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Talk mit Albrecht Roebke (Traumexperte und Seelsorger) zum mutmaßlichen Attentat beim Christopher Street Day in Berlin.
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🤖 Zusammenfassung
Der Notfallseelsorger und Traumaexperte Pfarrer Albrecht Röpke analysiert im Interview die Folgen eines Angriffs. Er betont, dass absolute Sicherheit eine Illusion ist und solche Taten das Vertrauen in die Welt erschüttern. Eine Traumadiagnose lasse sich frühestens nach Monaten stellen; Augenzeugen, Angehörige und Hilflose erleben jedoch legitimen akuten traumatischen Stress. Die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) sichtet Betroffene, Ersthelfer und Einsatzkräfte unterschiedlich und will Eigenmächtigkeit zurückgeben. Röpke beobachtet eine durch Pandemie, Krieg und Terror verstärkte Unsicherheit und rät, Angst wahrzunehmen, auf soziale Bezüge zu setzen und schnell in den Alltag zurückzukehren. Kritisch bleibt, dass die Botschaft vom kontrollierten Alltag beruhigt, die reale Bedrohung aber nicht widerlegt.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Bei mir im Studio ist Pfahrer Albrecht Röpke, Traumaexperte und Notfallsorger. Ich grüße Sie ganz herzlich. Dank. Jetzt fiel gerade wieder dieser Satz: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht." Ähm, können Sie den Satz noch hören? Ähm, ja, doch eigentlich schon, weil genau solche kritischen Ereignisse darauf abzielen, dass unser Vertrauen in die Welt erschüttert wird, weil wir eigentlich im Normalzustand damit leben, dass wir uns einbilden, es gebeundertprozentige Sicherheit. Und das so ein bisschen die Divergenz, die Ambivalenz, die wir haben. Wir wir glauben, es gäbe hundertprozentige Sicherheit. Und eigentlich wissen wir, dass das nicht so ist. Und an so einem Tag sind wir erschüttert, weil wir merken, der stimmt, der Satz. Ja, genau. An diesem Tag wird dann wieder irgendwie transparent. Welche Traumata ereignen sich eigentlich bei solcher einem Angriff? Also von äh Traum kann man eigentlich erst ein halbes Jahr später sprechen, was äh viele Menschen, die jetzt ähm Augenzeugen geworden sind, die Menschen vermissen, die nichts tun konnten, erleben traumatischen Stress. Das ist, glaube ich, ganz wichtig, das zu unterscheiden, weil das sind normale Reaktionen, auch wenn sie sehr heftig sind, weil was ganz schlimmes passiert ist. Ob daraußen Trauma wird, kann man frühstens nach d vi Monaten sagen. Also, es gibt Menschen, die jetzt sehr heftig reagieren, sich auch so nicht kennen, wie sie jetzt reagieren. Ähm, aber ich sag mal von selber in ein erfülltes Leben zurückkehren, ohne zu vergessen, was dort passiert ist. Was ist dann Ihre Arbeit und die Ihrer Kolleginnen und Kollegen? Was was müssen Sie tun? Es gibt äh jetzt eine Tote, es gibt verletzte, schwer verletzte ähm Menschen, die Augenzeugen waren und Menschen, die auch irgendwie davon betroffen waren. Also, die Arbeit ist tatsächlich jetzt vielfältig, weil ganz viele, genau wie sie richtig sagen, Menschen unterschiedlich betroffen sind. Es gibt Augenzeugen äh auch nicht zu vergessen, wahrscheinlich Erst Helfer, also Leihen, die versucht haben, sich um die Verletzten zu kümmern. Äh, die haben natürlich eine andere Betroffenheit und ich will das gar nicht gewichten äh als Menschen, die jetzt eine Stunde einen geliebten Menschen gesucht haben, von dem sie gehört haben, der ist gerade auf dem Weg in die Linestraße. Das ist ja auch ein traumatischer Stress. Das heißt, es gibt die Direkt betroffenen, aber es gibt ganz viele Ohnmachtserfahrungen und sozusagen äh da ist es auch erstmal sichten, wer ist wie betroffen und ganz schnell die Menschen sozusagen in eine Betreuung zu führen, dass sie wieder Eigenmächtigkeit erleben können. Das heißt, das ist dann medizinisch, sozial psychologische Betreuung im Katastrophenschutz nennt sich das PSNV, psychosoziale Notfallversorgung. Das ist inzwischenstander Begriff und da gibt es dann eben PSNVB, also für Betroffene und PSNVE für Einsatzkräfte. Das sind aber andere Zeitrahmen, wo die Einsatzkräfte dann noch mal Angebote kriegen und diese Menschen, die dann dort sind, wie Sie als Notfallseelsorge, die sind genau dafür speziell ausgebildet. Genau richtig. Für die Akutinvention unter traumatischem Stress. nach so einem ähm Anschlag, Angriff, was auch immer dann für ein Begriff drüber stehen wird, ähm steigt natürlich allgemein eine gefühlte Unsicherheit und eine gefühlte Angst. Ähm spüren Sie das auch in im Alltag, in der Seelsorge? Doch, definitiv. Also äh und das ist ja leider ein Generalphänomen und an solchen Tagen wird's nur besonders deutlich. Ich äh bin ja ein Mitglied der Boomer Generation. Ähm, wir haben ja in einem großen Sicherheitsgefühl sind wir aufgewachsen und das Sicherheitsgefühl ist insgesamt weg. Also, wir müssen immer wieder zur Kenntnis nehmen zu sagen, diese gefühlte Sicherheit gibt es nicht. Äh, das die Erfahrung von Pandemie, von Krieg, von Terror, ähm die ganzen Ungewissheiten und auch das diese gefühlte Sicherheit gibt es auch nicht für einen CSD, die gibt es für nie gerade dafür nicht, vor allem dafür nicht. Ja, aber eigentlich stimmt das ja für uns alle, ne? Mhm. Wir können auch aus dem Studio jetzt nach Hause gehen und es kann was schreckliches passieren. Ja. Und wie gehen wir mit der Angst um, äh wenn sie uns selbst befällt? [räuspern] Ähm, ich glaube sie erstmal wahrnehmen, zu [schnauben] sagen, ich habe Angst, sie verorten. Ähm, das was da passiert ist ja dieses ähm Vertrauen in die Welt ist kaputt, sozusagen, worauf kann ich mich noch verlassen? Und da ist es, glaube ich, ganz wichtig, das zu reflektieren und zu sagen, doch es gibt Sachen, die verlässlich sind. Guter Freundeskreis z.B. ist ganz wichtig. äh und auch möglichst schnell in eine Normalität zurückfinden, sozusagen zu sagen, das ist ein außergewöhnlich, aber auch singuläres Ereignis und äh 99,5% meines Lebens habe ich doch unter Kontrolle und die Angst damit nicht noch größer werden zu lassen oder man kommt bei Ihnen vorbei und auf jeden Fall Hilfe. Ja, definitiv Hilfe. Ich danke Ihnen ganz herzlich, dass Sie im Studio waren. Ich danke Ihnen.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=EaWJ4EWJzQ8 |
| Titel | Angriff auf CSD: Talk mit Albrecht Roebke (Traumexperte) | 26.07.26 |
| Kategorien | BulkNews, phoenix |
| Hinzugefügt | 2026-07-26 18:23:05 |
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