Majestätisch thront die Wartburg seit fast tausend Jahren über dem Thüringer Wald. Als ideale mittelalterliche Burg ist sie ein lebendiges Zeugnis der vielschichtigen deutschen Geschichte – und ein Symbol für Freiheit, Macht und Kultur. Die Wartburg ist Markenzeichen für Deutschland, seit 1999 Weltkulturerbe, Top-Touristen-Attraktion und prägt maßgeblich unsere Identität.
Die Wartburg gilt als renommierteste Festung Deutschlands und verkörpert seit annähernd 1.000 Jahren deutsche Kultur und Identität. Gegründet wurde sie um 1067 von Ludwig dem Springer. Das einzigartige Bauwerk erfährt in den folgenden Jahrhunderten diverse Erweiterungen, Umbauten und Renovierungsphasen. Die Wartburg wird immer wieder beschossen, vom Blitz getroffen oder von verheerenden Bränden heimgesucht. Um den Verfall aufzuhalten, wird sie stetig instandgesetzt, meist besser als zuvor.
Die Burg ist Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse: Im 13. Jahrhundert lebt hier die Heilige Elisabeth von Thüringen.
Die Wartburg thront seit rund 1000 Jahren über dem Thüringischen Wald und gilt als UNESCO-Welterbe, Touristenmagnet und nationaler Erinnerungsort deutscher Geschichte, Freiheit und Demokratie. Der Mythos der Gründung durch Ludwig den Springer – samt der Geschichte von korbfreiem Erdkarren, um juristisch eigenen Boden vorzutäuschen – deutet symbolisch auf einen mutmaßlichen Landraub hin, wenngleich die frühen Holzbauten später durch steinerne Bauten wie den imposanten Palas ersetzt wurden.
Im 12./13. Jahrhundert entwickelte sich die Burg unter den Ludowingern zu einem herrschaftlichen Zentrum und kulturellen Mittelpunkt des Minnesangs. Der berühmte Sängerkrieg ist jedoch historisch nicht belegt, sondern später von Richard Wagner in seiner Oper „Tannhäuser“ kunstvoll neu erfunden worden. Eine weitere zentrale Figur ist die Heilige Elisabeth, die mit radikaler Armutsfürsorge und sozialer Kritik am Hof auffiel, früh starb und rasch heiliggesprochen wurde.
Im 16. Jahrhundert wurde die Wartburg zum Versteck Martin Luthers nach dem Reichstag zu Worms; hier übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche und prägte damit maßgeblich die neuhochdeutsche Schriftsprache. Heute kämpft eine permanente Bauhütte gegen Witterung und Verfall, um die mittelalterliche Substanz für künftige Generationen zu erhalten.
📜 Transkript
[musik] [musik] mächtig, mythisch, [musik] Geheimnis umwittert, trohnt sie über dem Thüringer Wald [musik] seit 1000 Jahren. Sehnsuchtsort und Spiegel deutscher Geschichte. [musik] Welterbe UNESCO, [musik] Touristenmagnet, Verbindung von alt und neu hinzugefügtem. [musik] [musik] [musik] เ bedeutende Herrscher, eine Heilige, ein Reformator. Schließlich Revolutionäre gingen hier ein und aus. Die Wburg ist ein Erinnerungsort, an dem man sich eben doch sehr viel bedeutende Geschichte vergegenwärtigen können. Begegnungsort für Kunst [musik] und Politik. Spielstätte des Tannhäuser. Religion wird geformt. Weltgeschichte geschrieben. Ich müsse lange drüber nachdenken, ob ich einen Ort kenne, an dem so viele Dinge passiert sind, die sowohl ihre kulturelle Bedeutung haben wie auch ihre politische. Ein Nationaldenkmal. Politische Systeme [musik] kommen und gehen. Die Wartburg bleibt und wird zum Symbol für Deutschland, Freiheit [musik] und Demokratie. Beim Rundgang [musik] durch den Palast trifft man auf den Mann, der den Mythos begründet, Ludwig der Springer. Der Sage nach reisen der ehrgeizige Graf und sein Gefolge durch das Gebiet des heutigen Thüringen. Es beginnt ja schon sehr mystisch, dass der Gründer der Burg Ludwig der Springer äußert, als er diesen traumhaften Platz erblickte. Wartberg, du sollst mir eine Burg werden, woraus man dann auch sehr schnell den Namen Wburg ableitet. Damit beginnt vor etwa Jahren die Wburg Geschichte. Der machthungrige Ludowinger [musik] witert eine Möglichkeit, den Herrschaftsbereich seiner Familie zu erweitern. [musik] Dieser Berg gehört eben bloß dummerweise gar nicht, ne? Das gab dann einen Prozess und er sollte vor dem geizlichen Gericht schwören, dass die Burg auf seinem Grund gebaut sei. Und daraufhin ließ er seine ganzen Ritter körbeweise Erde hier auf die Wartburg tragen und aufschütten und schwuh daraufhin, dass die Wartburg auf seinem Grund und Boden stündel. Stimmt die Sage? Ist die Wartburg eine Raubgründung? [musik] Paar Excellence. Die ersten Gebäude, da müssen wir davon ausgehen, dass sie aus Holz gewesen sind. Das wird ein Bergfried, ein ein Wohngebäude und ähnliches gewesen sein. Diese Kernburg, diese erste Burg, die ist den Höhenlinien des Felsens gefolgt und hat quasi genau auf dem Felsen gesessen. Ludwigs kühnes Vorhaben, eine Wehrburg auf dem Bergipfel, uneinnehmbar, gedacht für die Ewigkeit. Wir stellen [musik] uns ja heute vor, so ein Fürst, der wohnt in seinem Schloss oder auf seiner Burg und regiert von dort aus sein Land. [musik] Das war damals ganz und gar nicht der Fall. Die Landgrafen waren reisende Herrscher. Das heißt, also sie haben ihre Macht auch äh auf ihren Burgen demonstriert. Die Ludowinger ziehen von [musik] Burg zu Burg, regieren, sprechen recht. kassieren Steuern und Zölle in ihren Besitzungen [musik] im Gebiet des heutigen Thüringen, Hessen und Sachsenanhalt. [musik] Das war wirklich bedeutend, dass man seine Macht demonstriert hat. Man hat prachtvolle Bauten errichtet wie den Palace, aber ebenso wichtig ist natürlich auch ein Bergfried gewesen oder ein großer Turm, der hatte wehrhaften Charakter, war aber in allererster Linie auch ein symbolischer Bau, der weit [musik] ins Land strahlte. Der kluge Landgraf weiß, wie man Start macht. Seit Ludwig, [musik] dem Springer, hat sich das Gesicht der Burg immer wieder verändert durch Brände, Blitzschlag, Stürme, Schneemassen, Benutzung und Verfall. Was ist heute noch so, wie es damals einmal war? Dr. Grit [musik] Jakobs ist die Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Wartburg. In deren Archiv befinden sich jahrhunderte alte Bilder, Aufzeichnungen und Pläne, die die Geschichte der Burg dokumentieren. [musik] Nur [musik] wenn das Team der Wartburg versteht, wie frühere Generationen von Bauherren, ist es möglich, die Wartburg so zu erhalten, wie sie einst war. [musik] Hier haben wir einen Rundriss der Wartbock aus dem Jahr 1895 vor uns. Hier können wir den alten Bestand sehr schön [musik] nachvollziehen. Wenn wir unterscheiden wollen zwischen den mittelalterlichen Bauteilen der Burg und den Bauten [musik] der Neuzeit und des 19. Jahrhunderts, so müssen wir einfach davon ausgehen, dass wir einen großen Teil z.B. mit der östlichen Umfassungsmauer, auf der die Fachwergänge aus dem 15. Jahrhundert sitzen, dass die auf der mittelalterlichen Ringmauer sich befinden. Die können wir also ins 12. Jahrhundert datieren wie auch den Kern des Torhauses und auch die unteren Bereiche von Ritterhaus und Fogtai. Auch wenn Gebäude im Laufe der Geschichte baufällig und neu errichtet werden, Grundriss und Seele einer Burg bleiben erhalten. Stück für Stück wird die Residenz ausgebaut. Die Ausmaße des mehrstöckigen [musik] Palas des Wohnhauses sind für damalige Verhältnisse enorm. Der Prachtbau beeindruckt [musik] nicht nur die Untertanen in Thüringen, sondern auch den Adel im Heiligen Römischen Reich. Das Gebäude entsteht [musik] in vergleichsweise nur wenigen Jahren. Es ist eines der besterhaltenen Bauwerke seiner Art nördlich der Alten. Zum anderen hat er schon in der Zeit seiner Erbauung Maßstäbe gesetzt. Also der steinerne Ausbau der Wartburg erfolgte ja ab 1158 und Landgraf Ludwiger I hat mit diesem Palast wirklich Maßstäbe gesetzt. Dieser Ludwig, Enkel von Ludwig, [musik] dem Springer, sichert den