, im Kindergarten sowieso, aber mit dem Wechsel in die weiterführende Schule ähm dann eben nicht mehr Begründung äh vom Klassenverband abgekoppelt, äh WhatsAppgruppe und so weiter. TikTok und solche Sachen gab es nicht. Instagram, diese Videos in der Form gab es nicht. Insofern ist die Bedrohungslage dann noch mal größer geworden. So richtige Fans waren wir von der Anschaffung zu dem Zeitpunkt auch nicht. haben es dann aber gemacht, aber die Diskussion hat jetzt noch mal ein anderes Niveau erreicht. Ganz klar. Und der Kindergarten war frei von diesem ganzen Zeugs noch bei Menschen, die jetzt in dem Alter sind und gefühlt waren, die da ja auch gerade eben erst, also das entwickelt sich in einer Lichtgeschwindigkeit in ja, das würde ich auch sagen, in die falsche Richtung, obwohl ich ein sehr technikaffiner Mensch bin und auch glaube, dass es auch Vorteile gibt, wenn man ähm also da gibt es ja auch diese Dinge und solche Dinge und in bestimmten Dingen, Also gilt der alte Spruch in allen Altersklassen. Das Internet macht die schlauen schlauer und die dummen dümmmer. Es ist halt immer eine Frage, wie man sich dem ganzen nähert. Aber im Saldo würde ich Professor Korte durchaus zustimmen, äh dass das äh bis zu zjährigen einfach katastrophale Folgen haben kann. Die FAZ hat ja auch diverse Schulprojekte, wo wir versuchen, das Zeitungslesen in die Schule zu bringen. Und ich bin in einer meiner Rollen ja hier auch für die Rein Mainzeitung der FAZ zuständig und da ist das Schulprojekt in der Mittelstufe angesiedelt und ich gehe dann auch selber in Schulen rein und wenn man da [seufzt] ich war dann neulich mal in einer integrierten integrativen Gesamtschule und da gibt's dann halt auch ein Sozialarbeiter und das Publikum ist halt so wie es halt so ist und die Lehrer machen da einen sensationellen Job. Die haben sich sogar getraut mit so einem FAZ Projekt in diesen Klassenverband zu gehen. Und der Sozialarbeiter, den es da hat eben auch gehabt, der hat uns angefleht geradezu verbreiten Sie die Botschaft, nehmen Sie den Kindern dieser Handys weg. Ich dringe nicht mehr durch. Und der Familienverband ist in solchen Situationen ja meistens sowieso am Ende, wenn man dann mit den Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommt und dann kommt das halt eben noch dazu, die ganzen Gewaltvideos, diese ganzen Informationen oder nichtationen, die dann da von irgendjemandem gestreut werden, Dinge sexualisierte Gewalt, die und und also das ganze Programm und dieser Sozialarbeiter war verzweifelt und ja so und deswegen wäre ich in der Tat auch daf für da etwas zu tun. [seufzt] Ich habe das auch schon mal kommentiert. In Australien überzeugt es technisch bisher überhaupt nicht null und das müsste halt unbedingt in den Griff bekommen werden. Und deswegen glaube ich halt, dass man die die Nutzer selber mit ins Boot holen muss, soweit das geht. Und man kommt doch nicht drumrum, diese mächtigen äh Anbieter von Meta über äh Alphabet bis Name, TikTok ähm mit eben mit ins Boot zu holen und dort eben auch eine größere Verpflichtung dahingehen zu machen, dass die auch kommunizieren, nicht nur regulatorisch und nicht nur irgendwie mit Rechtsanwälten, sondern auch öffentlich kommunizieren, wie sehr sie sich diesem Thema verbunden fühlen, weil ich glaube, dass dann auch die Jugendlichen sie eher daran messen werden. Und das andere ist, wir brauchen glaube ich auch gerade den jungen Menschen gegenüber eine differenziertere Betrachtung hinsichtlich der Vor und Nachteile. Denn auf der einen Seite sind Schulen zu verbieten, dann aber alle Hausaufgabeninformationen über digitale Medien zu verbreiten plus eben über die Cloud und irgendwas, dann kann man auch sagen, doch diese Geräte haben