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phoenix – Prof. Thomas Jäger (Politikwissenschaftler) u.a. zur Seeblockade durch die Huthi Miliz | 23.07.26

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#hormus #huthi #iran

🤖 Zusammenfassung

Im Interview ordnet Politikwissenschaftler Thomas Heger die aktuelle Nahost- und Ukrainelage kritisch ein. Er sieht am Roten Meer und an der Straße von Hormus eine sich zuspitzende Blockadesituation, die der Iran über die Huthis regional auszuweiten versucht. Trumps Iran-Politik bezeichnet er als orientierungslos: Der Wechsel zwischen militärischem Druck und dem gescheiterten Versuch, den Iran mit einem Rahmenabkommen und finanziellen Zugeständnissen zu ködern, habe nicht funktioniert, da Teheran die Meerenge nicht wieder öffnen wolle. Die US-Drohungen hält er für unglaubwürdig, weil beide Seiten wüssten, dass der Konflikt militärisch nicht lösbar sei.

Beim angeblichen Saudi-Arabien-Deal und den Abraham-Accords äußert Heger massive Skepsis. Riad verlange seit 2023 zunächst eine Lösung für Palästina und schweige zu Trumps nachträglichen Bedingungen; eine israelische Anerkennung erscheint daher unplausibel. Beim Ukrainekrieg sieht er ebenfalls keine Fortschritte: Russland unter Putin habe seine Forderungen noch verschärft und zeige keinen Kompromisswillen. Das Treffen von Rubio und Lawrow nennt er daher weitgehend zweckfrei, solange Moskau seine Schaltplatte abspulte.