Ludowingern durch die Heirat mit einer Stauferin [musik] einen Platz im europäischen Hocade. Dass das Erbe der Ludowinge auch erhalten bleibt, ist für Anette Felsberg, [musik] die Leiterin der Bauhütte, eine Sissifusarbeit. Besonders beachtlich finde ich also Höhe und die Unerreichbarkeit der Lage der der Mauer. Also, man muss sich ja vorstellen, auch im Mittelalter musste man ja die Mauern erstmal errichten, das Material hierher transportieren und während der mittelalterliche Palast in 12 Jahren errichtet wurde, sind wir heute doch über Jahre oder Jahrzehnte mit den Sanierungsaufgaben an der Fassade am Dach beschäftigt und dass der Palast in dieser Substanz, in dieser äh in diesem Erscheinungsbild erhalten ist, das ist doch ähm also spricht für die Qualität des Bauwerkes. So, das ist doch sehr beeindruckend und ja, das wollen wir auch für künftige Generationen noch bewahren, unterhalten. Die Burg ist ein Touristenmagnet. Die Instandhaltung darf die zahlenden Gäste nicht beeinträchtigen. Wir widmen uns der Aufgabe 365 Tage im Jahr, weil wir haben 365 Tage im Jahr geöffnet und ja sind Wind und Wetter ausgesetzt, haben eine mittelalterliche Bausubstanz, die in sich äh schon besondere Herausforderung birgt. Hier ist jede Aufgabe eher eine große logistische und bautechnologische Aufgabe, als unbedingt das reine Bauen an sich. Spezialisten sind gefragt. Nur wenige wissen, wie man [musik] eine tonnenschwere Zugbrücke anhand von alten Plänen originalgetreu rekonstruiert. Der Einbau [musik] ist Präzisionsarbeit mit einem Kran und allem drum und dran. Undichte Stellen, Wandabplatzungen, [musik] Gemälde Restaurierung, neue Fliesen im Ritterbad und und es sind auch die kleinen Schäden, [musik] die die Restauratoren auf Trapp halten. Die Wörtburg ähnelt den großen Kathedralen, [musik] deren Bauhütten ständig an der Erhaltung der Substanz arbeiten. Aufgrund dessen, dass es natürlich in den in den älteren Beständen über 800 Jahre schon sozusagen der Bitterung ausgesetzt ist, äh kommt es natürlich dann zu erheblichen Schäden. stark belastet sind immer die der Witterung am meisten ausgesetzten Fassaden, aber da die Burg ja freht als Höhenburg, gibt es also auch eine Ringsumbewitterung, wo es zu diesen Schäden kommt und damit geht die historische Oberfläche verloren. Und um diesen Schaltblindungsprozess entgegenzuwirken, ist es also wichtig entsprechende Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. [musik] Erneuerung, Fassadensanierung, Stabilisierung durch Maueranker und vieles [musik] mehr. Unter [musik] den thüringischen Landgrafen im 12. Jahrhundert erlebt die Wartburg eine erste Blüte. Aner der Dynastie der Ludowinge [musik] ist Ludwig mit dem Bart. Wir haben hier schon eine Familie, die sich auch nach außen hin zeigen möchte. Fürsten, die beginnen sich durch ihre Behausung nach außen hin identifizierbar zu machen. Fürsten dem europäischen Hocharadel leben und wissen, dass diese Höhendominanz aus militärischer Sicht sicherlich von Vorteil sein kann. Aber ich kann mich auch lesbar machen in der Gesellschaft und etwas architektonisch ganz raffiniertes kreiere für den Bereich Nördlich der Alpen ein Wohngebäude zu schaffen, welches der Architektur der römischen Antike gleichen soll. Steinerne Meisterwerke [musik] erinnern noch heute an diese frühe Glanzzeit. Die Motive sind von Fabeltieren weltlicher und religiöser Symbolik [musik] inspiriert. Die Ludowinger haben eigentlich mit Blutwicht dem Springer und seinen Nachfahren ihren Aufstieg äh erst begonnen. Das heißt also äh geschickte Heiratspolitik gehörte dazu, Rodung, aber eben auch Landraub, wie uns die Gründungssage berichtet. Eine königliche [musik] Urkunde aus dem Jahr 1131 bezeugt den Aufstieg Ludwigs des in die Landgrafenwürde. Ludwig Landgraf [musik] von Thüringen. Damit waren sie direkt dem König unterstellt und haben sich um die Gerichtsbarkeit in Thüringen und administrative Pflichten gekümmert. Sie waren aber zu Beginn noch keine [musik] wirklich mächtigen Herrscher. haben also erst die folgenden Generationen geschafft. Die Landgrafen sprechen [musik] recht und wahren den Landfrieden in Thüringen. Landgraf Hermann I. zeigt darüber hinaus ein besonderes Fable für Literatur und Musik. Mit Hermann dem I. ist die große Förderung des Minnesangs, der höfischen Kultur, der Sangspruchdichtung verbunden. Landgraf Hermann hat berühmte Minnes seiner Zeit auf jeden Fall gekannt. Walter von der Vogelweide, Wolfram von Esschenbach, sie werden [musik] mit dem Hof der Landgrafen von Thüringen zurecht in Verbindung gebracht. Sie reflektieren das Leben am Hofe in ihren Werken. Ein Fresco im Sängersaal zeigt [musik] den Sängerkrieg. Der kulturbeflissene Hermann initiiert der Sage nach hier einen Wettstreit, der über mehrere Tage stattfindet. Ja, die Wartburg ist um 1200 neben dem Hof in Wien das kulturelle Zentrum. Der beste Dichter des Reichs soll gefunden werden. Doch ob es tatsächlich so war, das bleibt zu bezweifeln. Der Sängerkrieg ist ein Mythos. Gesichert ist nur, dass Hermann einer der größten Metzähne seiner Zeit ist. Sowas funktioniert nicht, wenn nicht jemand, der Geld hat, ein Interesse an der Sache hat. Und das scheint wohl im Falle Hermans der Fall gewesen zu sein, denn nach seinem Tode endet das auch. Noch Jahrhunderte später verzaubert der Mythus vom Sängerkrieg Schriftsteller, Dichter, Denker. Unter ihnen ist auch ein begnadeter Komponist. Durch die Überlieferung lässt sich Richard Wagner zu einem Meisterstück inspirieren. Richard Wagner kannte ETH Hoffmanns der Kampf der Sänger. [musik] Er hat auch die Bechsteinsagen gelesen, die den Sängerkrieg auch überliefern und das war für ihn ein ganz spannender Stoff. Als Initialzündung wird aber eigentlich äh der Moment bezeichnet, in dem Richard Wagner an der Wartburg vorbeigefahren ist. Er kam von Paris auf dem Weg nach Dresden, bei schlechtem Wetter vorbeigefahren und er schreibt selbst. Also in der einzigen sonhellen Stunde des Tages erblickte er die Wartburg und sah sofort den dritten Akt seiner Oper [musik] Tannhäuser vor sich. Wagner verquickt Geschichte, Mythos und selbsterfundenes [musik] zu einem mitreißenden musikalischen Epos. Jedes Jahr wird der Tannhäuser hier in großen Festsaal aufgeführt. Es geht um den Zwiespalt [musik] zwischen profaner und sakraler Liebe und um Erlösung durch die Gnade Gottes. Ein Leidthema, das Wagners späte Werke ein. Liebe, Schuld, Vergebung. [applaus] Am 19. Oktober 1845 findet die Erstaufführung in Dresden statt. [applaus] [musik] Im Mittelpunkt steht die unglückliche Liebe zwischen Elisabeth, [musik] Tochter des Landgrafen, und einem Minnesänger. Das Besondere ist, wir sind am Originalschauplatz. Dieser Ort ist einfach magisch. Die Atmosphäre ist immer eine besondere, weil es auch so nah dran ist und der der Hauptdarsteller an diesem Abend ist der Saal. Also, wir haben ihn können ihn immer alle voll genießen und hier zu singen, dich teure Halle grüße ich wieder. Also, es macht unglaublich viel Freude hier zu singen. Halle grüß ich wieder. Froh grüße ich dich, Goron. Elisa betrifft auf Tannhäuser, der am Sängerwettbewerb [musik] teilnimmt, um ihr Herz zu erobern. Der Kern ist das Fürstenlob, wessen Lied gereicht dem Fürsten am besten zur Ehre. Bei Richard Wagner ist es der Streit um das Wesen der Liebe. [musik] In hoffe blickt zum Himmel blick zu seinen Schild solchen Wundern. Wagner verarbeitet den Sängerwettstreit. Das ist das zentrale Thema des zweiten Aktes. Er ersetzt im Prinzip einfach gesprochen den Heinrich von Oferingen der Sängerkriegsüberlieferung durch den Tannhäuser. Der L soll mein Feder sei ein Kreis von dein Richard Wagner dramatisiert die Handlung. Denn