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🤖 Zusammenfassung
Der Text schildert das Schicksal von Jessica Pater, einer 47-jährigen Erzieherin, die vor drei Monaten nach einer Sepsis – vermutlich ausgehend von Erregern der Harnblase – beide Hände und Füße verlor. Nach künstlichem Koma, Organversagen und abgestorbenen Extremitäten mussten diese amputiert werden. Ihr Partner Robin Porganda kümmert sich rund um die Uhr um sie und wurde dafür von der Arbeit freigestellt. Jessica fühlt sich durch die Hilfsbedürftigkeit entwürdigt, kämpft mit ihrer Identität, Phantomschmerzen und der mühsamen Steuerung myoelektrischer Handprothesen.
Parallel wird Alena Elas aus Bremen gezeigt, die mit 17 Jahren infolge einer meningokokkenbedingten Sepsis und Hirnhautentzündung ebenfalls alle Extremitäten verlor. Mit großem Willen und Hilfsmitteln absolvierte sie das Abitur, fährt Auto und joggt mit Prothesen.
Kritisch lässt sich anmerken, dass der Bericht zwar eindringlich individuelle Schicksale zeigt, aber wenig zu Ursachen, Prävention, Psychotherapie oder langfristigen Versorgungsstrukturen für Amputierte sagt.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Ich spürre hier z.B. ganz klar den Daumen, den Zeigefinger, den Mittelfinger, den Ringfinger und den Kleinenfinger. Und so ist es, wenn ich eine Faust mache und an der anderen Hand, an der linken Hand ist es genauso. [musik] Also komplett auch die ganze Hand. Vor dre Monaten hat Jessica Pater beide Hände und Füße verloren. Seitdem ist das Leben der 47-jährigen Erzieherin und ihres Partners Robin Porganda komplett anders. Selbst ein Frühstück am Wochenende ist vor allem für Jessica nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Herausforderung. [musik] Ja, das fühlt sich für mich an wie eine Entniedrigung. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass mir alle helfen, aber ich komme nicht raus aus dieser Rolle, dieses ewig dankbar sein. Kannst du mir ein Schluckerwasser geben? Mhm. Wenn man alles vorher selber gemacht hat und so wie es wie einem der Schnabe gewachsen ist, das ist ne dieses Abgeben, das ist schwierig. Ja. oder mal um Hilfe zu bitten. Ich habe nie um Hilfe gebeten. Ich habe immer irgendwie alles alleine gewuppt und ja, jetzt geht's nicht mehr. Das ist so gerade mit die größte Herausforderung wirklich zu sagen, kannst du mir helfen? Ja. [musik] Jessica Pater und Robin Purganda sind erst seit zwe Jahren ein Paar. Sie hat zwei erwachsene Kinder, Lea und Luca, und die siebenjährige Charlotte aus vorherigen Beziehungen. Auch Robins Tochter Naya [musik] gehört zur Patchworkfilie. Vor knapp einem Jahr sind die beiden in diese Neubauwohnung gezogen und freuten sich auf ihr neues gemeinsames Leben. Wie soll ich sagen, mein mein mein Deckel, mein Topf, mein meine Seelenverwandte und andersrum ist es genauso. Wir haben uns endlich gefunden nach vielen Beziehungen, die vorher nicht geklappt haben bei uns beiden und dann passiert halt sowas, ne? Am 12. Oktober letzten Jahres wacht Jessica nachts auf. und muss immer wieder erbrechen, sie hat heftige Schmerzen. Das waren keine normalen Bauchschmerzen, das waren wirklich sagenhaft, ja, so heftige Krämpfe, dass ich direkt gemerkt habe, irgendwas stimmt nicht. Ihr Lebensgefährte ruft den Notarzt, sie wird ins Heliusklinikum Attendorn gebracht und dort sofort stationär aufgenommen. In den Folgetagen verschlechtert sich ihr Zustand rapide. Sie hat immer mehr Atemnot. Jessica Pater kommt auf die Intensivstation. Leber und Niere fallen aus. Sie wird ins künstliche Koma versetzt. Schließlich erleidet sie eine Sepsis, im Volksmund auch Blutvergiftung genannt. [musik] Die Ärzte kämpfen um ihr Leben. Bei einer Sepsis reagiert der Körper auf eine Infektion. Hierbei gelangen Erreger in die Blutbahn. Bei Jessica Pater sind es wahrscheinlich