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ANMERKUNG DER REDAKTION: Das bisherige "Polyzystische Ovarsyndrom" (PCOS) wurde nach Redaktionsschluss in "Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom" (PMOS) umbenannt.
Immer mehr Frauen bekommen Kinder nur mit immer größeren Schwierigkeiten oder gar nicht. Die Geburtenrate sinkt, Kinderwunschpraxen boomen. Liegt es an Erkrankungen wie Endometriose und PCOS, an Umweltgiften oder gibt es da noch andere Gründe? "42 – Die Antwort auf fast alles" fragt: Stecken wir wirklich in einer Eizellenkrise?
Viele Frauen kontrollieren ihre Fruchtbarkeit jahrelang. Karriere, Partnerschaft, die finanzielle Situation: Idealerweise soll erst einmal alles passen. Wenn dann aus einem Kinderwunsch Realität werden soll, klappt es oft nicht wie erhofft.
Die Geburtenrate sinkt in vielen Teilen der Welt, während die Zahl der Kinder nach künstlicher Befruchtung stark steigt. Könnte es daran liegen, dass Frauen heute unfruchtbarer sind? Welche Rolle spielen medizinische Faktoren wie Endometriose und PCOS? Wi
🤖 Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht, ob es eine Eizellenkrise gibt. Zwar steigen ungewollte Kinderlosigkeit, reproduktionsmedizinische Behandlungen und Diagnosen wie Endometriose sowie PCOS. Zusätzlich beeinträchtigen Umweltgifte, Lebensstil und Alter die Eizellqualität. Doch die wissenschaftlich zentrale Ursache für Schwangerschaftsschwierigkeiten ist vor allem das höhere Geburtsalter der Mutter: Eizellen altern mit der Frau, der chromosomale Kleber Cohesin bröckelt, der Schutzfaktor Shugoshin nimmt ab. Neue Therapien wie Shugoshin-Zufuhr oder Spindeltransfer zeigen Hoffnung, sind aber noch experimentell. Medizinisch lässt sich daher keine allgemeine Eizellenkrise belegen. Der eigentliche Krisenherd ist gesellschaftlich: Frauen schieben Kinderwünsche auf, weil Karriererisiken, ungleiche Care-Arbeit und finanzielle Einbußen das frühe Kinderkriegen abschrecken. Politische Lösungen wie dynamische Familienarbeitszeiten könnten helfen, Geburtenraten und individuelle Lebensziele in Einklang zu bringen.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
[musik] Eins wollen die meisten Frauen den Großteil ihres erwachsenen [musik] Lebens verhindern. Ungewollt schwanger werden. Akribisch kontrollieren sie ihre Fruchtbarkeit. Wenn Sie [musik] sich dann aber ein Kind wünschen, dann klappt das bei vielen Paaren nicht auf Anhieb und bei manchen, trotz vieler Versuche, nie. Ist das nur Pech oder steckt da mehr dahinter? Die Geburtenrate zumindest sinkt fast überall auf der Welt. Liegt das daran, dass Frauen immer unfruchtbarer werden? Natürlich sind Probleme mit Eizellen eine echte Einschränkung. Es gibt Risikofaktoren, die die Eizellqualität verschlechtern können. Hat uns das moderne Leben etwa in einer Eizellenkrise manövriert? [musik] Beginnen wir mit dem bestechendsten Argument einer möglichen Eizellenkrise. Die Anzahl [musik] an Frauen, die Kinder wollen, aber keins bekommen. In Deutschland etwa leben 20% der Frauen ohne Kinder. Von denen wollen nicht alle Kinder. Aber der Anteil derer, die eins wollen und keins bekommen können, stieg innerhalb von 7 Jahren auf fast ein Drittel. Das zumindest ergab eine Befragung des Familienministeriums. In Frankreich sind weniger als 15% der Frauen kinderlos. Wie viele davon ungewollt, dazu gibt es keine Daten. Ach ja, wir sprechen im folgenden der Einfachheit halber von Frauen. Damit meinen wir alle gebrfähigen Menschen. Aber zurück zur Kinderlosigkeit. Liegt es vielleicht gar nicht [musik] an den Eizellen? Schließlich gibt es doch auch andere Gründe, warum Frauen ungewollt kinderlos bleiben. Etwa, weil ein Partner oder eine Partnerin fehlt oder das Geld knapp ist. Andere haben [musik] Angst vom Karriereknick. Es ist immer noch schwierig, sich eine Karriere aufzubauen und dann bei einer Schwangerschaft nicht zurückgeworfen zu werden. [musik] Aber es scheint, dass es für viele Frauen auch schwieriger geworden ist, überhaupt schwanger zu werden. Zumindest nutzen immer mehr Reproduktionsmedizin. In Deutschland wurden 1997 rund 6500 Kinder nach einer Kinderwunschbehandlung geboren. 