Tannhäuser sinkt sich um Kopf und Kragen. Tannhäuser wird ja verflucht, weil er im Venusberg war und hat sich dort inspirieren lassen, weil natürlich dort die Lüste ausgelippt worden. Er hatte gelernt, um Frauen zu werben und es funktioniert alles ganz gut, bis ihm die Frage gestellt wird, ob er im Venusberg war und ehrlich wie ist sagt er das auch und daraufhin wird er verdammt. Beim Papst er um Vergebung bitten, doch der weist ihn ab. Elisabeth opfert sich für ihn und Gott zeigt durch ein Wunder, dass er dem räumütig sterbenden vergibt. Diese Ort hat was berührendes. Er hat was was Großes, fast auch was beängstigendes, wenn man einfach überlegt, was hier für eine Geschichte in diesen Steinen steckt. [applaus] Die Magie des Originalschauplatzes verzaubert aussel und Publikum. [applaus] Ein Highlight für Wagner Fans und Musikbegeisterte. [applaus] [applaus] Doch die Wartburg ist weit mehr als ein ungewöhnlich lebendiges Museum. Sie wird zum unvergesslichen Erlebnisort für Kunst, Kultur und Konzerte. Internationale Künstler treten hier auf. Eine Bühne für Werke der Vergangenheit und Gegenwart. Die Burg hat heute wie damals [musik] einen bedeutenden Ruf weit über die Grenzen des Thüringerwaldes hinaus. Im frühen 13. Jahrhundert steht der Fürstenhof vor großen machtpolitischen und sozialen Herausforderungen. Es war eine Zeit der [musik] Aufbruchstimmung. Auf der einen Seite entstehen Städte und Dörfer. Sie werden gegründet und expandieren. Der Adel entwickelt ein eigenes starkes Standesbewusstsein. Zum anderen ist es auch eine Zeit der Unsicherheiten, der Fäden, der Krisen und der Kritik. Und in dieser Zeit entsteht die sogenannte Armutsbewegung. Eine Leitfigur jener Zeit ist Franziskus von Assisi, der sich von allem Besitz löst. Der Reichtum des Adels und der Kirche wirft Fragen auf. Religiosität war für alle Menschen, egal welchen Standes, ähm ein integraler Bestandteil des Daseins. Das heißt, regelmäßige Gottesdienste, Messen, die gelesen wurden, das gehört natürlich zum Leben dazu und auch die Landgrafen von Thüringen haben das sehr gepflegt. [musik] Eine Epoche, in der einige wenige vieles in Frage stellen, auch auf der Wartburg. [musik] [singen] Die Heilige Elisabeth von Thüringen. Elisabeth von Thüringen ist eine unglaublich spannende Person. Zum einen, weil sie natürlich ein sehr extremes, ein sehr radikales Leben geführt hat. Äh zum anderen auch, weil wir so unglaublich viel über sie wissen, wie kaum über eine andere Frau des 13. Jahrhunderts. Elisabeths Leben ist durch ihre Dienerinnen sehr gut aufgezeichnet worden. Die haben für die Heiligsprechung ähm ihre Erlebnisse mit Elisabeth von Thüringen zu Protokoll gegeben. Elisabeth ist eine ungarische Prinzessin. Sehr früh wird sie dem Sohn von Hermann von Thüringen versprochen. Bereits mit 4 Jahren kommt sie an den Hof [musik] der Landgrafen. In ihrem 14. Lebensjahr wird [musik] sie dann mit Ludwig dem vier vermählt. Eine politische Heirat, [musik] von der beide Familien profitieren wollen. [musik] Also Elisabeth äh war schon als kleines Kind eigenbillig, hatte einen eigenen Kopf. Wir würden sagen, vielleicht ein Protzkopf. Sie war sehr liebenswert, äh aber gleichzeitig auch sehr selbstbewusst und pflegte von früh an eine tiefe Fremmigkeit. Äh diese Fremmigkeit sorgte dann dafür, dass sie auch äh zunehmend im Kontrast zur adligen Gesellschaft auftrat. Sie kritisierte das höfische Zeremoniell. Die zukünftige Heilige sieht die Not der einfachen Menschen. Elisabeth, die wird dann in der Zeitgroß. Da gibt es plötzlich Spannung in der Gesellschaft. Das heißt, wir haben den Einfluss von Universitäten, die natürlich den einen oder anderen Hof erreicht und Elisabeth als Dame des Hofes fast klassisch in einer Gelehrsamkeit dort aufgeht. [musik] Mit 19 Jahren begegnet [musik] die Landgräfin ihrem religiösen Mentor, einem Fanatiker. [musik] [musik] Konrad von Mburg ist einer der ganz großen Reformer, Kreuzzugsprediger und Inquisitoren des 13. Jahrhundert. vom Papst beauftragt äh für den Kreuzzug äh zu predigen. Konrad von Marburg zieht so durch Thüringen und dort lernt er die Thüringer Grafenfamilie, die Ludowinger kennen. Und Ludwig der I beauftragt ihn schließlich 1226, der Beichtvater von ihm und seiner Frau Elisabeth zu [musik] werden. Sie wollte also ein Leben in Armut leben in der Nachfolge Christi und [musik] ist hier auch gut angeeckt. Hof hatte aber das Glück, dass sie mit Ludwig dem vierten einen wirklich sehr verständnisvollen und auch liebevollen Gemahl hatte, bei dem sie ihre [musik] Ziele auch relativ gut verfolgen konnte. Ludwig zieht mit Kaiser Friedrich [musik] dem I zum Kreuzzug ins Heilige Land. [musik] Die Landgräfin [musik] spinntwolle für die Franziskane. Ein Akt der Rebellion. [musik] an der landgräflichen Tafel zu fragen, woher die Speisen [musik] kommen, ob sie auch rechtmäßig erworben worden sind oder das Essen abzulehnen. Das kann man sich leb vorstellen, wie das angekommen ist. Wenn sie konnte, ist sie auch in armen Gewändern gegangen. Auch das war für eine hochstehende Frau keineswegs gewöhnlich. Elisabeth gibt den Armen Almosen und Speisen. Außergewöhnlich war z.B. auch die Gründung des Hospitals unterhalb der Wartburg. Ähm dort sind nicht nur Kranke aufgenommen worden, dort hat die Landgriffen eben selbst mit Hand angelegt und hat Arme und krank gepflegt. Ihre Dienerin berichten z.B., Bild, dass sie die ärmsten und kränkesten zum Teil auch mit vorgtor genommen hat, also direkt vor die landgreäfliche Residenz, um sie dort auch gleich versorgen zu können. Sie hat die landgrifflichen Kornkammern öffnen lassen. Das heißt, also sie hat damit auch quasi die Versorgung der landbräflichen Familie riskiert, um eben den Ärmsten und Kranken wirklich helfen zu können. zeigt eigentlich ganz gut mit welcher Radikalität sie auch [musik] bereit war, ihr religiöses Armutsideal zu verwirklichen und am Ende verzichtet diese Frau und das ist etwas, was man sich ins Gedächtnis rufen sollte auf all ihr weltliches Hab und gut bis zur völligen Verarmung. So intensiv gelebte Nächsten Liebe eckt bei weniger frommen Gemütern an. Damit ist sie nicht nur eine Kontrastperson, die im Volk unglaubliche Beliebtheit erzeugt, sondern gleichzeitig auch zu wird auch zunehmend zu einem Kritik oder Hassobjekt innerhalb der Ludowinger Landgrafenfamilie, aber auch der Hofbediensteten und anderen, die natürlich auf Reichtum und Status achten. Jahrhunderte später finden Ausgrabungen am Burgberg statt. Archäologen haben in Eisennacht das Hospital der Heiligen Elisabeth ausgegraben. Von dem Gebäude unterhalb der Wartburg sind Fundamente auf einem Grundriss von 7 x 10 m erhalten. Es soll sich dabei um einen Fachwerkbau für 27 Patienten gehandelt haben. Die Heilige Elisabeth war für ihre armen Fürsorge bekannt. Nach ihrem Umzug von der Wartburg nach Marburg 1227 wurde das Hospital aufgegeben. Elisabeth stirbt mit 24 Uhr. Harte Arbeit und Askese [musik] haben ihr zugesetzt. Vier Jahre nach Elisabeths Tod ist sie tatsächlich auch schon heilig gesprochen worden. Im Jahr 1235. Als Heilige geschah das, was mit Heiligen einfach auch immer passiert. Es sind nicht nur heilige Menschen, sie haben auch heilige Körper. Das heißt, auch Reliquien wurden verehrt. Für eine Heiligsprechung sind Wunder notwendig. Elisabeth, so erzählt man sich, war wieder mal auf dem Weg in die Stadt Eisen nach, um den Arm dort Brot zu bringen. Und Ludwig, ihr Mann, traf sie auf dem Weg und fragte sie, was sie denn in ihrem Mantel tragen würde. Und Elisabeth in ihrer Not hat gesagt, es seien Rosen. Blutwig schluck den Mantel zurück und siehe da, das wunderbar geschehen. Das Brot hatte sich in Rosen verwandelt. Dieses