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📜 Transkript

Kind: captions Language: de Das müssen wir einordnen mit dem Politikwissenschaftler Professor Thomas Heger. Schönen guten Tag. Einen schönen guten Tag, Herr Kulle. Das wird jetzt richtig verrückt. Also auf der einen Seite ähm die Straße von Homos jetzt auf der anderen Seite im Roten Meer eine Seeblockade, die sich da andeutet. ähm die Huts, die von Iran unterstützt werden und jetzt auch von ihnen noch gelernt haben wegen des Werkzeugs. Ja, das ist jetzt eine ganz schwierige Situation, die man aber hat kommen sehen, denn es ist ja nicht das erste Mal, dass der Zugang zum Roten Meer versperrt wird. Seit Anfang 2024 ist hier eine EU-operation äh unterwegs, die schon hunderte von Schiffen begleitet hat und dafür gesorgt hat, dass sie da eben äh durchkn durchkamen, ohne beschossen zu werden. Also, das hing die ganze Zeit äh so über der Gesamtlage äh die sich an auf der anderen Seite an der Straße von Normus eben äh dargestellt hat. Da kommen die beiden Parteien, die USA und Iran jetzt nicht weiter. Die schädigen sich einfach gegenseitig. Aber das ist, wenn man so will, zweckfreies Geschieße, äh weil nämlich keiner irgendwie einen Zweck, den er damit wirklich erreichen kann. Und der Iran spielt jetzt eben damit, das regional auszuweiten, hat benutzt, dass die Husis hier mit Saudiarabien im Konflikt liegen, dass man sich gegenseitig beschuldigt, se den den jetzigen aktuellen Konflikt begonnen zu haben. Äh mal sehen, ob das wirklich so scharf wird, wie das jetzt aussieht oder ob eben die Drohung aus den USA äh wirkt, denn die EU-Mission, die ist rein defensiv. Wenn die Amerikaner hier eingreifen würden, wäre das offensiv und würde Schäden verursachen, die die Husis dann möglicherweise dazu bringt, das Ganze noch mal zu überdenken. Also, sie rechnen nicht damit, dass die USA eingreifen, sondern jetzt einfach nur den Druck quasi aufbauen. Also, dass die USA eingreifen, hat der amerikanische Präsident angekündigt und wir wissen beide, was Ankündigung von Donald Trump wert sind. Also mal abwarten, was passiert. Momentan ist es eben so, dass Trump mit seinen Latein am Ende ist, wenn er das, wenn man das so sagen darf, weil mit Latein hat das ja auch nicht so sehr, nämlich damit, dass seine erste Ansatz, den Iran in die Knie zu zwingen, nämlich militärischen Druck aufzubauen, nach dem Februar 2026 irgendwann mal nicht mehr weiterwirkte, dann hat er sich gedacht, machen wir es mal andersrum, äh ich mache das, was mit vielen geklappt hat, ich kaufe die einfach. Und das ist im Prinzip das Rahmenabkommen gewesen. Da hat man dem Iran ganz viel Geld geboten und hat gedacht, jetzt ist die Sache vom Tisch. Aber im Iran hat man gesagt, wie viel Geld das auch immer ist, es ist nicht so viel, dass wir die Straße von Hormus wieder hergeben. Und das ist ja der Stand, weshalb jetzt eben wieder militärischer Druck auf beiden Seiten aufgebaut wird, obwohl beide Seiten wissen, dass dieser Konflikt militärisch am Ende nicht gelöst wird und wird diese gesamte Gemengelage, da gehören ja jetzt mehrere Player dazu, eben auch Saudi-Arabien nicht dann noch komplizierter, wenn man da jetzt diesen Nuklearddeal äh hinbekommt, der ja irgendwie in Aussicht gestellt wurde zwischen USA und Saudi-Arabien. Das macht das Ganze noch mal komplizierter und auf der anderen Seite äh allerdings auch einfacher, wenn man das so sagen kann. Zum einen ist es so, dass die Vereinigten Staaten hier schwanken, weil sie nicht wissen, ob sie ihre Politik im mittleren Osten weiterhin aufrechhalten wollen, die sie mit den Abraham Abkommen vor vielen Jahren begonnen haben, nämlich zu versuchen, den Ausgleich zwischen Israel, den arabischen Staaten zu schaffen und den Iran zu isolieren. äh oder ob sie eben hergehen und versuchen, das Ganze jetzt zu bilerisieren, die Vereinigten Staaten herauszunehmen aus der Sicherheitsgarantie, die sie für arabische Staaten gegeben hat. Präsident Trump selbst schwankt dazwischen. Auf der einen Seite wird eben dieses Nuklearabkommen unterzeichnet, auf der anderen Seite sagt er: "Ja, aber das ist mit Bedingungen verbunden, die möglicherweise überhaupt nicht drin stehen." Es ist alles keine konzise Politik. Das ist alles nicht wirklich durchdacht. und diese Phase der äh Orientierungslosigkeit der amerikanischen Außenpolitik, die nutzen eben Akteure wie Saudi-Arabien aus, um sich dann relativ gute Bedingungen in solchen Vereinbarungen äh auszubedingen. Also diese Bedingung äh, die z.B. dann jetzt hinterher geschoben wurde vom amerikanischen Präsidenten of Tru Social. Wir haben da auch das Post noch dazu, äh dass Israel ähm dass Saudi-Arabien das unter den Abraham Accords quasi schlüpfen soll und Israel damit äh schützend anerkennen soll. Ähm wie für wie wahrscheinlich halten Sie das, dass es Saudi-Arabien mitmacht und was löst das aus in der gesamten arabischen Welt? Also, das war ja der große Preis letztlich, den äh die Regierung Trump einfahren wollte, den die Regierung beiden schon verhandelt hat. Das war der Auslöser für die äh für den Terroranschlag der Hamas äh auf Israel 2023. Genau das zu verhindern, denn da wäre möglicherweise die Region gekippt. Es gibt vier Staaten, die inzwischen in diesem Abraham Abkommen verbunden sind, aber Saudi-Arabien ist der große Preis, wenn