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🤖 Zusammenfassung
Der Bericht dokumentiert die extrem gefährlichen Bedingungen für Journalisten im Gazastreifen seit dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023. Mit 245 bis 308 getöteten Medienschaffenden gilt der Krieg als tödlichster für Journalisten im 21. Jahrhundert. Israelische Militärangriffe, teils auf Medienhäuser, Drohanrufe, willkürliche Festnahmen und Folter werden berichtet. Israel bestreitet gezielte Angriffe und behauptet, nur gegen Terrorverdächtige vorzugehen. Palästinensische Journalisten arbeiten zudem unter massiven Einschränkungen der Pressefreiheit durch die Hamas. Internationale Journalisten erhalten kaum unkontrollierten Zugang; begleitete „Embedded"-Reisen prägen den Blickwinkel militärisch. Organisationen wie CPJ und Reporter ohne Grenzen werfen der IDF vor, Journalisten zu diskreditieren, einzuschüchtern oder gezielt zu töten. Fälle wie die von Ismail al-Ghoul und Hamza al-Dahdouh zeigen, wie schwer sich Vorwürfe unabhängig verifizieren lassen – die Grenze zwischen Verdacht, Militärnotwendigkeit und möglichen Kriegsverbrechen bleibt unklar.
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📜 Transkript
[musik] Ein langer, anstrengender Tag im Gazastreifen geht zu Ende. Die Journalisten hier sind erschöpft. Der Hunger nagt an ihnen. Einige kämpfen immer wieder gegen das Gefühl an, gleich ohnmächtig zu werden. Andere sind bereits zusammengebrochen, teilweise sogar während ihrer Live schalten. Trotzdem wollen viele Journalisten weiterarbeiten, auch die sechs Männer in diesem Zelt. Sie haben heute das Geschehen im Gazastreifen dokumentiert. [musik] Ibrahim Sahir, Mohammed Nufal und Mohamed Alivua sind Kameraleute. Mohammed Kariker, Mohammed Al Schalldi und NSL Sharif sind Journalisten. In wenigen Minuten werden sie alle tot sein. Einer von ihnen ist laut dem israelischen Militär ein Terrorist gewesen. Seit dem Terrorang der Hamas im Oktober 2023 sollen zwischen 245 und 308 Medienchaffende getötet worden sein durch Angriffe des israelischen Militärs. Dazu zählen typischerweise Journalisten, Kameraleute, Fotografen und Produzenten. Die Zahlen variieren je nach Quelle. Damit gilt dieser Krieg im 21. Jahrhundert als der tödlichste für Journalisten. So tödlich, dass der Gasastreifen von einigen Beobachtern als Friedhof des Journalismus bezeichnet wird. Einige Journalisten sind bei Angriffen auf Wohnkomplexe und zivile Infrastruktur gestorben. Andere während ihrer Arbeit an Orten, die ins Visier des Militärs geraten sind. Und in manchen Fällen gibt es Hinweise, dass das israelische Militär Medienchaffende gezielt getötet haben soll. Anschuldigung, die es uns gegenüber als falsch zurückweist. Das hier ist die Geschichte von Journalismus im Gazastreifen und von den Bedingungen, unter denen er stattfindet. Für dieses Video haben wir viel recherchiert, Experten befragt und uns rechtlich beraten lassen. Unser Produktionsteam hat versucht, alles detailliert nachzubauen. Das ist möglich, dank starker Partner wie Clark. Clark kennt ihr bereits. Mit der App kannst du dich digital um deine Versicherungen kümmern. Am besten startest du mit dem Bedarfscheck. 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Oktober 2023 verübt die radikal islamistische Hamas einen Terrorang auf Israel. Etwa 1200 Menschen werden getötet und 251 Geiseln genommen. Seitdem führt Israel offiziell einen Krieg gegen die Terrorganisation im Gazastreifen. Im Oktober 2025 haben sich die Hamas und die israelische Regierung auf eine Waffenruhe geeinigt. Seither werfen sich beide Seiten regelmäßig vor, die Vereinbarungen zu missachten. Bis zur Waffenruhe wurden laut dem von der Hamas geführten Gesundheitsministerium in Gaza mehr als 170.000 Menschen verletzt. Mindestens 69 000 Menschen wurden bei Kampfhandlungen getötet. Eine statistische Hochrechnung des Max Plan Instituts für demographische Forschung schätzt die Zahl der im Kampf getöteten Opfer Ende November 2025 sogar auf über 99 000. Das Institut stützt sich dabei unter anderem auf Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza, auf Daten einer unabhängigen Haushaltsbefragung sowie auf ausgewertete Todesmeldungen aus digitalen Medien. In unserem ersten Video zum Krieg im Gazastreifen haben wir gezeigt, dass die Angaben des Gesundheitsministeriums von Medien und der UN als weitgehend glaubwürdig [musik] eingeschätzt werden. Die UN konnte die Zahlen größtenteils verifizieren. Trotzdem lassen sich die Daten nur schwer unabhängig überprüfen und werden in Medien und Studien immer wieder diskutiert. Es gibt viele Gründe, warum unabhängige Überprüfungen so schwierig sind. Seit Beginn des Krieges verwehrt die israelische Regierung den meisten internationalen Journalisten den unkontrollierten Zugang in den Gazaastreifen. Das israelische Militär schreibt uns auf Anfrage: "Es organisiere regelmäßig die Einreise ausländischer Journalisten. Die wenigen, die dorthinreisen, arbeiten allerdings meist als sogenannte. Das sind Journalisten in direkter Begleitung des israelischen Militärs. Laut Angaben der IDF gegenüber der BBC soll diese Begleitung eine sichere Berichterstattung ermöglichen. Unsere Nachfrage, welche Kriterien Journalisten erfüllen müssen, um als Ets in Frage zu kommen, blieb