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Die schnellsten Beine der Welt | Doku HD Reupload | ARTE

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Am 4. August 2024 haben rund drei Milliarden Menschen weltweit das 100-Meter-Finale der 33. Olympischen Sommerspiele aus dem Pariser Stade de France live mitverfolgt. Der seit mehr als 200 Jahren ausgetragene Wettkampf hat eine hohe Symbolkraft und wirft die Frage auf, ob die menschliche Fähigkeit, so schnell zu laufen, angeboren, erlernt oder vielleicht sogar schädlich ist.

Am 4. August 2024 hat fast die ganze Welt gespannt zugeschaut, wie ihr schnellster Läufer bei maximaler Beschleunigung eine Geschwindigkeit von fast 44 Stundenkilometern erreichte. In unserer oft überreizten und hysterischen Gesellschaft gilt Beschleunigung als das Maß aller Dinge, denn sie treibt die Welt voran.
Der 100-Meter-Sprint ist die Königsdisziplin der Leichtathletik, der meistbeachtete Lauf der Olympischen Spiele. Und es ist die Disziplin, die bei Großveranstaltungen die meisten Teilnehmer anzieht, denn nicht in jedem Land wird gefochten, Rad gefahren oder Fußball gespielt, aber ausnahmslos jedes Land

🤖 Zusammenfassung

Der Text rekonstruiert die Geschichte des 100-m-Sprints von den ersten Olympischen Spielen 1896 bis zur Ära Usain Bolt. Er beschreibt den Lauf als technisch hochkomplexe Königsdisziplin, in der Reaktion, Beschleunigung, Körperhaltung und Zielanlauf perfekt abgestimmt sein müssen.

Historisch zeichnet er nach, wie Wissenschaft (Mareys Chronofotografie) und professionelles Coaching (Harold Abrahams) die Technik verfeinerten, wie afroamerikanische Athleten trotz Rassentrennung ab den 1930er-Jahren dominierten und wie Frauen – oft marginalisiert – Rekorde liefen, etwa Fanny Blankers-Koen, Wilma Rudolph, Stella Walsh und später Marlies Göhr. Meilensteine sind die 10-Sekunden-Marke (Armin Hary), die elektronische Zeitmessung (Jim Hines, 9,95 s), der sowjetische Wissenschaftssport (Waleri Borsow) und die staatlich gesteuerte Dopingmaschinerie der DDR. Seoul 1988 markiert den Dopingskandal um Ben Johnson und die umstrittene Weltrekordleistung von Florence Griffith-Joyner. Usain Bolt wird mit seiner einzigartigen Körpermechanik als unangefochtener Rekordhalter (9,58 s) dargestellt; der Ausblick fragt nach technologischen/bionischen Leistungssteigerungen und immer feinerer Zeitmessung.

Kritisch: Die Sprintgeschichte erweist sich als nie rein sportlich, sondern eng verflochten mit Rassismus, Geschlechterpolitik, Kalte-Kriegs-Propaganda und Doping.

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📜 Transkript

[musik] Der Sprint zum Ruhm beginnt damit, sich komplett zu fokussieren, ganz bei sich, seinem Körper und in der Situation zu sein. Rituale helfen. Die immer gleichen Gesten seit Jahren erprobt. Auflockern. Ein letztes Stretching vor diesem Wettkampf, auf den jeder so lange hingearbeitet hat. Die Anspannung steigt ins Unermessliche. Wenige Sekunden noch und die 100 m Asse werden versuchen, die Grenzen des Menschenmöglichen zu verschieben. Und immer ist da dieser Blick in die Ferne bis zur Ziellinie einer Strecke, die ebenso respekteinflößend wie vertraut ist. Höchste Konzentration, absolute Stille. เฮ [musik] Leichtathletik WM in Berlin. Das 100 m Finale der Männer. Alle Augen sind auf Hussein B gerichtet. Ein Jahr zuvor hat er bei den Olympischen Spielen in Peking drei Goldmedaillen geholt. [musik] [musik] Eine faszinierende Leistung mit [musik] 44 kmh in der Spitze. Seine Zeit 9,58 Sekunden. Auch wenn der Wettkampf so schnell vorbei ist, der 100 m Lauf ist eine extrem komplexe Disziplin. Bei mir geht es um eine gute Reaktionszeit, denn meine Schwachstelle ist der Start. Ich beschleunige von 0 bis 20 m. Man muss fokussiert bleiben, den Kopf unten halten, nach vorne gehen, die Arme durchziehen, dran bleiben am Antritt, sich aufrecht halten, gerade bleiben, die Knie hoch, die Schultern runter, das Höchstempo erreichen. Bei 