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🤖 Zusammenfassung
Der FAZ Podcast für Deutschland vom 17. Juli, moderiert von Andreas Krobock, behandelt vier Schwerpunkte. Zunächst diskutiert Krobock mit Simon Strauß dessen offenen Brief an den AfD-Politiker Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt. Siegmund lehnte eine Podcast-Teilnahme aus Zeitgründen ab und behauptete, zwischen öffentlich-rechtlichen Medien und der FAZ bestehe ein Unterschied – ein Argument, das fragwürdig wirkt, da er in Dessau die gesamte Medienlandschaft angegriffen hatte. Das FAZ-Team debattierte intern kontrovers über die Plattformgebung für AfD-Politiker und die Gefahr, diese salonfähig zu machen, will Siegmund aber weiter zu klaren Aussagen über seine Neutralitätsforderungen drängen.
Anschließend wird die Sommerserie „Die großen Fragen der Menschheit“ angekündigt, die ab Anfang August in sechs Teilen unter anderem Klima, Krebsheilung, Krieg, Frieden und Künstliche Intelligenz beleuchtet, aufgenommen beim Nobelpreisträgertreffen in Lindau.
Ein weiterer Block behandelt den Longevity-Aktivisten Brian Johnson, der mit 49 eine unheilbare Autoimmungastritis diagnostiziert bekam. FAZ-Redakteurin Kira Kramer kritisiert sein mechanistisches Menschenbild und warnt davor, Gesundheit als technisch steuerbare Maschine zu begreifen; trotz extremen Biohackings bleibe das Leben kontingent.
Schließlich führt Krobock ein Interview mit dem 94-jährigen Nobelpreisträger Walter Gilbert, der über seine wissenschaftliche Karriere, DNA-Sequenzierung, Forschungspassion und Erinnerungen an den Nobelpreis spricht.
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📜 Transkript
Podcast für Deutschland am Morgen die Frühnachrichten der [musik] FAZ, damit Sie gut informiert in den Tag starten. [musik] Was haben der Longevity Jünger Brian Johnson und der AfD-mann Ulrich Siegmund miteinander zu tun? Genau. Nichts außer dass zufällig beide heute im FAZ Podcast für Deutschland vorkommen. Herzlich willkommen also an diesem Freitag den 17. Juli. In dieser Woche mit mir Andreas Krobock und ich kann Ihnen sagen, wir haben einiges vor. Zunächst knüpfen wir an unsere Folge gestern an den Aufruf meines [musik] Kollegen Simon Straus an den ja möglichen Ministerpräsidenten in Sachsen Anhalt und seine Reaktion auf Simons offenen Brief. Denn ja, kann ich schon verraten, es gab eine. Und dann [musik] geben wir Ihnen den nächsten Vorgeschmack auf unsere Sommersie in zwei Wochen, die großen Fragen der Menschheit. [musik] Zum einen mit einem sehr aktuellen Gespräch über den schwer erkrankten Longevity Vorreiter Brian Johnson. Zum anderen mit einem, wie ich finde, außerordentlich [musik] hörenswerten Interview mit einem weisen Mann, dem 94-jährigen Nobelpreisträger Walter Gilbert. [musik] Ja, nach der Folge gestern ist völlig klar, dass ich mich noch mal kurz mit Simon zusammenschalten muss. Simon Strauß, der ja den offenen Brief an Ulrich Sigmund von der AfD in Sachsen Anhalt geschrieben hat, den möglichen Ministerpräsidenten mit der großen Frage, wie er denn so einen Abend wie in Dessau am Mittwoch neutral beschreiben würde. Also so neutral, wie wir Medien das ja seiner Meinung nach und nach Meinung der AfD nie tun. Also quatschen mal kurz drüber erstmal. Moin Simon. Grüß dich Andreas. Schön schon wieder dabei sein zu dürfen. Ja. ist aber auch wichtig, ne? Ähm, wir hatten ja eigentlich gehofft, wir hätten heute Ulrich Sigmund in der Sendung. Warum haben wir ihn nicht? Ja, er hat mir gestern Nacht noch geschrieben äh eine Nachricht irgendwie kurz nach Mitternacht. Also, sieht man auch, der Mann arbeitet, das muss man neidlos anerkennen. Genau, die schläft nicht. Äh, genau. Und hat geschrieben: "Spannender Ansatz und äh hat auch gesagt, dass er gerne bei Gelegenheit die ganzen Fragen mal durchgehen würde, Stück für Stück. M jetzt allerdings aus Zeitgründen nicht können. Immer eine Ausrede ist, wenn es wirklich wichtig wäre, dann hätte man Zeit. Also äh und dann hat er noch einen Satz nachgeschoben, den ich natürlich ganz interessant finde. Nur einen Satz noch hat er gesagt, für mich ist ein Unterschied zwischen den öffentlichrechtlichen und der FAZ. Also damit hat er dann schon auch deutlich gemacht, welche ja welche Priorisierung es am Ende ist. Nur man muss eben sagen, das hätte ich ihm auch sofort entgegnet, dass in Dessau also vor der Crowd sozusagen vor der ostalgischen ähm und medien hassenden ähm Audience hat er ja deutlich gesagt, das hat auch Proton auch die Zeitung, das heißt das ist eben genauso ein Punkt, man muss finde ich genau sein und da sind wir genau gewesen, haben genau zugehört haben gesagt, nein, nein, Herr Sigmund, sie haben nicht nur die öffentlich rechnen, sondern sie haben die gesamte Medienlandschaft in Deutschland eigentlich zum Feind erklärt und darüber hätten wir gerne mit ihm gesprochen. Total. Und ich weiß auch gar nicht, ob es ein Kompliment ist, äh dass er uns da jetzt dann in dem persönlichen Kontakt mit dir [gelächter] ausnimmt, ehrlich gesagt. Nein, absolut nicht. Ist natürlich auch opportunistisch, weil er am Ende will, dass wir trotzdem noch mal mit ihm dann reden und das ist ja gar keine Frage. Das ist ein Polit mittlerweile, der die Medien ähm sozusagen einseits bekämpft und hasst und einerseits natürlich von ihnen profitiert, nicht? Wir hatten übrigens, wenn ich das noch erzählen soll, eine sehr intensive Diskussion heute morgen im Fölltor bei uns über den Artikel äh wo es viele Leute gab, die sehr