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phoenix – CSD-Anschlag: Einordnungen von Hans-Jakob Schindler (Terrorismusexperte) | 26.07.26

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phoenix – CSD-Anschlag: Einordnungen von Hans-Jakob Schindler (Terrorismusexperte) | 26.07.26

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CSD-Anschlag: Einordnungen von Hans-Jakob Schindler (Terrorismusexperte) | 26.07.26

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Einordnungen von Hans-Jakob Schindler (Terrorismusexperte Counter Extremism Project) nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin.

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🤖 Zusammenfassung

Im Interview mit dem Terrorismusexperten Jakob Schintler wird der Anschlag in Berlin analysiert. Der Tatverdächtige wird mittlerweile dem islamistischen Spektrum zugeordnet, gilt als gewaltaffine Hochrisikoperson mit Vorstrafen und war polizeibekannt. Dennoch bleibt unklar, warum er trotz seines Profils auf freiem Fuß war und ob die Behörden früher hätten eingreifen können. Der Anschlag wird als wahrscheinlich IS-inspiriert eingestuft, ein Bekennerschreiben liegt aber nicht vor. Neben dem Fahrzeug wurde eine Art Machete gefunden – ein typisches Muster nach Propagandaanleitungen für Fahrzeugattacken. Mehrere Handys im Auto deuten nicht zwingend auf Mittäter hin; deren forensische Auswertung wird mehrere Tage dauern. Zeugenaussagen zu mehreren Tätern sind unter Stress unzuverlässig. Die Fahndung ist aufgrund fehlender flächendeckender Videoüberwachung in Berlin und des Verbots biometrischer Echtzeitabgleiche erschwert. Der Anschlag fand am Rande des CSD im Tiergarten statt, weil das eigentliche Festgelände besser gesichert war. Schintler betont jedoch, dass sich große Veranstaltungen nicht vollständig in Hochsicherheitstrakte verwandeln lassen, ohne den öffentlichen Raum lahmzulegen.