unbeantwortet. Zum Reisen als Ambert haben wir mit dem Investigativjournalisten Frederik Obermeier gesprochen. Er ist Co-founder des Investigativ Outlets Paper Trail Media und war maßgeblich an der Aufdeckung der Panama Papers, des Pegasus Projekts und der Swiss Secrets beteiligt. Von allen Kollegen und Kolleginnen, die das gemacht haben, können wir immer nur, na ja, da wurde gesagt, wo man hinschauen kann. ähm und Kontakt zur palstinensischen Bevölkerung, zu Zivilisten war so gut wie unmöglich und wenn er möglich war, dann stand halt ein IDFsoldat daneben und hat zugehört. Es ist außerdem üblich, dass BETS ihre Recherchen oder ihr Bildmaterial vor Veröffentlichung einem Mitarbeiter des Militärs vorlegen müssen. Unsere Frage an das israelische Militär, ob und in welchem Umfang dies verlangt wird, blieb unbeantwortet. Katrin Eigendorf vom ZF und Paul Ronzheimer von Bild betonen gegenüber der Tatz allerdings, es gäbe keine konkreten inhaltlichen Verbote von Seiten der IDF. Beide waren selber als im Gaz Streifen. Trotzdem wird der Blick auf das Geschehen bei so einer Reise zwangsläufig von der Perspektive des Militärs geprägt. Internationale Journalisten [musik] können also nur eingeschränkt oder gar nicht aus dem Gazastreifen berichten. Deshalb sind palästinensische Journalisten vor Ort umso wichtiger. Doch die Pressefreiheit gilt im Gazastreifen seit der Machtübernahme der Hamas als stark eingeschränkt. Im Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen liegt Palästina auf Platz 163 von 180. Neben privaten Medien wie Voatan TV und Atschal Radio gibt es laut Reporter ohne Grenzen auch Medien, die politischen Bewegungen nahe stehen. So steht Palestine TV der palstinensischen Partei Vatahi. Die Nachrichtenagentur Shehab oder das Alaxa Mediennetzwerk haben enge Verbindungen zur Terrorganisation Hamas. Laut dem Guardian beschäftigt der Hamaskanal Axa vor Kriegsbeginn hunderte Mitarbeitende. Das Netzwerk betreibt einen Fernseh und zahlreiche Radiosender. Sowohl die Vater als auch die Hamas üben gezielt Kontrolle über die Medien im gesamten Gazastreifen aus. Die Hamas soll Medien dazu drängen, ihre politische Linie zu übernehmen [musik] und damit kritische Stimmen unterdrücken. Schon vor Oktober 2023 meldet die Times of Israel die Hamas verpflichte Journalisten für Dreharbeiten an bestimmten Orten im Gazastreifen Genehmigungen einzuholen. Und zwar nicht nur für offizielle Gebäude oder Infrastruktur, sondern auch für öffentliche Orte wie den Fischereihafen, den Strand oder den Goldmarkt. Laut der Times soll die Hamas Journalisten außerdem verboten haben für israelische Medienhäuser zu arbeiten. [räuspern] Reporter ohne Grenzen und das Palestine Journalist Syndicate berichten, dass Journalisten vereinzelt [musik] bedroht wurden, weil sie kritisch über die Hamas berichtet hatten. Laut dem Committee to Protect Journalists, einer internationalen Organisation, die sich für die Rechte von Journalisten einsetzt, sollen einige sogar von Mitarbeitern der Hamas geschlagen worden sein. Zudem soll die Hamas Journalisten in mindestens einem Fall direkt kontaktiert und angewiesen haben über bestimmte Ereignisse gar nicht erst zu berichten. Die Berichterstattung im Gazastreifen ist extrem schwierig. In Teilen ist sie sogar unmöglich. Und selbst die wenigen Einblicke, die es zu Beginn des Krieges noch gab, waren nicht von Dauer. Diese Kamera gehört der französischen Nachrichtenagentur AFP. Sie steht auf einem Balkon im zehnten Stock des Hashy Tower. Von hier oben hat die Kamera einen weiten Blick über Gazastadt. Tag und Nacht, 24 Stunden lang, sendet [musik] sie Livebilder in die Welt. So gibt sie seltene Einblicke in ein Gebiet, das von außen kaum jemand mehr betreten darf. Ein paar hundert Meter entfernt ist auch eines der höchsten Gebäude des Gazastreifens zu sehen, der Alrefari Tower. Dort haben auch einige Medienhäuser ihre Büros. Täglich gehen palästinensische Journalisten hier ein und aus, um über den Krieg zu berichten. Manche von ihnen schlafen sogar dort. Vor etwa einer Stunde hat die AFP Kamera festgehalten, wie eine Rakete den Alrefari Tower getroffen hat. Dabei ist ein Journalist schwer verletzt worden. Es wird an diesem Tag nicht der einzige Angriff auf eine journalistische Einrichtung bleiben. Die Büros der AFP befinden sich nur ein paar Stockwerke über der Kamera. Normalerweise arbeiten hier acht Angestellte. Sie wurden ab Befehl des israelischen Militärs allerdings schon einige Wochen zuvor in den Süden Gazas evakuiert. An diesem Vormittag ist das Büro entsprechend leer. Zwischen 11:55 Uhr und 12:09 Uhr wird der Hashy Tower viermal von Explosionen erschüttert. Mindestens zweimal wird der elfte Stock direkt getroffen. Dabei wird der Serverraum der AFP zerstört. Ein Moment, den die Kamera am Stockwerk darunter festhält. Wie durch ein Wunder bleibt sie dabei heil. Trotzdem endet ihre Liveübertragung nur wenige Tage später. Es ist niemand mehr da, um das Übertragungssystem neu zu starten. Recherchen von Paper Tray Media und Lemonde zeigen später, dass die Büros der AFP sehr wahrscheinlich von israelischen Panzern beschossen wurden. Mutmaßlich absichtlich. Das israelische Militär bestreitet die Vorwürfe. Es gibt an, in der Nähe einen Angriff durchgeführt zu haben, der Trümmer verursacht haben könnte. Die