50 m gucke ich rechts und links, um meine Position zu checken und genau zu wissen, was noch ansteht. Die Menge schreit, wenn die anderen aufholen. [räuspern] Ich höre das, versuche es aber zu ignorieren, denn beim Zieleinlauf wird es immer lauter. [musik] Dann werde ich zum Tier. Wenn ich vorne liege, kriegt mich keiner mehr. Ab da beginnt das Triumphgefühl. Wenn ich die Ziellinie passiert habe, kann ich loslassen. Der Weg zu diesem schnellsten 100 m Lauf aller Zeiten war natürlich viel länger als nur diese paar Sekunden. brauchte ein ganzes Jahrhundert mit Wettkämpfen, politischen Ereignissen und technischen Entwicklungen, die um die Welt gingen und Geschichte schrieben. fanden in Griechenland [musik] der Wiege Olympias die ersten Sommerspiele der Neuzeit statt. Bei den Teilnehmern dieses 100 m Laufs ist die Starttechnik noch sehr individuell. Der Läufer mit der modernsten Startposition [musik] gewinnt das Rennen. Der US-Student Thomas Burg wird der erste Olympiasieger im 100 m Lauf in genau 12 Sekunden. Aber sprinten [musik] ist technisch weit anspruchsvoller, als es aussieht. In Frankreich befasst sich der Forscher, Arzt und Physiologe Etien Jul Maret mit der Analyse [musik] von Bewegungen. Mit seinen chronofotografischen Aufnahmen kann er Bewegungsabläufe besser analysieren. Fortan gehen Sport und Wissenschaft Hand in Hand. Dass eine perfektionierte Technik ausschlaggebend für das Tempo ist, weiß auch Harold Abrahams. Abrahams Karriere als Sprinter beginnt mit dem Eintritt in die renommierte Cambridge University, die er ab 1919 besucht. Als Sohn eines lituschjüdischen Kaufmanns gehört er dort keineswegs zur Elite. [glocke] Und doch findet er seinen Weg. 1924 bricht der frisch gebackene Absolvent mit der ungeschriebenen Regel britischer Universitäten, dass Sportler [musik] Amateure sein müssen. Er bezahlt einen Trainer. Der berühmte Sam Musabini [musik] soll ihn zum schnellsten Mann der Welt machen. Gemeinsam berechnen Sie auf den Zentimeter genau [musik] den idealen Abstand der Startmarken für einen maximalen Abstoß beim Start, ein besseres Vorschnellen und einen großen ersten Schritt. Auch der französische Physiologe Maret und die Filmtechnik werden eingespannt, um Abrahams Sprinthaltung [musik] zu optimieren. Dafür muss der Sportler so weit in Vorlage gehen, dass er kaum noch den Boden berührt. Seine Arme wirken wie Kolben, die es ihm erlauben, die Beine [musik] besser zu strecken. Sein Ziel ist der 100 m Lauf bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris. Er weiß nur zu gut, dass er nicht als Favorit antritt. Seit Thomas Burg haben US-Athleten diese Königsdisziplin am häufigsten gewonnen. Die Kamera im Olympiastadion ist deshalb vor allem auf Jackson Schulz und Charlie Paddock gerichtet, die seit vier Jahren Weltbestzeiten laufen. Doch 10 Sekunden und sechs Zehntel später kann der Brite jubeln. Er hat alle abgehängt. Harold Abrahams ist seiner Zeit voraus. Er gilt als erster Profisprinter der Geschichte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beendet der Sieg des Briten die Vorherrschaft der USA im internationalen Sprint. An den renommierten US-Uiversitäten trainiert man nur unter seines gleichen, im einheitlichen Trainingsdress, der so hell ist wie die Hautfarbe. Im Amerika der offenen Rassentrennung hat hier kein schwarzer Zutritt. Schwarze trainieren an eigenen Universitäten, immer wieder begleitet von herablassenden [musik] Kommentaren. Abgesehen von gern zur Schau gestellten folkloristischen Darbietungen, ermöglichen es diese Einrichtungen ihren Studenten aber auch an offiziellen Sportereignissen teilzunehmen. Einer von ihnen ist im American Football ebenso geschickt wie im Sprint. Auch wenn sich Eddie Tolen auf Bahn 1 rechts der einzige schwarze Athlet im Rennen nicht an die Markierung hält. [jubel] Stets hatte der 1,66 m kleine gedrungene Brillenträger zu hören bekommen. Er sei als Sprinter zu klein. Darüber kann er jetzt nur lachen. Der Läufer hier auf Bahn 1 beeindruckt mit 1,82 m. Ralph Matc von der Maquette University. Die beiden schwarzen Athleten führen in der Qualifikation und sind die ersten nicht weißen Sprinter in der US-Olympiamannschaft. 