Rosenwunder ist nur eines [musik] von vielen, von dem Legenden erzählen. Aus der Symbolik der Heiligen Elisabeth kann man lernen, dass das Gemeinwohl vor dem Wohl des Einzelnen geht und dass der Einzelne sich immer sehr genau überlegen muss, ob seine Einstellung, das was er tut, dem gem Gemeinwohl zu wiederläuft oder ob es ihm nutzt. Einer weiteren Legende nach brachte Elisabeth weiße Pfauentauben als Teil ihrer reichen Mitgift auf die Wartburg. Die Tage der Ludowinger sind bei Elisabeths [musik] Tod bereits gezählt. Landgraf Heinrich Raspe stirbt kinderlos. Aus einem Erbfolgekrieg gehen 1264 [musik] unter anderem die sächsischen Vetiner siegreich hervor. Neue Entwicklungen bahnen sich an in den Jahrhunderten, die folgen. Die Zeit um 1500 ist eine sehr lebendige vitale Zeit. Wir haben die Entdeckung Amerikas, wir haben Gründung von Universitäten, wir haben den Renaissancehumanismus. Kunst und Bildung florieren. Die katholische Kirche ist eine zeigt sich als sakramentale Heilsanstalt, in der gute Berke vollbracht werden sollen. Wallfahrten, Healtumschauen und andere Dinge äh prägen das Främigkeitsleben der damaligen Zeit. Doch es liegt etwas in der Luft und zwar eine Konfrontation mit der römischen Kirche. Kritiker [musik] wie er melden sich zu Wort. Martin Luther prägt die Zeit des 16. Jahrhunderts durch seine reformatorische Entdeckung. Er betont, dass der Mensch nicht durch eigene Leistungen und Werken zu Gott kommen kann, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus, allein durch die Gnade äh die Gott dem Menschen schenkt. Das führte dazu, dass er den Atlass kritisierte. Das führte dazu, dass er auch die das Handeln der Kirche in Frage stellte. Er wollte keine Reformation, er wollte eigentlich nur eine Reform der Kirche und sie wieder zurück zu den Ursprüngen führen. Die Kirche ist ein übermächtiger Gegner. Luthers 95 Thesen [musik] gegen den Ablass stoßen dort auf Taubehren. Er war tatsächlich ein Star seiner Zeit. 1517 beginnen seine Schriften stärker auf dem Markt zu kommen und schon 1518 19 finden wir Gesamtausgaben. Es heißt Martin Luther begeistert durch seine Kritik und er rüttelt auf. ist ab 1517 in ganz Europa berühmt und damit muss sich auch der Papst mit ihm beschäftigen. Der Papst 1520 schreibt eine Bannbulle, in der Luther aufgefordert werden wird, also mehrere inkriminierte Sätze zurückzunehmen, sonst würden alle seine Schriften verboten werden. Der Reichstag zu Worms wird zum Wendepunkt in der Geschichte des Abendlandes. Mann hat also Luther nach Worms eingeladen 1521 am Anfang und sollte dort also seine inkriminierten Sätze und Schriften als falsch deklarieren. [jubel] [musik] Doch selbst vor Kaiser und Reich wiederruft Luther nicht. Das sorgte allerdings dafür, dass er als Ketzer von der Kirche verurteilt wurde und dann 1521 vom [musik] Kaiser unter die Reichsacht gestellt wurde. Luther ist in Gefahr, denn der Befehl [musik] des Kaisers lautet: Gefangen nehmen und dem Behörden übergeben. Eine lebensbedrohliche Situation. [musik] Nur noch durch eine List kann Luther in Sicherheit gebracht werden. Diese Darstellung wird in die Zeit um 1590 datiert und [musik] wir sehen hier eine sehr schöne Darstellung der Entführung Martin Luthers auf seiner Rückreise von Worms nach Wittenberg. In der Nähe der Wartburg wurde er entführt und anschließend auf die Wartburg gebracht. Das zeigt also hier der vordere Teil. Im Hintergrund warten schon die berittenen Begleiter Luthers, die ihn auf die [räuspern] Wartburg bringen werden. Und neben dieser historischen Darstellung der Entführung Luthers ist dieses Blatt so interessant, weil wir hier ganz oben links beschriftet [musik] mit Haus Wartburg die erste authentische Darstellung der Wartburg, die sich erhalten hat, finden. Wir erkennen also die Wartburg auch ganz eindeutig wieder. Wir erblicken ähm das Fugteäude, wir sehen den Palast, der Burg, den Bergfried und im hinteren Bereich auch den Südturm. [musik] Also Forschern gibt diese sehr kleine Darstellung, sehr viele Anhaltspunkte über das Aussehen der Burg in dieser Zeit. Doch zeigt diese Druck tatsächlich kriminellen Menschenraub. Ganz wichtig ist, dass Martin Luther [musik] von der Bildfläche verschwindet und die Aufführung muss möglichst authentisch sein. Es darf nicht klar werden, wer Martin Luther gefangen nimmt und wo Martin Luther dann verbracht wird. Und tatsächlich funktioniert der Plan nur Martin Luther selber und wahrscheinlich sein Mitreisender Freund Nikolaus von Amsdorf sind eingeweiht. Alle anderen Mitreisenden in der Kutsche nicht. Der Kirchenrebell verschwindet spurlos. Er kommt aus einer absolut angespannten Situation, in der er im Mittelpunkt des Interesses steht, in dem er angegriffen wird von allen Seiten und plötzlich hat er Ruhe. Der Plan seines Landes [musik] Herrn Friedrichs des Weisen Kurfürst von Sachsen geht auf. Dieses riskante Geheimnis wird erst später aufgedeckt. Der Reformator [musik] wird als Ritter verkleidet und versteckt. Später nennt man sein Inkognito Junker Jörg. Da kam ja an, war in der Verbannung, hatte keine Bücher [musik] um sich, hatte auch sein gesamtes Wittenberger Umfeld ja nicht um sich. Er war hier mit ein paar ähm Leuten auf der Burg und dem Burghauptmann allein und hatte große gesundheitliche Probleme, äh Verdauungsprobleme, alles mögliche und klagt eigentlich brieflich, daher wissen wir das, klagt eigentlich dauernd und hat fast subdpressive Züge. Luther rafft sich auf und verfasst jetzt zahlreiche Schriften. Entscheidend ist für ihn, dass er durch sein Wort versucht zu wirken, wie er es bisher getan hat. Gleichzeitig aber in Wittenberg die Reformation voranschreitet vom Wort zur Tat. Im Dezember 1521 fährt Luther Inkognito nach [musik] Wittenberg, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Er reist dann wieder zurück auf die Wartburg und hat einen wichtigen Auftrag im Gepäck, denn seine Freunde besonders Melanchton und Nikolaus von Amsdorf haben empfohlen, dass er sich doch mal ransetzen soll und das Neue Testament ins Deutsche übertragen soll. Sein Kavaliersgefängnis ist die Fugtai. Dort beginnt er seine Arbeit. [musik] Man muss wissen, dass ich auch vor Luther eine ganze Reihe von Bibelübersetzungen ins Deutsche gegeben hat. Die sind aber eigentlich zu dem Zweck übersetzt worden, den Leihen oder auch geistlichen den Zugang zum Lateinischen zu eröffnen. Das heißt, man armt z.B. spielt die lateinische Syntax nach und damit sind die Übersetzungen partiell gar nicht richtig verständlich. Um Dialektbarrieren [musik] zu überwinden, nutzt er eine überregionale Sprachform. Er will viele erreichen. Luthers Übersetzung [musik] wird eine der Grundlagen der neuochdeutschen Schriftsprache. Martin Luther hat ja eine unglaubliche Wortgewalt und Sprachgestalt entwickelt, die wie kein anderer ähm vor und man könnte auch sagen nach ihm den [musik] biblischen Text in eine Form gegossen hat, übersetzt, gedollmetscht hat, die sehr eingänglich [musik] und gleichzeitig nachvollziehbar war. dass er in der Lage ist, diese bis dato schwierig zu vermittelnden Inhalte vom Bauern bis hin in den europäischen Hocadel hinein zu vermitteln. Seine Sprachbilder, die er kreiert, die bis in die Gegenwart hinein noch greifbar sind. Wenn wir hören ein Herz und eine Seele, dann ist das e keine Poesie. Das ist ein Mittel zum Zweck aus Sicht der Gedanken Luthers theologische Inhalte zu vermitteln. Er erfindet ja Wörter und er formt auch manche um. Z.B. was wir unter Fromm heute verstehen, kommt durch Luther in dieses Wort hinein, nicht? Und er übersetzt eben auch ja bildhaft im siebten Himmel sein oder über Stock und Stein. Es gibt keinen Autor im Büchmanns