mutmaßlich gezielten Angriffe auf den Alrifari Tower und den Hashi Tower werden nicht die einzigen Angriffe auf Medieneinrichtungen im Gazastreifen bleiben. Die PJS ist die Gewerkschaft palästinensischer Journalisten. Laut ihr hat das israelische Militär bis September 2025 mindestens 70 Medieneinrichtungen teilweise oder vollständig zerstört, darunter Fernseh und Radiosender, Nachrichtenagenturen und Journalistenschulen. Wir haben die IDF in einer Mail um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der PJS gebeten. In ihrer Antwort betont das israelische Militär, dass dies eine schwerwiegende Anschuldigung sei. Sollten wir genaue Koordinaten und Daten der mutmaßlichen Angriffe auf die jeweiligen Medieneinrichtungen angeben, könne jeder Fall einzeln untersucht werden. Für viele Journalisten wird in Gaza kaum mehr ein Ort bleiben, von dem aus sie arbeiten können. Einige von ihnen werden sich im Laufe der Zeit dazu entscheiden, den Gazastreifen zu verlassen. Wie für weite Teile der restlichen Zivilbevölkerung ist eine Ausreise aus dem Gazastreifen für viele Journalisten allerdings kompliziert und langwierig. Für diejenigen, die bleiben, sind die Bedingungen extrem. Es gibt kaum Strom. Die Internetverbindung ist immer wieder unterbrochen und manchmal fällt das Internet sogar tagelang aus. Es wird immer schwieriger, Artikel zu veröffentlichen oder Videomaterial online zu speichern. Deshalb müssen viele Journalisten in Notunterkünfte in der Nähe von Krankenhäusern ausweichen. Einen Bericht der BBC zufolge stehen dort häufig funktionierende Generatoren bereit, die auch Journalisten nutzen [musik] dürfen. Die Zelte sind oft ihre letzten Zufluchtsorte. Doch selbst hier ist das Arbeiten häufig alles andere als sicher. Viele Journalisten leben in ständiger Angst. Ihre Berichterstattung ist für Sie zu einem erheblichen persönlichen Risiko geworden. Sie können bedroht, inhaftiert oder sogar angegriffen werden. Die israelische Armee soll teilweise systematisch und absichtlich versuchen, die Berichterstattung aus dem Gazastreifen zu behindern. Das legen Berichte von Reporter ohne Grenzen, dem Committees to Protect Journalist CPJ, den Vereinten Nationen und eine gemeinsame Recherche diverser Medien nahe. Welche Vorwürfe tatsächlich zutreffen, lässt sich nicht abschließend klären. Die Informationen stammen größtenteils von betroffenen Journalisten und internationalen Beobachtern. Die Berichte geben aber einen Eindruck davon, unter welchen Bedingungen Journalisten im Gazastreifen arbeiten und wie stark sie und ihre Arbeit in Gefahr sind. Das hier ist Jumna als Saidid. Seit 8 Jahren arbeitet sie als Journalistin. [musik] In der Vergangenheit hat sie für internationale Medien wie TRT World, CNA und AP berichtet. Aktuell arbeitet sie für den englischsprachigen Kanal von Aljasira. Jetzt bekommt ihr Ehemann einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung gibt jemand an, vom israelischen Militär zu sein. Der Anrufer will, dass Familie Alid ihr Zuhause verlässt. Sonst sei ihr Leben in Gefahr. Keine andere Familie in ihrem Blog habe einen solchen Anruf bekommen wird, als sie später [musik] sagen. Und weil Bewohner des Gazastreifens sonst per Sprachnachricht dazu aufgefordert werden, sich zu evakuieren, steht für Alid fest, [musik] dieser Anruf ist keine Warnung, sondern eine Drohung, die sich ganz speziell an sie als Journalistin richtet. Als vermutet, dass ihr Mann den Anruf bekommen hat, weil sie selbst vor wenigen Tagen ihre SIM-Karte gewechselt hat. Ihre neue Handynummer dürfte dem israelischen Militär also noch nicht bekannt gewesen sein. Sie ist nicht die einzige Journalistin im Gazastreifen, die von solchen Drohungen entspricht. Auch andere Reporter berichten, sie hatten SMS oder Anrufe von der IDF bekommen. Einige davon mit der Aufforderung, ihre Arbeit einzustellen oder Gaza zu verlassen, sonst sei ihr Leben in Gefahr. Darunter beispielsweise die Journalisten Motas Aesa und NSL Sharif. Unabhängig verifizieren können wir diese Berichte nicht. Auf unsere Anfrage an die IDF schreibt das Militär: "Die Behauptung, dass die IDF direkt Kontakt zu Journalisten aufnehme, um sie zum Verlassen des Gasastreifens oder zur Einstellung ihrer Berichterstattung aufzufordern ist völlig falsch und unbegründet." Auf konkrete Fragen zu den Fällen Aisa und El Sharif geht das Militär nicht ein. Laut Human Rights Watch verfügen israelische Behörden über die technischen Möglichkeiten, die Bevölkerung des Gazastreifens kontinuierlich und systematisch zu überwachen oder sie direkt zu kontaktieren, um beispielsweise Evakuierungen anzuordnen. Organisationen wie das CPJ und die International Federation of Journalists werfen der IDF vor, auch Familienmitglieder von Journalisten zu bedrohen. In mindestens zwei Fällen sollen sie ins Visier des israelischen Militärs geraten sein, nachdem die Medienschaffenden Trotzdrohungen weiterberichtet hatten. Wir haben das israelische Militär mit den Vorwürfen konfrontiert. In ihrer Antwort weiß die IDF diese Vorwürfe zurück. In der Stellungnahme heißt es, sie ginge nur gegen legitime militärische Ziele vor. Dementgegen stehen Berichte wie die des palästinensischen Medienforschers Mohammed Wisam Amir. Individual reporter. Doch das ist längst nicht alles. Diese drei Männer werden im Zuge der