man das so sagen darf. Und Trump hat das möglicherweise überhaupt nicht mit bedacht, weil er das gerade nicht auf dem Schirm hat, dass er eigentlich eine ganz kohente Politik mal angelegt hatte, die er inzwischen vergessen hat und hat das jetzt nachgeschoben. [räuspern][schnauben] Äh es ist nicht plausibel, dass das schon vereinbart ist aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist, dann hätte Trump das sofort verkündet. Ich meine, das ist nur wirklich der Hauptgewinn und hätte nachgeschoben, na ja, wir haben auch noch so ein Nuklearabkommen, das ist jetzt nicht so wichtig. Das wäre dann im Windschatten dieser Meldung gar nicht so arg worden und hätte die Proteste nicht ausgelöst, die wir jetzt beobachten können. Zum zweiten hat Saudi-Arabien eben nach 2023 die Politik geändert und hat gesagt, erst wenn das Problem Palästina gelöst ist, werden wir auf diesen Weg zu den Abraham Abkommen gehen. äh ob Saudi-Arabien diese Politik jetzt revidiert hat, das möglicherweise in dem Zusatzabkommen äh schon zugestanden hat, das wissen wir nicht, weil das alles nicht öffentlich ist, aber es scheint nicht plausibel und wir werden das jetzt beobachten können, wenn das Ganze im Kongress landet, ob dann wirklich diese Bedingung nachgeschoben wird oder ob sich Saudi-Arabien dazu überhaupt erklärt, denn bisher gibt es diese Verlautbarung von Trump, die wir eben gesehen haben. Und Saudi-Arabien schweigt dazu. Ja, und das bleibt kompliziert. Wir reden mal noch über das andere komplizierte Thema, nämlich über den anderen Krieg, der uns angeht, ähm nämlich ähm den in der Ukraine, den Russland gegen das Land führt. Wir reden gleich weiter, Herr Professor. Äh schauen mal ganz kurz auf das Asiantreffen der Außenminister in Manila. Da haben sich Außminister Rubio und der russische Außminister Lavrov dann natürlich auch zusammengefunden und gesprochen über diesen Krieg. Insgesamt auf dem gesamten Asangipfel hat man auch über den Ukrainekrieg gesprochen und wir hoffen natürlich alle, dass man da weiterkommt. Wir schauen mal, was Marco Rubio, der amerikanische Außer dort von sich gegeben hat. Jetzt ist wieder der Politikwissenschaftler gefragt, der vielleicht noch ein bisschen mehr raushört als wir. Wir hören irgendwie nichts. Hören Sie was raus? Na ja, man hätte das auch auf den Krieg gegen Iran Münzen können. [gelächter] Da hätte die amerikanische Seite eine aktivere Rolle, einen sinnlosen Kirik zu beenden. We gemeint war hier der Krieg in der Ukraine und das Gespräch, das zwischen Rubio und Lavrov stattfand, das relativ kurz war, ist ja doch am Anfang schon ein wenig überfrachtet worden mit Erwartungen, denn ein Jahr haben sie nicht miteinander gesprochen und das ist lang in diesen Zeiten, wenn man ein Jahr nicht miteinander spricht, wo doch die Regierung Trump angetreten ist, die Beziehungen zu Russland auf eine ganz neue Basis zu stellen, wo sich Trump mit Putin in Alaska getroffen hat. Und genau Alaska steht im Mittelpunkt, denn in Russland sagt man damals in Anchorage, da gab es eine Verabredung zwischen Russland und den USA, die eben die Ukraine zu bestimmten Maßnahmen zwingt zu die eine bestimmte Lösung dieses Krieges vorsieht und die Vereinigten Staaten sagen, diese Verabredung von Anchorage, die gibt es überhaupt nicht. Und das ist etwas, was zwischen den beiden Staaten steht. Putin hat damals wohl gedacht, er hat Trump in der Tasche, er hat ihm bestimmte Dinge äh zu abreden können. Äh wenn wir uns erinnern, damals ging Trump in die Verhandlungen rein mit der Maßgabe erst Waffenstillstand, dann Gespräche und kam raus und sagte, warum soll man jetzt aufhören zu kämpfen, nur weil man reden will. Wir können da auch weiterhin diesen Krieg eben beobachten und trotzdem verhandeln. Aus den Verhandlungen wurde nichts, weil seine Sondergesandten in Moskau nicht weiterkamen. Also die Position ist so, Russland steht beiinhart bei seinen Forderungen und die Amerikaner wissen, wir kommen hier keinen Millimeter weiter. Und dann kurz noch zum Schluss können wir vielleicht doch was positives rauslesen, dass sich z.B. dann eben jetzt die Außenminister treffen, miteinander reden, dass da zumindest ähm ja, dass das Reden schon mal ein Fortschritt ist. Das kommt drauf an, Herr Kulle. Reden ist klasse, wenn man sich was zu sagen hat, aber die zwei haben sich im Moment nichts zu sagen, weil Rafow einfach seine Schaltplatte abspult. Äh Putin ist der entscheidende Mann. Er geht keinen Zentimeter von seinen Forderungen ab. Im Gegenteil, er hat sie in den letzten Tagen noch mal verschärft, dieser kleine diese kleine Karotte, die er mal ausgepackt hatte, dass es einen Gebietstausch geben könnte. Die ist schon wieder vom Tisch. Im Gegenteil, es sind die Forderungen, welche Gebiete abzutreten sind, noch mal erhöht werden. Es geht jetzt um die scheinanektierten Gebiete in der Ukraine. Hier gibt es überhaupt keinen Kompromissraum, leider muss man sagen. Ich danke trotzdem sehr herzlich für die Einordnungen. Professor Thomas Jäger, sehr herzlichen Dank Ihnen, Herr Kulle.


📊 Link-Infos

URL https://www.youtube.com/watch?v=nvJZghkkjPk
Titel Prof. Thomas Jäger (Politikwissenschaftler) u.a. zur Seeblockade durch die Huthi Miliz | 23.07.26
Kategorien BulkNews, phoenix
Hinzugefügt 2026-07-24 05:37:05
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