| Kanal-Aufrufe | 0 |
| Kanal | https://www.youtube.com/channel/UCwyiPnNlT8UABRmGmU0T9jg |
🔗 https://www.youtube.com/watch?v=qEEiJAYxv_A
🤖 Zusammenfassung
Bevor der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat tagt, sind Präsident Macron, Bundeskanzler Merz und weitere Minister in Nörvenich eingetroffen. Im Mittelpunkt steht eine gemeinsame europäische nukleare Abschreckung: Macron bot Partnern erstmals Teilnahme an französischen Nuklearübungen an; deutsche Luftwaffensoldaten sollen ab Herbst mitüben. Hintergrund ist die sinkende Verlässlichkeit der US-amerikanischen nuklearen Garantie unter Trump und der russische Krieg gegen die Ukraine. Ziel ist eine glaubwürdige Abschreckung Russlands, ohne eine nukleare Aufrüstungsspirale auszulösen. Bei konventioneller Verteidigung bleibt die Bilanz gemischt: Gemeinsame Rüstungsprojekte wie FCAS scheiterten an nationalen Industrieinteressen; die Partnerschaft dürfte daher eher durch gemeinsame Übungen als durch gemeinsame Waffenprojekte gestärkt werden, betonte die SWP-Expertin Ronja Kempin.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Tja, und wir vertiefen das Thema weiter. Zugeschaltet ist mir jetzt Ronja Campin, Frankreichexpertin von der Stiftung Wissenschaft und Politik. schön, dass Sie Zeit für uns haben. Hallo. Hallo. Schönen guten Morgen, Frau Kempin. Wir wollen direkt erst einmal zusammen auf die Bilder schauen, die uns aus Nörwen nicht erreichen, denn da sind der französische Präsident Emmanuel Macron und der Bundeskanzler Friedrich Merz bereits angekommen. Auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius ist da, Johann Wadefu der Außenminister und die beiden französischen Pendons Katherine Wran und Jeanuel Barot. Man wird hier vom taktischen Luftwaffengeschwarder quasi in Empfang genommen, begrüßt. Zuvor schon hat der Bürgermeister der Stadt Nörwinig die beiden Ehrengäste sozusagen begrüßt. Die haben sich dann auch schon mal eingetragen in das Stadtbuch wahrscheinlich. Da gab es eine Unterschrift. Wir starten also, Frau Campin, an diesem Morgen, bevor es überhaupt in den deutsch-französischen Ministerrat geht mit dem Verteidigungs- und Sicherheitsrat, weil ganz stark im Fokus heute auch stehen soll, eine gemeinsame europäische nukleare Abschreckung und das ist ja immer ein sehr heikeles Thema. Also, wie soll, wie kann die aussehen? Ja, Präsident Macron aus Frankreich hat Anfang des Jahres im 2. März ganz genau eine sehr weitreichende Nuklearrede gehalten, in der er seinen europäischen Partnern und dazu gehört Deutschland natürlich ganz vorne weg angeboten hat, das was er eine nach vorne gerichtete Abschreckung nennt. Zum ersten Mal in der Geschichte hat Frankreich seinen europäischen Partnern angeboten, an Nuklearübungen des Landes teilzunehmen. Und was wir wissen tatsächlich äh ist, dass wohl ab dem Herbst erstmals auch eben deutsche ähm Luftwaffen ähm Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit ihren französischen Counterparts dann Übungen im Bereich der nuklearen Abschreckung durchführen werden. Das heißt, man wird gemeinsame Übungen abhalten, aber wie viel stärker könnte sich oder könnte sich eben nicht Deutschland da auch einbringen, Europa einbringen, ohne dass man sofort in ein internationales Wettrüsten einsteigt? Ja, ich glaube äh was wir als Hintergrund immer im Kopf haben sollten, ist ähm normalerweise ist der die nukleare Abschreckung bzw. der nukleäre Schutz ähm Deutschlands und der Alliierten durch die Amerikaner im Rahmen der NATO garantiert. Wir alle wissen aber, unter Präsident Trump sind die USA weniger verlässlich. Ähm und wir haben einen Krieg, den Russland nach Europa gebracht hat. Also äh suchen europäische Partner nach Alternativen zu dieser amerikanischen nuklearen Garantie. Frankreich, neben Großbritannien