Waffenruhe gerade aus der Haft entlassen. Allah Alar ist Kameramann der palästinensischen Nachrichtenagentur Alraai. Ah Zakaria Badre Alafranchi ist Leiter der unabhängigen Online Nachrichtenseite Voatan und Shady Abido arbeitet für den Fernsehsender Palestine Today. Alle wurden laut Reporter ohne Grenzen mehr als ein Jahr willkürlich festgehalten. Als Heratsch soll mehr als 22 Monate in Haft verbracht haben, Ala Franchi und Sidu jeweils 18 Monate. Für die Verhaftung der drei Männer soll Israel keinerlei Gründe genannt haben. Auf Fragen zu den Fällen dieser drei Medienchaffenden ist das israelische Militär uns gegenüber nicht eingegangen. Laut dem UN Human Rights Office greift Israel bei vielen inhaftierten Journalisten auf die sogenannte Verwaltungshaft zurück. So können Menschen auf unbestimmte Zeit ohne formelle Anklage festgehalten werden. Andere werden unter dem Vorwurf der Anstiftung inhaftiert und das, obwohl ihre Aussagen laut der UN eigentlich durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein sollten. Das CPJ hat dem israelischen Militär wiederholt Anfragen zu den im Krieg festgenommenen Journalisten geschickt. In einer Antwort vom September 2024 hat das Militär betont, Journalisten würden nicht allein wegen ihres Berufs inhaftiert. Festgenommen würden nur Personen, die im Verdacht stünden, an terroristischen Aktivitäten beteiligt zu sein. Auch uns gegenüber bekräftigt die [musik] IDF diese Aussage. Der Vorwurf, dass die IDF Journalisten aufgrund ihres Berufs inhaftiere, sei völlig unbegründet. Personen würden nur dann festgehalten und befragt, wenn sie verdächtigt würden, an terroristischen Aktivitäten teilzunehmen. Alle anderen würden freigelassen. Reporter ohne Grenzen und das CPJ berichten, dass die Zahl inftierter Medienschaffender im Gazastreifen und im Westjordan in den letzten beiden Jahren gestiegen ist. Die Angaben zur genauen Zahl variieren aber. Das IDF hat auf unsere Nachfrage, wie dieser Anstieg zu erklären ist, nicht geantwortet. Laut Reporter ohne Grenzen saßen Ende 2025 20 palästinensische Journalisten in israelischen Gefängnissen. [räuspern] 16 von ihnen wurden zwischen 2023 und 2025 im Gazastreifen und im Westjordan festgenommen. Einige von ihnen sollen willkürlich inhaftiert worden sein. Lemont berichtet seit dem 7. Oktober 2023 von 140 Festnahmen allein für das Westjordanland. Wir haben die IDF auch hierzu um Stellungnahme gebeten, aber leider keine Antwort erhalten. Generell inhaftiere das Militär laut eigener Aussage nur Terrorverdächtige. Gemäß im CPJ liegt Israel auf Platz 3 der Länder mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit, direkt hinter China und Myanmar. Ehemalige Insassen israelischer Gefängnisse berichten von Folter, sexueller Gewalt, Demütigung und Schlägen. Auch Ala Franchi und Sidu haben nach ihrer Entlassung die unmenschliche und erniedrigende Behandlung durch israelisches Gefängnispersonal angeprangert. In ihrer Antwort an uns weiß die IDF zurück, dass es systematischen Missbrauch von Häftlingen gegeben habe. Solche Vorfälle würden immer von den Strafverfolgungsbehörden untersucht. Das Palestine Journalist Syndicate und das CPJ vermuten hinter den Festnahmen von Journalisten den Versuch der IDF Mund tot zu machen. Der Medienforscher Amir hat noch eine andere Vermutung. In einem Artikel fasst das CPJ die Situation so zusammen. Mit jedem verhafteten Journalisten verschlechtert sich die Nachrichtenlage. Journalisten im Gazastreifen sollen aber nicht nur eingeschüchtert oder inhaftiert worden sein. Einige von ihnen sollen auch gezielt verläumdet worden sein mit teils verheerenden Folgen. Mahmut Abu Salama ist korrespondent beim jordanischen Senderal Alg TV. Gerade berichtet er über einen Bombenangriff im nördlichen Gazastreifen. Kurz darauf nimmt er eine Familie in seinem Auto mit. Er filmt die Szene und veröffentlicht das Video auf Social Media. Später wird er auf Ex von einem proischen Account beschuldigt, diese Aufnahme inszeniert zu haben. Sie weise Ähnlichkeiten zu einem anderen Video auf, das Kinder bei einer Essensausgabe zeigt. Das Mediennetzwerk News Spotlight, ein Facthecking Projekt der Europäischen Rundfunkunion, hat beide Clips miteinander verglichen. Ihren Erkenntnissen nach sind die Anschuldigungen haltlos. Auch Salemma selbst wies jeg jegliche Manipulation zurück. Anschuldigung wie diese treffen palästinensische Journalisten laut Reporter ohne Grenzen regelmäßig. Ihre Videos und Bilder sollen manipuliert, ihre Arbeit und ihr Leben im Gazastreifen inszeniert sein. Dem AFP Fotografen Mohammed Abed wurde von offiziellen israelischen Social Media Accounts vorgeworfen, ein Foto von einem getöteten Kind gestellt zu haben. Angeblich habe er dafür eine Puppe verwendet. Factchecker der AFP und die anderer News Outlets konnten dafür allerdings keine Beweise finden. Abet selbst wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Auch Mohman Abu Aluf, ein Journalist für Aljaasira und die türkische Nachrichtenagentur Anadolu, wurde von der IDF beschuldigt. Laut Reporter ohne Grenzen unterstellte ihm ein Offizier der israelischen Armee das Retten eines jungen Mädchens aus einem Feuer inszeniert zu haben. Die Organisation wirft israelischen Beamten vor, palæstinensische Journalisten mit solchen Kampagnen gezielt zu