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MANILA: Kein direktes Treffen zwischen den USA und Russland bei der Außenminister-Konferenz
Im Interview analysiert Russland-Experte Prof. Gerhard Mangott die jüngsten Entwicklungen in den US-russischen Beziehungen am Rande eines Asientreffens. Im Fokus stehen das informelle Treffen der Außenminister, die Diskussion um den sogenannten „Geist von Anchorage“ und die Forderung nach neuen Lösungsansätzen im Ukraine-Krieg. Zudem beleuchtet Mangott die Auswirkungen ukrainischer Angriffe auf russisches Kernland und die veränderte Wahrnehmung des Krieges in der russischen Bevölkerung.
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🤖 Zusammenfassung
Professor Mangott analysiert das kurze, informelle Treffen der Außenminister Rubio und Lawrow am G20-Rand. Russland wollte damit eigentlich die bilateralen Beziehungen zur USA aufwerten, doch Washington zeigt sich zurückhaltend. Positiv für Moskau: Die USA bleiben Vermittler. Negativ: Rubio fordert neue Ideen und distanziert sich vom sogenannten „Geist von Anchorage“, der Russland angeblich den gesamten Donbas zugestanden hätte. Mangott sieht die USA zunehmend auf ukrainisch-europäischer Seite, etwa mit der Sequenz „zuerst Waffenstillstand, dann Verhandlungen“. Zugleich verlagert die Ukraine den Krieg mit Langstreckendrohnen ins russische Kernland, was Putins Narrativ eines fernen Krieges und den Anspruch staatlichen Schutzes untergräbt.
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📜 Transkript
Und zugeschaltet ist mir jetzt der Politikwissenschaftler und Russlandxperte Professor Gerhard Mangott. Ich grüße Sie. Guten Tag. Das Gespräch, das dauerte nur 35 Minuten direkt am Rande eines Asantreffens. Was verrätt denn diese Kürze und der informelle Rahmen über den tatsächlichen Stand der US-russischen Beziehungen? Nun, es war ein zentrales Bestreben der russischen Regierung neben einer Lösung des Krieges in der Ukraine, die Beziehungen zwischen Russland und den USA wieder aufzuwerten. Ein solches Treffen am Rande einer internationalen Konferenz allerdings ist nicht das, was man sich darunter vorstellen wollte auf russischer Seite. Man hätte gerne ein direktes längdauerndes Treffen gehabt zwischen den beiden Außenministern. Das ist nicht möglich gewesen. Dazu sind die USA nicht bereit. Aber es gab gute Nachrichten zum einen, schlechte Nachrichten zum anderen für Russland. Gute Nachrichten, das was Russland unbedingt wünscht, nämlich, dass die USA Vermittler bleiben. Das sagte Rubio zu. Die schlechte Nachricht ist, dass Rüber gesagt hat, es braucht neue Ideen und neue Lösungen und nicht das, was Vladimir Putin letzten August mit Donald Trump besprochen hat, das sogenannte Geist von Anchorage. Sie sprechen ihn gerade an, den Geist von Anchorage Moskau. Wirft Washington ja vor, diesen gebrochen zu haben und Zusagen aus dem Gipfel von 25 nicht einzuhalten. Was genau könnte denn damit gemeint sein, wenn der Inhalt der Vereinbarungen bis heute gar nicht offiziell bekannt ist? Nun, es gibt Gerüchte darüber, was die russische Seite mit diesem Geist von Anchorage meint. Die russische Seite geht davon aus, dass die USA akzeptiert hätten, dass Russland den gesamten Donbas, also auch noch die verbliebenen Teile der Region Donzk übernehmen dürfen. Äh, dass umgekehrt Russland dann seine Ansprüche auf Teile zweier anderer südlicher ukrainischer Provinzen aufgibt und äh besetzte Gebiete im Osten der Ukraine auch aufgibt. Das ist der Kern dieses angeblichen Geistes von Anchorage. Und da hat die Ukraine klar und deutlich gemacht, dass sie das nicht akzeptieren