1932 stehen sie bei den Sommerspielen in Los Angeles im Finale. In der Mitte Matc, der einen schlechten Start hat, dann aber langsam nach vorn zieht, Brust an Brust mit Tolen. 10,3 Sekunden Weltrekord eingestellt. Doch wer ist der Sieger? Die beiden mit Gleichstand zu bewerten wäre logisch, aber so einfach ist es nicht. Das Reglement besagt, dass derjenige gewinnt, dessen gesamter Oberkörper zuerst die Ziellinie passiert hat. Nach langem Hin und Her und obwohl sie den Draht zurelben Zeit berührt haben, muss sich Matc der Regel beugen. Tolen [musik] verbucht erneut einen Sieg. Die schwarzen US-Amerikaner übernehmen die weltweite Führung im Sprint. Ein Meilenstein für die Konservative von weißen dominierte Nationen. Auch Frauen finden dort im Sport kaum Anerkennung. Was Daniswa Valaschewic [musik] nicht entmutigt für die Sommerspiele in Los Angeles zu trainieren. Die in Polen geborene und in den USA aufgewachsene Athletin, die sich nun Stella Walsh nennt, halt einen weniger beachteten Weltrekord an, den über 50 Yards, also gut 45 m. Zwischen ihrem Gastland und ihrer Heimat Europa, wo sie Erfolge feiert, ist sie hin und her gerissen. [musik] in ihr Trainer will seine Athletin unbedingt mit Männern messen. Stella Walsh läuft zwar wie ein Mann, aber nicht schnell genug, um es bis in das erste Olympische Dorf der Geschichte zu schaffen. Das bleibt bei den Spielen in Los Angeles den 1206 männlichen Athleten vorbehalten. Die 126 Athletinnen wiederum wohnen im Hotel. Vor einem reinen Männerpublikum findet der Frauensprint erst zum zweiten Mal im Rahmen der Olympischen Sommerspiele statt. Beim Finale hat Stella Walch auf der Außenbahn zunächst Anlaufschwierigkeiten. Doch mit dieser Energieleistung ist sie die erste Frau, die unter 12 Sekunden bleibt. 11,9 läuft sie bei den Spielen, wo sie auf eigenen Wunsch für Polen startet. Als Della Wal Jahre später als Unbeteiligte [musik] bei einem Raubüberfall erschossen wird, werden bei der Obduktion verkümmerte männliche Genitalien festgestellt. "Sella war ein Mann", titelt die Boulevardpresse, als ob die Dinge so einfach wären. Trotz allem bleiben ihr die zahlreichen Titel. Ihr Leben war kein Märchen. Doch wer, wenn nicht eine Intersexuelle, könnte besser das Paradoxon eines Frauensports aufzeigen, der lange als Gegenentwurf zum männlichen höher, schneller, weitergalt. Am 5. Juli 1936 gehen Männer und Frauen, Schwarze und Weiße gemeinsam an Deck der Transatlantikfäre Manhatten. Die US-Abordnung [musik] macht sich auf den Weg zu den Sommerspielen in Berlin, wo seit 3 Jahren die Nazis an [musik] der Macht sind. Zuvor war auch ein Boikott im Gespräch, aber am Ende ein alle Mitglieder des US-Teams das gemeinsame [musik] Olympia Abenteuer. Auf einem ruhen ganz besondere Hoffnungen. Jessie Owens, er ist der Topathlet der USA. [musik] Große Ziele weit weg von seiner Heimat Alabama. Owes ist Sohn eines ehemaligen Sklaven und stammt aus einer armen kinderreichen Familie. Sein Sporttalent aber bringt ihn an die Ohio State University, wo er zum besten Sprinter der USA [musik] wird. Owens wird schnell klar, dass er in diesem Sommer 1936 gemeinsam mit seinen Teamkollegen im rassistischsten Land der Welt antritt. Bei den Sommerspielen in Berlin sollen die schwarzen Sprinter [musik] vor allem Hitlers Theorien von der Überlegenheit der arischen Rasse bestätigen. Doch die Vision der Nazis scheitert klädglich. Nicht so sehr, weil Owens die Konkurrenz abhängt, sondern wegen der beeindruckenden Art und Weise seiner Dominanz. Schon in den Vorläufen versetzt seine Lauftechnik jeden in Erstaun. Mit Schuhgröße 39 wirken seine Schritte besonders behutsam [musik] und verleihen ihm eine übernatürliche Leichtfüßigkeit. Ganz selbstverständlich läuft er mit