diskreditieren. Laut ihren Angaben und denen des Recherchemediums korrektiv sollen Narrative wie Gaza Wood oder Pallywood systematisch Zweifel an allem sehen, was aus dem Gazastreifen berichtet wird. So soll die Glaubwürdigkeit palästinensischer Medienchaffender insgesamt untergraben werden. Die israelische NGO Fake Reporter hat mehr als 700 Beiträge des X-Profils Gaza Wood untersucht. Das ist ein Kanal, der vorgibt, Falschmeldungen über den Krieg aufzudecken. Das Ergebnis von Fake Reporter: Von rund 700 diebanks auf dem Kanal waren nur 42 tatsächlich wahr. Die meisten vermeintlichen Enthüllungen dieses Accounts waren falsch oder irreführend. Vertreter des israelischen Staats diskreditieren auch ausländische Journalisten. Belege dafür liefern sie oft nicht. Sie stellen lediglich Behauptungen auf. Im Dezember 2025 haben israelische Amtsträger der AfD Korrespondentin Sophie von der Tan vorgeworfen, nicht ausgewogen zu berichten. Der Reservearmeesprecher der israelischen Streitkräfte, Ari Schalik, bezeichnete sie außerdem als das Gesicht vom neudeutschen Juden und Israelass. Zahlreiche Redaktionen na Oostkorrespondenten deutscher und internationaler Medien sowie Reporter ohne Grenzen erklärten sich solidarisch mit von der Tan. [musik] Einige haben sich in einem offenen Brief hinter die Korrespondentin gestellt und die Vorwürfe darin zurückgewiesen. [musik] Die Anschuldigung sollen laut Brief den Ruf der Journalistin zerstören und kritischen Journalismus schwächen. Unsere Anfrage an die IDF und die israelische Regierung zu den Hintergründen und Vorwürfen solcher Kampagnen blieb unbeantwortet. [musik] Der wohl schwerste Vorwurf gegen palästinensische Journalisten lautet: "Sie seien Terroristen der Hamas." Manchmal geschieht das Postum wie im Fall von Ismael Alwul. Nach dem Tod des Aljasira Reporters gab die IDF bekannt, er sei Mitglied des militärischen Flügels der Hamas gewesen. In anderen Fällen wird Journalisten bereits zu Lebzeiten vorgeworfen, Teil der Terrororganisation zu sein. So wurde Hassem Shibert 2024 in einem Post of X gemeinsam mit fünf weiteren Männern beschuldigt, Mitglied der Hamas und des Islamischen Jihad zu sein. Das israelische Militär behauptet in diesem Fall die Namen der Journalisten in verschiedenen Dokumenten gefunden zu haben. Personallisten, Kursverzeichnissen zur Terroristenausbildung, Telefonbüchern und Gehaltsabrechnungen der Hammers. Die Dokumente selbst stellt es in der Regel aber nicht oder nur in Auszügen zur Verfügung. Das haben wir auch selbst erlebt. Für Experten und Journalisten sind solche Informationen entsprechend meist nur schwer überprüfbar. Laut Reporter ohne Grenzen enthalten die veröffentlichten Dokumente keinerlei belastbare Beweise dafür, dass die Männer mit dem militärischen Arm der Hamas in Verbindung standen. Auch Medien Outlets wie CNN und The Guardian können die Information der IDF nicht verifizieren. Wir haben die IDF in den konkreten Fällen des Posts um eine Stellungnahme gebeten. Das Militär hat in einem Statement lediglich einen der fünf Männer des Posts namentlich erwähnt, [musik] Hassem Shibet. Die genannten Dokumente, auf die sich das Militär bezieht, waren allerdings nicht verlinkt oder angehängt. Dieses Thema ist sehr harter Tobak. Gut, dass wir Partner haben, die uns auch bei schweren Recherchen unterstützen. Bei Grover könnt ihr Geräte wie Smartphones und Laptops mieten stattkaufen. So landen alte Geräte nicht auf dem Elektroschrott, sondern bekommen bei euch eine zweite Chance. Die Mietdauer könnt ihr flexibel bestimmen. Jetzt könnt ihr mit Grover auch individuell den Zustand des Geräts wählen, der zu eurem Geldbeutel passt. Brandneue Geräte sind komplett unbenutzt. Ausgezeichnete Geräte haben leichte Gebrauchsspuren. Am günstigsten sind gebrauchte Geräte mit sichtbaren Spuren. Alle Geräte sind getestet, gereinigt und voll funktionsfähig. Smartphones gibt es schon ab 9,90 € monatlich. Eine Kamera für den Sommerurlaub ab 17,90 € pro Monat. 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Je nach Quelle unterscheidet sich die Zahl der mutmaßlich gezielt getöteten Journalisten. in 56 Fen, das ist unsere Zahl, haben wir nachweisen können auf Grundlage der uns zur Verfügung stehenden, dass es halt Angriffe waren, die im Zusammenhang mit der Arbeit als Journalisten und Journalistin standen. Papertrail Media zählt mindestens 18 Fälle, in denen Journalisten ein erklärtes Ziel des israelischen Militärs gewesen sein sollen. Auf unsere Anfrage hin bestreitet die IDF Journalisten gezielt anzugreifen. Nach Angaben der Armee könne es jedoch vorkommen, dass Journalisten zu Schaden kommen. beispielsweise bei Luftangriffen oder operativen Maßnahmen gegen militärische Ziele. Auf die Anfrage von Paper Tray Media schreibt das IDF, dass dutzende Fälle intern untersucht würden. Welche genau verrätt das israelische Militär mit wenigen Ausnahmen nicht? Oft bleiben die Ergebnisse solcher Untersuchungen geheim. Nicht aber im Fall von Aljaasira Journalistin Shirine Abu. Sie wurde 2022 durch einen Schuss im Westjordan getötet. Die IDF hat über ein Jahr später öffentlich erklärt, die Herkunft des Schusses ließe sich nicht abschließend klären. Es bestünde jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Abu versehentlich von israelischen Soldaten getroffen worden