2022 waren es über 22 000. Die Zahl hat sich also innerhalb von 25 Jahren mehr als verdreifacht. [weinen] In Frankreich ist die Entwicklung ähnlich. Warum ist das so? Kann es an gynäkologischen Krankheiten liegen, von denen man immer wieder hört? Die beeinträchtigen ja auch die weibliche Fruchtbarkeit. Endometriose z.B. Dabei wächst Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut, [musik] außerhalb der Gebärmutterhöhle, also z.B. an den Eierstöcken, im Bauch und Beckenraum, am Darm oder Bauchfell, [musik] was mehr als nur schmerzhaft ist. Endometriose ist eine entzündliche Erkrankung und führt zu verstärkten Entzündungen, die potenziell sowohl die Qualität der Eizellen als auch die Gebärmutter, in der sich ein Embryo einisten soll, beeinträchtigen können. Eine Folge von Endometriose kann also sein, dass es für Frauen schwerer wird, ein Kind zu bekommen. Die Zahl der diagnostizierten Fälle hat sich zwischen 2012 und 2022 mehr als verdoppelt. Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 15% der Mädchen und [musik] Frauen davon betroffen. Warum Frauen an Endometriose erkranken, ist noch nicht definitiv geklärt. Auch die Zahl der Frauen mit PCOS, also mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom steigt. Weltweit leiden daran 8 bis 13% aller Frauen im gebärfähigen [musik] Alter, wobei es bei den meisten unerkannt bleibt. PCOS führt oft zu Zyklusstörungen und einer Überproduktion männlicher Hormone. Die Eizellen reifen nicht richtig und der Eisprung ist auch unregelmäßig oder bleibt ganz aus. Dadurch wird es schwieriger schwanger zu werden. [musik] PCOS ist ein interessantes Syndrom, über das wir noch nicht alles wissen. Wir wissen aber, dass die Hormone während des Zyklus im Körper anders prozessiert werden. Aber tritt die Krankheit heutzutage wirklich häufiger auf oder wird sie einfach häufiger diagnostiziert? [musik] Ich denke, das Bewusstsein dafür, was einen normalen Menstruationszyklus ausmacht und was nicht, ist gestiegen. Daher könnte es sein, dass Frauen einfach schneller einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Zyklus unregelmäßig ist, was an sich schon mal eine überaus erfreuliche Nachricht ist. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass die Diagnosekriterien standardisiert wurden. Dadurch ist es für uns Ärzte einfacher geworden, PCOS zu diagnostizieren. Studien legen dennoch nahe, dass PCOS zugenommen hat. Umweltfaktoren spielen eine Rolle ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Erkrankungen [musik] wie Endometriose und PCOS werden also häufiger, aber das alleine erklärt noch nicht, warum so viele Frauen ungewollt kinderlos bleiben. Haben wir vielleicht ein allgemeines [musik] Problem mit unserer Fruchtbarkeit? Von Spermien wissen wir z.B., dass die Ernährung ihre Qualität beeinflusst, genau wie Rauchen oder Alkohol. Lässt sich sowas auch bei Eizellen feststellen? Es gibt auch [musik] externe Faktoren, die die Eizellqualität beeinflussen. Da gibt es z.B. Weichmacher ähm BPA, die sowohl die männliche als auch die weibliche Fruchtbarkeit ähm beeinträchtigen. Also das ist was lange Zeit auch in