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🤖 Zusammenfassung
Beim spektakulären Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe 2019 stahlen sechs Täter aus der Berliner Großfamilie Ramo 21 hochwertige Schmuckstücke, darunter die berühmte Diamant-Epaulette; die Versicherungssumme lag bei fast 114 Millionen Euro. Die Täter nutzten schwere Sicherheitslücken: ein abgesägtes Fenstergitter, tote Winkel der Laser, ausgefallene Stromversorgung durch einen Brand im Pegelhaus und zögerliche Wachmänner, die das Licht nicht einschalteten und die Polizei nicht über den vorgesehenen Alarmknopf riefen. Nach Flucht mit Audi und Taxi führten DNA-Spuren zur Familie Ramo. Eine Razzia mit 1.600 Polizisten führte zu Festnahmen, doch die Juwelen blieben jahrelang verschollen. Erst ein strafmildernder Deal 2022 brachte Teile der Beute zurück. 2023 wurden fünf Männer verurteilt, einer verweigerte den Deal. Kritiker halten die Strafen für zu mild; das Museum wurde nachträglich besser gesichert.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Das ist einer der kostbarsten Diamanten Deutschlands und in wenigen Sekunden wird er verschwinden. Der Diamant liegt zusammen mit anderen unbezahlbaren Schätzen hier im sogenannten grünen Gewölbe in Dresden. Das Museum gilt als extrem sicher. Ein ausgeklügeltes System aus Kameras, Lasern und Bewegungsmeldern soll die Juwelen hier schützen. Wie jede Nacht schauen die Wachmänner auf die Überwachungsmonitore des Museums. Doch heute greifen alle Sicherheitsmaßnahmen ins Leere. Auf den Fluren des Museums sind Männer. Sie haben Taschenlampen dabei und laufen Richtung Schatzkammer. Mit chten schlagen sie auf die Vitrinen ein. Innerhalb weniger Sekunden verschwinden die Juwelen in einer Tasche und die Einbrecher entkommen. Wie konnte das passieren? Wer steckt dahinter? Und wo sind die Diamanten gelandet? Das ist die Geschichte des spektakulärsten Juwelendiebstahls Deutschlands. Nicht immer verliert man Geld auf spektakuläre Weise. 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Sie decken nahezu jeden Winkel der Außenwand des Schlosses ab. Sobald der Laser eine Bewegung erkennt, wird ein Alarm in der Sicherheitszentrale ausgelöst. Außerdem gibt es jede Menge Überwachungskameras, sowohl auf dem Gelände als auch im Gebäude. Um überhaupt ins grüne Gewölbe zu kommen, muss man zuerst durch eine Staubschleuse. Zwischen zwei Glastüren bläst eine Lüftung Staub und Schmutz von der Kleidung. Pro Stunde dürfen nur 100 Menschen in die Räume. Die Schätze liegen zum Teil in Vitrinen und zum Teil frei herum. Die freistehenden Stücke sind mit Bewegungsmeldern gesichert. Kommt man ihnen zu nah, wird ein Alarm ausgelöst. Einige der Juwelen sind zusätzlich mit Angelschnüren an der Vitrine befestigt. Das alles wird in der Sicherheitszentrale des Museums überwacht. Wo genau sie liegt, wissen wir nicht. Von hier aus können Wachleute jeden Sensor und jede Kamera beobachten. Sie sind die ersten, die ein Signal bekommen, wenn irgendetwas nicht stimmt. Die Schatzkammer gilt als extrem sicher. Doch schon bald wird das auf die Probe gestellt. Es ist mitten in der Nacht. Zwei Polizisten in Zivil patrullieren durch die Stadt. Bisher ist es eine ruhige Schicht. Doch dann passiert etwas Seltsames. An einer Einmündung steht dieses Auto, ein blauer Audi. Der Wagen steht einfach da und wartet, obwohl die Straße komplett frei