geflügelten Worten, der so häufig dort vertreten ist wie Luther. Luther hatte ein großes Interesse daran, komplexe Sachverhalte durch Komposita auszudrücken. Also sowas wie Feuereifer oder gastfrei. Die sind alles Luthers Erfindung und die sind ja kaum weg zu denken aus der deutschen Sprache. oder das schöne Wort trödeln kommt auch durch Luther zu uns. [musik] [musik] Eine Fehlstelle im Putz erinnert an den Tintenfleck, der entstanden [musik] sein soll, als der Reformator ein Tintenfass nach dem Teufel warf. Um sich selber aber zu vergewissern, hat Martin Luther nicht das Neue Testament alleine auf der Wardburg übersetzt, sondern anschließend dann intensiv mit seinen Freunden Philip Melanchton, Nikolaus von Amsdorf und anderen Gelehrten durchgearbeitet, sodass dann im September 1522 das sogenannte Septembertestament, das Neue Testament Deutsch erschien. Übrigens ist das Neue Testament nicht unter Lutheras Namen erschienen. Es ist anonym gewesen. Also man wusste das zwar, aber es steht nicht übersetzt von Martin Luther drauf. Ein Buch von unschätzbarem [musik] Wert. Anschließend übersetzt er auch das Alte Testament. Das ist die Luther Bibel und zwar eine Ausgabe von 1541. Das ist also die Vollbel, das vollständige Ergebnis dessen, was Martin Luther hier auf der Wartburg 22 begonnen hat. Die Bibel selbst hat übrigens einen Bürger aus Halle sich gekauft und wir wissen auch er hat sehr eifrig studiert. Er hat aber etwas sehr Wichtiges gemacht. der ist nach Wittenberg gegangen und hat dort die großen Reformatoren der Zeit gebeten, sich in die Bibel einzutragen. Und das heißt, wir haben also hier eine Bibel vor uns, in der Martin Luther im Jahr 1542 auch seinen Namen eingetragen hat. Darunter steht Philip Melanchton und noch andere Reformatoren sind also hier zu finden. Das ist ein ganz lebendiges Stück Geschichte. Luthers Übersetzung [musik] entwickelt eine riesige Sprengkraft und erschüttert selbst den Vatikan. Die Geschichte hat er insofern verändert, als dass ja seine reformatorischen Gedanken bis in die Übersetzung hinein gehen. Er hat nicht wörtlich übersetzt, er hat sinngemäß übersetzt und Rechtfertigung geschieht nur aus dem Glauben allein. Dieses Allein steht gar nicht im bei Paulus. Das ist sozusagen ein reformatorischer Gedanke und dieser reformatorische Gedanke hat natürlich zur Kirchenspaltung geführt und dann natürlich auch zu den Auseinandersetzungen im Gefolge. Es ist die Geburtsstunde des Protestantismus und so wird auf der Wartburg Weltgeschichte geschrieben. Sie ist natürlich ein authentischer Lutherort und in dem Sinne [musik] hat sie eine Aura. Das sorgt natürlich für besondere Gefühle bei evangelischen Christen und das merkt man immer wieder, wenn die Führungen stattfinden, dass die Menschen doch eine gewisse Andacht empfinden. Nicht eine Heiligenverehrung, davon würde Martin Luther sich selber auch sehr distanzieren und das war er nun auch wirklich nicht mit dem, wie er gewirkt und was er auch sonst noch äh verfasst hat. Ähm, aber er ist eben einer, der diesen Ort äh mit Leben gefüllt hat. Luther macht den Mythos Wartburg um eine weitere Facette reicher. Religiöse Intoleranz findet sich allerdings auch bei den [musik] Protestanten. Im Südturm befindet sich ein 10 m tiefes nahezu fensterloses Verlies, dessen Eingang Angstloch [musik] genannt wird. wird hier ein Mann eingekerktert. [musik] Fr. Erbitz hier in diesem Verlies Insasse gewesen über mehrere Jahre, 15 Jahre Gefangenschaft, davon 8 Jahre auf der Burg. Fritz Erbe ist ein Bauer aus dem Dorf Herder und Anhänger der Täufer einer radikalreformatorischen Bewegung. Dadurch, dass sie die Kindertaufe ablehnten, ähm waren sie also als Kritiker der Großkirche wurden sie wahrgenommen und gleichzeitig kam noch ein weiterer Punkt dazu, dass sie zunehmend kritisch gegenüber der Obrigkeit waren. Sie verweigerten der weltlichen Obrigkeit gehorsam, weil sie sie nicht als christlich anerkannten sahen, also, dass sie nicht wirklich biblisch seien. Es wird ja immer wieder die Frage geklärt, ob er nicht doch abweicht von seiner Meinung. Wir sprechen hier von mehr als einem Jahrzehnt. Ich denke, das ist sehr schwer vorstellbar, da nicht in seiner Überzeugung gebrochen zu werden, wenn man glaubt zu wissen, wenn ich einfach nur ja sage, ich äh so ungefähr, ich wiederrufe meine Ansichten, ist der die nächste Nacht im warmen Bett. Und er war aber überzeugt und hat hier seine Zeit abgesessen bis bedauerlicherweise bis zum Tode, ne? 1548. Seine sterblichen Überreste werden nahe der Burg verschart. 2010 bittet die lutherische Vollversammlung um [musik] Vergebung für die Verfolgung der Täufer. Auf der einen Seite ist die Wartburg ein Ort, wo die heilige Schrift übersetzt wird und auf der anderen Seite ist es ein Ort in dem Menschen, die sich der christlichen Botschaft verschreiben, sie leben, sie konsequent leben, radikaler als das andere meinen, dann verfolgt wird und beides kommt auf der Wartburg zusammen. [musik] Die Jahrhunderte gehen ins Land nach und nach. verblasst [musik] der Glanz dieser Fürstenz. Macht wird jetzt in Hauptstädten ausgeübt, nicht mehr auf Burgen. [musik] Was bekannt war, war im Grunde die Antike und die Neuzeit und dann 1000 Jahre dazwischen. Ist natürlich eine unbekannte märchenhafte Zeit, in der vieles verklärt wird. Wie soll das Mittelalter ausgesehen haben? Wie möchten wir es empfinden? Wie fühlen wir uns hinein in diese Zeit? Die Epoche der Romantik entdeckt die Wartburg wieder und projiziert in kultureller Rückbesinnung [musik] ein idealisiertes Deutschland in ihre Mauern als Quelle nationaler Inspiration. [musik] Schon ein großer Dichter war begeistert. Göte war weimerischer Minister. Er hat 177 das erste Mal auf der Wartburg gewohnt. Er ist beeindruckt von der Landschaft, die ihn um gibt. Also er schreibt an Charlotte von Stein, könnte ich dir diesen Anblick hinüber senden, der ihn sich aus dem Fenster bietet. Er läuft viel erwandert, viel erzeichnet, ganz intensiv. [musik] Der mythische [musik] Ort zieht auch die Brüder Grim an, die mündliche Erzählungen sammeln. Sie haben [musik] die deutschen Sagen niedergeschrieben und haben damit auch die vielen vielen sagen, die sich um die Wartburg kranken populär gemacht. Die Wartburg wird mit einem Mal wieder berühmt, auch dank der fleißigen Bewerbung [musik] durch große deutsche Literaten. Eine junge auf gesellschaftliche Veränderungen hoffende Generation findet in ihr. Die Wartburg ist ein Ort der Demokratiegeschichte, wenn man so will. Mit dem Wartburgfest haben wir hier eine der ganz frühen äh politischen Meinungsäußerung, eine demokratische Bewegung, die sich im Prinzip hier ähm erstmals äh manifestiert hat. Der Ruf nach einem geeinten Deutschland, aber auch der Ruf nach einer Verfassung, der ist hier auf der Wartburg laut geworden. Die sogenannte Urburschenschaft ist 1815 in Jena gegründet worden. Studenten aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands waren an der Universität landsmannschaftlich organisiert und das wollte man überwinden. Man wollte sie sozusagen als deutsche Studenten haben. Man war gegen Kleinstaterei, man war für die Gleichheit vor dem Gesetz oder als allgemeine Wahlrecht und solche Dinge. Das ist dann schon antifürstlich gewesen. Der regierende [musik] Adel empfindet das als Kritik an einer bewährten Ordnung. Am Jahrestag [musik] der Völkerschlacht bei Leipzig und nach 300 Jahren Reformation versammeln sich Studenten fast aller evangelischen [musik] Universitäten. Wir haben hier den Saal, in dem das Wartburgfest der Burschenschaften stattgefunden hat. 1817 am 18. Oktober. Die Studenten fordern politische [musik] Reformen, Meinungsfreiheit, nationale