sei. [musik] Experten für humanitäres Recht, Medien Outlets und Kritiker vermuten allerdings eine mögliche gezielte Tötung. Abu Clair sei mit ihrer Presseweste eindeutig als Journalistin zu erkennen gewesen und habe keine unmittelbare Bedrohung dargestellt. Shirin Abu Tod ist nur einer von vielen Fällen getöteter Journalisten. Im Januar 2024 ist Hamsa Aldadu gerade auf dem Weg zum nächsten Dreh, als sein Auto von einem israelischen Luftangriff getroffen wird. Ein halbes Jahr später kommen die Journalisten Ismael Alwul und Remi Alrifi durch einen Luftangriff der IDF ums Leben. Beide saßen in einem Wagen, der als Pressefahrzeug gekennzeichnet war. Das CPJ wirf dem israelischen Militär vor, die drei Männer absichtlich getötet zu haben. Wir haben die IDF mit den Vorwürfen des CPJ rund um die Tode der drei Journalisten konfrontiert. In seiner Antwort ging das Militär jedoch nur auf Alwul ein. Sie schreiben uns, Ismael Alwul sei ein Terrorist. Als Beleg wurde uns ein WhatsApp Screenshot angehängt, auf dem Alwuls Foto neben einer arabischsprachigen Tabelle zu sehen ist. Gerne hätten wir dieses Dokument genauer überprüft. Leider ist die Auflösung viel zu niedrig. Auch auf Nachfrage haben wir kein schärferes Bild bekommen. Anfang 2025 tötet das israelische Militär dann Hassem Shebet. Reporter ohne Grenzen verurteilt den Angriff und wirf der IDF später vor, Shet gezielt getötet zu haben. Einige dieser Journalisten wurden zuvor vom israelischen Militär beschuldigt, Terroristen zu sein. Einige Male gab es schwammige Indizien, aber oft fehlten stichhaltige Beweise. Auch NSL Sharif soll gezielt getötet worden sein. Sein Fall macht die Herausforderungen der Berichterstattung in diesem Konflikt besonders deutlich. Er zeigt, wie schwierig es ist, Verdächtigungen zu prüfen und richtig einzuordnen. Besonders dann, wenn schwere Vorwürfe kaum begründet werden und sich gegen Journalisten richten, die in einem von einer Terrorganisation kontrollierten Gebiet aufgewachsen sind. In solchen Fällen verschwimmen die Grenzen zwischen bloßem Verdacht und klarem Urteil, zwischen möglichen Kriegsverbrechen und als notwendig dargestellter militärischer Gewalt. NSLS Sharif wird am 3. Dezember 1996 im Flüchtlingslager Jabalia geboren. Die UN hat dieses Lager 1948 errichtet. Es sollte Palästinenser aufnehmen, die mit der Gründung Israels ihre Heimat verloren hatten. El Schaf wächst hier auf. Im Dezember 2008 bricht ein dreiwöchiger Krieg zwischen dem israelischen Militär und militanten palästinensischen Gruppen wie der Hamas aus. El Sharif ist damals gerade 12 Jahre alt. [musik] Innerhalb von nur drei Wochen werden große Teile des Gazastreifens zerstört. Gemäß einer UN-Untersuchung sind damals mehr als 3300 Häuser vollständig und mehr als 11000 Häuser teilweise zerstört worden. [räuspern][musik] Damals berichten Journalisten von Aljasira vor Ort. Einer von ihnen steht einmal ganz unmittelbar vor El Sharif. Jahre später wird er ein Bild davon auf Exposten. [musik] Ein paar Jahre später beginnt El Scherf Kommunikationswissenschaften an einer der größten staatlichen Unis im Gazastreifen zu studieren, der AXa Universität. Der Alltag dort ist politisiert. Immer wieder kommt es zu Spannungen unter den Studierenden. Einige stehen der Hamasnah, andere der palstinensischen Partei Fatach. 2015 wird ein Hamas Mitglied zum Präsidenten der Universität ernannt. Drei Jahre später soll Al Shaif hier seinen Abschluss gemacht haben. Die BBC berichtet, El Shaif habe vor Beginn des Krieges im Jahr 2023 für das Medienteam der Hamas gearbeitet. Wann genau er mit dieser Arbeit begonnen haben soll, konnten wir nicht herausfinden. Die Australian Broadcast Corporation konnte die Aussagen der BBC nicht verifizieren. Vor Beginn des Krieges teilt El Shaif wiederholt Statements der Hammers. Er setzt grüne Herzemojis in Verbindung mit anti-israelischen Botschaften ab. Er fotografiert sich mit führenden Hamasfunktionären. Erempfängt sogar Mitglieder des Politbüros in seinem Haus. Recherchen der Welt zeigen El Sharif außerdem auf denselben Veranstaltungen wie Hamaso Offiziere. 2021 zitiert El Sharif auf Telegram eine Parole aus der Hamascha. From the River to the Sea, Palestine will be free. Damit ist das gesamte Gebiet zwischen dem Jordanfluss im Osten und dem Mittelmeer im Westen gemeint, also Israel, der Gazastreifen und das Westjordan. Die Aussage ist hoch umstritten. Viele werten sie als antisemitisch, weil sie als Aufforderung zur Vernichtung Israels interpretiert werden kann. Das Landgericht Berlin hat die Parole im Dezember 2025 als Kennzeichen der Hamas eingestuft. Am 7. Oktober 2023, als die Hamas etwa 1200 Menschen in Israel tötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt, postet El Sharif auf Telegram: "9 Stunden und die Helden streifen immer noch durch das Land töten und nehmen gefangen. Gott, [musik] Gott, wie großartig du bist. Der Beitrag wird später gelöscht, ist im Webchive aber noch zu finden. [räuspern] Recherchen des NDR bestätigen, dass er tatsächlich aus Elschaifs Kanal stammt. Der Post lässt wenig Zweifel daran, dass Elhaifief die Greultaten der Hamas vom 7. Oktober zumindest zu Beginn des Konflikts gut heißt und verherlicht. Ab Dezember 2023 arbeitet El Sharif dann für Aljasira. Fast zwei Jahre lang ist er im Gazastreifen