ist. Die Streife denkt sich nichts dabei und fährt weiter. Dann biegt der Audi plötzlich links ab, obwohl er eigentlich nur rechts abbiegen dürfte. Die Polizisten sehen ihn zuerst im Rückspiegel, dann überholt sie der Wagen. Sie geben das Kennzeichen in ihre Datenbank ein. Bingo. Es gehört nicht zu einem Audi, sondern zu einem kleinen Nissan. Sie beschließen, den Wagen bei der nächsten Gelegenheit anzuhalten. Der Audi rollt gerade an einer roten Ampel auf die Linksabigerspur. Die Zivilpolizisten sind dicht hinter ihm. Plötzlich macht der Audi eine 180° Wendung. Er zieht an den Polizisten vorbei in die Gegenrichtung. Mit über 100 km/h rasen sie durch den Regen hinterher. Aber sie haben keine Chance. Der Audi entkommt. Die Polizisten ahnen nicht, dass genau dieser Wagen in wenigen Tagen das Fluchtauto beim Einbruch ins grüne Gewölbe sein wird. 5 Tage später hält der Audi nordwestlich vom grünen Gewölbe. Inzwischen wurde er foliert. Er ist nicht mehr blau, sondern silber. Im Wagen sitzen sechs junge Männer. Zwei von ihnen steigen aus und tragen eine Tasche. Das ist ihr Ziel, ein unscheinbares Gebäude an der Augustusbrücke. Es ist das Pegelhaus, ein fensterloser Bau, in dem früher der Pegelstand der Elbe gemessen wurde. Heute befinden sich darin Stromkästen der Dresner Stadtwerke. Die zwei Männer brechnen das Gebäude ein. Wie genau wissen wir nicht. Sie stellen einen Topf unter zwei der Schaltschränke. Einen zweiten Topf stellen sie zwischen Kabel. Dann gehen sie zurück zu den anderen. Kurze Zeit später klettern die anderen vier Männer über einen Zaun am grünen Gewölbe bis zu diesem Fenster. Direkt davor hängt ein massives Eisengitter und dort warten sie. Die anderen beiden Männer gehen zurück ins Pegelhaus. Sie kippen Benzin in die Töpfe und verteilen den Rest auf dem Boden. Beim Rausgehen zünden sie alles an. Und im grünen Gewölbe wird es dunkel. Um das Residenzschloss herum herrscht jetzt Finsternis. Für die vier Männer unter dem Fenster ist das das Signal. Sie greifen in die Stäbe des Gitters und ziehen einen kompletten Teil heraus. Tage vorher haben es die Täter bereits herausgetrennt und es danach mit Klebeband einfach wieder befestigt. Es dauert nur wenige Sekunden. Jetzt kommt das Fenster selbst. Das ist aus Sicherheitsglas und sitzt in einem festen Rahmen. Doch dafür haben die Einbrecher ein Spezialwerkzeug mitgebracht. Normalerweise haben sowas nur Rettungskräfte, einen hydraulischen Rettungszylinder. Er sieht aus wie eine riesige Luftpumpe und kann bis zu 14 Tonnen Druck aufbauen. Das Fenster hat keine Chance. In der Sicherheitszentrale des Schlosses ist noch alles ruhig. Das Fenster, durch das die eingestiegen sind, liegt im Schatten. Auf den Überwachungskameras sieht man nur eine schwarze Fläche. Eigentlich müssten die Laserscanner Alarm schlagen, doch für sie ist die untere Hälfte des Fensters im toten Winkel. Um kurz vor 5 Uhr sind zwei der Männer im Gebäude. Der Bodenscanner wird ausgelöst. Jetzt geht der erste Alarm in der Zentrale los. Die erste Meldung kommt aus dem Saal, in den die Einbrecher eingestiegen sind. Sofort folgt eine zweite Meldung aus dem Raum daneben. Die Einbrecher rennen durch das Gebäude. Sie biegen rechts in den Wappensaal ab und landen dann im Juwelenzimmer. Hier finden sie auch die Epolet mit dem großen Diamanten. Als der Alarm losgeht, treffen die Wachleute zwei folgenschwere Entscheidungen. Zum