erhobenem Kopf, aufrechtem Oberkörper und gut ausbalanciertem Rhythmus für maximale Effizienz. Nichts kann die großartige Technik eines Mannes stoppen, der seinen Sport derart gut beherrscht. The tr is heavy to my will fin this is it a 10 seconds. Perf. [jubel] [jubel] Sieger. Matc, der zweitplatzierte, verpasst erneut seine Chance auf olympisches Gold. Diesmal übertrumpft [musik] von einer Legende. OS erobert mit seinem Scham das Berliner Publikum. [musik] Mit seiner gesamten Erscheinung schlägt er Hitler und seinen Schergen ein Schnippchen. Im Alle streut er der arischen Propaganda Sand ins Getriebe. Was dann geschieht, vor der 4 x 100 m Staffel, ist kaum nachzuvollziehen. Die US Teamleitung wählt zwei weiße und zwei schwarze aus. So als würden die USA nicht zwischen Hautfarben unterscheiden. Doch entgegen jeder sportlichen Logik sind Owens und MATCF die Startläufer, obwohl sie die schnellsten sind. Damit müssen sie ihren weißen Staffelkollegen das Privileg des Zieleinlaufs überlassen. [jubel] [jubel] America first. Ja, aber das weiße Amerika. Bei seiner Rückkehr nach New York wird der Held von Berlin mit den vier Goldmedaillen auf dem Broadway gefeiert. Aber der demokratische Präsident Franklin Roosevelt, der für eine zweite Amtszeit kandidiert, empfängt ihn weder im Weißen Haus, noch gratuliert er ihn. OS unterstützt den republikanischen Gegenkandidaten Elf London, der afroamerikanische Stimmen gewinnen will. Außerhalb seines engsten Kreises hat die schwarze Öffentlichkeit wenig Verständnis für Owens Entscheidung. Sein Stern sinkt. Bald muss er sein Geld mit Auftrittsgaren verdienen. Sowie hier in Havan. wo er für 000$ gegen den Vollblüter Julio antritt, der in Panik vor dem Startschuss Querfeld einrast. Ein absurdes Spektakel. [jubel] Jessie Owens hat die 30er Jahre geprägt. Sein Rückzug ist der Anfang vom Ende einer Welt, die bald im Kriegschaos versinkt. [jubel] Nach dem zweiten Weltkrieg der Neuanfang in Europa. Auch für den niederländischen Nationaltrainer Jan Blankers und seine Athleten, darunter seine Ehefrau Fanny Blancers Kuh. Sie war schon mit 18 Jahren bei den Sommerspielen in Berlin und gehört zu den Sportlerinnen, denen der Krieg die besten [musik] Jahre genommen hat. Zwischenzeitlich bekam sie zwei Kinder, ohne ihren Traum von Olympia aufzugeben. Als sie 1948 [musik] bei den Sommerspielen in London antritt, ist sie 30 Jahre alt. Mit ihrer souveränen Lauftechnik ist Fanny Blancas Kuh schon im Halbfinale [musik] uneinholbar. Ein Triumph über all jene, die sie lieber zu Hause bei ihren Kindern sehen würden. In Wembley haben sich die Zeiten geändert. Viele Frauen sind gekommen, um sich das Finale anzusehen. 20 Jahre nach ihrem Debüt auf [musik] der Aschenbahn kann sich Fanny Blancas Kuh endlich mit Gold belohnen. Für die Presse ist sie die fliegende Hausfrau. [applaus] 12 Jahre später beginnt mit den Sommerspielen in Rom neue Era. Wilmer Rudolph ist 20 Jahre alt und ebenfalls Mutter, aber nicht verheiratet. Das hält man strikt geheim. Nichts soll den Scham dieser jungen US-Amerikanerin trüben, die das gesamte olympische Dorf zu erobern scheint. Bei ihrem Finale, das erstmals per Eurovision übertragen wird, haben die Zuschauer nur Augen für Sie. Wilmer Rudolf besticht mit einer eleganten, präzisen Lauftechnik. [musik] Jeder Schritt wirkt wie ein kleiner Sieg über sich selbst. Bei ihrer Geburt wog sie weniger als 2 kg. Später hatte sie Kinderlähmung und entschied sich für den Leistungssport, um gegen die folgende Erkrankung anzukämpfen. Die Frau, die alle nur kurz Rudolf nennen, bricht als erste die 11 Sekundenmarke im 100 m Lauf. Ihr Rekord wird wegen zu günstiger Windbedingungen jedoch nicht anerkannt. Aber dann gewinnt sie auch über 200 m und unter den begeisterten Blicken der Zuschauer obendrein die 4 x 100 m Staffel. Sie steht ihrer Vorgängerin Funny Blanas Kon in nichts nach. zwei großartige Trippel für die beiden strahlendsten Läuferinnen der Nachkriegsgeschichte. Vielleicht