dagegen waren und manche auch dafür. Und das Argument, was ich auch komplett einsehe, ist natürlich zu sagen, ja, was hätten wir denn jetzt eigentlich gemacht, wenn der Sigmund einen Text geschrieben hätte, hätten wir den abgedruckt oder nicht? Ja. M und in gewissenweise war dann die Argumentation auch, wir hätten ihm einen roten Teppich dadurch ausgeht, ihn zu sehr sozusagen ja in den Salon reingeholt, wenn man so will, ihn Salon fähig gemacht und die Gefährlichkeit, die man ja in der Tat gerade was aktuell in NRW die AfD, wenn man sich das anguckt, dann dann dann läuft er mir kalt den Rücken runter. Ja. Ähm, da muss man natürlich auch sagen, das war ein gewisses Risiko und äh ich bin da selbst auch gar nicht hundertprozentig sicher, wie soll ich sagen, ob das die richtige Strategie ist. Ja, aber wir haben es jetzt einfach mal versucht und er hat drauf reagiert und nur mein Argument wäre nach wie vor, wenn wir ihn dazu bekämen, mal klar Farbe zu bekennen, was er meint mit diesem "Die Medien sollen neutral berichten und das aber auch mal wirklich eben konkret macht, ja, dann wiederum hätte man ja auch was in der Hand, um gegen ihn zu argumentieren, meinetwegen sogar auch nach der Wahl." Ja, also deswegen ich bin da schon nach wie vor einfach fragend und ich glaube die Frage ist spannend und wir müssen versuchen unterschiedliche Antworten drauf zu finden. Ich bin da übrigens ganz bei dir. Ich würde mich wirklich mal dafür interessieren, wie Ulrich Sigmund das Singen der DDRHne den Wunsch nach dem guten alten Deutschland die diese geschmacklosen Attentatswitze Richtung unseres Bundeskanzlers, ne? Und wie all das mit der Forderung äh, die die AfD ja immer stellt, wir Medien sollten ja mal neutral berichten, äh wie dann wirklich in diesem speziellen Fall so eine neutrale Berichterstattung aussehen würde. Also, ich würde sagen, äh bleibt doch mal dran und wenn er dann irgendwann bereit dazu ist, dann sprechen wir halt genau über diesen Abend und sprechen über das, was Berichterstattung neutral macht und das, was nicht. Also mich wird's interessieren. Absolut. Ja, finde ich auch richtig. und äh ja, bleibe da dran und mal gucken, ob er irgendwann noch mal wieder Zeit hat. Spätestens, wenn er dann ähm kurz vor der Wahl ist, äh wird er sich vielleicht ja noch mal äußern. Mm. Okay, Simon, lass uns hier mal einen Punkt machen. Ähm an alle Hörerinnen und Hörer, wir bleiben dran, versprochen. Und uns beide jetzt noch mal auf was ganz anderes kommen noch mal kurz, nämlich unsere große Sommerserie, die großen Fragen der Menschheit. Ab Anfang August hier im FAZ Podcast für Deutschland sechs Teile. Simon, du bist unser Protagonist. Ähm ohne schon zu viel zu verraten, was sind denn deine großen Fragen der Menschheit? Ja, das ist jetzt wirklich natürlich ein großer Sprung, würde ich sagen. Und in der gewinnt die AfD die Wahl, ne? Ist auch genau. Nein, aber weißt du, ne, es ist ganz lustig, weil ich würde sagen, weißt du, wir sind ja, das weißt du ganz genau wie ich auch, wir denken permanent über politische Dinge nach. gerade in dieser Zeit, es ist enorm aufgeladen. Jedes Abendessen, jede Kaffee beginnt irgendwie immer mit der Frage, wie sieht die Lage aus? Was ist mit der AfD Brandmauer? Ja, nein und so. Also in Deutschland sind wir ja voll in politischen Talk drin, das muss man ja sagen. Also unpolitisch sind diese Zeiten ja nun wirklich nicht mehr und auch jüngere Generation nicht und so weiter und so fort. So und trotzdem finde ich eben manchmal gibt's eine gewisse Ermüdung auch bei mir bei der Frage äh ist das eigentlich alles ja, worüber wir uns nachdenken. Und das was wir in dieser Sommersie versuchen, jetzt mal ganz poetisch gesprochen, ist der Versuch mal den Rahmen etwas wieder zu weiten, den Blick zu heben und zu sagen, worum geht's eigentlich im Leben jenseits dieser tagespolitischen Aufregung, ne? Wum geht's wirklich, könnte man fast sagen. Genau. Genau. Worum geht's wirklich? Ja. Und vielleicht ist das wirklich das entscheidende und das andere ist natürlich auch vieles das virtuell ja bei unserer Diskussion. Na ja, gut. Und worum geht's denn wirklich im Leben? Es geht z.B. Leben und es geht um Krankheit, um um mögliche Heilungschancen von schweren Krankheiten, wie etwa Krebs. Es geht aber auch um Krieg und Frieden und die Frage, wie Wissenschaft darauf reagieren kann. Und es geht natürlich um die alles entscheidende und wahrscheinlich hundertfach tausend mal entscheidendere. Im Rückblick wird das die entscheidende Frage sein unseres historischen Moments, nämlich welchen Effekt wird die KI haben auf unser allerleben, unser aller Bewusstsein, unser aller Arbeiten, Leben, Lieben, fühlen und so weiter und so fort. Ja, das ist das klammern wir ja dann doch irgendwie aus. Wir haben das Gefühl, ach, wir haben Chat GBT so einigermaßen unter Kontrolle und damit haben wir die Frage gelöst. Aber das Gegenteil ist der Fall. So. Und um diese ganzen fundamentalen Fragen, die wie gesagt existenziell sind und nicht das Tagespolitische berühren, darum geht's in dieser Sommersie. Und ich kann nur sagen, da gibt es spektakuläre Szenen und auch wirklich äh tiefgründige Antworten drauf, das ganze aber im besten Sinne unterhaltsam auch. Ist ja auch eine Sommersie, also ähm das ja kann ich nur kann ich nur das Wasser im Mund laufen lassen bei uns zusammenfen lassen. Genau. Noch eins ganz kurz vielleicht. Wie nah würdest du denn sagen, bist du Antworten gekommen auf die großen Fragen der Menschheit? Also