einen lassen sie das Licht aus. Aus der Zentrale können sie eigentlich die Innenbeleuchtung anmachen. Sie tun es entgegen der Dienstvorschrift aber nicht. Später heißt es, sie wollten den Tätern die Sicht erschweren. Zum anderen greift einer der Wachmänner zum Telefon, um die Polizei anzurufen. Dabei sieht das Sicherheitsprotokoll eigentlich einen anderen Weg vor. Es gibt nämlich einen Alarmknopf in der Mitte der Konsole. Dieser Überfallmelder alarmiert die Polizei direkt. Das hätte in diesem Fall kostbare Zeit sparen können. Die Täter näheren sich einer der Vitrinen. Sie ist auch Sicherheitsglas. Laut Museumsleitung sollte einem Angriff 15 Minuten standhalten. Die Einbrecher holen Exte aus ihren Taschen und fangen an auf das Glas einzuschlagen. Eine volle Minute lang. In der Zentrale hängt der Wachmann in der Warteschleife. Sie werden mit dem Notruf der Polizei verbunden. Weitere wertvolle 13 Sekunden verstreichen. Das Loch im Glas ist inzwischen so groß, dass seine Hand durchpasst. Die Täter greifen hinein und nehmen mit, was geht. Mit dem Feuerlöscher versprühen sie Schaum, um ihre Spuren zu verwischen und flüchten dann durch das ausgehebelte Fenster. Sie laufen zum Audi, werfen die Taschen in den Kofferraum und rasen davon. Die komplette Aktion dauert nicht mal 5 Minuten. Es ist jetzt kurz nach 5 Uhr. Inzwischen sind mehrere Streifenwagen am Tatort angekommen, aber von den Einbrechern fehlt jede Spur. 16 Streifenfahrzeuge jagen jetzt durch Dresden. Sie hoffen das Fluchtfahrzeug zu finden. Sie suchen einen hellen Audi mit männlichen Insassen. Zurelben Zeit läuft eine Frau zu ihrem Auto in einer Tiefgarage. Gut km vom Schloss entfernt. Plötzlich steigt ein stechender Gummigeruch in die Nase, dann eine Explosion und noch eine und noch eine und noch eine. Die Frau rennt weg. Als die Feuerwehr ankommt, findet sie vier brennende Autos vor. Eines davon ist der silberne Audi. Etwas später fällt Pendlon im frühen Berufsverkehr ein cremefarbenes Taxi auf. Es rast mit knapp 200 km/h auf der Autobahn Richtung Norden. Es wird vorerst das letzte Mal sein, dass die Täter gesichtet werden. Am frühen Morgen sind rund um das Residenzschloss Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung im Einsatz. Das Juwelenzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld. Überall liegen Glassplitter von der Vitrine. Der Boden ist voller Feuerlöschum, aber die wertvollen Juwelen fehlen. Am nächsten Tag gibt es eine Pressekonferenz. Die Leiter der staatlichen Kunstsammlung Dresden werden von Reportern mit Fragen überflutet. Wie viele wissen wir nicht. Wer war's? Also, das ist natürlich auch noch vollkommen Spekulation. Und wie sind die Täter überhaupt ins grüne Gewölbe reingekommen? Da können wir im Moment noch gar nicht sagen. Der Schock sitzt für viele tief. Am Abend veröffentlicht die Polizei dieses Video. Es ist das Überwachungsvideo aus dem Juwelenzimmer. 