enorme Vorteile und im übrigen, man darf die auch nutzen, weil die Spaß machen. Ähm auch das ist völlig legitim, aber wir brauchen hier eine eine zeitliche Einschränkung. Wir brauchen auch z.B. die Pausen, in denen man sich wirklich erholt, in denen man mit anderen was macht. Und ich glaube, wir müssen auch davon wegkommen, äh das Ganze nur zu diskutieren vor dem Hintergrund. Das trifft ja nur Jugendliche. Ähm Erwachsene, die den ganzen Tag in Bildschirme schauen, tun sich auch nichts Gutes. Auch da nehmen psychische Erkrankung enorm zu, Stressbelastungen, Schlafmangel und es ist auch eine Frage der Vorbildfunktion. Ich kann nicht von meinen Kindern erwarten, den Salat zu essen, während ich das Schnitzel in den Mund schiebe. Und ich kann auch nicht erwarten, dass die die Smartphones weglegen, wenn ich während der Mahlzeit fünf mal ähm auf mein Smartphone schaue oder neulich hat mir ein Kollege erzählt, dass seine Kinder gesagt haben, ob er beim Vorlesen das Handy nicht weglegen könnte. Das darf uns als Erwachsene nicht passieren. Nicht, wenn wir Jugendliche hier ins Boot holen wollen, dann brauchen wir erstmal eine müssen wir als Erwachsene vorbildlich sein. Und ich will mal eine Studie zitieren, die das wunderbar vor Augen führt. Man hat in USA eine Studie gemacht, da hat man Familien als Gesamtheit gebeten, sich an drei Regeln zu halten. Beim Aufstehen kein Smartphone, bei allen Essenszeiten kein Smartphone und beim Einschlafen nicht. Mehr wurde nicht gesagt und man hat das dann verglichen gegenüber Familien, die man auch mit beobachtet hat, wo man die Bildschirmzeiten protokolliert hat, die haben keine Vorgaben bekommen. Und bei den jetzt mittlerweile Mitern, die aus dieser Studie hervorgegangen sind, ist es so, dass die Nutzungszeiten äh der Social Media und des Smartphones nur halb so hoch sind wie derjenigen, wo man das unreguliert gemacht hat. Und in diesem Fall haben sich die Eltern genauso wie die Kinder an die gleichen Regeln gehalten, die relativ wenig einschränkend waren und die mehr als jede gesetzgeberische Kraft äh mit an Einfluss darauf hatten, wie differenziert junge Menschen, zukünftige dann junge Erwachsene eben diese Medien nutzen. Die sind völlig medienkompetent, die nutzen alles, aber lassen sich eben nicht so in diese Medien hineinziehen, dass das Suchtpotenzial sich entwickeln kann. Und ich glaube, über solche Dinge müssen wir auch reden neben den natürlich regulatorisch notwendigen Dingen und dann und das hat Frau Vonderlein und Frau Prien glaube ich richtig erkannt, man braucht dann auch einen einen System, was das Alter der Jugendlichen zuverlässig erkennen kann, was einigermaßen Datenschutztechnisch nachvollziehbar ist und wo man auch die Firmen haftbar machen kann, wenn sie sich eben nicht dran halten. Glauben Sie, dass das Audi Wallet leisten könnte? Theoretisch glaube ich das. Ich bin mir immer nicht so sicher, wenn die EU jetzt so große Projekte startet, wä mir lieber, dass man in Niedersachsen anfängt, äh nicht Niedersachsen, aber sag [räuspern][gelächter] mal Hessen, dass man sozusagen im Kleinen anfängt und erst zeigt, dass es geht, bevor man da so ein riesen Mammutprojekt wieder drauf macht und jeder Datenschutz beauftragte in jedem Land und noch zustimmen muss. Ich muss sogar sagen, im Zweifelsfall ist mir das Kindes wohl wichtiger als der da als die Datenschutzbedingungen. Normal, wenn man sich das im Moment überlegt, wir Datenschutztechnisch auf tausende von Dinge aufpassen und die Leute gehen einmal auf Google Maps und die halbe Welt weiß eigentlich intern, wo die wie ihre Zeit verbracht haben. Also ich glaube, hier muss man dann auch mal gucken, wie man das macht. Im Prinzip glaube ich, ja, ist es eine sehr gute