unterwegs und berichtet quasi ununterbrochen und das, obwohl er laut eigener Aussage immer wieder vom israelischen Militär bedroht und sogar getrackt worden sei. In einem Gespräch mit CNN behauptet er, dass sein Aufenthaltsort einmal bombardiert worden sei. Später schreibt El Sharif in einem Brief: "Situationen wie diese seien mehrfach vorgekommen. Wir haben die IDF auch hierzu befragt, aber leider keine Antwort erhalten. El Sherif weigert sich, den Gazastreifen zu verlassen oder seine Berichterstattung zu stoppen. Im Dezember 2023 wird das Haus seiner Familie in Jabalia von einer israelischen Rakete getroffen. Sein Vater stirbt. Ob der Angriff in direktem Zusammenhang mit Elshariifs Arbeit steht, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden. Elhariif selbst sieht jedoch genau darin das Motiv. Zumindest sagt er das in einer Sprachnachricht an Dropside News. Zur gleichen Zeit wird El Sharief für viele Menschen im Gazastreifen zu einem Hoffnungsträger. Als er einmal in einer Liveeschalte in Tränen ausbricht, ruft jemand im Hintergrund: "Mach weiter, Nes, du bist unsere Stimme." Laut CNN kritisiert er in dieser Zeit auch einmal das Verhandlungsteam der Hamas. Im Oktober 2024 wirf das israelische Militär El Sharif auf Exor, Mitglied der Hamas zu sein. Es ist der Post, in dem auch Shebet als Terrorist bezeichnet wurde. El Sharifs Arbeitgeber Aljasira, internationale Journalistenverbände sowie die UN haben die Vorwürfe wiederholt zurückgewesen. Auch Elief selbst hat immer wieder abgestritten, Mitglied der Hamas [musik] zu sein. Auf Ex schreibt er: "Ich NSL Sharif bin Journalist ohne politische Verbindungen. Meine einzige Aufgabe ist es vor Ort über die Wahrheit zu berichten, so wie sie ist, ohne Voreingenommenheit. In einer Zeit, in der eine tödliche Hungersnot Gasa heimsucht, ist das Aussprechen der Wahrheit in den Augen der Besatzungsmacht zu einer Bedrohung geworden. Ein Statement, das ihn nicht retten wird. Eine israelische Drohne su fast lautlos über die Ruinen des Gazastreifens. Sie ist mit Sensoren, einem Funkempfänger, einem Autopiloten und einem Bordcomputer ausgestattet. Sie trägt eine Lenkrakete, eine Waffe, die ihre Flugbahn nach dem Abfeuern noch ändern kann, um ihr Ziel präzise zu treffen. Lenkraketen können unterschiedlich gesteuert werden. Manche lenken sich selbst, indem sie beispielsweise GPS nutzen. Andere werden aus der Ferne von Menschen in einer Kommandozentrale gesteuert. Die Sensoren der Drohne scannen die Umgebung. Sie erkennen Wärme, Bewegung und Formen. Dann entdeckt die Drohne ihr Ziel. Ein Zelt in der Nähe des Elchiefer Krankenhauses. Die Technik der Drohne ist so ausgefeilt, dass sie selbst Details kleiner als einen Daumen wahrnehmen kann. Gut möglich also, dass sie auch die Aufschrift auf dem Zeltdach sehen kann. El Sharif und seine Kollegen sind sofort tot. Acht weitere Menschen sollen bei diesem Angriff verwundet worden sein. Nach dem Tod von El Sharif postet das israelische Militär auf Ex. Getroffen der Hamas Terrorist NS Sharif, der sich als Journalist von Aljasira ausgab. Eine Presseweste ist kein Schutz für Terrorismus. Als Grund für den Angriff auf ihn führt die IDF an, er habe eine Terrorzelle der Hamas geleitet und Raketenangriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten veranlasst. Dafür legt das israelische Militär auch vermeintliche Beweise vor. Es sind Dokumente, die es während Bodenoperationen an zwei verschiedenen Orten in Gaza gefunden haben soll. El Sheriff soll democh in der Vergangenheit bei einem Training durch eine Explosion Verletzungen am linken Auge und am Ohr erlitten haben. Er soll bei der Hamas rund 200$ verdient haben und den Dokumenten nach schon seit 2013 Mitglied gewesen sein. Damals war er 17 Jahre alt. Eine Faktenprüferin bestätigte uns in einem Hintergrundgespräch, dass die Dokumente korrekt übersetzt wurden. Sie wies aber darauf hin, dass deren tatsächliche Beweiskraft schwer zu beurteilen sei, da der Kontext fehle. Es ist beispielsweise unklar, ob die Listen ausschließlich Hamassmitglieder enthalten oder ob sie auch Zivilisten auflisten und auch wofür diese Listen genau genutzt wurden. Nach unserer Bitte nach weiteren Belegen hat die IDF auf ihre Website verwiesen. Dort fanden sich allerdings nur die Dokumente, die uns bereits bekannt waren. Bisher gibt es Medienberichten und weiteren Quellen zufolge keine belastbaren Hinweise, dass El Sharif tatsächlich eine Terrorzelle geleitet hat oder dass er womöglich in anderer Position für die Hamas tätig war. Was wir wissen ist, dass Elief ab Dezember 2023 erkennbar als Journalist für Aljasira gearbeitet hat. Und solange Journalisten nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, gelten sie laut internationalem Völkerrecht als Zivilpersonen. Sie dürfen nicht gezielt angegriffen oder getötet werden. Sie dennoch zu töten, kann völkerrechtlich ein Kriegsverbrechen darstellen. Das gilt auch für die fünf anderen Männer, die mit Elhaief getötet wurden. [räuspern] Gegen sie liegen keine Hinweise oder konkrete Vorwürfe der IDF vor, dass sie an Kampfhandlungen beteiligt waren. Das israelische Militär schreibt uns dazu, es würde ausschließlich gegen militärische Ziele vorgehen. Zudem würde es konsequent alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um Schäden für