32 Sekunden lang, na ja, sieht man nicht viel mehr als ruckelige Schatten und die flackernden Lichter der Taschenlampen. Im Internet machen sich Menschen über die schlechte Bildqualität lustig. Experten sind fassungslos. Die Täter konnten fast alle Sicherheitssysteme des Museums überwinden. Nur die Angelschnüre haben ihn einen Strich durch die Rechnung gemacht. In der Eile sind Teile des Schmucks daran hängen geblieben. Die Apollette ist eins von 21 Schmuckstücken, die ganz oder teilweise fehlen. Darunter ist auch ein Hofdegen. Sein Griff ist mit 770 Diamanten besetzt oder die große Brustschleife aus 51 großen und 611 kleineren Diamanten. Wie viel die gestohlenen Juwelen genau wert sind, will das Museum nicht sagen. Die Stücke seien vor allem historisch wertvoll. Die Versicherungssumme beträgt fast 114 Millionen Euro. Noch am Tag des Einbruchs gründet die Polizei eine Spezialeinheit, die Sonderkommission Appolet. Auf der Pressekonferenz spricht die Dresner Polizei über einen möglichen Hinweis. Es ist sicherlich im großer Fall. Insofern gibt's natürlich auch Bezüge in Richtung Berlin. Wieso Berlin? Berlin liegt zunächst mal auf der Hand, weil natürlich allen Bodemuseum bekannt äh in Erinnerung ist. 2017 wurde aus dem Bodemuseum in Berlin eine gigantische Münze gestohlen. Die sogenannte Big Maple Leaf ist etwa 100 kg schwer und aus purem Gold. Ihr Wert liegt bei 3,3 Millionen Euro. Die Täter sind in diesem Fall auch durch ein ungesichertes Fenster geklettert und haben die Vitrine ebenfalls mit einer Axt zerschlagen. Die Münze wurde aber nie wieder gesehen. Die Haupttäter des Goldmünzenraubs damals waren Wisser am Ramme und sein Cousin. Die beiden sind Teile einer Großfamilie in Berlin, deren Mitglieder zum Teil mit anderen Überfällen in Verbindung stehen. Zum Zeitpunkt des Einbruchs im grünen Gewölbe waren die beiden Csors noch auf freiem Fuß. Bei der Soko Appolet gehen hunderte Hinweise ein. Vieles davon ist nutzlos. Aber eine bahnbrechende Information gibt es doch. Zwei Anrufern ist am Morgen des Einbruchs ein Taxi aufgefallen. Es ist mit hohem Tempo an ihnen vorbeigerast. Der erste Anrufer soll das Taxi hier gesehen haben. Der zweite Anrufer gibt an, hier von dem Taxi überholt worden zu sein auf der A13 und die führt von Dresden direkt nach Berlin. Und auch beim ausgebrannten Audi in der Tiefgarage gibt es einige Spuren. Ermittler finden im Wagen zwei Breche, einen Revolver, Munition und Schalldämpfer und Gitterstäbe. Sie passen genau zum Fenster des grünen Gewölbes. Das sind aber vorerst die einzigen Hinweise, die die Ermittler finden. Drei Tage nach dem Diebstahl schreiben die Polizei und die Staatsanwaltschaft Dresden eine halbe Millionen Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. Während die Ermittlungen nur schleppend vorankommen, richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Museum. Wie gut war das grüne Gewölbe wirklich geschützt? Na ja, offenbar nicht besonders gut. Die Laser, die Fassade abskannen, sind z.B. Extrem sensibel, zu sensibel. Immer wieder werden Fehlalarme ausgelöst. Mal durch starken oder Gewitter, einmal angeblich sogar von einem Eichhörnchen. Laut einem Artikel des MDR gäbe es so viele Fehlalarme, dass einzelne Sensoren zum Teil nicht wieder aktiviert worden sein. Außerdem gibt es jede Menge tote Winkel, [musik] wie z.B. im Bereich des Einstiegsfensters. Das wusste man sogar schon 14 Jahre vor dem Einbruch. Das Fenster sollte mit einer Lichtschranke nachgerüstet werden. Passiert ist das offenbar nicht. Fast einen Monat lang geht nichts voran, bis jemand in Berlin etwas Merkwürdiges sieht. Am Schmollerplatz in Alttrebto steht ein silberner Mercedes. Erstmal nichts ungewöhnliches. Doch das hintere Fenster auf der Fahrerseite steht seit Tagen offen. Eine junge Frau sieht das und meldet es der Polizei. Die ruft den Besitzer des Kennzeichens an und der