Einheit. An dieses Wartburgfest erinnert uns eben heute auch noch die Fahne dort über dem Mittelkamin. Schwarz, rot, gold. Die Farben der Flagge der Bundesrepublik Deutschlands sind vorgezeichnet. Das Wartburgfest ist sehr gut dokumentiert durch [musik] Festberichte, durch Quellen. Wir wissen also, dass der Zug der Studenten der Burschenschaften in Eisenach gestartet ist und in einem feierlichen Umzug auf die Wartburg gezogen ist. Man hat die Zeichen der jener Urburschenschaft mit sich geführt, das Schwert und auch die Fahne und Johann Heinrich Hose dokumentiert diesen Zug. Es wirkt, als wären [musik] es deutlich mehr als die 500 überlieferten äh Menschen, die zur Wartburg äh gezogen sind. [musik] Und hier kommen die Studenten dann an und feiern auf der Wartburg und im großen Festsaal [musik] das Wartburgfest. Man hat in gewisser Weise auch sich gefeiert, dass man hier in dieser großen Menge beieinander ist. Es gab dann ein Festmal unten in der Stadt, dann wurden ein paar Korele gesungen und dann gab es noch einen Fackelzug. Eine Geburtsstunde des nationalen [musik] Gedankens, aber auch eine Saat des Nationalismus. Die Verbrennung von Büchern [musik] anders denkender auf dem Eisenacher Wartenberg gegenüber der Wartburg gehört leider [musik] auch dazu. Die frühen Burschenschaften zeichnen sich durch damals [musik] fortschrittliche Anschauungen aus, aber auch durch Deutschümmelei. Wenn es um die Bewegung der akademischen Jugend des frühen 19. Jahrhunderts geht. die sieht, dass in Europa sehr viel passiert und äh der Deutsche hingt so ein Stück weit hinterher und man die Hoffnung hat, so gibt es nicht dieses nationale Bewusstsein im Sinne eines Einheitgefühls ohne andere auszugrenzen. Das Wartburgfest [musik] ist Wegbereiter für die Revolution des Jahres 1848, deren Ziele sind ein [musik] deutscher Nationalstaat, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit [musik] und Demokratie. Viele Dinge, die später in eine bürgerliche Vorstellung hineingehörten, sind von diesen ähm Burschenschaften dann entwickelt worden. Ein Ort [musik] mit historischer Relevanz. Der Pater steht für politische Erneuerungen, Ideen und Ideale. [musik] Die Burg gab es, es gab ein Burghauptmann, es gab ein Wartburgführer, vierte Auflage 1828, das heißt, die Burg war da und sie wurde auch besucht, aber es gab durchaus einen, ja, wie würde man das sagen heutzutage einen Renovierungsstau. Wenn nichts geschehe, könnte [musik] diese historische Städte zerfallen. Der neue Burgherr [musik] ist Großherzog Karl Alexander. Das gemeinhinüberlieferte Jahr des Beginns der Erneuerung der Wartburg ist das Jahr 1838. Da soll Karl Alexanders Mutter, Großfürstin Maria Pavlovner zu ihrem Sohn gesagt haben, du solltest daran denken, dies einmal wiederherzustellen. Karl Alexander von Sachsenweimer Eisenach will den Rom seiner Vorfahren wiederbeleben. Als junge Abgroß Herzog hat er schon niedergeschrieben, ich möchte, dass die Wartburg zu einem Museum meines Hauses, meines Landes und von ganz Deutschland [musik] werden soll. Es waren also zwei wichtige Komponenten, ein dynastisches Denkmal, aber auch ein nationales Monument. Das hatte die Wartburg aus Sicht Karl Alexanders und vieler anderer Menschen auch aufgrund ihrer Historie einfach verdient. Karl Alexander hat es für sich gemacht, für seine Familie, aber das ist eben das Besondere bei Karl Alexander. Er sagt eben auch, es ist für Deutschland. Es ist etwas, was ich geerbt habe, um dass ich mich kümmern muss und es ist aber ein Erbe für alle. Also die Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit, das ist durchaus ein, ja, wenn Sie so wollen, moderner Zug. Ich würde sagen, mindestens ein sympathischer Zug an Karl Alexander. Eine Mammutgabe hat sich der Fürst davorgenommen. [musik] Die Renovierung sollte Jahrzehnte dauern. Hier haben wir die älteste fotografische Aufnahme der Wartburg vor uns. Karl Alexander, der Großherzug, wünschte sich Fotografien der Wartburg. Er wollte Ansichten der Höfe fotografiert haben und er wollte auch die Baufortschritte in fotografischen Aufnahmen gutachten und so entstanden diese ersten Fotografien. Sie muten etwas sonderbar an auf den ersten Blick. Es ist also tatsächlich ein äh Fotoabzug auf Papier, aber weil die auch ähm relativ schwach waren, hat man dann ähm die Konturen, die Darstellung der Fotografie noch einmal mit Aquarell oder wie hier mit Pinsel in braun nachgezeichnet. Das macht [musik] diese ersten und ältesten Aufnahmen natürlich auch zu Unikaten. Einige Gebäude sind damals [musik] in einem renovierungsbedürftigen Zustand. Zu lange wurde zu wenig unternommen, um die Burg zu erhalten. Doch jetzt soll die Wartburg als [musik] ideale deutsche Burg erstrahlen. Altes wird erneuert und fehlendes ersetzt. Der Mittelteil der Burg mit neuer Keminate, Torhalle und [musik] Bergfried wird neu konzipiert. Hier hinter uns befinden sich im Prinzip genau die Bauten, die während der Erneuerung der Wartburg unter Karl Alexander von Sachsenweimer Eisenach errichtet worden sind. Der Architekt war Hugu von Ritkgen. Er konnte sich äh nach einigen Jahren nach seiner Bewerbung um dieses Amt durchsetzen. Er hat die Entwürfe geschaffen und hat vor allen Dingen äh die Bauten geschaffen, die die romanische Hofburg bilden sollten. Der Geist des Historismus wählt im Land. Hugo von Ritkens [musik] Entwurfszeichnungen lehnen sich an geschichtliche Vorbilder an. Seine Arbeit für die ideale Burg trägt Früchte. Die Wartburg ist nämlich nicht nur eines [musik] der am besten erhaltenen Bauwerke der Spättromanik, sie ist gleichzeitig auch ein prägendes [musik] Beispiel für den Historismus. Für Ritken wird das Projekt Wartburg zur Lebensaufgabe. Die Arbeiten dauern bis kurz nach seinem Tod [musik] im Jahr 1890 an. Er war ein guter Architekt und er war vor allen Dingen und das hat ihn äh vor vielen anderen Architekten seiner Zeit ausgezeichnet. Er war ein forschender Architekt. Er ist Hochschullehrer gewesen. Er hat Architektur in Gießen unterrichtet. Versessen aufs Detail wird Mauer [musik] für Mauer aufgebaut. In der neuen [musik] Keminate, dem neuen Wohnhaus, entstehen die groß herbzuglichen Privatgemächer. Die Innenausstattung des [musik] Palas repräsentiert ein ideal gedachtes Mittelalter. Die Elisabeth Keminate wird mehrmals umgestaltet. So lässt sie etwa [musik] Kaiser Wilhelm II. mit einem Mosaik ausgestalten. Die Wartburg wird auch [musik] durch Hugo von Ritgen, ein Gesamtkunstwerk, eine Symbiose von alt und neu hinzugefügtem. Er hat gesagt, ich erforsche die Bauten so gut es geht. Ich forsche in den Quellen alle Chroniken, alle Baubeschreibungen. Ich kenne viele vergleichbare Bauten. Auf diese Art und Weise bin ich in der Lage, das vorhandene zu erhalten [musik] und das Verfallende in seiner Urgestalt neu erstehen zu lassen. Das hat er also selber ausgesprochen und somit galt das hier also durchaus fortschrittliche Restaurierung. Ritkens Arbeit [musik] setzt Maßstäbe. Die Erneuerung der Burganlage verschlingt ein Vermögen. Mehrmals muss ein Baustopp mangels Geld angeordnet werden. Doch der Aufwand lohnt sich, denn bis heute ist diese Grundsubstanz erhalten. Der Bergfried, ein Markenzeichen, [musik] wird neu errichtet. Das dritte Mal in der Geschichte der Burg. Restauratorische Tätigkeiten, die gibt es in dieser Zeit. gerade mit dem Fokusmittelalter sehr häufig. Das ist fast ein Trend gewesen in dieser Zeit. Sogar der Bauherr Neu Schwanstein, König Ludwig II. Bayern ist enthusiasmiert. Jubel jauchzen beim ersten Erschauen der Burg. Erschauen der Heeren Räume, [musik] in denen so großes sich zugetragen, versetzen in die Zeiten des gottvollen Rittertums, auf der Sängerkampf