Plastikmaterialien verarbeitet wurde und das hat Ähnlichkeit mit einem weiblichen Hormon. Einige Studien haben Faktoren wie Luftverschmutzung oder Mikroplastik untersucht und Zusammenhänge mit potenziellen Markern für die [musik] Eizellqualität festgestellt. Auch zeigen Studien, dass unsere Ernährung Einfluss auf die Qualität der Eizellen hat. Und es gibt weitere Faktoren, etwa starkes Übergewicht, fehlende Bewegung, Rauchen und Alkohol. Sie alle schaden der weiblichen Fruchtbarkeit. [musik] Sogar passiv rauchen kann die Eierstockfunktion und die Eizellreifung beeinträchtigen. Nicht [musik] zu vergessen Stallate wie etwa in Kosmetiker. Bestimmte Pestizide, Chemikalien wie Pfas [musik] und Schwermetalle. Liegt hier also der Grund? Treiben uns unsere beschichteten Pfannen und teuren Hautcremes in die Eizellenkrise? Was wissen wir überhaupt über den Zustand der Eizellen? Es ist sehr schwierig, verlässliche Beweise für die Qualität von Eizellen zu bekommen und das ist ein Problem, mit dem wir zu kämpfen haben. Bei IVF Behandlungen kann man beispielsweise die Zahl der gewonnenen Eizellen und der entstandenen Embryonen untersuchen und das kann aufschlussreich sein. IVF steht für Invitrofertilisation, also die künstliche Befruchtung im Labor. Aber wir haben keine zuverlässige Methode, um die Eizellqualität zu messen. sind die meisten unserer Erkenntnisse indirekt oder sogestiv. Wir sehen zwar deutliche Zusammenhänge, beispielsweise mit Luftverschmutzung. Die Qualität einer Eizelle aber können wir noch nicht eindeutig messen. Wir wissen also, dass es Faktoren wie Umwelteinflüsse und Krankheiten gibt, die die Eizellqualität beeinflussen. Ob sie aber insgesamt schlechter geworden ist, lässt sich nur schwer untersuchen. Kann man trotzdem sagen, dass wir in einer Eizellenkrise stecken? Ich weiß nicht, ob wir wirklich eine Eizellkrise haben, aber natürlich sind Probleme mit Eizellen eine echte Einschränkung. Für Frauen ab einem bestimmten Alter wird es schwieriger schwanger zu werden. Und das liegt genau an diesem Problem mit den Eizellen. Also doch nicht und Fastfood, sondern einfach das Alter. Zumindest zellbiologisch eine nahliegende These. Schließlich werden Zellen mit zunehmendem Alter nicht unbedingt funktionstüchtiger. Auch nicht [musik] die Eizelle. Das Problem ist einfach, dass Frauen sich später dazu entscheiden, Kinder zu haben und mit ansteigendem Alter verbindet sich auch die Eizelqualität. Aber ist das [musik] Alter, in dem Frauen heute Mutter werden wirklich so viel höher als noch vor ein paar Jahren? Das Alter der Frauen bei den Qu des ersten Kindes lag in den 70er Jahren noch bei etwa 25 Jahren in Deutschland und ist dann angestiegen kontinuierlich letzten 50 Jahre auf inzwischen über 30 Jahre in Frankreich eine sehr ähnliche Entwicklung, aber leicht niedriger. Etwa ein Jahr früher haben die Französen ihre Kinder bekommen. Eigentlich ist es ja super, dass Frauen heute frei entscheiden können, wann sie Kinder kriegen wollen, dass sie sich erst klar werden können, passt das mit der Partnerschaft, dem Job, den Finanzen oder schlicht, will ich das überhaupt? Es kann dauern, bis all diese Fragen beantwortet sind, während die Eizellen vor allem eins tun. Sie altern E und je. Frauen werden mit allen ihren Eizellen geboren und das bedeutet, dass eine 40-jährige Frau auch 40-jährige Eizellen hat. Und man kann sich leicht vorstellen, dass über diese langen Zeiträume die Eizelle sich auch verändert. Und tatsächlich altern Chromosomen in den Eizellen, die genauso wie die Eizelle 40 Jahre alt sind. Anders als bei den Spermien [musik] kommen im Laufe eines Frauenlebens auch