sagt, sein Auto steht direkt vor ihm und alle Fenster seien zu. Das Kennzeichen gibt es also zweimal und das ein Mercedes ist vermutlich gefälscht. Die Polizei beschlagnahmt das Auto und bringt es zu einer Sammelstelle in Marzan. Die Berliner Polizei hat aber viel zu tun und ein falsches Kennzeichen ist nicht der dringendste Fall. Eine Woche lang steht der Mercedes einfach rum. Kurz darauf geht er in Flammen auf. Die Mitarbeiter der Sammelstelle können den Brand schnell löschen. Nur die linke Hintertür ist abgebrannt und offenbar wurde vorher noch das Navigationsgerät rausgerissen. Irgendwas ist hier faul. Die Polizei untersucht den Wagen genauer. Im gesamten Auto finden Sie keinen einzigen Fingerabdruck, aber Sie finden DNA Spuren auf der Mittelkonsole, auf den Kopfstützen und an den Schaltern. Mit einem Feinstaubsauger entdeckt die Spurensicherung auch feine Glassplitter. Auf dem Dach ist eine schwarze Plastikhalterung. So eine benutzt man z.B., um ein Taxischild zu montieren. Und dann finden die Ermittler auf der Innenseite der Motorhaube winzige Reste einer Folie in Taxi [musik] gelb. Alles deutet darauf hin, dass das hier das Taxi ist, das in der Tatnacht von Dresden nach Berlin gerast ist. Der Wagen wird umgehend nach Dresden gebracht. Da stellt ihn die Soko noch mal auf den Kopf. Rund ein dreiviertel Jahr nach der Tat kommen die ersten Laborergebnisse zurück. Im Auto und an der Mauer des grünen Gewölbes kleben DNA Spuren von Wissam Ramo, der vom Raub im Bodemuseum. Die Polizei findet noch mehr DNA am Tatort und im Fluchtfahrzeug. Sie führt zu vier weiteren Männern, alles Mitglieder der Familie Ramo. Am 9. November unterschreibt ein Richter am Dresden Amtsgerecht die Haftbefehle. Die DNA-Spuren reichen offenbar aus für einen dringenden Tatverdacht. Die fünf sollen festgenommen werden. Die Vorbereitungen für den Einsatz laufen unter strengster Geheimhaltung. Jetzt darf absolut nichts schiefgehen. Nach diesem Einsatz brauchen einige der Polizisten wahrscheinlich erstmal Urlaub. Z.B. irgendwo am anderen Ende der Welt, wo es warm ist. 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Nicht weit vom Kotbuser Tor hält Wissermann einer roten Ampel. Dann kommt der Befehl zum Zugriff. Ein Auto überholt den Mercedes und blockiert den Fluchtweg vorne. Das zweite Auto den hinteren. Vier LKA Beamte stürmen aus dem Wagen, umzingeln den Mercedes und nehmen Wissam fest. Einer von fünf ist gefasst. Der zweite Verdächtige wird in Kreuzberg verhaftet. Polizisten mit Kampfanzügen und Maschinenpistolen stürmen seine Wohnung. Auch der Dritte wird festgenommen in einer Wohnung in Charlottenburg. Aber die anderen Verhaftungen laufen nicht ganz so glatt. Der vierte Verdächtige Abdul Madaj fährt gerade in einem Citroën durch Berlin. Er wird von Beamten verfolgt. Ob er sie da bereits bemerkt hat, wissen wir nicht. Offenbar hat er aber von Wissams Verhaftung gehört. Panis schickte aus dem Auto noch schnell ein paar Sprachmimos an seinen Zwillingsbruder. Mohammed, mein lieber Mohammed, geh nicht nach Hause, schlaf draußen, aber lass das Telefon zu Hause. Vertrau mir. Mohammed, ich küsse deine Augen. Lass das Telefon zu Hause und gehe irgendwohin. Fahr aber nicht mit dem Auto. Dann kontaktiert Abdul Majet einen Freund. Wir wissen nicht wie genau, aber die beiden verabreden sich und tauschen unbemerkt ihre Autos. Abdul Majet fährt jetzt in einem