stattgefunden, wo die Heilige Elisabeth gelebt, wo [musik] Tannhäuser gesündigt und gelitten. Ludwig II. und Karl Alexander waren ja miteinander verwandt und haben einen sehr umfänglichen Briefwechsel miteinander geführt und Karl Alexander hat dann immer von erzählt, dass er jetzt also die Burg renoviere und als im Wesentlichen, als sie fertig war, auch der Bergfried war dann fertig, äh ist Ludwig hierher gekommen 1867 und hat sich alles im einzelnen angeschaut, denn er wollte, so kurios sich das äh anhört äh gegenüber von Hohen Schwanu die Wartburg noch mal bauen. Es kam dann zwar anders, aber inspirieren ließ sich der bayerische Schwarmgeist schon bei seinem Verwandten [musik] auf der Wartburg. Das Problem ist gewesen, dass der Untergrund, auf dem heute Neu Schwannstein steht, sich nicht geeignet hat, die Wartburg zu imitieren. Das ist nämlich etwas gekrümmt. Aus den Plänen einer Burg wird ein Märchenschloss im Stil des Historismus. Höher hinaus ist auf [musik] Neuschweinstein alles gegenüber der praktischen Herrschaftsausübung dienenden Wartburg hat aber immerhin den Festsaal in gewisser Weise imitiert oder nachbauen lassen. Es gibt auch den Bergfried. Das alles sollte wenigstens so ein bisschen aussehen wie die Wartburg. Übrigens hieß neu Schwannstein die alte Burghohn Schwanngau. Das heißt, es sollte auch alt sein und es sollte auch eine Burg sein. [musik] Es sollte eigentlich kein Schloss sein. Schlösser und Burgen als Projektionsflächen [musik] für rückwärts gewandte Träumereien. Neuschwannstein [musik] ist ein Neubor. Die Wartburg dagegen ist 800 Jahre älter. Hier haben im Gegensatz zu Neu Schwannstein [musik] tatsächlich einmal Ritter, vielleicht auch Helden gelebt. Historisch gewachsen ist sie und so haben auch hier die technischen Errungenschaften der Jahrhunderte Einzug gehalten, Heizung, Strom und Wasser. Von außen sieht man es nicht, dass die mittelalterliche Burg mit der Zeit geht. [musik] Steffen Lieder hat seit 2008 den Job des Wassermeisters hier oben. [musik] Wo man an den Neubau vom großen Bergfried geplant hat, hat man sich überlegt, dass endlich Wasser auf die Wartburg muss. Bis dahin wurde es ja alles in Eseln und Fäsern und Eseln auf die Wburg gebracht und man hat mehrere Versionen geprüft, wie das gehen könnte und man hat sich entschieden eine Wasserleitung zu bauen und das Problem ist eben, dass die Wattburg auf ungefähr 400 m Höhe liegt und dass das Wasser hier hochlaufen muss. Das Rohrnetz der Wasserleitung ist in etwa 28 km. Wir haben drei Quellen. Das die Stollenquelle, die Meiningerquelle und das alte Quellgebiet mit der Granitquelle. Und die höchste Quelle, der höchste Punkt, der zurzeit bei uns am Netz ist, ist 601 m. Die Höhendifferenz von hier bis zur Burg reicht, um das Wasser ohne eine Bumpe bis auf den großen Bergfieh zu drücken. [musik] Nachhaltig, ökologisch und ökonomisch. Bei einem Rohrbruch [musik] benötigt man jedoch jahrelange Erfahrung, um das Leck bei der kilometerlangen Leitung zu finden. Steffen Lieder hat alle Hände voll zu tun, denn das Netz der Wasserleitungen reicht bis über den Horizont. Also hier am [musik] Horizont könnte man in der Mitte den Alexanderdorm, das ist ein ein Stahlussichtsdorm, der ist so genau in der Mitte äh erahnen. Das ist ungefähr die Hälfte der Strecke. Dieser Höhenzug, den man sieht, ist der der Rennsteig und auf der linken Seite in Richtung Insitzberg, dort liegen unsere Quellen. Aus diesen Quellen fördern wir das Rohwasser, was wir dann in unserem System aufbereiten, bis hier unter mich m mich [räuspern] in den Wasserbehälter des großen Bergfrieds. In der Spitze [musik] des Turmes befindet sich das Wasserreservoir. Der Wasserbehälter umfasst 30 Kubmet, das sind 30.000 l. Die reichen im Normalfall für einen Tag, für 24 Stunden zur Versorgung der. Der Bau dieser [musik] Anlage gilt als architektonische Meisterleistung. 30 Tonnen Wasser, Lasten auf den alten Gemäuern. Hier läuft das Wasser ein seit mehr oder weniger 130 Jahren. Die Qualität ist reinste Trinkwasserqualität. Vorüber ist die Zeit, in der das Brunnenwasser [musik] auch zur gesundheitlichen Gefahr für die Bewohner werden konnte. Um 1900 entwickelt sich Eisenacht zu einer bedeutenden Kongressstadt. Es werden Hotels, ein Spielcasino, Bäder, Parkanlagen und Sanatorien gebaut, um Gäste aus aller Welt anzulocken. Wenn Sie sich auf dem Weg hier hinauf zur Burg selber in Eisen noch mal umgesehen haben, wir haben dort das höchst konzentrierte Jugendil Widenviertel Europas. Es wird schick, sich hier am Fuße der Wabburg ein kleines Domizil zu schaffen, ne? Das heißt vom Einfamilienhaus bis hin zum Wochenendomizil, weil man an dieser Geschichte, an diesem Ort teilhaben möchte. Man hat das Gefühl bei vielen Gebäuden, die man sieht, dass das große Wohnzimmerfenster immer ausgerichtet ist Richtung Wattburg. Die Eisenacher sonnen sich im Glanz der Wartburg. Ihre Stadt floriert am Fuß der Fürstenz. Die Silhouette der Burg wird mehr [musik] und mehr zur Marke. Die Wartburg sollte ein Wahrzeichen der besseren deutschen Geschichte, der friedlichen deutschen Geschichte sein. [japst] Sie sollte äh, sagen mal an die Ritterlichkeitstugenden erinnern und sie sollte sozusagen ein untrennbares Stück Identität für das aussen Weim sein. Das deshalb auch hier eine Residenz. Und diese drei Elemente sind äh bis 1918 auch so äh erhalten geblieben. Nach der Katastrophe des ersten Weltkriegs ist nichts mehr, wie es früher einmal war. Im revolutionären Taumel sieht sich der letzte Besitzer der Wartburg, Großherzog [musik] Wilhelm Ernst von Sachsenweimer Eisenach. urplötzlich entront und dem Kampf um [musik] das für Vermögen. Die Entmachtung des Adels 1918 hat für die Wartburg ganz konkret bedeutet, dass die Wartburg Stiftung gegründet worden ist. Das heißt, also es gab einen Auseinandersetzungsvertrag ähm mit der Gebietsregierung von Thüringen und dem Haus Sachsen Weimar Eisenach. Damals wurde überlegt ähm was äh gehört dem Staat und was ist Privateigentum? Und die Wartburg hat einen extrem hohen Symbolwert schon damals. Deshalb äh waren die Verhandlung schwierig, weil die Bartburg zwar Privateigentum war, aber doch sozusagen aufgrund dieses hohen Symbolwerts, einem Anspruch der Öffentlichkeit gegenüber stand. und man hat sich dann geeinigt auf die Gründung einer Stiftung öffentlichen Rechts. Die Wartburg Stiftung existiert [musik] seit 1922. Diese Institution [musik] bewahrt das kulturelle Erbe und macht es der Öffentlichkeit zugänglich bis heute. In den 1920er [musik] Jahren blüht der Tourismus auf. Nach dem Schrecken des Weltkriegs erscheint [musik] das Mittelalter beruhigend und beschaulich weit weg. [musik] Doch die Wartburg als Symbol der Nation gerät bald ins Fadenkreuz [musik] neuer Machthaber. Die Wartburg ist immer schon ein ideologisches Thema gewesen. Das heißt, die große Geschichte konnte in jeder Zeit eigentlich auch dazu benutzt werden, die eigenen Ziele zu vertreten. Das heißt, wir haben schon seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert auch ganz äh ähm deutliche nationalistische Strömung, die sich hier an der Wartburg ausprägen, die man sehr deutlich wahrnehmen kann und im Dritten Reich war das nicht anders. Die Wartburg wird von den Nationalsozialisten als Symbol völkischer Geschichte missbraucht. Luthers Aufenthalt dort und seine antisemitische Haltung werden von der NS Propaganda instrumentalisiert. Die Wartburg selber spielt als Kulisse für Aufmärsche, für Propagandaaktionen Rolle und wird auch als authentischer Lutherort genutzt, von dem dann deutsche Stärke, deutsche Willenskraft, deutsche Standhaftigkeit ausgeht. Von den Nationalsozialisten wird die Wartburg zur deutschen