Idee. Ähm nur meine Sorge ist eben, wenn wir das Ganze als bürokratisches perfektes Monster mit hundertprozentiger Sicherheit in alle Richtungen machen, kommt es a nie und b wird es dann so überfrachtet, dass sie sfragen gemacht werden, dass es dann keiner nutzt. Das ist so ein bisschen so wie im Moment mit den Cookies abfragen. Das macht irgendwie Sinn, dass ich weiß, welche meiner Daten ich freigebe, aber dass ich jedes Mal, wenn ich auf eine Seite gebe, zich Fragen beantworten muss. Äh, das geht eigentlich auch nicht. An sich würde man erwarten, bestimmte Dinge gehen eigentlich so einer Webpage nichts an und das muss man nicht noch extra abfragen, äh dass man das denen nicht geben möchte. Wenn ich das noch ergänzen darf, Alex, was und da wird mich auch die Meinung von äh Professor Kter zu interessieren, was ich ganz pfiffig finde in dem Zugang ähm den das Expertenremium empfohlen hat, ist dieser diese Zweistufigkeit ähm von 13 bis 16, weil es beginnt dann natürlich ein Alter, wo man anfangen muss, damit umgehen zu lernen und auch ein anderer Besuch in einer anderen Schule, da hatte ich mit Jugendlichen da auch drüber diskutiert, die so 15, 16 waren, 17 so um den Dreh. Die sagten dann auch ein Verbot bis 16. Da gab's halt da zu dem Zeitpunkt nur dieses australische Beispiel. Das ist uns zu lang, weil wir verpassen dann Dinge, die wir eigentlich lernen müssten und wenn jetzt sogar darüber diskutiert wird, dass man vielleicht sogar irgendwann mit 16 wählen kann und dann waren wir und so, ne? Und das finde ich ganz gut, dass da an der Stelle so eine Abgestuftheit ist und die Schule dann vielleicht auch die Möglichkeit bekommt, diese Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, selbst Inhalte zu produzieren, vielleicht die zeigen, was man damit halt auch machen kann, also im Positiven. Und unsere Zuhörer sehen jetzt nicht, dass Professor Cotton nickt. [gelächter] Tut er. Er hat aber genickt, weil ich weil ich genau das dann an diesem Vorschlag auch sehr geschätzt habe. Ja, es gibt ja verschiedene Formen von, also jetzt haben wir schon gesagt, eines ist die so eine Zeit, wann man überhaupt anfängt zu nutzen, was helfen kann. Also z.B. beim Aufstehen nicht, beim Essen nicht, beim Abendessen nicht, dass man solche Zeiten dann überhaupt die Dauer, wie viel Zeit verbringe ich von Bildschirm und dann aber vielleicht können Sie auch noch mal eins sagen, welche Inhalte besonders ähm schwierig oder weil wir das auch differenziert jetzt schon bisschen diskutiert haben. Es ist nicht nur schlecht, aber aber auch schlecht und da kann ich auch aus unserer Erfahrung zwischen mit unseren Kindern sagen, wo ich finde, wo es ein sehr großer Zugewinn ist, ist, dass mein Sohn aus dem Urlaub jetzt, aus dem wir gerade zurückgekommen sind, ähm z.B. mit seinem Opa mal schreiben konnte hier. Es war toll und der der ihn jetzt seinen Enkel mal im Moment nicht gesehen hat, dann aber da auch irgendwie dran teilnimmt. Das ist ja so eine Möglichkeit, was ich den ich mal als eine Anwendung. Dann gibt's eine zweite Anwendung, bei der ähm ich selbst immer innerlich kurz vorm Ausfinden bin, wenn ich kurz Videostamingdienste mal sehe oder dann irgendwie gucken muss, dass man da bitte nicht reinguckt, weil ich da also das ist ja das zweite, dass man eben Kurzvideos in der schnellen Folge hintereinander sieht, die wirklich ähm sehr zugespitzt und dann kut und dann das nächste und dann gibt es ja sowas wie ich gucke z.B. eine 20minütige Dokumentation über die Frage, ob Social Media Verbote für Kinder sinnvoll sind oder nicht. Wenn wir mal ähm vielleicht können Sie mal bisschen noch mal die differenzieren, welche an über welche man sich vielleicht noch am meisten sorgen müsste, welche