Erreger aus der Hnblase. Das Immunsystem schüttet daraufhin massenhaft Abwehrstoffe aus, um gegen die Schädlinge vorzugehen. [musik] Dabei werden auch gesunde Zellen angegriffen. Organe können ausfallen, Extremitäten [musik] absterben. Es besteht akute Lebensgefahr. Jessica Patas Leben kann gerettet werden. Sie liegt im Koma. Ihre Hände und Füße sind abgestorben. Dann nächsten Tag äh wurde ich angerufen, dass ich mal bitte in die Klinik kommen soll und dann äh war der Oberarzt und noch zwei andere Ärzte und äh ja, haben wir dann tatsächlich äh gesagt, dass Hände und Füße ab müssen. Im ersten Moment habe ich gedacht, ach du Scheiße, ist jetzt das Leben ist vorbei, es geht gar nichts mehr. wird nichts mehr können und dann musst du mich halt mit dem Thema auseinandersetzen, ne? Nach einer Woche wird Jessica Pater [musik] aus dem Koma geholt und erfährt, dass ihre Hände und Füße amputiert werden müssen, denn das abgestorbene Gewebe vergiftet ihren [musik] Körper. Wie reagiert man da drauf, ne? Ich war total erschüttert und einfach nur geschockt. Mir hat das schon eingeleuchtet, dass es halt für mich auch lebensgefährlich ist, die Extremitäten zu behalten. Aber ja, ich bin ins künstliche Koma gelegt worden, bin wach geworden und war ein Pflegefall [schnauben] und das ich habe Wochen und ich brauche immer noch Zeit dafür, um das überhaupt anzunehmen, zu akzeptieren und damit weiterzuleben. Auch Alena Elas aus Bremen musste lernen, ohne Hände und Füße weiterzuleben. Als sie amputiert wurde, war sie gerade mal 17 Jahre [musik] alt. In ihrem Zimmer hat sie eine Art Gedenkstätte aufgebaut. Auf den Fotos steht ihr [musik] Geburtstag und das Datum der Amputation. [musik] Also, ich habe diese Gedenkstätte gemacht, weil ich ähm keine Erinnerung an meinen Händen und Füßen habe. Also, sie waren einfach, sie wurden mir entfernt und nach meiner ähm Beinamputation habe ich den Anästhesisten tatsächlich ein paar mal gefragt, ob ich meine Zähnen mitnehmen kann mit nach Hause und äh das war natürlich nicht gestattet in Deutschland. Ich will gar nicht wissen, was damit dann gemacht wurde. Da komme ich nicht so gut mit klar. Und ähm deswegen habe ich dann diese Fotos ausgedruckt. Bis zu ihrer Erkrankung ist Alena kerngesund. Sie ist lebensfroh, neugierig und reiselustig. Doch während der Vorbereitungen auf ihr Abitur bekommt sie plötzlich heftige Bauchschmerzen. Man fährt mit Magenkrämpfen ins Krankenhaus und äh auf einmal liegt man zwischen Leben und Tod. Ich hatte einen septischen Schock, also eine ganz schlimme Blutvergiftung und dazu dann auch in dem Zeitpunkt auch schon multiples Organsagen, also Multiorganversagen. Bei Alena Elas wurde die Sepsis durch Meningokken ausgelöst. Die Folge eine Hirnhautentzündung. Ihre Hände und Füße wurden nicht mehr durchblutet. Sie wurden schwarz und starben ab. Alena mußte ins künstliche Koma versetzt werden. Sie schwebte in Lebensgefahr. Ihre Mutter war immer bei ihr. Die Ärzte haben uns also am Anfang nicht viel Hoffnung gemacht. Sie haben auch gesagt, wenn noch mal jemand kommen möchte, könnte er kommen. Und das war unvorstellbar. Also, man fühlte sich gar nicht angesprochen. Man war so äh man war zwar als Körper da, aber irgendwo hat man es nicht richtig verinnerlicht. Das ist schon ja, das dauert halt. Doch Alena überlebt. Als sie aus dem Koma erwacht, ist die Hirnhautentzündung abgeklungen. Ihre Hände und Füße aber sind abgestorben. Meine Hände und Füße waren schwarz. Ja, ich konnte es aber nicht so richtig wahrnehmen. Also, ich habe nicht an Amputation oder so gedacht. Es war einfach nur ja, ich habe es nicht richtig wahrgenommen, weil ich auch unter starken Medikamenteneinfluss war. Die Händ und Füße konnte man einfach nicht mehr behalten. Die hätten mich sonst irgendwann umgebracht. Mit eisernem Willen und