Antworten, das ist natürlich immer so eine Frage. Es gibt schon ganz klare Antwort. Es gibt eine Antwort auf die Frage. Klima z.B. auch, ne? Kann man wirklich ein Teaser mal jetzt ein Spoiler? Nee, wir machen keinen Spoiler, nur ein Teaser. Genau. Wir sagen einfach, es gibt Anfang. Wir sagen nicht, wie sie aussieht, aber bei Frage Klima, wie wie können wir den Klimawandel stoppen? Da gibt's ganz klare und auch spektakuläre Antworten, muss ich sagen. Aber auch wie gesagt bei der Frage von Krebshheilung, wie war wie nah sind wir eigentlich dran? Das hat mich zum Teil wirklich enorm beeindruckt, was ich da erfahren habe in in Lindau und wie gesagt auch bei der KI Frage gibt's enorm interessante Mitteilungen, sagen wir mal zum Stand der Dinge, die hätte ich nie gedacht, bevor ich dahingfahren bin. Das wür ich schon wirklich sagen, ich hätte nie bestimmte Dinge hätte ich nie gedacht, ja, bevor ich nach Linda gefahren bin und bin mit diesen Erkenntnissen zurückgekommen und daraus haben wir jetzt diese Folgen ja auch geschustert. Aber um das noch zu sagen, noch viel wichtiger für mich persönlich als die Antworten, die ganz klaren Antworten, die man dann rauszieht aus den Sendung, die gibt's auch, wie gesagt, gibt auch ein paar Servicepunkte, sage ich mal, ja, also wie schütze ich mich vor bestimmten Dingen und so weiter und so fort. Vorsorgesachen und so. Also, da gibt's auch wirklich was, was man mitnehmen kann und sich hinter die Ohren schreiben kann. noch viel wichtiger, Andreas, fand ich eben dieses Epochengefühl, um es mal so zu sagen, was man was man aus Lindau mitgenommen hat. In was für einer Epochen in was für einer epochalen Zeit wir eigentlich gerade leben, was sich da gerade alles verändert und zwar in monatlichem Rhythmus. Ja, also wie gesagt nur das Stichwort KI. Innerhalb der letzten sechs Monate hat sich diese Technologie so stark verändert, wie noch keine Technologie in der gesamten Menschheitsgeschichte. So in diesem Sinne wurde da in Lindau geredet. Also da stockt ein manchmal der Atem und es macht einen aber auch wirklich noch mal klar bewusst in was für wahnsinnig spannenden und potenziell revolutionären Zeiten wir leben. Also das würde ich schon einfach sagen, das hat mich enorm fasziniert und zum Teil auch einfach mitgerissen. Ich kann ja auch verraten, ich war mit dabei in Lindaus, weil auch die Kollegen Michael Götz Maxstange, Joach Müller Jungen, Niklas Kleber. Also, wir waren wirklich mit großer Mannschaft da. Ähm und dieses Nobelpreisträgertreffen auf dieser hübschen Bodenseeinsel, das ist ja auch schon ein wirklich besonderes Event, was vielleicht in den letzten Jahren in der medialen Berichterstattung in Deutschland gar nicht den Platz bekommen hat, den es eigentlich verdient oder ähm hast du das anders erlebt? Nein, genauso es ist. Ich ich wusste davon vorher nichts. Viele Leuten, die ich davon erzähle, wissen davon nichts. Es ist auch einfach ein Verdienst von uns, dass wir jetzt mal da den Schinwerfer rauf richten. Es ist einfach die eine der aufregendsten Denkfabriken unserer Gegenwart, dieses Gipfeltreffen der Nobelpreisträger dort zusammen mit eben über 600 jungen Wissenschaftlersfahrung wahnsichter, ne? Muss man auch sagen. 70 Nobelpreisträger. Das ist, da ist einfach der Weltgeist auf einmal sozusagen zu Hause und auch vor allem sehr abenteuer auf abenteuerlicherweise trifft der da zusammen, ne, jung, alt und sehr unterschiedliche Disziplinen, sehr unterschiedliche Kontinente. Ganz sozusagen die ganze Frage Afrika, ja, die Scientific Community in Afrika, die habe ich da zum Teil kennengelernt, dieses dieser boomende Kontinent ja auch gerade in die Augen von einer jungen ähm afrikanischen Forscherin geschaut und gedacht: "Meine Güte, das ist die Zukunft." Ja. zum Teil auch die da liegt und mit was für einer unglaublichen Leidenschaft, die über nicht nur ihre Forschung, sondern eben auch ihr Land gesprochen hat. Das hat mich schon tief beeindruckt und äh wie gesagt, wenn wir ein bisschen was von diesem Funken, den wir da gespürt haben, überspringen lassen können durch die Sommersie, dann wird das ein guter Sommer. Wir geben uns Mühe und ich danke dir sehr herzlich äh und wünsche ein schönes Wochenende und hoffe, wir hören uns ganz bald wieder dann auch vielleicht zur großen Frage gewinnt die AfD die Wahl in Sachsen an. Also, danke schön lieber Simon. Danke dir Andreas. Gutes Wochenende. [musik] Ja, ich habe es gerade mit Simon schon kurz angesprochen. Eine der großen Fragen der Menschheit, die wir in unserer Sommersie besprechen werden, ist der Wunsch nach, ja, vielleicht nicht nach ewigem Leben, aber doch immer älter zu werden und dabei natürlich so lange wie möglich gesund und fit und vital zu bleiben. Und bevor ich gleich mit einem 94-jährigen Nobelpreisträger quatsche, der uns tatsächlich auch ein paar seiner Geheimnisse jung zu bleiben verraten wird, vorweg noch eine ganz andere Geschichte, nämlich einer der größten Vorkämpfer von, ja, das Wort heißt Longevities, kennen sie inzwischen schon alle. Der Multimillionär Brian Johnson, der hat in dieser Woche mitgeteilt, er sei unheilbar erkrankt mit 49, trotz seines warnwitzig gesunden Lebensstils. Ja, und unsere Föon Ressortleiterin online, Kira Krama hat den Fall sehr interessant kommentiert. Verlinken wir auch und ist jetzt auch bei uns. Hallo Kira. Hallo Andreas. Sag mal zunächst, was müssen wir über diesen Mann, über Brian Johnson unbedingt wissen? Der Brian Johnson ist, wie du eben schon sagtest, ein Tech