Anwendung, welche irgendwie okay sind und auch schon für jüngere oder sowas. Ich bin eigentlich der Meinung, dass es ein Alter unterhalb von, sagen wir mal zehn gibt, wo jede Bildschirmzeit, egal was die dort machen, äh also zumindest auf den kleinen Smartphones keine positiven Effekte hat. Wenn man z.B. im Fernsehen sich was anschaut, das kann vorbildlich wird hier immer die Sendung mit der Maus genannt, gibt andere Wissenssendungen, sind tolle Formate dabei, aber selbst da ist es wichtig, dass die Erwachsene mitgucken, dass man die Kinder nicht parkt, dass die nicht alleine sind, äh egal, was die dort machen. Warum sage ich das so? Man diskutiert immer zu stark von dem, was Kinder und Jugendliche in dem Moment machen und diskutiert zu wenig, was die in der Zeit verpassen. Sich bewegen, Bewegungsreize sind Entwicklungsreize für das Gehirn. Kinder können sich gar nicht genügend viel bewegen. All das wird eingeschränkt und kommt in eine Konfliktsituation mit den tollen und bequemen Videos, die man sich anschauen kann. Das nächste ist Kommunikationsfähigkeit. Man muss regelrecht lernen zu lesen, nicht technisch zu lesen. Wahrscheinlich lesen die Jugendlichen heute viel mehr als früher, aber sie machen kein vertieftes langsames Lesen, wie man das beim Lesen eines Sachbuches oder eines Romanes macht, sondern es wird alles schnell überflogen, es wird alles schnell hushusch gemacht. Wir dürfen nicht vergessen, im Moment wird doch ganz viel KI eingesetzt, auch schon im im äh 11.1. 13. Lebensjahr und dann auch weiter. Das heißt, es wird sich alles vorgekaut, äh es wird nicht mehr tief gelesen und und das reflektierte Lesen, das drüber Nachdenken über das, was man gerade tut und was man erlebt, ist eine wichtige menschliche Fähigkeit. Es ist im Grunde eine der größten Kulturleistungen der Menschheit, dass wir das Lesen und Schreiben gelernt haben. Und wir hören gerade auf hier Aiterat zu werden, indem halt hier die Videos als die etwas bequemere Variante den Vorzug bekommen, die auch in Ordnung sind. Wunderbar. Ich benutze in der Lehre auch Videos, aber ich benutze eben auch vertiefte sprachliche Texte, das drüber nachdenken. Das andere, was Jugendliche verpassen, egal was sie am Bildschirm machen, egal wie toll das ist, was sie dort schauen, ist mit anderen Jugendlichen was zu machen. Die Interaktion mit Pierce, zu wissen, was andere Menschen denken und fühlen, lernt man nur, wenn man das mit Menschen in einem Raum zusammen macht. Auch das zeigt die Forschung ganz klar. Ich kann noch so viel Chatrooms betreten. Ich kann noch so viel Videos schauen. Wenn unser Gehirn lernen soll, was andere Menschen denken und fühlen, eine eine Theory of Mind zu entwickeln, was andere denken, dann muss ich mit denen zusammen sein, muss mit denen interagieren. Und es zeigt sich auch, dass unser Gehirn das, wenn man so will, auch einfordert. Das heißt, wenn ich am Smartphone bin, bin ich aus Sicht des Gehirns alleine, nicht alleine in der Höhle, aber ich bin zumindest alleine. und Einsamkeit verursacht Stress und chronischer Stress führt von Schlafmangel bis hin zu Depression und Angsterkrankung und gerade diese psychischen Erkrankungen, die ich gerade genannt habe, Depression, Angsterkrankungen, haben sich in den letzten Jahren verdoppelt, verdreifacht und die kann man tatsächlich korrelieren mit den Verkaufszahlen der Smartphone fast eins zu eins. Damit will ich nicht sagen, dass es hier nicht auch noch andere Gründe geben kann. Korrelationen sind immer sehr gefährlich, aber es gibt mittlerweile erste kontrollierte Studien, das schon allein äh zwei oder sechs Wochen das Smartphone entweder reduziert oder gar nicht zu nutzen, dem psychischen befinden der Jugendlichen gut tut. Und