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Wenn der ganze Spaß für die einen vorbei ist, geht er für die anderen erst los. In zwei Bundesländern warten die Kinder noch auf die Sommerferien. Dafür gibt es einen alten und einen aktuellen Grund.
🤖 Zusammenfassung
Here is the German summary:
Der Text erläutert das deutsche Sommerferiensystem, das 1964 per Hamburger Abkommen rotierende Termine für 14 Bundesländer vorsieht, um Staus und wirtschaftliche Ungleichgewichte auszugleichen. Bayern und Baden-Württemberg sind ausgenommen, ihre Ferien beginnen stets erst Ende Juli/Anfang August; Bayern startet zuletzt. Früher wurde das mit der Erntehilfe begründet, heute mit Pfingstferien und notwendiger Unterrichtszeit. Das erschwert gemeinsame Urlaube mit Familien aus anderen Ländern und erzeugt Nord-Süd-Resentiments, verstärkt durch das Klischee des bayerischen „Mia san mia“. Späte Ferien bieten Reisevorteile, doch bayerische Kinder müssen im Juli noch in heißen Klassenzimmern lernen. Die These, Bayern hätten mehr Ferien, ist falsch: Alle Länder haben 75 Ferientage, nur unterschiedlich verteilt.
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📜 Transkript
Was das heißt? Wie bitte? Wieso? Wie erkläre ich meinem Kind? Warum die Bayern immer als letzte Sommerferien haben von Ankeschip. Die großen Ferien von Moritz aus Hessen haben am 29. Juni begonnen. Jasper aus Bayern wird am 31. Juli seinen letzten Schultag haben. Ihre Familien treffen sich am Gardasee. Wie viel Zeit werden sie miteinander verbringen? Die Antwort lautet gerade einmal eine Woche. Das Fazit dieser Textaufgabe aber ist ein anderes. Versuche nie mit Familien aus anderen Bundesländern die Ferien zu verbringen, denn das könnte schwierig werden. Jedenfalls, wenn eine der Familien aus Süddeutschland kommt. Das liegt am deutschen Feriensystem, das den Bundesländern unterschiedliche Ferienermine zuordnet und damit einmalig in Europa ist. Es funktioniert nach dem rotierenden Prinzip. Mal fängt der eine früher an, mal der andere. Dieses System beschloßen die Kultusminister 1964 mit dem Hamburger Abkommen. Sie erhofften sich davon ihren Ländern von Jahr zu Jahr einen Ausgleich zwischen günstigen und weniger günstigen Sommerferienerminen zu bieten. Zudem soll es mit diesem System weniger Staus geben, weil nicht alle gleichzeitig mit vollgepacktem Auto auf den Straßen Richtung Süden fahren. Doch das gilt nur für 14 Bundesländer. Bayern und Badenwürtenberg sind davon ausgenommen, ihre Ferien starten immer erst Ende Juli oder Anfang August und Bayern hat immer als letztes Sommerferien. In den sech Jahren wurde die süddeutsche Extravst damit begründet, daß die Kinder in den Gegenden mit viel Landwirtschaft im Spätsommer bei der Ernte helfen sollten. Heute wird damit argumentiert, dass beide Länder Pfingstferien haben und zwischen diesen und den Sommerferien genügend Unterrichtszeit liegen müsse. Für die Kinder aus Hessen, Rheinlandfalz und dem Saarand geht am 10. August die Schule wieder los. In Bayern und Badenwürdenberg dagegen haben die Ferien dann kaum angefangen. Natürlich haben beide Bundesländer gleich lange Ferien, 6 Wochen, da komme was wolle. Trotzdem bleibt ein Gefühl der Ungerechtigkeit, wenn man selbst mit gepackten Koffern in der Hotelanlage oder auf dem Campingplatz steht und traurig ist, dass die Ferien zu Ende sind, während es bei den anderen gerade erst losgeht. Jeder Schüler, der nördlich der Weißwurstgrenze lebt, hat das schon mal erlebt. Natürlich könnte man sie damit trösten. Ihr seid die ersten gewesen, aber es ist nun mal so, dass man immer die beneidet, die noch etwas Schönes vor sich haben. Hat man selbst gerade seinen Geburtstag gefeiert, beneidet man den Freund, der ihn im nächsten Monat feiert. Nie aber beneidet man den Freund, der den Geburtstag schon hinter sich hat. Hinzuomt das latente Gefühl, die Bayern machen es einfach so, wie es ihnen passt, nach dem urbeirerischen Motto Mia San Mia. Späte Ferien haben nämlich schon einige Vorteile. Oft sind die Flüge von Ende August an wieder günstiger und wer Anfang September nach Frankreich reisen will, findet leichter Unterkünfte, weil die Ferien in dem Nachbarland immer am 31. Augustenden. Es gibt aber auch Nachteile für die bayerischen Kinder, denn sie müssen im Juli, obwohl es schon richtig heiß werden kann, noch schwitzend im Klassenzimmer sitzen. In Internetforen hält sich übrigens hartnäckig die Theorie, dass Bayern über das Jahr verteilt mehr Ferien habe. Das stimmt nicht, denn die Bayern haben zwar Pfingstferien, aber dafür nur eine Woche Herbstferien und z.B. kürzere Weihnachtsferien als in Hessen. Alle Bundesländer in Deutschland haben über das Jahr verteilt 75 Tage Ferien und das mit den kirchlichen Feiertagen in Bayern, das ist schon wieder eine [musik] ganz andere Geschichte.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=-HrNKxx43gY |
| Titel | Warum die Bayern immer als letzte Sommerferien haben – F.A.Z. Wie erkläre ich’s meinem Kind? |
| Kategorien | BulkNews, faz |
| Hinzugefügt | 2026-07-24 13:37:12 |
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