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📜 Transkript

So, jetzt wissen wir ein bisschen mehr und deswegen freue ich mich jetzt, dass wir noch einmal mit dem Terroreexperten Jakob Schintler sprechen können. Grüße Sie herzlich. Hallo. Diese neuen Informationen helfen die uns ein bisschen weiter Ihnen vor allen Dingen weiter das zu verstehen und auch eine Analyse anzubieten? Ja, also es ist mittlerweile klar, ähm er gehörte klar ins islamistische Spektrum, hat eine Reihe von Straftaten auch schon vor diesem jetzt auch Anschlag offiziell so bezeichnet begangen. Das heißt, er war eine Hochrisikoperson. Das leider ist aber noch nicht der Erklärung, was hier genau schief gegangen ist. Denn es gibt auch in Berlin, auch in der islamistischen Szene, mehr als eine Hochrisikoperson und natürlich auch Person aus anderen extremistischen Milieus inklusive und insbesondere natürlich beim CSD aus dem Gewaltorientieräten Rechtsextremismie, auf das die Sicherheitsbehörden vorab ähm achten müssen. Also insofern wir wissen jetzt klar, es geht immer mehr in Richtung eines islamistischen wahrscheinlich ES zumindestens inspirierten Anschlags, obwohl wir noch kein Bekennerschreiben haben. Aber es sind noch sehr viele Fragen offen. Was war vorher mit der Person? Warum wurde sie freigelassen? Welche Möglichkeiten hatten dann die Sicherheitskräfte, die auch nicht handeln dürfen, wenn niemand eine konkrete Straftat vorbereitet, um gegen diese Person vorzugehen oder eben nicht vorzugehen? Also ist jetzt jetzt klar, es war nicht nur das Auto als Tatwaffe sozusagen, sondern eben auch noch ein Messer. Der Bundesinminister sprach von einer Art Machete. Ähm typisch oder? Also der Rat von IS, aber nicht nur von IS, ist, dass bei Anschlägen mit Fahrzeugen am besten noch eine zweite Waffe mitgenommen wird, um dann sobald das Auto nicht mehr funktionsfähig ist, was meistens bei solchen Anschlägen der Fall ist, dann noch beim Aussteigen und Verlassen des Tatortes noch weitere Personen verletzen zu können. Also insofern paradigmatisch, leider sind solche Instruktionsvideos aber immer noch relativ einfach im Internet zu finden. Also rein deswegen kann man jetzt nicht sagen, es ist erst inspiriert, aber die Kombination aus der Geschichte des Täters und diesem Anschlag lässt vermuten, dass es zumindestens inspiriert durch Anweisungen und Propaganda war. Und es war auch die Rede von Handys, wenn wir das alle richtig verstanden haben, die im Fahrzeug gefunden worden sind. Das heißt natürlich nicht automatisch, dass es sich um mehrere Personen handelt. Äh könnte sich allerdings auch darum handeln. Ähm, wir wundern uns ein bisschen darüber, wie lange es dauert, dass wir diese Informationen jetzt überhaupt bekommen haben, auch mit dem mit dem Messer. Ähm, wie lange dauert das? Was erwarten Sie, bis man solche Handys ausgewertet hat? Also, es wird schon eine Zeit lang dauern, weil auf Handys natürlich unglaubliche Datenmengen abgespeichert werden können. Wir sehen ja nicht mehr in den 90er 90ern, sondern wir haben richtig große ähm Smartphones mittlerweile. Diese Daten müssen ausgelesen werden, dann müssen sie analysiert werden. Natürlich sind da nicht nur extremistische Inhalte drum, da muss noch aussortiert werden. Also, es wird schon e Minimum Tage dauern, bis wir mehr über die Handys wissen. Leider ist es so bei Terroristen, dass sie meistens mehr als ein Handy haben. Also das Faktum, dass es da mehr als ein Handy im Fahrzeug zurückgelassen wurden, heißt ebenfalls noch nicht unbedingt, dass es zwei Täter waren, aber könnte ein weiterer Hinweis sein, zumal eben mehrere Zeugen an dem Abend gesagt haben sollen, dass sie mehr als ein Peter gesehen haben, aber in der Hochstresssituation eines Terroranschlages sind eben Zeugenaussagen besonders vorsichtig zur Hand haben, weil natürlich die Leute im Stress sehr viele Dinge auch sehen und vielleicht dann auch falsch einordnen. Ja, und nun ist ein mutmaßlicher Täter, müssen wir immer noch sagen, mutmaßlich ähm auf der Flucht. Eine ganz schwierige Situation, oder? Ja, natürlich. Gerade, wenn es um den Täterhandelt, der schon natürlich eine ganze Reihe von Straftaten vor diesem Anschlag begangen hat, also nachhaltig bewiesen hat, dass er sehr gewaltaffin ist und in dieses Milieu reingehört. Aber die Polizei ist natürlich auch mit einem extremen Personenpotenzial. Es gab die Zahl von 2200 Beamten hier in Berlin unterwegs. Ich wohne in Mitte, ich höre auch ständig Helikopter, die über die Innenstadt kreisen. Also, es wird schon das Möglichste versucht. Aber im Unterschied zu London haben wir eben keine flächendeckte Abdeckung von Kameras in der Innenstadt von Berlin und es ist eben rechtlich nicht erlaubt, hier im Live Verfahren hier biometrische Daten abzugleichen. Also, sie dürfen nicht Material haben, das live aufgenommen wird und dann im Hintergrund eine biometrische Abgleich laufen lassen aus Datenschutzgründen. Leider, das macht die Sache noch mal etwas komplizierter. Ähm, wie bewerten Sie das, dass der Anschlag quasi nicht auf dem Festgelände des CSD stattgefunden hat, dass ja eventuell sogar dann tatsächlich sehr viel besser gesichert war, sondern im Bereich des Tiergartens. Äh, wie ist das möglich? Eine richtige Straße war es ja auch nicht. Können Sie das irgendwie herleiten? Also zunächst mal ist schon klar, wenn der Täter die Hauptveranstaltung hätte angreifen können, dann hätte er es mit hoher Wahrscheinlichkeit getan. Dann hätte er es natürlich auch vor laufenden Kameras gemacht. Da waren ja unglaublich viele Tänzeams auch auf der Abschlussveranstaltung und Ziel von Terrorismus ist immer maximale Medienaufmerksamkeit zu dem, was man tut. Also ist schon klar, dass es hier eine gewisse Abschrungswirkung hatte und offensichtlich die eigentliche Veranstaltung für sich relativ gut abgesichert war. Aber die Frage ist, wie weit können Sie einen Sicherheitskreis um so eine riesige Veranstaltung ziehen, dass es noch sinnvoll ist? Also im Grunde genommen der gesamte Tierpark absperren ist ein unglaublicher Aufwand. Er war offensichtlich nach Medieninformation zum Teil auch schon gesichert, aber die Teile, die halt sehr nah an den Rändern der Veranstaltung war und nicht der gesamte äh Park, ob es dann irgendwann dazu kommen muss, dass wir noch weiter den Kreis ziehen, der Aufwand noch größer wird, da ist dann irgendwann die Frage, wo ist es dann noch sinnvoll? Denn es wird immer wieder notwendigerweise Wege gehen müssen, in denen die Zuschauer und Teilnehmer hin zur Veranstaltung kommen und auch wieder weg von der Anfahstung kommt und die müssen sie offen lassen. Sie können es nicht in ein Hochsicherheitstrakt verwandeln. Leider muss man sagen, so ist die Sachlage. Ich danke ganz herzlich für die Einschätzungen. Jakob Schintler, vielen Dank. M.


📊 Link-Infos

URL https://www.youtube.com/watch?v=04ahg2neyvc
Titel CSD-Anschlag: Einordnungen von Hans-Jakob Schindler (Terrorismusexperte) | 26.07.26
Kategorien BulkNews, phoenix
Hinzugefügt 2026-07-26 18:23:05
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