Renault davon. Die Beamten folgen weiter in dem Citroën, in dem jetzt sein Kumpel sitzt. Abdul Majet entkommt, ebenso wie sein Zwillingsbruder Mohammed, den er zuvor gewarnt hat. Er war der fünfte Verdächtige. Nach den Festnahmen folgen Durchsuchungen, Wohnungen, Garagen, Bankschließfächer, Autos, ein Kaffee. Aber von den Diamanten aus dem grünen Gewölbe fehlt jede Spur. Dafür finden die Einsatzkräfte CTE und ein hydraulisches Werkzeug. Die Tatverdächtigen kommen direkt nach Dresden vor den Haftrichter. Alle drei landen in Untersuchungshaft, alle drei schweigen. Aber auch für die beiden, die der Ratia entkommen sind, wird es eng. Die Telefone von einem Dutzend Angehörigen werden abgehört. Vier Wochen nach der Ratia wird Mohammed festgenommen. Ein mobiles Einsatzkommando verhaftet ihn in Berlin, Neuköln. Abdul Majet kann noch ein halbes Jahr lang untertauchen. Eines Abends steht die GSG9 vor der Tür seiner Eltern in Berlin Trepto und nimmt ihn mit. Kurze Zeit später wird noch ein sechster Mann verhaftet, der andere Goldmünzendieb aus dem Bodemuseum. Auch er wird verdächtigt, am Einbruch ins grüne Gewölbe beteiligt gewesen zu sein. Die Juwelen fehlen immer noch. Zwei Jahre nach der letzten Verhaftung weiß noch immer keiner, wo sie sind. Das ändert sich im Dezember 2022. Die Täter gehen einen Deal mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht ein. Das Gericht stellt ihnen mildere Strafen in Aussicht. Dafür sollen sie ausführliche Geständnisse abliefern und die Beute zurückgeben. Mehr als drei Jahre nach dem spektakulären Einbruch macht sich eine Brigade aus Staatsanwälten und Beamten der Sokoet auf den Weg nach Berlin. In der Anwaltskanzlei eines Verteidigers liegen einige der Juwelen in einem Besprechungszimmer. Der Bruststern ist dabei, ebenso wie der Hofdegen. Allerdings ist er in neun Einzelteile zerbrochen. Sie verpacken alles vorsichtig in Tüten und Kartons. Mit dem Staatsschatz im Kofferraum fahren sie zurück nach Dresden. Währenddessen wird das Sicherheitssystem des Museums auf Vordermann gebracht. Im Residenzschloss gibt es jetzt auch hauseigenes Sicherheitspersonal, das besser geschult sein soll. Mehr Details will aber niemand rausrücken. Im Mai 2023 wurden fünf der sechs Männer zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Wissam Ramo bleibt nach der Festnahmen Haft. Er bekommt 6 Jahre und 3 Monate, auch weil er noch die Strafe vom Goldmünzenraub absitzt. Die drei anderen dürfen bis zum Haftantritt auf freiem Fuß bleiben. Das ist Teil des Deals. Abdul Majet stimmt dem Deal als einziger nicht zu. Er bekommt 5 Jahre. Laut der Staatsanwaltschaft Dresden haben alle fünf verurteilten ihre Haftstrafe angetreten. Einer ist seit Oktober 2025 frei. Die anderen bleiben noch voraussichtlich bis Mitte 2027 und 2030 in Haft. An der Vereinbarung gibt es auch Kritik. Einige halten die verhältnismäßig geringe Strafe für nicht abschreckend genug. Der vorsitzende Richter verteidigt den Deal. Schließlich seien Teile der Juwelen nur so zurückgekehrt. Heute liegen die Schätze wieder in Dresden, wenn auch nur in Teilen. Von einigen Stücken fehlt bis heute jede Spur. Cheers.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=ieSkQLLCSKw |
| Titel | Der dreisteste Raub Deutschlands |
| Kategorien | Politik, BulkNews, Simplicissimus |
| Hinzugefügt | 2026-07-20 23:42:02 |
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