ich glaube, das hängt nicht damit zusammen, was die an diesen Medien erleben, sondern was die dann stattdessen alles machen. Das soll jetzt nicht die Diskussion vorwegnehmen, was Pornografie, was Gewalt in diesen Videos angeht, was Mobbing angeht, alles. Das sind drei wichtige Probleme, die wir auch behandeln müssen, aber wir müssen auch daran denken, mit zu diskutieren, was Kinder und Jugendliche verpassen, während sie dieses Smartphone nutzen, denn ansonsten haben wir so ein Narrativ, was eben von den großen Medienanbietern gemacht wird. Ja, der mag, wir können ja auch tolle Sachen zeigen, wir haben ja auch lernhafte Sachen und blenden damit die Diskussion aus, dass wenn Kinder und Jugendliche 6 Stunden und 8 Minuten an diesen Geräten hängen, sie 6 Stunden und 8 Minuten verpassen mit anderen Kindern und Jugendlichen was zu machen, mit der Familie sich zu streiten, was jetzt wie richtig ist, sich zu bewegen, sich gesund zu ernähren, über die Dinge nachzudenken, die man tut und ich habe an einem Video zum nächsten zu scrollen. Und das scheint mir ein wichtiger Bestandteil dessen zu sein, was wir auch diskutieren sollten. Und auch hier, glaube ich, ist die öffentliche Diskussion ähm eben wichtig, die wir in die Familien, in die Schulen, über die Schulen, in die Familien bisschen zu den Jugendlichen selbst tragen müssen, ähm um eben hier zu einer intelligenteren Mediennutzung zu kommen. Denn auch um das noch mal klar zu sagen, also mein Ansatz ist nicht entweder oder, sondern mein Ansatz ist, wir müssen hier so eine Art Cointelligenz entwickeln, sowohl zu KI wie auch zu den Smartphones. Und ich glaube, da haben wir noch viel Luft nach oben. Ich hab nur zwei technische auch jetzt Fragen zum Was sagen die großen Medienanbieter und eben die die Techkonzerne? Ähm kann man denen ja auch sagen, die sollen sich halt, wenn es um Altersverifikation geht, halt was besseres einfallen lassen, dass das halt endlich klappt. finde ich auch. Man muss das nur sehr gut absichern, wie man das dann abfragt, damit es dann nicht zu viele Loophols eben geben kann. Deswegen glaube ich, dass man irgendwie so viel Druck aufbauen muss, dass die sich öffentlich dazu bekennen, ähm eben hier ganz viele Sicherheitsvorkehrungen einzuführen, ganz viel nicht an Daten zu verfolgen, äh die eben verfolgt werden könnten. Ähm ich kenne mich da regulatorisch nicht gut genug aus und man muss auch immer so ein bisschen aufpassen. Ich rede hier als Neurowissenschaftler, der über Lernen forscht, nicht als Jurist, nicht als Sozialwissenschaftler. Man muss immer so ein bisschen aufpassen, dass ich in meinen Äußerungen nicht übergriffig werde. Äh, da kenne ich mich nicht gut genug aus. Auch da glaube ich, dass der Inhalt am Ende bestimmen wird, wie das Ganze gelebt wird. Und auch da ist eben es muss einfach für die Firmen ein wichtiger Werbefaktor sein, dass sie die Jugendlichen schützen. Ich glaube, das ist die die beste Versicherung. Und da gibt's noch einen zweiten auch regulatorischen Ansatz oder eine Parallele, die jetzt gezogen wird, immer mal bei bei der man sagt, na ja, bei vielen Sachen, die wir ganz nah an den menschlichen Körper oder in den menschlichen Körper reinlassen, die muss man eben zulassen. Medikamente, Cremes, Shampoo, Autos, was weiß ich, alles muss so weiter. Für Software gilt es so nicht. Und ich spitze es mal zu. Gut, man könnte ja auch auf die Idee kommen und sagen, na ja, wenn jetzt wieder so ein Konzern kommt, ich weiß, das wäre ein völlige Umkehr dessen, was wir haben oder eine sehr dramatische ähm wenn jetzt jemand ein ähm ein Kurz Video Service anbietet, ähm der auch endlos läuft, wenn man ihn nicht dann selbst mal aktiv abschaltet, dann muss er den halt auch sozusagen