ist diese Dominanz aber auch ein Beleg dafür, dass der Frauensprint zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf dem Weg der Spezialisierung für noch schnellere Zeiten ist. Anders als bei den Männern. Ein junger deutscher Athlet hat ein ehrgeiziges Ziel. Armin Hari kämpft seit zwei Jahren vor den Augen der Kampfrichter gegen eine unbezwingbar scheinende Hürde. Er will endlich die 10 Sekunden Marke knacken. Seit es den Weltrekord gibt, wird er inzwischen in Minischritten von einer zehntel Sekunde pro Jahrzehnt unterboten. Die Einführung von Startblöcken nach dem Krieg hilft dem gebürtigen Sahländer seine natürliche Schnellkraft besser auszunutzen. Haris Spezialität ist es, das Kommando des Starers vorwegzunehmen, um die Reaktionszeit zu überspringen und genau mit dem Schuss zu starten. Das Ergebnis der Europameistertitel 1958. Doch wer der Zeit voraus ist, riskiert auch schon mal einen Fehlstart. Am 21. Juni 1960 in Zürich ist Hari auf der mittleren Bahn wie immer sprungbereit. [musik] Im Ziel hat er es geschafft. Genau 10 Sekunden. Leider ist er erneut zu früh gestartet. Nach langen Diskussionen darf er wiederholen. Nur zwei Gegner willigen ein. [musik] Wieder 10 Sekunden. Diesmal ist Tari offiziell der erste, der diese symbolische Marke geknackt hat. Auch wenn das elektrische Chronometer, das noch nicht anerkannt ist, einige Hunderstel mehr gezählt hat. des 10 secondes mais il était admis que ce temps qui était chronométré à la main était un temps qui avantage grandement car les chronométrages automatiques don 10 15 c je crois par contre dans ce jourl har a été crédité de la première performance mondiale il a pu être cité comme la tête plus rapide du monde mais il peutêtre pas derenmann ist in jenem 1960 so oder so die Attraktion bei den Sommerspielen in Rom. Zwar hängt ihm die Sache mit dem Fehlstart nach, aber Hari lässt sich nicht beirren und will es allen beweisen. Er kämpft auch gegen den Starter. Bei Hari geht dieser lieber auf Nummer sicher und nimmt zwei Pistolen statt einer. Die erste für das Startsignal, die zweite für einen Fehlstart. Der erste Startversuch. Auch ganz ohne Schuss will Hari allen davon laufen. Zweiter Versuch, diesmal weniger auffällig. Doch dem Mann mit der Pistole entgeht nichts. Dritter Anlauf. Hari setzt alle unter Druck. Erst der vierte Versuch gelingt. Der vermeintliche Trixer beweist erneut, dass er der Beste ist. [musik] In diesem meist umkämpften Finale der Geschichte mit einer Bestzeit von 10,2 Sekunden trennt die sechs Männer im Ziel weniger als 1,50 m. Der deutsche Sieger beendet eine 28-jährige Vorherrschaft der USA. Mit seinen 10 Sekunden in Zürich und seinem römischen Gold wird Hari zur Legende des 100 m Laufs und bleibt ein Schlitzohr. Gelaufen [musik] ist er in Puma Schuhen. Doch vor der Siegerehrung tauscht er sie gegen Adidas. Sein Verband spielt nicht mit und sperrt [musik] ihn. Man wirft ihm vor, von beiden Ausrüstern Geld kassiert zu haben. Ich glaube, dass die Strafe, die mich am Wochenende traf, selbst dann zu hoch ist, wenn ich das getan haben soll, wofür ich bestraft wurde. [applaus] Mit 23 Jahren beendet Hari seine Karriere. In Deutschland bleibt der Leichtathlet populär und läuft anderen noch lange auf und davon. 1964 sind die USA zurück. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokyo rast ein Mann wie ein Typhoon durch alle Wettbewerbe. Bob Hayes ist genauso groß wie Armin Hari, wiegt aber 14 kg mehr. Am Tag des Finales muss ihm ein Freund seine Schuhe leihen. Hay hat seine im Olympischen Dorf vergessen. Zusätzlich benachteiligt ist er durch die Bahn, auf der er läuft. Sie war am Vortag von den Geern stark beschädigt worden, doch seine Vorstellung ist eindrucksvoll. Vom Start weg fasziniert die Kombination aus Gewichtheber Oberschenkeln und Möbelpacker Schultern. [musik] Sein Sieg ist eindeutiger als seine Zeit. 9,9 manuell, 10,01 elektrisch und ein schlecht berechneter Mittelwert. 