Zivilisten, einschließlich Journalisten, so gering wie möglich zu halten. Alles andere würde den Werten, Befehlen und Einsatzpraktiken der IDF widersprechen. Warum das israelische Militär mutmaßlich Journalisten einschüchtert, bedroht, deformiert und tötet, können wir abschließend nicht beantworten. Beobachter vermuten dahinter ein übergeordnetes Ziel. Beiden Kriegsparteien geht es darum, Deutungshoheit in diesem Konflikt zu erlangen. Denn wer die vermeintliche Deutungssoheit über einen Konflikt hat, erlangt Macht. Für beide Seiten werden die Medien zu einem zweiten Kriegsschauplatz. Jede Seite verfolgt dabei ihre eigenen Ziele. Die Hamas selbst ist auf den meisten großen Onlineplattformen gesperrt. Auf Telegram aber bleiben ihre eigenen Kanäle und die ihrer Unterstützer weiterhin zugänglich. Telegramgründer Pavel Durow lehnt es ab, diese Accounts zu entfernen. Laut ihm sind sie eine einzigartige Quelle aus erster Hand für forschende, Journalisten und Faktenchecker. [musik] Einem rechtskonservativen Thinktank zufolge zielt die Medienstrategie der Hamas darauf ab, Israels Legitimität zu untergraben. Mit Bildern von Zerstörung und humanitärem Leid soll gemes Think Tanks internationale Empörung über Israels Vorgehen erzeugt und vor allem in der arabischen Welt Unterstützung mobilisiert werden. Gleichzeitig präsentiert sich die Hamas als Opfer israelische Angriffe, oft ohne zu erwähnen, dass der Krieg durch ihren Überfall am 7. Oktober ausgelöst wurde. In einem Gespräch mit der SZ im August 2025 erläutert ein Historiker: "Die Hamas wolle mit ihren Bildern die brutalen Eindrücke ihres Angriffs vom 7. Oktober überschreiben. [räuspern] Wie in diesem Umfeld heute unbeeinflusste journalistische Arbeit möglich ist, kann Christopher Resch von Reporter ohne Grenzen nur schwer einschätzen. Gegenüber der SZ gibt er jedoch zu bedenken, dass wenig an der Hamas vorbeigeht. Auch der Historiker geht davon aus, dass die Hamas vollständig kontrolliert, welche Bilder aus dem Süden des Gazastreifens an die Öffentlichkeit gelangen. Ob und in welchem Umfang die Hamas die Bilder und Berichterstattung aus dem Gasastreifen kontrolliert, können wir derzeit nicht abschließend beurteilen. Unsere Bitte um Stellungnahme blieb unbeantwortet. Israel hingegen versucht seit dem 7. Oktober vor allem sein Vorgehen im Gazastreifen zu legitimieren und Unterstützung zu sichern, sowohl in der eigenen Bevölkerung als auch international. Die Botschaft der israelischen Medienstrategie lautet: Die IDF greife ausschließlich militärische Ziele an. Wer das Vorgehen des Militärs kritisiert, sieht sich oft mit dem Vorwurf konfrontiert, antisemitisch zu sein oder den Kern der Sache zu verfehlen. Gleichzeitig soll das israelische Außenministerium allein im Oktober 2023 Kampagnen im Wert von bis zu 7,1 Millionen US-Dollar geschaltet haben. Das geht aus einer Analyse des Magazins Foreign Policy hervor. Demnach will das Ministerium damit Unterstützer Palästiners als Komplizen der Hammersverbrechen darstellen. Einem israelischen Regierungsdokument zufolge hat Israel zwischen Juni und August 2025 mindestens 42 [musik] Millionen Euro für Kampagnen auf YouTube und Ex ausgegeben. Nach Angaben der deutschen Welle sollten sie das internationale Image Israels stärken. [musik] verschiedenen Berichten zufolge plant das israelische Außenministerium sein Budget für Öffentlichkeitsarbeit für das Jahr 2026 auf über 729 Millionen US-Dollar auszuweiten. Foreign Policy berichtet, dass Israel wiederholt erheblichen Druck auf Social Media Plattformen ausgeübt habe. Meta hat daraufhin augenscheinlich zahlreiche palästinensische Inhalte gelöscht. oft mit der Begründung, sie würden Terrorismus unterstützen. [musik] Human Rights Watch dokumentierte allein im Oktober und November 2023 solcher Löschungen durch Meter. Am Ende müssen Gerichte entscheiden, welche Partei in diesem Krieg welches Verbrechen begangen hat und dafür wird es Beweise brauchen. Beweise, die unter anderem Journalisten sammeln. Doch wer diese Journalisten inhaftiert, defamiert oder unter Druck setzt, nimmt ihnen die Möglichkeit, das Vorgehen des Militärs überhaupt nachzuvollziehen. Wer sie tötet, nimmt der Welt Augenzeugen und Stimmen. Sie sind im Fall des Krieges im Gazastreifen die einzigen Menschen, die vor Ort überhaupt unabhängige Beweise sammeln könnten. Was im Gazastreifen mit Journalisten passiert, ist deshalb nicht nur ein Angriff auf die Pressefreiheit. Es ist ein Angriff auf unser Recht, uns zu informieren und uns ein möglichst verlässliches Bild der Realität zu machen. Cheers. Hey, danke, dass ihr bei diesem wichtigen Thema bis zum Ende dran geblieben seid. Schaut gerne bei Clark vorbei. Mit dem Code Simply bekommt ihr bis zu 45 € als Shoppinggutschein, wenn ihr drei eurer Versicherungen in der App hinzufügt. Bei Grover spart ihr mit dem Code Simply 45 als Neukunde 45 € auf den ersten Meetmonat, z.B. für eine Kamera für den Sommerurlaub. [musik] scann die QR-Codes und danke an Clark und Grover, dass sie unabhängigen Journalismus unterstützen.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=IJx-HT7A2ec |
| Titel | Wie Israel Journalisten getötet hat |
| Kategorien | Politik, BulkNews, Simplicissimus |
| Hinzugefügt | 2026-07-20 23:42:02 |
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