das so eine Art Zulassung beantragen und halt nachweisen, dass der ähm unsere Kinder nicht verblödet. [gelächter] Der letzte Nachsatz, das wird schwierig, äh weil das eine Definition davon ist. Aber ich meine, wir also ich würde eher sagen, es mit der Medikamentengesetz ist schwierig, weil weil das einfach zu vielfältig ist und weil das im Moment in den klinischen äh Diagnose Kriterien Katalogen noch nicht auftaucht. Spielsucht taucht auf, Internetsucht taucht eben noch nicht auf. Das ist schwierig. Äh, ich glaube, man kann das aber ähnlich handhaben, wie man auch bei bei Filmen im Kino eine Altersbeschränkung ähm einführt. Auch da muss man eine bestimmte Zulassung für einen Film beantragen. Das kann auch in USA ganz kritisch sein, ob es ab 16 oder 18 ist. ähm für die Zahlen, die dann eben mit in diese Filme gehen. Also, ich glaube, dass man hier schon deutlich stärker tätig werden könnte, auch regulatorisch, um eben hier auch noch mal klarer zu machen, eine Vereinwirkung auf das Belohnungssystem des Gehirns kann ich über Substanzen machen, das kann ich über Kokain machen, äh das kann ich aber auch über die Steuerung von Verhaltensweisen machen. Bei Spielautomaten ist das am offensichtlichsten, aber auch Smartphones mit den entsprechenden Medien, die im Moment dort installiert sind, haben zumindest ein Risiko für die Entwicklung junger Gehirne. Ich hätte zum Abschluss, denn wir müssen zum Ende kommen, lieber Alex, dann nur noch mal und Professor Kter hat das eben schon angedeutet, eine Frage, die so ein bisschen so eine Vision zu zum malen an der Vision einlädt. Wie sieht der Alltag von Kindern aus, wenn die Europäische Kommission das jetzt durchzieht und Frau Pren und ähm äh das dann erstmal in jungen Jahren verboten ist. Wie stellt man sich das dann vor? Also, ich glaube, ein Problem ist es mal angenommen, es wird erfolgreich gemacht. Gehen wir da pa mal mal aus, dann ist es nur ein Problem für die Übergangsgeneration. Für die, die aus die älter sind, für die ist eh keins. Für die, die jetzt drin stecken, die sind es anders gewohnt. Die müssen auf was verzichten, was man ihnen wegnimmt. Und etwas, was man wegnimmt, hat immer einen höheren Wert, wie zu dem Zeitpunkt, als es da war. Für die heranwachsenden Kinder ist es überhaupt kein Problem, weil die es nicht anders kennen und die werden weiter auf dem Schulhof Fußball spielen. Ähm tut ja Tätja der Nationalmannschaft auch gut am Rande. Ähm also die also für die wird's kein Problem, weil man eben sieht, wie es den Jugendlichen gut tut, mit anderen was zu machen, rumzuspielen, Tischtennis zu spielen, mit anderen was zu machen, sich wieder mit seinen Eltern über Dinge zu streiten, ähm sich viel zu bewegen, Sport zu machen, den Vereine zu stärken. Von daher glaube ich, wir machen uns jetzt den meist größten Kopf und die größten Probleme um diejenigen, die jetzt gerade in dieser Transitionsphase sind. Aber diejenigen, die kommen, werden ausschließlich davon profitieren und ich glaube, die werden auch de facto nichts vermissen, äh weil sie eben sich haben, sie haben das Spielen, sie haben ihre Familien, setzt aber auch voraus, dass die Erwachsenen auch etwas aus dieser Diskussion gelernt haben und sich hier auch als Vorbild fühlen, sagt Martin Korte, Professor für Neurobiologie an der Theo Brauenschweig. Vielen Dank für Ihre Zeit und liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank, dass Sie einmal mir eingeschaltet haben. Natürlich informieren wir Sie nicht nur auf diesem Kanal weiterhin darüber, wie es und auch nicht mit diesem Thema sollen Social Media Angebote eingeschränkt werden für Kinder und Jugendliche weitergeht. Bleiben Sie uns gewogen und gesund und bis in der kommenden Woche. [musik]