Multimillionär. Der hat viele hundert Millionen auf seinem Konto, nachdem er ein Finanzdienstleisterunternehmen vor vielen Jahren verkauft hat und hat sich seitdem der Aufgabe gewidmet, nicht zu sterben. Don't die ist sein sein Slogan oder so lange wie möglich zu leben bzw. sein Leben ja aufs Unendliche zu verlängern und dafür tut er sehr viel. Also, das ist erstaunlich, was er alles macht. Er er nt sich komplett vegan. Er nimmt seine letzte Mahlzeit am Tag um 11 Uhr vormittags ein. Er macht jeden Tag Sport. Er lässt seine Biomarker von dem Team von 20 bis 30 Ärzten überwachen. Er tut unglaubliches dafür. Und was daran noch interessant ist, dafür gibt er jedes Jahr 2 Millionen Euro aus, um das mit seinem Körper zu machen. Wahnsinn, ne? Also Viel Sport, vegane Ernährung, ich glaube Bluttransfusion. Ich hab gelesen, der hat sich Blut von seinem eigenen Sohn übertragen lassen. Nicht rauchen, kein Alkohol trinken, wahnsinnig viel Geld. Hat er nicht auch so ein Helm erfunden, den er auf dem Kopf hat irgendwie, womit andauernd alles durchgecheckt wird, der Schlaf kontrolliert wird. Genau. Neben dem, was er alles zu sich nimmt und was er alles macht, lässt er sich halt rund um die Uhr vermessen. Also jede Bewegung, jeden Schlaf, jede Erektion, jede Sache, die seinen Körper macht und jede Sache, die auch nicht macht, lässt er von einem riesigen Ärzteteam bis aufs kleinste Detail vermessen. Also das kommt nach all dem, was er sich versagt und all das, was er tut für dieses lange Leben, kommt das noch hinzu, er macht nichts, ohne dass es gemessen wird und von Leuten beobachtet wird. Total krass, ne? Und ich glaube, er hat gesagt, bis zum Jahr 2039, ist gar nicht mehr so lange hin, 13 Jahre noch, wolle er unsterblich werden. Jetzt würde ich ja [gelächter] fast sagen, die Götter oder das Schicksal haben ihn ausgelacht, ne? Er hat eine im Grunde stand heute unheilbare Krankheit jetzt. Er hat jetzt diagnostiziert bekommen eine unheilbare Krankheit. Ich werde da vorsichtig mit so ein bisschen, das haben mir viele Leser in Leserbriefen vorgeworfen, nachdem ich diesen Kommentar geschrieben habe. Da ist nichts an Hohen dran. Es sollte nur natürlich nicht diejenigen, die seinem Lebensstil oder seinem Versprechen glauben, die sollte das dazu anregen, jetzt mal genauer zu hinterfragen, was dieser Mann macht. Denn selbst in dem vermessen Körper der Welt, der alles dafür tut, sehr lang, sehr gut, sehr krankheitsfrei zu leben. Selbst in diesem Körper hat sich jetzt eine Krankheit eingenistet. Man ist nicht ganz sicher, ob das genetisch ist oder ob das durch äußerliche Faktoren gekommen ist, diese Autoimmungastritis, die er jetzt hat, was einfach nur heißt, dass sein Immunsystem seine Magen Schleimhautzellen angreift, ähm und dass er dadurch Verdauungsprobleme, Eisenmangel, Trägheit, Blässe, alle möglichen Sachen hat und die ist unheilbar und mm selbst in diesem Körper, der alles dafür getan hat, ist nun diese Erkrankung aufgetreten und damit funktioniert sein Versprechen. desto mehr wir uns vermessen, desto asketischer wir leben, desto länger leben wir und desto besser leben wir funktioniert da nicht mehr, weil der Mensch halt eben nicht, wie er das propagiert, eine ja Maschine, ein Mechanismus ist, bei dem am Ende das, was du oben reinsteckst unten wieder rauskommt. Total. Und man muss ja auch sagen, es geht ja nicht nur um ihn, sondern Longevity ist ja ein ein riesiger Trend. Allein Brian Johnson hat, glaube ich, Millionen von, ich nenn es jetzt mal, Anhängern und es ist eine Milliardenindustrie auch, ne? Also, es ist ja jetzt nicht so, als würden wir hier nur über Glauben und Nichtgauben reden, sondern da fließt schon ganz schön viel Geld auch jeden Tag. Absolut. Also Longevity und das, was dazu gehört, das Biohacking, also die systematische Optimierung von Körper, aber auch Geist durch technische Eingriffe in das natürliche Material ähm ist eine Milliardenindustrie, der inzwischen viele Leute ihr Geld geben, sei es durch Pillen, sei es durch Tracking von Schlafmessern, durch Herzfrequenzmesser, durch all diese kleinen Helferleen, die im Alltag dazu dienen sollen, dass wir uns komplett überwachen und angeblich länger leben sollen. wollen. Also diese Supplements Brian Johnson hat da zu höchst oder zu Spitzen bis zu 100 von am Tag geschluckt. Aber wenn ich mich so umhöre, selbst in meinem Freundeskreis unterm Mitte 30-jährigen gibt's wenige, die nicht jeden Tag irgendwelche Supplements einwerfen, auch ohne ärztliche Diagnose von, dass dann Mangel besteht, sondern einfach, weil das Internet oder meinetwegen auch die Werbung insgesamt das Versprechen macht. Wenn man sich das einwirft, dann hat man ein besseres und ein gesünderes Leben. Und ich möchte mal ganz deutlich sagen, ich bin jetzt nicht jemand, der ein Problem mit Prävention hat und ein Problem damit hat, dass wir ein gutes Leben führen, damit es uns auch länger gut geht. Wir sollten uns nur klar machen, dass es halt keine Garantie dafür gibt, sondern dass es eine Wahrscheinlichkeitrechnung ist, bei der aber auch noch mehr Faktoren eine Rolle spielen, als das, was wir mit uns selbst anstellen. Deswegen würde ich noch mal sagen, das Menschenbild von Brian Johnson, das ist eigentlich das Interessante. Er hat ein Menschenbild, das ein rein mechanisches technologisches ist. Für ihn ist ein Körper, ich hatte das eben schon mal angedeuert, eigentlich eine komplette Maschine. Genau. Und Krankheit und Tod sind für ihn eigentlich Fehlfunktionen, aber wir