keine neuen Eizellen dazu. Es werden nur mit jedem Zyklus weniger. Zu Beginn der Pubertät haben Mädchen noch ungefähr 300 bis 500.000 Eizellen hier symbolisiert durch Hirsekörner. Im Alter von 35 sind es noch etwa 25 000 Eizellen. Bis zur Menopause sinkt diese Zahl weiter auf etwa 1000 Eizellen. Dieser Haufen besteht aus 500 Körnern und repräsentiert die Anzahl der Eizellen, die im Laufe eines Lebens freigesetzt werden. Das bedeutet, dass die meisten Eizellen nicht durch den Eisprung verloren gehen, sondern durch Atressie, was bedeutet, dass die Eizellen im Hintergrund degenerieren. ist auch gut so, denn pro Zyklus reifen 10 bis 20 Folikel heran und nur der qualitativ hochwertigste Foliegel entwickelt sich weiter zu einer reifen Eizelle, während die anderen verkümmern. Der weibliche Körper ist nämlich darauf ausgelegt, pro Zyklus im Normalfall nur eine einzige gesunde Eizelle für den Eissprung freizugeben. Der Körper hat an verschiedenen Stellen Kontrollmechanismen eingebaut. Schon ganz früh werden nur die Eizellen behalten, die wirklich gesund sind und ähm dann natürlich auch ähm zu einem gesunden Embryo heranchsen können später nach der Befruchtung. Aber hieß es nicht eben, [musik] dass mit Mitte 30 noch um die 25 000 Eizellen übrig sind? Da werden [musik] doch sicher auch mit 35 noch ein paar gute dabei sein. Nur 25 000 Eizellen zu haben macht es nicht schwieriger schwanger zu werden. Es kommt wirklich auf die Qualität an. Es braucht nur eine Eizelle pro Monat. Die Anzahl sagt also nicht unbedingt etwas aus über die Chance schwanger zu werden. [räuspern] Es ist also nicht unmöglich auch mit 35, 40 oder sogar 45 noch Kinder zu bekommen. Aber aus den Daten von künstlichen Befruchtungen ist belegt, dass die Chancen sinken. Also eine Frau, die 35 ist, die hat eine Chance von ca. ein z pro Versuch schwanger zu werden. Wenn man 40 ist, dann sinkt diese Chance auf nur noch ungefähr ein zu ze pro Versuch. Einer der Gründe hat mit den Chromosomen zu tun. Diese Alterung der Eizellen, die ähm beschleunigt sich so ab etwa 35 Jahren. Ähm fallen die Chromosomen schneller auseinander. Das ist einer der Gründe, warum es für diese Frauen ähm schwieriger ist, schwanger zu werden, warum Fehlgeburten zunehmen und warum auch Kinderwunschbehandlung in diesem Alter weniger erfolgreich sind als noch bei jüngeren Frauen. Chromosomen fallen auf einmal auseinander. Was soll das bedeuten? Die Chromosomen werden zusammengehalten von einer Art Kleber. Das ist ein Proteinkomplex, der heißt KoSien. Und mit der Zeit fällt dieser Kleber von den Chromosomen ab und dadurch lockern die sich zuerst auf und ganz zum Schluss sind sie dann vollständig auseinander gefallen. Kurzer Grundkurs Vererbungslehre. In der Urkimzelle, quasi dem Unreifenstadium der Eizelle, befinden sich zunächst 23 Chromosomenpaare. Vor der Befruchtung muss davon jeweils eine Hälfte aussortiert werden und auch die Chromosomen selber teilen sich in zwei identische Chromatiden auf, die bis dahin durch das Koisin zusammengehalten wurden. Die eine Hälfte der Chromatiden geht an das entstehende Kind. Zusammen mit den Chromosomen des Spermiums erhält das dann wieder einen vollständigen Satz. Halb Vater, Halbmutter. Ein Problem gibt es aber, wenn das Koisin, also der Proteinkleber, zu früh versagt. So sollte es eigentlich aussehen. Die gesunde Zelle müsste genau eine Kopie von jedem Chromosom aussortieren. Damit würde alles richtig laufen. Jetzt ist es allerdings so, dass in gealterten Eizellen etwas schief läuft. Die Chromosomen liegen nicht mehr eng gepaart vor. Sie fallen langsam auseinander und zuerst sieht man da nur kleine Lücken, aber