10,0 zeigt die Anzeigetafel. Eines aber steht fest. Bulletbobs 100 m Lauf im 4 x 100 m Finale ist mit 8,6 Sekunden bis heute der schnellste der Geschichte. [musik] Nach 3 Jahren fulminanter Sprinterkarriere bauen ihm die Dallas Cowboys eine goldene Brücke zum American Football und erwechselt. Der ungeschlagene 100 m Läufer erlebt seine Krönung beim Superbowl, ehe er in seine Heimat Florida zurückkehrt. Dort stirbt er nach langer Krankheit und völlig verarmt im Alter von nur 59 Jahren. Final. Bei den Spielen in Mexico Stadt 1968 hat die 10 Sekundenmarke schon seit 8 Jahren bestand. Die Veranstalter haben einen neuen roten Teppich ausgerollt, Tartan. Darauf können die Sprintchampions noch besser durchstarten und sich abstoßen. Auch die von Hand bediente Stoppuhr hat ausgedient. Erstmals ist es möglich, durch eine direkt mit dem Startschuss ausgelöste Zeitmessung und einem Lasersensor im Ziel die Zeit auf die Hundertel Sekunde genau amtlich zu bestätigen. In der auf gut 2200 m Höhe liegenden Stadt sorgt der geringe Luftdruck für bessere Leistungen. Der Amerikaner Jim Heines, der 50 m vor dem Ziel wieder mit seinem Gegner gleich zieht, startet noch einmal richtig durch. Es ist das erste zu 100% schwarze Finale in der Olympischen Geschichte. Mission erfüllt. Heinz ist der erste Mensch, der die 10 Sekunden Schallmauer mit sensationellen 9,95 Sekunden durchbricht. Ende der 1960er Jahre halten auch beim Training neue Methodeneinzug. Die Wettkampfvorbereitung wird weiter perfektioniert. [musik] Das gilt besonders im Land des wissenschaftlichen Materialismus, wo in Zeiten des kalten Krieges der Homo Sowjetikus zu Hochform aufläuft. Hinter der vermeintlichen Einsamkeit des Läufers wird in der UDSSR ein ganzer Staatsapparat hochgezogen. Valeri Bosow wird ab 1968 zum Hoffnungsträger. [musik] Der in seinem ukrainischen Heimatdorf entdeckte junge Läufer steigt in nur zwe Jahren in den Club der 10 Sekundenläufer auf. Sein Trainer Valentin Petrowski unterzieht ihn einem präzisen, physisch und wissenschaftlich ausgefallten Programm. Es ist das umfassendste Training, das je für einen Athleten entwickelt wurde. Der Gagarin des Sprints kommt in den Genuss modernster Innovationen. [musik] Nichts wird ausgelassen. auch keine Psychotests, die ihm sterne Nerven bescheinigen und ihn für Höchstleistungen qualifizieren. На основании ваших ответов получается, что вы прогрессивный борец. Валерий бежит не ногами, не мышцами, а бежит головой. Bei den olympischen Spielen in München muss ich Bosov auf Weltniveau beweisen. Der Sprint des sowjetischen Athleten auf Bahn 2 ist ein Lauf wie aus dem Lehrbuch. [musik] Auch beim Zieleinlauf zeigt er kein Lächeln. Bosov zieht seinen Lauf eisern durch in 10,14 Sekunden. Bosows Start ist perfekt darauf abgestimmt, seinen Schritthythmus nicht zu stören. Kaum aufgerichtet, gibt es keine echten Beschleunigungsphasen mehr. [musik] Er läuft in gleichbleibendem Tempo mit einer Effizienz, die die Technik in seinem Trainingsprogramm genau vorausberechnet hatte. [musik] Er wird auch nicht langsamer, wie man es von den meisten Läufern kennt, die sich der Ziellinie nähern. [musik] Die passiert Bosof mit dem Oberkörper voran. Auch dies ist ideal, denn diese Haltung zählt für das Fotofinish. [musik] Der einzige Goldmedaillengewinner in der Geschichte des sowjetischen Sprints passt perfekt in seine Zeit. [musik] Valeri Borsov besitzt alle Qualitäten des neuen sozialistischen Menschen und so wird er zum Vorbild für alle jungen Pioniere der Nation. Offs perfekte Positionierung im Orbit des Laufsports durch den großen Bruder UDSSR veranlasst die Satellitenstaaten, es ihm gleich zu tun. Während Sport in der Sowjetunion nur ein Propagandafeld [musik] von vielen ist, sind in Honekas DDR mit ihrem allmächtigen Sportminister Manfred Ewald die Champions von morgen, der beste Beweis für den Erfolg ihres Landes. Dem Sprint der Frauen hat in der DDR Horst Dieter Hille das Sagen. Der erfahrene Trainer