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ANSCHLAG IN BERLIN: Täter wählte den Zugangsweg! Terrorexperte erklärt, wo der Schutz einer Veranstaltung endet
Der Anschlag traf nach Einschätzung des Terrorismusexperten Lars Winkelsdorf nicht den geschützten Veranstaltungsbereich des Christopher Street Day. Der Täter wählte einen Zugangsweg im Tiergarten. Solche Bereiche ließen sich nicht vollständig absichern.
Das Sicherheitskonzept der Veranstaltung habe funktioniert. Nach einer kurzen Chaosphase hätten die Einsatzkräfte geordnet reagiert. Die Evakuierung löste keine Panik aus. Winkelsdorf würdigte auch die Versorgung der Verletzten. Drei lebensgefährlich verletzte Patienten kamen in Krankenhäuser.
Die Ermittler müssen nun das Umfeld des mutmaßlichen Täters prüfen. Im Mittelpunkt stehen mögliche Mitwisser und Unterstützer. Sie könnten bei der Anmietung des Fahrzeugs oder mit Informationen über Zugangswege geholfen haben. Auch digitale Kontakte, Chatgruppen, mögliche IS-Bezüge und eine Radikalisierung spielen eine Rolle.
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🤖 Zusammenfassung
Terrorismusexperte Lars Winkelsdorf bewertet den Anschlag nahe dem Berliner CSD als Angriff auf den ungeschützten Zugangsweg, nicht auf die Veranstaltung selbst. Er betont, dass das Sicherheitskonzept für den CSD-Bereich lehrbuchmäßig funktioniert habe: Die kurze Chaosphase wurde schnell überwunden, die Evakuierung verlief ohne Panik, und die Notfallversorgung war vorbildlich. Ein grundsätzliches Sicherheitsproblem bei Großveranstaltungen sieht er deshalb nicht. Das Kernproblem sei vielmehr der Terrorismus selbst, da Täter bewegliche Ziele außerhalb geschützter Bereiche auswählen können. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang und müssen digitale Kontakte, mögliche IS-Bezüge, Mitwisser sowie Unterstützer beim Anmieten des Fahrzeugs und bei der Informationsbeschaffung klären. Winkelsdorf verweist auf vergleichbare Anschläge in London, bei denen Terrornetzwerke Einzeltäter online mobilisiert und angeleitet hätten.
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📜 Transkript
Zugeschaltet ist mir jetzt der Terrorismusexperte Lars Winkelsdorf. Herr Winkelsdorf, herzlich willkommen. Schauen wir auf diesen Fall, weil irgendwie ist das Muster doch immer dasselbe: Mit einem Fahrzeug wird in eine Menschenmenge gerast. In diesem Fall gab es mutmaßlich noch eine Messerattacke. Wie schätzen Sie das ein? Braucht ein solcher Anschlag große Vorbereitung, oder lässt sich das eigentlich doch sehr einfach bewerkstelligen? Also, was wir in Berlin gerade sehr deutlich sehen, ist, dass der Anschlag eben nicht auf der Veranstaltung selbst stattgefunden hat, sondern auf den Zugangswegen außerhalb des Veranstaltungsbereichs. Und diese dann zusätzlich zu schützen, da sind wir dann irgendwann an dem Punkt, wo es einfach von den, von den regionalen Möglichkeiten nicht mehr möglich ist. Irgendwo ist man immer, äh, immer außerhalb dieses Veranstaltungsbereiches. Von daher muss man schon sagen: Der Schutz der Veranstaltung selber hat funktioniert, und auch diese Sicherheitskonzepte für diese Veranstaltung, die wir haben, haben fantastisch, vorbildlich funktioniert. Das war geradezu lehrbuchmäßig. Es gab eine ganz kurze Chaosphase von vielleicht ein oder zwei Minuten, die sehr schnell überwunden wurde, und alle Maßnahmen haben tatsächlich strukturiert funktioniert, bis hin zur Evakuierung der Teilnehmer, ohne dass eine Panik ausgelöst wurde. Das heißt, dass wir so wenige Opfer dort sehen, das ist tatsächlich der Arbeit im Vorfeld zu verdanken. Ich muss auch sagen, ich habe das hier gesehen, auch die Sicherheitsvorkehrungen um den CSD, das war wirklich alles vorbildlich auch von der Polizei gemacht. Insofern zeigt dieser Anschlag, der sich ja dennoch mitten in Berlin, äh, ereignet hat, offenbar keine Sicherheitslücken, wie jetzt gerade diskutiert wird, bei Großveranstaltungen. Wo liegt denn dann das Kernproblem? Das scheint ja ganz woanders zu sein. Tatsächlich ist das Kernproblem der Terrorismus selbst. Das heißt, der Täter hat natürlich die Initiative und kann sich Ziele außerhalb dieses Veranstaltungsbereiches suchen, so wie er das in diesem Falle gemacht hat, um diese Ziele dann für seine Tat angreifen zu können. Das war in diesem Falle der Zugangsweg zum Christopher Street Day im Tiergartenbereich. Das hätte aber genauso gut eine U-Bahn-Haltestelle sein können, deutlich entfernt von dieser Veranstaltung. Also, da muss man schon sagen, da ging es darum, hier möglichst schnell und effektiv reagieren zu können. Und das haben die Behörden vorbildlich gemacht. Die Patientenversorgung in diesem Bereich des Tiergartens war, man muss es wirklich sagen, also mehr als lehrbuchmäßig. Und dass die Patienten überhaupt, die drei lebensgefährlich verletzten Patienten, in Krankenhäuser kamen, das kann man nicht hoch genug würdigen. Also, Sicherheitskonzept sehr gut aufgegangen. Sie sind auch Terrorismusexperte. Was genau müssen die Ermittler jetzt über die digitalen Kontakte, zum Beispiel über Chatgruppen, über mögliche IS-Bezüge oder Radikalisierung, herausfinden über den mutmaßlichen Täter? Also, die Schwierigkeit zum Täter ist natürlich, sein Umfeld jetzt aufzuklären. Das heißt, zu sehen: Gab es Mitwisser bei dieser Tat? Gab es mögliche Unterstützer, die ihm geholfen haben, das Fahrzeug anzumieten, die auch geholfen haben, ihm Informationen zu geben über diese Zugangswege? Aber das steht momentan alles völlig am Anfang. Das heißt, hier werden sich die Polizeibehörden wahrscheinlich erst konsolidieren müssen und untereinander abstimmen müssen. Nach dem, was bislang bekannt ist, wie schätzen Sie das ein? Ist es realistisch, dass sich da ein Täter ohne professionelles Unterstützernetzwerk, ähm, dort, äh, hineinfahren kann und dass er das jetzt auch, dass er auch abtauchen konnte? Oder wie schätzen Sie das ein? Solche Fälle hat es tatsächlich schon in der Vergangenheit gegeben. Denken wir an mehrere Anschläge in London, die nach dem ähnlichen Strickmuster verübt worden sind. Das sind dann tatsächlich Hinweise, die online gegeben werden von Terrornetzwerken wie dem Islamischen Staat, um solche Einzeltäter mobilisieren zu können und zu solchen Taten tatsächlich anleiten zu können, sagt der Terrorismusexperte Lars Winkelsdorf. Ganz herzlichen Dank erst einmal für Ihre Expertise. Ja.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=UGjwkApnk5U |
| Titel | TERROR IN BERLIN: Täter wählte Zugangsweg! Experte erklärt, wo der Schutz einer Veranstaltung endet |
| Kategorien | BulkNews |
| Hinzugefügt | 2026-07-26 18:22:52 |
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