wissen eigentlich inzwischen, dass der Mensch, das haben wir schon im 20. Jahrhundert festgestellt, halt eben das nicht ist, sondern es sind auch noch psychische Dimensionen, soziale Dimensionen, die beeinflussen, wie unser Leben verläuft und natürlich auch genetische ist natürlich auch eine große Frage, was macht uns Menschen eigentlich glücklich, ne? Bei Johnson und vielen Longevity Jüngern scheint es ja so zu sein, dass alleine der Gedanke unfassbar alt zu werden, dass man dafür alles tut und auch alles lässt in im besten Alter quasi, ne, wie du ja auch von dir und dein oder viel mehr von Bekannten von dir erzählst, dass man asketisch lebt, um eventuell sein Leben um 10 Jahre zu verlängern und äh ja, es gibt trotzdem ja keine Garantie, dass es funktioniert. Ich wollte das auch gar nicht lächerlich machen. Natürlich ist Prävention super wichtig. regelmäßig zum Arzt zu gehen, gerade in meinem Alter z.B., ne? Also super wichtig, aber es gibt eben kein Versprechen. Wir sind Menschen. Wir sind Menschen. Ganz genau. Also die Kontingenz des Lebendigen, also die Zufälligkeit und die kommen wir nicht nicht herum. Also bei allem, worauf wir achten, können wir am Ende nicht entscheiden, was am Lebensende rauskommt. Und genau mit diesem Befund, dass wir am Ende nur ein Wahrscheinlichkeitsspiel machen können, mit dem sollte jeder überlegen, wie weit ist er in bereit in der Askese zu gehen? Ist er bereit, sich sein Mittagessen zu versagen oder auch sein Abendessen? ist er bereit, sich zu versagen, mal eine Nacht durchzuquatschen mit Freunden, Glas Wein zu trinken, sich mal in die Mittagssonne zu legen, unvernünftig, all das zu machen, nur um in dieser Wahrscheinlichkeitsrechnung am Ende besser dazustehen, aber es kann halt wie gesagt auch der Zufall kommen und all diese guten Vorsitätze und all der guten Liebes Lebensstil zu nichte machen und am Ende sind wir trotzdem krank, wie das jetzt Brian Johnson eben vorgeführt hat. Ja. Ja. Liebe Kira, ich danke dir. Verlinke den Text auf jeden Fall noch mal in den Showotes. Sind die Kommentare da drunter oder hast du vor allen Dingen Leserbriefe bekommen? Weil es ja auch spannend, ne? Also, ich bin mir sicher, uns hören auch gerade Leute zu, die die Idee eigentlich richtig gut finden und das vielleicht auch so ein bisschen leben wollen und wir haben ja jetzt auch keine 100undertprozentige Antwort. Wir wagen es uns einfach nur es kritisch zu sehen, würde ich sagen. Auf jeden Fall. Genau. Also, es sind einige der Kommentare da drunter. Es lohnt sich aber auch in unserem Print, da drucken wir ja regelmäßig die Leserbriefe ab, auch da mal reinzuschauen, da werden jetzt einige abgedruckt und natürlich auch weiterhin welche zu schreiben. Also, wer hier irgendwie noch ein weiteres gutes Argument dafür oder dagegen hat oder Einspruch oder auch Zustimmung, darf das auch gerne uns mitteilen. Ja, und z.B. direkt an podcast@faz.de. Also, wenn Sie uns da ins schreiben, ich leite es sofort der Kira weiter. Danke schön Kira K. Danke schön Andreas. Ja, ich habe es äh schon mehrfach angekündigt heute. Sie werden jetzt einen Mann hören, einen Menschen, der mich und unser gesamtes Team auf dieser Nobelpreisträgerwoche in Lindau extrem beeindruckt hat, vielleicht am meisten sogar von allen Superhirnen, Erfindern und Topwissenschaftlern, die in dieser Woche am Bodensee versammelt waren. Sein Name Walter Gilbert. Alter, 94. mit dem Nobelpreis ausgezeichnet 1980, also vor 46 Jahren einer der ersten, der dabei mitgeholfen hat, die menschliche DNA zu entschlüsseln, der eine Methode zur DNA Sequenzierung entdeckt hat, auf der danach alles weitere aufbaut, auch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Hört sich also nach einem an, wie sagt man, super Nerd, aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, das Gegenteil ist der Fall. ein barmherziger, rüstiger Mann, kurz vor dem hunderten Geburtstag, der ohne Begleitung aus den USA nach Deutschland gekommen ist, geflogen ist, dort die Tage verbracht hat und uns schon am ersten Abend bei einem Empfang ähm sich zu uns an den Tisch gesält hat, sich als Wall vorgestellt und über Gott und die Welt gesprochen hat. Wir haben uns dann sofort mit ihm für ein längeres Interview verabredet, dass wir ihn jetzt nicht mehr länger vorenthalten wollen. Walter Gilbert, es ist mir eine Ehre. Sie haben so viele Dinge in ihrem Leben gemacht. Sie haben mit Mathematik angefangen, dann waren sie Physiker, dann Biologe und gewinnen ein paar Jahre später den Nobelpreis in Chemie. Wenn Sie auf ihren Weg, ihren kurvigen Weg in der Wissenschaft zurückblicken, was würden sie heute jungen Menschen sagen, die auf der Suche sind, die noch nicht wissen, was sie tun, was sie studieren, was sie entdecken sollen? Nun, ich glaube, das Wichtigste ist, dass sie Themen finden, die sie wirklich faszinieren, Aspekte dieser Welt, die sie interessieren und erforschen wollen. Man muss von der eigenen Neugier angetrieben werden. Die Wissenschaft wird vor allem von dem Wunsch angetrieben, etwas Neues zu finden. Ich bin ständig daran interessiert, was gerade neu ist. Als Wissenschaftler möchte ich selbst neue Erkenntnisse erreichen. Das kann eine Entdeckung in der Theorie sein. Es kann eine neue Art Verständnis sein. Es kann ein Experiment sein, das etwas Neues über unsere Welt zeigt. Die interessantesten Experimente sind meiner Meinung nach die, bei denen man von etwas überrascht wird. Und im Nachverfolgen dieser Überraschung entdeckt man wieder was, dass man