dem Wunsch nach Eigenständigkeit schafft [musik] sie es innerhalb kürzester Zeit an ihr altes Leben anzuknüpfen. Ein paar Hilfsmittel dienen ihr zur Unterstützung im Alltag. Mit Hilfe einer Schreibmanschette schafft sie sogar ihr Abitur. Dass sie bereits zwei Jahre nach den Amputationen wieder Auto fahren kann, hätte sie [musik] selbst kaum für möglich gehalten. Ich habe hier so ein ähm Lenkradaufsatz, nenne ich das mal, wo ich einfach meinen rechten Arm reinstecke und ganz normal dann lenken kann. Ich komme damit gut klar. Mit ihren Beinprothesen sind auch längere Fahrten kein Problem für Alena. Auch das Joggen hat sie wieder angefangen, denn der Sport hat ihr immer sehr geholfen, wenn es ihr mal nicht gut ging. Wenn auch das Laufen mit Prothesen nicht so einfach zu erlernen war, aufgeben war für sie nie eine Option. Kannst du mir mal die Leiner bringen? Ja. [musik] Bei Jessica Pater ist die Amputation ihrer Gliedmaßen erst wenige Monate her. Selbst für die [musik] einfachsten Dinge des Lebens braucht sie Hilfe. Das belastet die 47-Jährige sehr. Ich fühle mich momentan ja auch äh einfach nicht als Frau. Vorher hatte ich immer gemachte Fingernägel, bin ich ungeschminkt aus Haus gegangen, hatte lange blonde Haare und äh ja, jetzt gerade ist einfach ganz wenig davon übrig und das fällt mir halt unglaublich schwer, meinen Körper und mich so mit dem Amputation anzunehmen, wie er ist, ne? Jessica Pater benötigt viele Medikamente, um ihren Körper wieder zu stabilisieren. Dabei ist das Morphium ganz wichtig, um gegen die quälenden Phantomschmerzen an Armen und Beinstümpfen anzugehen. Ich werde manchmal nachts wach und ähm das ist als wenn ich meine Hände daraus [musik] rausstrecken wollte und es funktioniert nicht und dann kriege ich nachts zwischendurch wirklich ja wie so Platzangst und dann muss ich mich halt selber auch wieder beruhigen, dass alles gut ist und dann geht's irgendwann wieder, aber es ist schon ja befremdlich, ne? geschwind habe ich mich auch schon mal diese Nervenaktivitäten haben aber auch eine positive Seite. Bei der Amputation wurden bewusst Muskeln sehnen und Gefäße [musik] erhalten, damit sie später ihre Handprothesen steuern kann. Doch das ist [musik] gar nicht so einfach und muss erstmal geübt werden. [musik] Das alles funktioniert mit ich habe jetzt seit einer Woche den Drehmotor mit reingebaut bekommen und das muss ich jetzt halt trainieren, ne, täglich. Also, das musst so pulsieren an beiden und dann muss leise piepen, so wie [musik] jetzt und dann greift er nämlich wieder. Doch manchmal klappt es trotzdem [musik] nicht. Ja, aber irgendwie scheint die Muskeldtraktion nicht, ne? Du musst dieses diesen zweimal Impuls mache ich. Ja, das ist ja das Schlimme. Ja, vielleicht ist da auch wieder was verstellt. Letztes Mal war ja auch was verstellt. Robin Porganda ist derzeit von seiner Arbeit als Industrielackierer freigestellt, damit er sich rund um die Uhr um seine Lebensgefährtin kümmern [musik] kann. Wenn er zum Einkaufen fährt, nimmt er sie mit, damit sie auch mal aus der Wohnung herauskommt. Metest du irgendwas schon Kekse oder so? Mikaro Sticks. Wie bitte? Die Mikaro Sticks mit zartb. Zartherb. Die anderen. Diese Ja, also es ist immer noch komisch, weil viele gucken tatsächlich. Ja, es tut einfach mal wieder gut aktiv am Leben mit teilnehmen zu können, ne? Die beiden glauben fest daran, dass sie bald wieder an ihr altes Leben anknüpfen können. [musik] Das ist besonders für Jessica Pater ganz wichtig. Da möchte ich auch gerne wieder hin, wieder unabhängig sein, dass ich selber wieder Auto fahren kann, dass ich ähm ja selber wieder die Wäsche, den Haushalt hier stemmen [musik] kann, sowas alles und [räuspern] davon ganz ab auch wieder normal arbeiten gehen zu können.
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