baut ab Ende der 1960er Jahre methodisch einen neuen Sprinttypus auf. Renate Stecher. Weit entfernt von den anmutigen Läuferinnen der Nachkriegszeit, dominiert sie vier Jahre lang ungeschlagen den Frauensprint mental und physisch. Ein Höhepunkt ist ihr 100 m Lauf bei Olympia 1922 in München, wo sie mit Shira Kraft beeindruckt. Nach dem Rückzug Stechers arbeitet Hille mit einer Trainingsgruppe, [musik] um die Medaillenchancen zu erhöhen. Auf die Plätze. Die Zeiten der Möbelpackerstatur sind vorbei. Die DDR beeindruckt mit einem Team charmanter Weiblichkeit, darunter Mali G, die mit 1,66 m eher klein ist, aber die erste Frau, die unter 11 Sekunden bleibt. Als Gir im Juni 1983 in Berlin an den Start des 100 m Laufs geht, hat sie bereits zweimal den Weltrekord in ihrer Disziplin gebrochen. [jubel] [jubel] Ihr Trainer scheint schon zu ahnen, dass eine neue Bestmarke bevorsteht. [jubel] Zum dritten Mal bricht sie den Rekord in der Königsdisziplin mit 10,81. [jubel] Hille kann zufrieden sein. In 11 Jahren hat er seinem Team und der DDR sechs Olympiasiege, drei Weltmeistertitel und Rekorde am laufenden Band eingebracht. sein muss. Nach außen hin entsteht [musik] das sympathische Bild des fürsorglichen Trainers, der sich um seine Athletinnen kümmert. Doch dahinter verbirgt sich ein aufwendiges Dopingkonzept, das auf höchster staatlicher Ebene orchestriert wird. Das fliegt 10 Jahre später auf, [musik] als der Ostblock zusammenbricht und die Stasiarchive geöffnet werden. Der Trainer legt vor Gericht ein Geständnis ab. Why should one [musik] set of countries or one person have to abide by one set of rules and someone else a different set of rules? We have to put our foot down against the Eastern block countries and they just basically do what they want to do. In den 1980er Jahren wird der US Leichtathlet Carl Lewis zur Ikone im Kampf gegen Doping. Das liegt auch daran, dass er der Sportler mit der größten Medienpräsenz ist. Er ist bereits Weltmeister, als er bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles im 100 m Finale antritt. Der Modellathlet löst Bewunderung aus. 80 kg bei 1,88 m. Ein perfekter Körper. [jubel] [musik] Mehr noch als der enorme Antritt sind es die elegant geschlossenen Hände, die die Luft durchschneiden, der geschmeidige Bewegungsablauf und der präzise Laufrhythmus. Hinzu kommt ein weiteres Markenzeichen, das breite Lächeln. Erinnerungen an Jessie Owens werden wach. Carlis war ihm als Elfjähriger begegnet. Damals schwor sich der Junge, es seinem großen Vorbild eines Tages gleich zu tun. Was ihm auch gelingt, in Los Angeles [musik] holt er viermal Gold. Auf dem 100 m Siegerpodest neben Carlis [musik] ein Kanadier jamaikanischer Herkunft. Sein Name Ben Johnson. Vier Jahre lang begeistern die Duelle zwischen dem eher ungeschliffenen Schweiger und dem wortgewandten Bo die ganze Welt. Seit Los Angeles hat Ben Johnson bereits dreimal Revanche genommen und dabei einen Weltrekord aufgestellt. Mit neuer stahlharter Muskulatur hat er sich optisch stark verändert. Doch wenige Wochen vor den nächsten Sommerspielen will Carl Leis beim Sportfest in Zürich die Dinge gerade rücken. [musik] Leis Jubel verrät seine Erleichterung. Es verspricht das größte Duell der Olympiageschichte zu werden. Bei den Spielen in Soul 1988, wo die beiden Rivalen zum sechsten Mal aufeinander treffen, ist die Spannung auf ihrem Höhepunkt. Alle wollen wissen, wer ein für alle mal den Sieg davon trägt. Es ist Ben Johnson. [jubel] Drei Tage später fällt sein Dopingtest positiv aus. Dem Kanadier, der vielen immer als Außenseiter galt, wird die [musik] Medaille aberkannt. Er muss sofort abreisen. Leis holt sich in Südkorea nicht nur seinen Titel zurück, er gewinnt vor allem den Kampf um die öffentliche Meinung. Dabei hat auch er keine super weiße Weste. Auch er wurde schon positiv getestet. Doch der neue Saubermann sagt vor dem Kongress aus. In your estimation how many in Korea ofid use? I would say at