nicht erwartet hat. Und das finde ich die faszinierendste Seite der Wissenschaft. Ich rate jungen Menschen immer Francis Cricks Beobachtung zu folgen, in welchem Feld man arbeiten sollte. Crick argumentiert zu: "Man soll in einem Feld arbeiten, über das man gerne quatscht und trat. Man kann sich selbst testen, worüber spricht man gerne und das dann weiter verfolgen. Nicht in einem Feld arbeiten, von dem man glaubt, man müsste darin arbeiten, weil es den Erwartungen spricht, der herrschenden Meinung. Man muss was finden, das einen wirklich fasziniert. Das ist wichtig, das ist das entscheidende. Ja, in Lindau sind ja so viele junge Wissenschaftler aus aller Welt, über 600. Ich habe in diesen Tagen oft gesehen, wie sich zich von denen um sie geschart haben, mit ihnen gesprochen haben, in Fragen gestellt haben. Ja, und was machen sie? Sie fragen die zurück. Ja, genau. Ich frage, das stimmt. Ich versuche herauszufinden, woran sie arbeiten. Manchmal ist es etwas, das mich neugierig macht oder worüber ich was weiß oder einfach was ganz Neues. Und was sie mir für Fragen stellen, na ja, die meisten drehen sich darum, was ich gemacht habe, wie ich es gemacht habe oder so. Die sind oft neugierig auf meine Geschichte, weil ich eine lange Karriere in der Wissenschaft hinter mir habe. Und so kommen wir sehr oft in die Vergangenheit zu den Veränderung dieser Welt. Ich meine, das verblüffende ist doch als junger Wissenschaftler ist man sich der Welt bewusst, wie sie gerade ist und man denkt, es wird immer so bleiben. Man hat nicht die Weizicht zu erkennen, dass sie morgen völlig anders sein. Sie sind ja auch nicht zum ersten oder zweiten Mal hier, ne? Schon schon mehrfach. Das ist das zehnte Mal, dass ich bei diesem Treffen bin. Ich genieße das hier. Ich genieße die Gespräche mit den jungen Leuten. Ich genieße ihre Vorträge. Man könnte sagen, man kann einen Nobelpreisträger auch zu oft reden hören, übertrüssig werden, das stimmt schon, aber im Allgemeinen verändern die Leute ihre Themen genug von Zeit zu Zeit, so dass es immer wieder interessant. Mr. Gilbert, Sie selbst haben den Nobelpreis, wie ich eingangs erwähnt habe, schon 1980 bekommen vor 66 Jahren. Das allein ist ja schon fast ein ganzes Leben dazwischen. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Tag, besonders an den Moment, als Sie registriert haben? Ja, ich gewinne wirklich diesen Preis. Oh, das ist tatsächlich bemerkenswert. Die Arbeit, für die ich den Preis bekommen habe, ist die Entdeckung einer Methode zur DNA Sequenzierung. Und diese Entdeckung hat das Problem von unlösbar zu sehr einfach verwandelt und seitdem sequenziert die Welt Gene immer schneller. Das ist nicht die Arbeit, auf die ich am stolzesten bin. Die Arbeit, auf die ich in der Wissenschaft am stolzesten bin, ist eigentlich ein älteres Experiment, bei dem ich einen Kontrollprotein in Bakterien isoliert habe. Es gab nur zehn Moleküle dieses Proteins in der Zelle und es war extrem schwer, es zu finden, zu isolieren und nachzuweisen, dass ein Gen ein Protein produziert, das ein zweites Gen abschaltet. Auf dieses Experiment war ich stolz. In gewisser Weise hätte ich eher für dieses Experiment den Nobelpreis erwartet, aber dann machten wir die Sequenzierung und die wurde es dann. Fred Sanger und ich gewannen eine ganze Reihe von Preisen, die man auf dem Weg zum Nobelpreis gewinnen kann und so erwartete ich gewissermaßen den Nobelpreis, aber in diesem Jahr wurde der Preis in Medizin und Physiologie an jemand anderem verdient. Und so sage ich am Abend vor der Vergabe des Chemiepreises zu einem Freund, der Chemiker ist. Wer glaubst du wird morgen den Preis gewinnen? Er schaut mich sehr merkwürdig an, aber dann reden wir über andere Kandidaten. Am nächsten Tag habe ich auch nichts gehört, also gehe ich morgens wie immer ins Labor. Das Telefon klingelt dran ist ein Reporter und ich dachte, er fragt mich nach meiner Meinung dazu, wer den Preis gewonnen hat. Und dann merke ich, nein, ich bin es. Ich habe gewonnen. Ab nach Hause und feiern mit meiner Familie. Da war es dann auch schon in den Nachrichten und dann haben wir den ganzen Tag weitergefeiert und abends eine Champagner Party für 300 Leute geschmissen. Gewissermaßen alle in der Stadt, die irgendwie mit dem Projekt verbunden waren. Damals zu der Zeit hat man nie was direkt von der Stiftung gehört. Sie schickten tatsächlich ein Telegramm, das erst so drei Tage später ankam. Es ist also eine ganz andere Welt heute. Heutzutage rufen sie sorgfältig an und versuchen die richtige Person zu erreichen. Ein Freund von mir, der vor einem Jahr den Preis gewann, bekam morgens um 5:30 Uhr einen Anruf. In drei Stunden rufen wir Sie an. Seien sie vorbereitet. Er wurde quasi gewarnt, sich anzuziehen. Die Reporter würden kommen und alles würde auf ihn einprasseln. Und wenn ich nachfragen darf, wie hat sich ihr Leben nach dem Nobelpreis verändert? Ich habe eigentlich versucht zu vermeiden, dass sich mein Leben verändert. Ich wollte die Falle vermeiden, durch die Welt zu reisen, Vorträge zu halten und so weiter. Das habe ich vermieden. Ich bin ins Labor zurückgegangen und habe einfach weitergearbeitet. Aber klar, es hat bestimmte Aspekte meines Lebens verändert, weil ich danach in einem gewissen Sinne frei war. Ich habe die Universität verlassen, habe ein Unternehmen gegründet und geleitet und konnte dann wieder an die Universität zurückkehren und die waren sogar froh, mich zurückzuhaben. Also hatte ich eine gewisse Freiheit. Es ist