irgendwann fallen sie ganz auseinander. Und [musik] wenn das passiert, dann kann die Eizelle sie nicht mehr richtig sortieren. Die sortiert sie [musik] dann irgendwo ein. Das kann ganz zufällig sein. Wenn die Chromosomen jetzt getrennt werden müssen, dann werden die intakten Chromosomen zwar noch richtig sortiert, [schnauben] aber die auseinandergefallenen, die bleiben vielleicht vollständig zurück in der Eizelle oder werden vollständig ausgeschlossen. Und wenn so eine Eizelle befruchtet wird, dann hat der Embryo eine falsche Chromosomzahl und kann sich dann nicht richtig entwickeln. Aber kann man solche Eizellen nicht irgendwie besser machen? Den Kleber wieder klebriger machen? Mehr Kleber in die Eizelle reingeben, um diese Fehler zu vermeiden. Was wir aber auch jetzt herausfinden konnten, ist, dass die Eizelle selber schon noch einen Schutzfaktor hat, der die Chromosomen schützt und insbesondere diesen Chromosom Kleber. Das ist ein Schutzfaktor, der heißt Schugosin. Das ist ein japanisches Wort, das steht für Guardian Spirit, also schützender Geist. Und dieser Schutzfaktor sitzt auf den Chromosom und schützt diesen Kohis Komplex. Jugoschin ist ein Protein, das dafür sorgt, dass der Zusammenhalt [musik] der Chromatiden in der Mitte der Chromosomen geschützt ist und es verhindert, dass die Verbindung zwischen den Chromosomen zu früh gelöst wird. Die Eizelle hat nur eine sehr begrenzte Menge des Schutzfaktors Schukosin und mit dem Alter der [musik] Frau nimmt diese Menge noch mal stark ab, bis nicht mehr genug vorhanden ist. Aber wenn wir jetzt früh genug eingreift und wir bringen diesen Schutzfaktor ein, das Schugoschen, dann können die Chromosomen [musik] stabilisiert werden und wir verhindern, dass sie auseinander fallen. Das ist jetzt eine behandelte, gealterte Eizelle. Da sehen wir jetzt in doppelt so vielen Eizellen, dass sie keine Fehler mehr haben und diese Eizellen können jetzt die Chromosom richtig trennen und auf diese Art und Weise auch wieder zu einem gesunden Embryo führen. Es braucht noch weitere Studien, bevor diese Methode in Zukunft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch helfen könnte. Ein anderes Verfahren dagegen wurde bereits an Menschen getestet, nämlich die sogenannte Spindeltransfermethode. Die Studie richtete sich speziell an Frauen mit verminderter Eizellqualität. Das sind Frauen, die normalerweise eine gute Einzellreserve haben und auchen produzieren können. Jedoch in diesem Fall entwickeln sich die Embryonen im Labor nicht weiter. Das heißt, dieen lassen sich befuchten, aber die Embryonen sterben ab, bevor man die in die Ingebärmutter einpflanzen kann. An der Studie nahmen 25 Frauen teil. Alle hatten schon mehrere fehlgeschlagene Kinderwunschbehandlungen hinter sich. Bei allen war die Eizellqualität aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend gut. Das ist unsere Eizelle. Die Eizelle ist gefüllt mit ähm Zellplasma. Das ist das innere der Zelle, in dem alles eingebettet ist, wie z.B. die DNA, die Erbinformation, aber auch andere zelluläre Strukturen wie z.B. die Mitochondrien und außerdem auch verschiedene [musik] Nährstoffe wie z.B. Eiweiße, die der Embry braucht, um zu wachsen. Bei der Spindeltransfermethode wird die DNA der Mutter in die gesunde Eizelle einer Spenderin eingesetzt, deren DNA zuvor entfernt wurde. Und daraus entsteht dann eine neue Eizelle. Die Eizell hat quasi die Information der Patientin, aber diehülle, die das Innere der Eizelle, also die Nährstoffe und verschiedene zelluläre Strukturen kommen von der Spenderin und die dadurch äh neuentstandene Eizelle kann ganz normal befruchtet werden. Künstlich