sind die beiden europäischen Nuklearmächte. Und es geht eben wirklich darum, dieses Angebot des französischen Präsidenten anzunehmen. Äh gemeinsam eben zu schauen, wie weit kann man eine glaubwürdige Abschreckung, insbesondere in Richtung Russland auf die Beine stellen. Denn und das haben sie angedeutet, eines gilt es zu verhindern, dass andere Staaten in die Verlegenheit vielleicht kommen oder das Gefühl haben, sich selbst nuklear ausrüsten zu sollen zu müssen, dann wären wir in der Tat in einer nuklearen Aufrüstungsspirale, die es natürlich um jeden Preis zu verhindern gilt. Das heißt auch für Frankreich sind da ein Stück weit Grenzen gesetzt und dann ist wirklich die Frage, die Sie ja gerade auch aufgeworfen haben, eine ganz entscheidende, also wie viel kann tatsächlich Frankreich, eventuell dann eben auch Großbritannien, wie viel kann das kompensieren, sollten die US-Amerikaner doch einmal wegbrechen mit Blick auf die nukleare Abschreckung? Und ich glaube, das ist genau das wichtige Signal, das aus Frankreich eben kommt. Die Einladung an die europäischen Partner beim an gemeinsamen Nuklearübungen teilzunehmen dient einem Grund und das ist den europäischen Mitgliedern zu zeigen, wir haben eine glaubwürdige nukleare Abschreckung. Ihr könnt euch darauf verlassen, denn bislang haben die Europäer immer gesagt, na ja, ihr habt zwar Nuklearwaffen, aber eigentlich wissen wir gar nicht so richtig. Kann man sich auf die verlassen? Funktionieren die im Ernstfall? Wäet ihr in Frankreich, in Paris im Ernstfall auch bereit tatsächlich äh im schlimmsten aller Fälle diese Nuklearwaffen auch zu unseren Gunsten, zu unserem Schutz einzusetzen? Und das ist im Prinzip das Angebot, das Frankreich im früher auf den Tisch gelegt hat und das Deutschland eben annimmt zu sagen, okay, dann schauen wir mal. Also, vielen Dank, dass ihr äh sozusagen äh uns da ein Stück weit teilhaben lässt und äh diese Offenheit uns auch entgegenbringt. Die von Ihnen angesprochene Glaubwürdigkeit, diese Frage stellt sich ja auch ein Blick äh mit Blick auf die konventionelle Verteidigung. Auch da will man stärker zusammenarbeiten und dann wissen wir alle, bei E FCAS hat das nicht geklappt. Also wie viel Vertrauen hat man da noch in Deutschland und Frankreich bei der konventionellen Verteidigung? Ja, das da ist glaube ich der die Bilanz tatsächlich etwas gemischt. Auf der einen Seite wissen beide ähm wir müssen auch konventionell sehr viel stärker werden, unsere konventionellen Abschreckungsfähigkeiten ähm ähm ja verbessern. Zusammen scheint das aber in der Tat sehr schwer nur zu äh zu gelingen. Hier stehen industriepolitische nationale industriepolitische Interessen einer Kooperation. Wege FKS haben sie angesprochen. Ähm da hat die französische Seite ja insbesondere auch beklagt, dass man am Ende es noch nicht mal vermocht hat, eine gemeinsame Erklärung abzugeben, dass das Projekt jetzt äh eingestellt äh wird. Und auch bei dem Kampfpanzer, der im äh vor Vorfeld schon angesprochen ist, haben beide äh Seiten jetzt tatsächlich äh sehr intensiv Alternativen ähm gesucht und aufgetan. Auch hier muss man ein großes Fragezeichen an äh die Kooperationsfähigkeit zwischen beiden äh Ländern legen, sodass, ich glaube, es eher darauf hinausläuft, die Partnerschaft durch gemeinsame Übungen als durch gemeinsame Rüstungsprojekte zu stärken. Und das wird man heute sicherlich dann auch in den Fokus stellen. Ronja Kempin von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ganz herzlichen Dank für die Analyse.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=qEEiJAYxv_A |
| Titel | Ronja Kempin zum deutsch-französischen Ministerrat | 17.07.26 |
| Kategorien | BulkNews, phoenix |
| Hinzugefügt | 2026-07-18 01:02:36 |
| Mediendatei | Original-Medium ansehen · Lokale Kopie |