merkwürdig. Der Preis verändert bestimmte Aspekte des Lebens. Er verändert, wie die Menschen auf einen zugehen. Ist es eigentlich mehr Fluch oder mehr Segen oder beides? Na ja, es ist beides. Es ist gut und schlecht. Der Preis bedeutet ja heute viel mehr Geld als damals und nach 1980, sicherlich danach, haben sie die Regeln geändert und angefangen viel besser zu investieren, sodass der Preis nun viel näher an dem ist, was Alfred Nobel erhofft hatte. Ein Preis, der die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Menschen tatsächlich verändern könnte. Ich habe mein Preisgeld komplett ausgegeben, um meine Kinder und meine Eltern mit nach Stockholm zu das ganze Geld nur für den einmaligen Spaß rausgehauen. Nun, ich habe für alle gesorgt, First Class, Flugreisen und wissen Sie, wenn man sechs Leute so mitnimmt, geht das meiste vom Preisgeld einfach drauf. Ich bekam damals ein Viertel des Preises und der Gesamtpreis betrug ungefähr 250 000$. Also habe ich wahrscheinlich 60 000$ bekommen. Okay, also ist das meiste davon so drauf gekommen. Mr. Gilbert, Sie sind 94 und im Alter von, ich glaube etwa Mitte 70, haben Sie sich entschieden, ihr Leben noch mal komplett auf den Kopf zu stellen, völlig zu verändern und Künstler zu werden. Warum das? Ja, ich habe leider eine Form von Biologie gelehrt. Zu dem Zeitpunkt hatte sich das Labor komplett in die Computeranalyse von Sequenzen verlagert und ich merkte einfach, dass mich das nicht besonders interessierte. Ich habe entschieden, dass ich den Studenten nicht genug Aufmerksamkeit schenke und dass ich das Labor einfach schließen und aufhören sollte. Und ich denke oft, wenn ich aktiv selbst weiter experimentiert hätte, hätte ich wahrscheinlich weiter gemacht. Es wäre eine gute Idee gewesen weiterzumachen, aber ich habe auch Ich wollte mich ab sofort mit Risikokapital und kleinen Unternehmen beschäftigen, merkte aber, dass ich anfing, Fotografie als Kunst zu betreiben. Ich hatte eine Digitalkamera. Damals hatten wir 2 Megapixel Digitalkameras, große Objektive, wenn sich kleine Kamerageäuse alle sagten, man kann mit einer 2 Megapixel Digitalkamera Postkarten machen und ich entdeckte, dass ich große Bilder machen konnte. Zuerst 60 cm hoch, dann 60 x 90 cm, dann 120 x 180. Ich konnte große Bilder machen und sie hatten eine emotionale Wirkung. Ich sagte, [räuspern] das ist interessant. Das sollte ich als Kunstform betreiben. Und so fing ich damit an. Die Bilder waren isolierte Fragmente der Welt, die, wenn man sie vergrößert, einfach etwas anderes werden. Und das Auge vervollständigt das Bild. Es gibt einen ganzen Bereich, in dem selbst ein kleines digitales Bild, das recht unscharf ist, wenn man es stark vergrößert, etwas visuell Interessantes ergibt. Und so habe ich mit der Fotografie gespielt als Kunstform. Ich sehe eine gewisse Ähnlichkeit in der Tätigkeit, in der Wissenschaft und der Tätigkeit in der Kunst. Ich beschreibe es so. In der Wissenschaft haben wir einen kreativen Impuls, etwas Neues zu finden. Wir erfinden das neue Feld im neuen Fund. Und als aktiver Wissenschaftler ist man ständig am neuen interessiert. Wir haben eigentlich wenig Interesse an der Geschichte, an der Wissenschaftsgeschichte. Unsere Publikationen haben einen sehr flachen historischen Hintergrund. Wir schauen ständig, was ist wirklich eine neue Erkenntnis und der kreative Impuls besteht darin, etwas Neues zu schaffen. Und der Maßstab ist das wissenschaftliche Experiment und die wissenschaftliche Wahrheit. Und das Gefühl in der Kunst ist dasselbe. Der Impuls als Künstler ist es, etwas Neues zu schaffen. Und der Maßstab ist, es muss schön sein, so wie man es sieht. Wenn alle anderen es als schön empfinden, ist man als Künstler sehr erfolgreich. Wenn nur manche es als schön empfinden, verkauft man ein bisschen als Künstler. Aber der Impuls etwas zu erschaffen ist derselbe. Es ist derselbe Impuls in der Wissenschaft wie in der Kunst. Es ist ein Durst nach dem Neuen, danach etwas wirklich Neues über die Welt oder über die Wahrnehmung zu finden. Was ist denn für normale Menschen leichter zu verstehen? Ihre Art von Wissenschaft oder ihre Art von Kunst? Es ist wahrscheinlich leichter für die Menschen, die Kunst zu verstehen. Sie sind mehr beeindruckt von der Kunst, wenn sie sehen. Farbenfrohe, gewissermaßen große großformatige Bilder. Eigentlich war ich ursprünglich theoretischer Physiker. Das Problem. Da war es sehr schwer jemanden verständlich zu erklären, was man macht. Wenn man Biologe wird, ist es viel einfacher, den Menschen zu erklären, was man tut, so dass man als experimenteller Wissenschaftler in der Biologie ganz anders mit Menschen verbunden ist als als anerkannter theoretischer Physiker. Ja, sie scheinen auf jeden Fall ein Mensch zu sein, der sein Leben oft verändert hat, der gerne neue Dinge erlebt, der keine Angst vor neuen Herausforderungen hat. Wie wichtig glauben Sie ist es aufgeschlossen zu bleiben, immer offen zu sein, offen auch für Veränderungen? Es ist schrecklich, wenn man sich nicht verändert. Warum? Nun, man steckt irgendwie in seinem Trott fest und macht immer wieder das gleiche. Jetzt lache ich, wenn ich das sage. Es gab einen wunderbaren Wissenschaftler, Alsi, dessen Freude, dessen Überzeugung war, wie wir es nannten, der Hershi Himmel. Man findet ein Experiment, das funktioniert und macht es immer und immer wieder. Das ist eine sehr andere Haltung gegenüber Lust auf Neues, die ich habe. Ich wechsle auf das Feld. Menschen schließen sich darin ein, immer