versteht sich. Im Verlauf der Studie bekamen mit dieser Methode sechs der 25 Frauen ein Kind, eine davon sogar zwei. [musik] Alle wurden direkt nach der Geburt untersucht und auch noch mehrmals in den ersten Lebensjahren. Man hat dort auf die körperliche und auch die neurologische Entwicklung geschaut. Bei allen Kindern waren die Befunde unauffällig, sind alle gesund und entwickeln sich bisher altesgerecht. In Zukunft könnten die Spindeltransfermethode und der Schutzfaktor Schugoshin die Chancen von Kinderwunschbehandlungen erheblich erhöhen. Es gibt auch Forscher, die versuchen wirklich aus Stammzellen, aus ganz anderen Körperzellen im Prinzip dann Eizellen, Spermien zu gewinnen. Und das ist im Mausmodell tatsächlich gelungen. Also da äh kann man wirklich aus diesen Stammzellen neue Keimbzellen machen und auch Embryonen generieren. [japst] Da muss man aber sagen, das Ganze ist extrem ineffizient. Also, da braucht man ähm extrem viel Material. Man muss dann ganz viele Befruchtung durchführen, ähm ganz viele Embryonen, damit da so ein Transfer erfolgreich ist und was dann wirklich auch die langfristigen Konsequenzen sind, das muss noch viel viel genauer untersucht werden. Ist das die Zukunft der Kinderwunschmedizin, dass wir unsere Kinder aus eigenen Hautzellen zeugen? Oder werden Babys irgendwann in künstlichen Gebärmüttern heranchsen wie im Science Fiction? Wo ist da die Grenze? Wir sollten nicht danach streben, dass jede Schwangerschaft in einer künstlichen Gebärmutter stattfindet. Wir sehen sehr vielversprechende Entwicklungen, die hoffentlich manchen Menschen helfen werden. Ich glaube aber nicht, dass ich die gesamte Menschheit in Zukunft der Art künstlich fortpflanzen wird. Future. Und mal ehrlich, das alles mag ja nach Fortschritt klingen. Unsere Spezies wird ohne [musik] all diese Methoden schon nicht untergehen. Schließlich stecken wir doch in keiner richtigen Eizellenkrise, oder etwa doch? Wir stecken insofern in einer Ezellkrise, weil viele Frauen den Kinderwunsch soweit aufschieben in ein Alter, wo die Eizellen nicht mehr die Qualität haben, um tatsächlich ähm schwanger zu werden oder eine gesunde Schwangerschaft zu ermöglichen. Warum bekommen wir nicht einfach früher Kinder? Dann hätten wir doch das Problem mit den gealterten Eizellen gar nicht mehr. Ja, wenn es nur so einfach wäre. Frauen schieben den Kinderwunsch oft deswegen auf, weil die Gesellschaft es ihnen sehr schwer macht, Kinder zu bekommen. Denn sind die Kinder erstmal da, bleiben bei den meisten [musik] Frauen Karriere und Berufsleben erstmal auf der Strecke. Das ist einfach ein sehr großes Risiko, was die Frauen überwiegend tragen, weit mehr als die Männer. Und ähm na die Kehrarbeit ist schon sehr unterschiedlich aufgeteilt. Kehrarbeit, ihr wisst schon, Sorgearbeit, also Kinderbetreuung oder Altenpflege, aber auch familiäre Unterstützung, häusliche Pflege. Frauen machen im Durchschnitt etwa doppelt so viel Kehrarbeit wie Männer. Der Wunsch von vielen Frauen Männer, bevor sie Kinder haben, ist es relativ gleich gleichberechtigt auch zu machen. Und sobald dann Kinder da sind, finden sich Paare irgendwann in relativ traditionellen Rollen wieder. Obwohl sie es oft gar nicht wollten. Was das Kinderkriegen für viele Frauen erstmal nicht so attraktiv macht. Beruflich runterbremsen, [musik] finanzielle Nachteile, Altersarmut, nicht unbedingt ein ausgebuftes Anreizsystem zum Kinderkriegen. Laut einer Studie vom Leibnitzentrum für europäische Wirtschaftsforschung verdienen Mütter in Deutschland [musik] im vierten Jahr nach der Geburt durchschnittlich 30.000 1000 € weniger als gleichaltrige Frauen