wird. und Russland ist in einer sehr schwierigen Lage dieses Ziel auch militärisch zu erreichen und braucht deswegen eine diplomatische Lösung. Und da sollen die USA jetzt offensichtlich, wenn man die Aussagen von Rubio so deuten darf, äh davon abgehen und diesen Kompromiss nicht länger unterstützen und deswegen eben die Forderung nach neuen Ideen und das ist für die russische Seite sicherlich eine negative Nachricht. Sie sprechen die Forderungen nach neuen Vorschlägen und Ideen von Rubio für einen Frieden an, aber was könnte das denn konkret bedeuten, wenn die Kernforderungen beider Seiten eigentlich seit Monaten unverändert bleiben? Und die USA haben sich in den letzten Wochen doch deutlicher auf die ukrainische und die europäische Seite geschlagen, denn bislang war die russische Forderung immer zuerst eine Verhandlungslösung, dann einen Waffenstillstand, während die Ukraine und die Europäer genau die umgekehrte Vorgangsweise wollten. scheint jetzt die USA auch übernommen zu haben und deswegen das was unter neuen Ideen und Lösungen von Zeiten der USA eben auch gemeint ist, dass Russland sich auf einen Waffenstillstand einlässt, bevor noch ein Verhandlungsergebnis zur Lösung des Krieges erzielt worden ist. Und da war Russland bisher immer hart und hat gesagt, das lehnen wir ab, denn das bedeutet, dass es zwar die Waffen schweigen, aber vielleicht niemals zu einer verhandelten Lösung kommt. Aber es könnte sein, dass die Amerikaner so viel Druck auf Russland ausgen, dass man sich auch angesichts der hohen Verluste an der Frontlinie dann doch zu dieser Sequenzierung zuerst Waffenstillstand, dann Verhandlungen einlässt. Blicken wir auch noch mal auf aktuelle Angriffe. Selenski sagt zu den Wildberries Angriffen, also Attacken auf Russlands größten Online Verandhändler. Man verlagere den Krieg zurück nach Russland. Ziele, die lagen ja teils bis zu 700 km von der Front entfernt. Verschiebt sich der Krieg damit tatsächlich ins russische Kernland und was bedeutet das auch für Putins Fähigkeit, den Krieg als etwas weit entferntes darzustellen? Nun, diese anfänglichen Versuche der russischen Führung zu sagen, der Krieg ist weit entfernt von uns, erfindet als spezielle Militäroperation in der Ukraine statt, das kann nicht mehr aufrechterhalten werden, denn täglich gibt es Angriffe ukrainischer Langstreckendrohnen auf russische Ziele, Infrastrukturziele, Energieanlagen, Raffinerien und ähnliches. Und es gibt natürlich die Auswirkungen des Krieges in Form einer Internetsperre in den weißen Regionen Russlands. Das heißt, die Bürger spüren, dass es diesen Krieg gibt und dass der Krieg jetzt zu innen gekommen ist. Also dieses Narrativ äh er werdet von diesem Krieg nicht betroffen sein. Es werden nur Freiwillige in die Ukraine gehen. Das lässt sich so nicht mehr aufrechterhalten. Und das ist sicherlich auch ein Ziel der ukrainischen Angriffe neben der materiellen Zerstörung, die die Angriffe auslösen, auch die Glauwwürdigkeit der russischen Führung zu untergraben und in der Bevölkerung Russlands den Eindruck zu verstärken, dass die russische Führung sie eben nicht vor solchen Angriffen schützen kann, dass der Staat nicht in der Lage ist, die Bevölkerung vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Herr Professor Mangott, vielen Dank für dieses Gespräch. Sehr gerne. Ne.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=mf_6GFP55Ak |
| Titel | TREFFEN IN MANILA: "Gab gute Nachrichten und schlechte Nachrichten für Russland" |
| Kategorien | BulkNews |
| Hinzugefügt | 2026-07-24 06:34:41 |
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