least well took one down. I would say at least I would say at least 5 to 10 if I had to guess. I can't I'm not I know but I'm not trying to pin you number and the best close to it can say. Möglicherweise dachte Carl Lewis seiner Zeit auch an seine Teamkollegin Florence Griff Joiner. Ähnlich wie zuletzt Ben Johnson hat sich die bis in ihre Fingerspitzen betont feminine Sprinter wenige Monate vor Olympia auffallend verändert. Mit ihren deutlich stärkeren Oberschenkeln und Schulterpartien [musik] verblüfft sie, die bis zu ihrem 29. Lebensjahr auf 100 m immer um die 11 Sekunden gelaufen ist, in der Qualifikation mit 10,49 Sekunden. Dieser Weltrekord wurde seither nicht gebrochen. In Soul gibt es Vorbehalte gegen diese Leistung. Doch am 25. September, einen Tag nach [musik] dem Finale der Männer, sind alle Augen auf Flowjo gerichtet, wie man sie jetzt nennt. Ja. Mit einem wissenden Lächeln in mitten eines Feldes verzter Gesichter hält Flojo mit kaum geöffnetem Mund ihr Anfangstempo bis [musik] zum Ende. Sie gewinnt mit [musik] 3 m Vorsprung, aber anders als Ben Johnson schlüpft sie durch die Maschen der Doping [musik] Tests. Tränen der Freude oder vielleicht auch des Scharms. Doping kann Leistung steigern, ist aber auch lebensgefährlich. Florence Griff Joiner stirbt 10 Jahre nach Soul im Alter von 38 Jahren an einem Herzinfarkt. Sie hinterlässt eine verzweifelte Familie. Seit Soul hat sich der internationale Sprintsport zum reinsten Trauerspiel entwickelt. Fast alle Topläufer über 100 m wurden seither wegen Dopings belangt. Rund 170 Männer haben es geschafft, unter der 10 Sekunden Marke zu bleiben. Die besten Sprinter sind mit wenigen Ausnahmen schwarz und haben ihre Wurzeln zumeist in [musik] Westafrika. Dort ist eine Variante des ACTN3 Gens besonders verbreitet. Viele Wissenschaftler bringen dies mit einer höheren Belastbarkeit der hinteren Oberschenkelmuskulatur in Verbindung, das sogenannte Schnelligkeitsgehen. Es gehört möglicherweise zu den Erbanlagen, die die Schnellkraft der besten Sprinter der Welt begünstigen. Der Erfolg von Superstar Husin Bolt mag an etwas anderem liegen. Der Jamaicana ist 1,95 m groß und anders als beim Durchschnittsmenschen sind seine Beine länger als sein Oberkörper. [hecheln] Diesen Körperbau nutzt der Ausnahmesprinter konsequent. Im Finale der Olympischen Spiele 2008 in Peking hat er sichtlich damit zu kämpfen, seine überlange Statur in Bewegung zu setzen. Doch im sogenannten Vogelneststadion entfaltet dieser Albatros einmal gestartet seine ganze Spannweite und schwebt nahezu über die Ziellinie. [musik] In London [musik] 2012 berühren seine Füße kaum die Tatanbahn. Millisekunden bei jedem Schritt. 60% seiner Sprintzeit verbringt er in der Luft. Boat läuft nicht, er fliegt. [musik] 2016 in Rio braucht er nur etwas über 30 Schritte von 2,70 m, um den nächsten 100 m Sieg einzufahren. [musik] Nach 14 Jahren Karriere gilt Boat der Blitz als absolutes Richtmaß im Sprintsport. Drei Goldmedaillen über 100 m. Das ist in der Geschichte der Olympischen Spiele einmalig. Drei Weltmeistertitel und ein Rekord von 9,58 Sekunden, der wohl für lange Zeit unschlagbar bleiben wird. [musik] Ist Bold der wundersame Modellathlet, dessen Körper den Unterschied macht? Oder wird die Zukunft der Königsdisziplin eher technologischer [musik] Natur sein? auf Bahnen und in Schuhen, die den Menschen noch besser durchstarten lassen. Sie könnte aber [musik] auch in der Bionic liegen mit Zusatzimplantaten, künstlichen Muskeln und Sehnen und eingebauten Mikrochips. Die Zeitmessung jedenfalls lässt sich weiter unterteilen, [musik] unendlich klein. Die schnellsten Beine der Welt ließen sich auch in Nanosekunden messen, damit wir immer noch einen Zahn zulegen. irgendwie verdammt dazu, nie nachzulassen oder gar aufzugeben. เฮ [musik] [musik] Ah. [musik]


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Hinzugefügt 2026-07-24 14:30:11
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