Gralsburg erhoben. Deutlichstes Indiz eigentlich für die Aneignung der Wartburg durch die Nationalsozialisten ist das 1938 das Kreuz, das seit seiner Errichtung als überkonfessionelles religiöses Symbol auf dem Turmstand entfernt worden ist und dafür ein Hakenkreuz angebracht worden ist. Es wurde angestrahlt und sollte eigentlich schön illuminiert sein. Und weil der Protest zu groß war und gleichzeitig die Stabilität des Turmes nicht ganz gewährleistet war, dadurch wurde es bereits nach drei Tagen wieder abgebaut. wird im Hotel auf der Wartburg von den Nazis das sogenannte Entjudungsinstitut gegründet. Die Einrichtung will alle jüdischen Einflüsse auf die evangelische Kirche ausschließen. Ihr Ziel ist eine arische Bibel, ein entjudetes Gesangbuch, ein deutschristlicher Katechismus. Im Zweiten Weltkrieg spielt die Burg keine große Rolle. Während des Krieges blieb die Wartburg größtenteils erhalten. Also hat ein paar Treffer abgekriegt, aber ist nicht kein Weise zu vergleichen mit anderen äh städtischen Objekten, die einfach in Schutt und Asche lagen. So übersteht das einzigartige [musik] Bauwerk das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Im geteilten [musik] Deutschland liegt die Wartburg auf dem Staatsgebiet der DDR. Wenige Kilometer vom Kontrollpunkt [musik] Warter Herlershausen entfernt, kann der Interzonenreisende Sie sehen. Die Wartburg beeisenach in Thüringen. Die Wattburg erwartet in diesem Jahr noch mehr Gäste, als sie es so schon gewohnt ist. Unsere Besucher werden den Eindruck vermittelt bekommen, dass unsere Deutschdemokratische Republik all die fortschrittlichen Traditionen, [musik] die auch mit der Wattburg verbunden sind, zu ihrer eigenen Sache gemacht hat. Auch in der deutschen demokratischen Republik bleibt die Wartburg ein Touristenmagnet. Die historische Bedeutung wird einfach umgedeutet. Schön. Und das Image wird vermarktet. Wen lauert er auf? Am Fuße der historischen Wartburg. Den neuen Wartburg 1000. Ein Volltreffer. [musik] Das DDR Luxusauto heißt Wartburg und wird dem Schatten der Burg produziert. Für die DDR war die Wartburg das Bollwerk in der ersten Linie im Kampf gegen den Kapitalismus, ne? Und äh [stöhnen] Luther war natürlich Klassenkämpfer. Die Hochrufe der Eisenacher, sie gelten wem auch sonst Erich Honncker. Der hohe Besuch ist nach Thüringen gereist, um als Ehrengast [musik] den Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Wartburg zu feiern, die seit mehr als 900 Jahren über der Stadt trohnt. Die S-Staatsführung nutzt die Restaurierung [musik] der symbolträchtigen Wartburg, um deren gutes Image zu vereinnahmen. Medienwirksam soll 1983 [musik] in der DDR das Lutherjahr gefeiert werden. Die Staatsführung hat dafür viel investiert. 5 Jahre haben die [musik] Arbeiten gedauert. Erich Honiker ist angetan. Die Rekonstruktion der Wartburg und die Erneuerung ihrer Ausstellung verdeutlicht, dass es unser soziser Staat der Arbeit und Bauern als einer seiner vornehmsten Aufgaben betrachtet, das humanistische fortschrittliche Erbe unseres Volkes sorgsam zu pflegen und zu fördern. Allerdings gelingt es der SED Führung nicht, die Wartburg als Ganzes zu einem reinen sozialistischen Ort umzu funktionieren. Wichtig ist, der Ort selber ist in der Zeit der DDR immer auch ein Erinnerungs und Sehnsuchtsort, denn dort kann man nach Westen gucken. Am 4. Mai 1983 feiert die SED den Auftakt zum 500. Geburtstag von Luther als internationales Event. die DDR erkannte, dass fast alle authentischen Lutherorte auf DDR Gebiet lagen, dass man damit Devisen ins Land bringen konnte und versuchte dieses zu nutzen. Und so ähm geht die SED Regierung auf die Kirchen zu und der Reformator wird wieder entdeckt. So könnte man sagen. Ein TV Gottesdienst live von der Wartburg. Mit dabei Kirchenvertreter, SEDgen Genossen und Westprominenz. Im Namen des Lutherkomitees der evangelischen Kirchen in der deutschen demokratischen Republike ich euch alle zum Gottesdienst auf der Wartburg. Dieser Gottesdienst wird gesamtdeutsch entwickelt und dann auch ausgestrahlt. Wir begrüßen die Zuschauer des Fernsehens der DDR, der Bundesrepublik Deutschland, der Republik Österreich und der Niederlande zu einer Direktübertragung. Das ist der erste TV Gottesdienst oder die erste gesamtdeutsche Veranstaltung, die hier jetzt von der Wartburg gesendet wird, wo Richard von Weizcker als regierender Bürgermeister von Berlin und andere Prominente von West und Ost sich versammeln und ein erstes Signal der Einheit von der Wartburg senden. Ein behutsames Zeichen der Ernährung zwischen Ost und West. Noch dominieren Inszenierungen Friedensgesang der freien deutschen Jugend. [musik][singen] Frei von Atomwaffen. Die Burg dient bis zum Zusammenbruch der DDR als politische Böhne. Die Wartburg hat an ihrer Bedeutung eigentlich nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Nach der Wende ist sie zu einem neuen Leben erwacht. [musik] 1990 wird eine Rekordzahl von 760.000 Besuchern erreicht. [musik] Ich müsse lange drüber nachdenken, ob ich einen Ort kenne, an dem so viele Dinge passiert sind, die sowohl ihre kulturelle Bedeutung haben wie auch ihre politische. Die UNESCO hat die Wartburg bei Eisenach nun offiziell zum Weltkulturerbe erklärt. [musik] Die Wartburg ist aufgrund ihrer Geschichte und der bedeutenden Persönlichkeiten eben auch mit Werten von universeller Bedeutung äh verbunden. Und das hat die UNESCO erklärtermaßen auch anerkannt. [musik] Seit 1999 ist sie geschützt als hervorragendes Denkmal [musik] der feudalen Epoche in Mitteleuropa, die ideale Burg. Die Warburg repräsentiert das Erbe der Heiligen Elisabeth. Sie repräsentiert das ideelle Erbe Luthers und sie repräsentiert den Anspruch auf Freiheit und Selbstbestimmtheit. Wenn das nicht schützenswert ist, dann weiß ich was nicht was zu schützen ist. Das ist ein Erbe, was der Welt in den Schoß gelegt wurde. Das ist ein Erbe, was es zum Pflegen gibt. Der Ort dient als [musik] Treffpunkt für politische Gespräche in einem einzigartigen Ambiente. Keine Promiburg. 365 Tage [musik] stehen die Tore offen für jeden. Mit fast 500.000 [musik] Besuchern im Jahr. Eine der Topattraktionen in Deutschland. [musik] Die Wartburgstiftung finanziert sich über Spenden, Fördermittel [musik] und Eintrittsgelder. So trägt jeder Gast seinen Teil für die Bewahrung dieses historischen Klein bei. Dieser Ort spricht für sich selbst und jeder, der einmal hier war, der wird das auch bestätigen. 1000 Jahre Geschichte in 45 Minuten. Und jeder kann etwas ganz anderes mitnehmen. Von Rittern bis zu Revolutionären, von Heiligen bis zu Ketzern. Die Wartburg ist in der Gegenwart angekommen als Motiv für Instagram und Co. Wir sind natürlich auch hier, um so ein Stück weit nicht aufzuklären, aber vielleicht den Blickwinkel zu verschärfen, vielleicht ein bisschen größer zu denken und sich dessen bewusst zu werden, dass auf diesem langen Pfad der Menschheitsgeschichte das letzt das Mittelalter letzte Woche vergleichsweise zu finden war und dass wir gar nicht so weit davon entfernt sind und vielleicht Angst davor haben müssen, dass wir in zweieinhalus Jahren mit dem Mittelalter einen Topf geworfen werden. Eine Reise in unsere Vergangenheit. verewigt in Souvenirs, Bibeln, Lutherbüsten und Ritterhelmen. hochkonzentrierte Geschichte. Das ist das, was wir unserem Besucher anbieten können und ich hoffe immer dieses traumhafte Wetter des heutigen Tages. [musik] Die Burg lädt zum Nachdenken und Träumen ein. vom Hofleben, von heiligen Taten, vom festen Glauben, von Macht, von Politik für Menschen. Sie ist Zeugnis unserer Vergangenheit und schenkt Hoffnung für eine Zukunft in Freiheit und Demokratie. [musik] [musik]