wieder dasselbe zu tun. Und wenn sie es wirklich genießen, ist das in Ordnung. Aber man kann sich dabei ertappen, etwas zu tun, weil man es schon immer getan hat. Man denkt, ich muss es tun, weil es das ist, wozu ich ausgebildet wurde oder was ich kann und kenne. Es ist sehr bedauerlich. Ich finde es bedauerlich, auf Studenten zu treffen, die denken, ich wurde für etwas ausgebildet. Das sollte ich also tun. Das ist eine schlechte Art, so die Ausbildung, die Bildung zu sehen. Ich sage Doktoranten, sie verbringen 5 Jahre damit eine Promotion zu machen. Das ist harte Arbeit. Sie finden das sehr schwierig und sie haben nicht erkannt, dass der schwierige Teil das war, was sie lernten. Wie man entscheidet, dass etwas wahr ist, wie man sich selbst testet, wie man für sich selbst entwirft, was man tun soll und wie man es tun soll. Sie dachten, es sei ein schwieriges Fachgebiet, dass sie gelernt haben, aber sie haben eigentlich eine Technik gelernt und diese Technik können Sie dann in andere Felder mitnehmen. tatsächliche Wissen, dass man anwendet, die konkreten Dinge, die ich bei einem Experiment nutzen würde, die Natur der Keramik in dieser Tasse oder die Natur des Kaffees in dieser Tasse oder die Art, wie ich die Elektronik in diesem Ring analysieren würde. Dieses konkrete Wissen ist sehr oberflächlich und kann leicht erworben werden. Aber wirklich zu verstehen, wie man dieses Wissen anwendet, das ist schwer. Aber hat man das einmal gelernt, kann man es in andere Dinge übertragen. Nur neigen Menschen dazu, gefangen zu sein. Also ist es traurig, Studenten zu sehen, die das Gefühl haben, ich habe dieses Fachgebiet gelernt. Was kann ich damit anfangen? Statt zu sagen, was will ich wirklich tun? Was interessiert mich wirklich? Also ist das ihr Geheimnis, so alt zu werden und dabei so vital zu sein, zu bleiben? Ist das eines Ihrer Geheimnisse oder haben Sie noch weitere Secrets? Ja, können uns uns verraten. Sie haben ja auch vom Hype rund um Longevity gehört, haben wir auch gerade eben noch drüber gesprochen. Wir würden ja alle gerne eigentlich 100 Jahre alt werden. Ich treibe Sport, ich arbeite mit einem Trainer. Ich bewege mich viel, ich habe Glück. Meine DNA wurde mehrfach sequenziert. Wir haben nie etwas besonders Nützliches darin gefunden, was auch etwas Gutes ist. Wir haben nie etwas besonders schlechtes darin gefunden, wissen Sie, ich wünschte, ich hätte ein echtes Rezept. Ich bin Vegetarier, das ist das eine Rezept, das ich tatsächlich empfehle. Ich bin seit ungefähr 25 Jahren aus gesundheitlichen Gründen Vegetarier und das verändert die Verdauung auf interessante Weise und es ist sehr, ja, ich empfehle es wirklich zusammen mit ein bisschen B12. Haben Sie Angst zu sterben? Nein, das Leben kommt zu einem Ende. Das weiß man. Ich weiß zwar nicht, wie der Prozess sein wird, aber es kann immer eine Angst vor dem Schmerz geben, der mit dem Tod verbunden ist. Haben Sie vor irgendetwas Angst? Das ist eine interessante Frage. Ich weiß es nicht. Ich mache mir ein bisschen Sorgen um die KI, wenn ich ehrlich bin. Ich glaube, ich habe Angst vor dem Ende der Welt, wie wir sie kennen. Ich mache mir ein bisschen Sorgen um die politische Lage überall. Ich glaube, ich habe zurzeit so etwas wie Angst vor meiner eigenen Regierung. Letzte Frage, Mr. Gilbert. Haben Sie noch Träume? Dreams? Ob ich noch Träume habe? Ziele habe ich Ziele? Ich mache noch ein bisschen Kunst. Ich habe ein paar Ausstellungen pro Jahr, mache wahrscheinlich 20 bis 30 Bilder im Jahr. Ich mache nicht mehr hunderte von Bildern, die ich früher gemacht habe. Ich unterhalte mich mit meinen Enkeln, ich rede mit Menschen. Ich bin ständig an einer der neuen Ideen in der Wissenschaft und solchen Dingen interessiert. Also Ziele. Ich versuche es nicht mehr selbst zu tun, was in gewisser Weise schade ist. Meine Ziele sind wahrscheinlich immer noch zu versuchen zu lernen. Immer noch. Danke schön, Walter Gilbert. [musik] Das war's für heute. Hier [musik] bleibt Walter Gilbert, das kann ich Ihnen verraten in Erinnerung. Vielen Dank für die Mitarbeitu, Kati [musik] Jakob, Kati Schneider und Michael Götz. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns weiter fleißig schreiben, ne, an podcast@faz.de. [musik] de. Es gab, glaube ich, einige Themen ähm zu denen Sie gerne ihren Senf äh geben können. Würde uns echt [musik] freuen. Danke schön auch an die Leserbriefe und Hörerbriefe aus den letzten Tagen. Die werde ich und meine Kollegen alle noch beantworten. Also, das war's jetzt erstmal für heute. Für morgen kann [musik] ich Ihnen noch eine aktuelle Machtprobe ankündigen zum Thema [musik] Nahost. Da wirft die Kollegin Sandra Klüber vor allem den Blick auf die israelische Rolle. Die ist wirklich spannend. Also morgen früh ab [musik] 7 Uhr die Machtprobe mit dem Podcast für Deutschland hören wir uns in der kommenden Woche wieder. Schönes Wochenende, machen s es gut. Tschüss. [musik] Das war der Podcast für Deutschland am Morgen. Mehr zu allen Themen lesen Sie online auf fz.net net und freuen sich schon auf den ausführlichen Podcast für Deutschland am Nachmittag oder auf das Neueste des Tages. Immer gleich nach dem Aufstehen, [musik] Montag bis Freitag ab 6 Uhr. M.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=Abi30y6l-c4 |
| Titel | Wie wird man 94 Jahre alt und so vital, Walter Gilbert? – F.A.Z. Podcast für Deutschland |
| Kategorien | BulkNews, faz |
| Hinzugefügt | 2026-07-18 00:20:12 |
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