ohne Kinder. Die Studie zeigt auch, dass es Frauen, die im Beruf etabliert sind und ab 30 Mutter werden, langfristig besser gelingt, ihre Karriere nach der Geburt wieder aufzunehmen. Ist doch klar, dass Frauen dann lieber warten, bis sie Mutter werden. Und überhaupt ist es am Ende nicht sowieso eine ganz individuelle Frage? Dann bekommt die eine oder andere Frau eben später und weniger Kinder. Was geht es uns an? Aktuell liegt die Geburtenrate in Deutschland bei 1,35 Kindern, in Frankreich bei 1,56. Um die Bevölkerung eines Landes stabil zu halten, müssten aber durchschnittlich 2,1 Kinder pro Frau geboren werden. Niedrige Geburtenraten können gesellschaftlich massive Folgen haben, denn wer zahlt dann die Beiträge für die Krankenkassen, wer für die Rente? von fehlenden Fachkräften gar nicht zu reden. Jeder Anstieg der Geburtenrate trägst du deutlich mehr Wohlstand bei. Insofern ist es nicht nur eine private Sache, dass man Menschen hilft, ihr privates Ziel Kinder zu bekommen zu erreichen. Auch das ist sehr wichtig, dass Menschen ihre Lebensziele erreichen, sondern die ganze Gesellschaft profitiert massiv davon, wenn letztlich die Kinderwünsche auch umgesetzt werden können. Und der durchschnittliche Kinderwunsch liegt höher als die tatsächliche Geburtenrate. Das heißt, [musik] wenn alle könnten, wie sie wollten, wäre die Gesellschaft besser dran. Dann lautet doch die eigentliche Frage: Wie seähe eine Gesellschaft aus, in der Menschen ihre Kinder dann bekommen können, wenn sie sich das wünschen? Ohne Angst vor Absturz, ohne Karrierebruch, ohne Rollback ins 50er Jahre Modell. Was die Politik machen kann, sie kann die Vereinbarkeit Familienberuf verbessern. Ja, das haben wir schon öfter gehört. Aber gibt's vielleicht noch neue Ansätze? Das Modell der dynamischen Familienarbeitzeit. Äh dynamische was? Wenn die Kinder sehr klein sind, im Alter von 1 2 3 4 5 Jahren sind, da wissen wir, dass die Gesamtarbeitszeit wahnsinnig hoch ist. Wenn man die Arbeitszeit für Beruf, für Familie und für Haushalt zusammennimmt, arbeiten Mütter und Väter in dieser Phase 65 Stunden und zwar jahrelang jede Woche inklusive Urlaubsphasen. Und das ist unglaublich starke Belastung und ähm das bringt sehr viele Paare an ihre Grenzen. Und wenn man in dieser Phase ein Unterstützungsmodell hat und einfach sagt, da muss ich nicht nur die die Familien permanent nur an der Arbeitsmarkt anpassen, sondern der Arbeitsmarkt muss ich an die Familien anpassen. Im Modell der dynamischen Familienarbeitszeit würden Mütter und Väter zwischen 25 bis [musik] 32 Stunden arbeiten. Bedeutet, Väter würden weniger und Mütter mehr Stunden arbeiten, wofür die Familie eine monatliche Unterstützung vom Staat bekäme. [musik] Die Menschen würden sehen, Familie funktioniert gut. Äh und das steckt dann auch an. Rein medizinisch stecken wir vielleicht nicht in einer richtigen Eizellenkrise, aber wenn Millionen Menschen daran scheitern, [musik] sich einen Lebenswunsch zu erfüllen, der einer der menschlichsten überhaupt ist, haben wir dennoch ein Problem. [musik] Vielleicht müssen wir radikal neu denken, damit junge Menschen wieder spüren, dass Kinder in unserer Gesellschaft erwünscht und kein Hindernis sind. Letztendlich würden wir alle davon profitieren, ganz egal, ob wir uns selbst Kinder wünschen oder nicht. [musik] [musik] [musik]
📊 Link-Infos
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| Titel | Stecken wir in einer Eizellen-Krise? | 42 – Die Antwort auf fast alles | ARTE |
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| Hinzugefügt | 2026-07-24 14:30:09 |
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