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🤖 Zusammenfassung
Die Ukraine erlebt eine innenpolitische Krise: Präsident Selenskyj entließ sowohl den umstrittenen Verteidigungsminister Fedorow als auch den Oberbefehlshaber Syrskyj, nachdem es zwischen ihnen zum Machtkampf und Proteste gegen Fedorows Entlassung gekommen war. Neuer Oberbefehlshaber wird Generalmajor Mychajlo Drapatyj. Der Korrespondent beobachtet ein Muster: Selenskyj kippe unter öffentlichem Druck Entscheidungen, was seine Autorität erodieren lasse – brisant im Krieg. Gleichzeitig greift die Ukraine zunehmend russische Versorgungslager wie Wildberries-Depots mit Drohnen an und richtet Milliardenschäden an. Russland schlägt mit Angriffen auf Odessa und Kiew zurück. Da die Front stagniert, führen beide Seiten den Konflikt verstärkt aus der Luft, wobei Russland seine Drohnen aufrüstet.
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📜 Transkript
Kind: captions Language: de Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den bisherigen Oberkommandierenden der Streitkräfte Olexander Syrskyj entlassen. Syrskyj lag im Streit mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Gegen dessen Entlassung wiederum gab es tagelange Proteste in der Ukraine. Zukünftig führt Generalmajor Mychajlo Drapatyj die ukrainischen Streitkräfte an. Der 43-Jährige gilt als Offizier, der seine Soldaten schützt. Er wird damit der dritte Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee in fast viereinhalb Jahren des russischen Angriffskrieges. Guten Morgen von Berlin nach Kyjiw zu Christoph Wanner. Christoph, das klingt nach einer veritablen politischen Krise in der Ukraine, und das in Zeiten des Krieges. Das passt nicht wirklich zusammen. Ja, es ist tatsächlich eine innenpolitische Krise hier in der Ukraine, um genauer zu sein eine Krise im Verteidigungsministerium und beim Militär. Ich möchte da etwas ausholen, ohne zu kompliziert zu werden. Am 16. Juli hat Selenskyj den beliebten jungen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow vor die Tür gesetzt und gesagt, dass ihm die ewigen Streitereien zwischen Fedorow und dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Syrskyj, auf die Nerven gehen. Selenskyj hat zunächst zu Syrskyj gehalten, dem General und Oberbefehlshaber, einem Mann, der hier durchaus den Ruf hat, mit der Brechstange vorzugehen. Dann gab es auf einmal doch größere Proteste in der Ukraine, in Kyjiw wie auch in anderen Städten. Das waren keine Massenproteste, aber es waren größere Proteste. Selenskyj hat sich das Ganze angeguckt, mit verschiedenen Generälen gesprochen und sich dann auf einmal entschieden, Syrskyj vor die Tür zu setzen. Es sind also beide raus: Fedorow und Syrskyj. Anschließend hat er einen anderen General zum Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte gemacht: Mychajlo Drapatyj. Das soll ein fähiger Mann sein, 43 Jahre alt, so etwas wie eine Frontfeuerwehr. Drapatyj wird immer dorthin geschickt, wo es besonders brennt in den ukrainischen Reihen. Er ist jetzt der neue Oberbefehlshaber. Was ich beobachte, ist, dass Selenskyj auf Druck der Straße reagiert, auf den Druck der Menschen, Entscheidungen wieder kassiert, revidiert und sich komplett umorientiert. Und Selenskyj macht das schon zum wiederholten Mal. Vor etwa einem Jahr gab es hier in der Ukraine schwere Proteste, weil Selenskyj versucht hat, die unabhängigen Antikorruptionsbehörden an die Leine zu nehmen – in einer Hauruckaktion sollten sie unter die Kontrolle der Generalstaatsanwaltschaft gestellt werden. Dann haben die Menschen dagegen protestiert. Der Westen hat dagegen protestiert, genauer gesagt die EU. Daraufhin hat Selenskyj diese Entscheidung zurückgenommen. Heute sind diese beiden unabhängigen Antikorruptionsbehörden immer noch unabhängig. Was will ich damit sagen? Selenskyj reagiert auf Druck von außen. Das sehen natürlich Freund und Feind hier in der Ukraine. Man versteht, dass man nur genug Druck aufbauen muss und es dann sein kann, dass Selenskyj ziemlich schnell umfällt. Das kann zur Folge haben, dass es zu einer Erosion der Macht des ukrainischen Präsidenten kommt – und das in einer Situation, in der sich die Ukraine im Krieg mit Russland befindet. Viele Kollegen von mir hier sagen, Selenskyj müsse seine Entscheidungen konsequent durchziehen und dürfe sich nicht vom Druck von außen beeinflussen lassen, sondern müsse hinter seinen Entscheidungen stehen. Ansonsten könne das für die Ukraine extrem gefährlich werden, wenn die Machtkämpfe der Clans im Land selbst eskalieren. Christoph, lass uns gleich noch einmal weitersprechen, und zwar über eine Versorgungskrise der Russen. Das ukrainische Militär greift inzwischen Versorgungslager in Russland selbst an. Nach der Benzinkrise droht jetzt möglicherweise auch ein Engpass bei Versorgungsgütern. Im Moskauer Umland ist der Himmel nämlich schwarz. Dunkle Rauchwolken steigen vom niedergebrannten Wildberries-Warenlager auf. Wildberries ist das russische Gegenstück zum US-Konzern Amazon. Das Lager wurde von ukrainischen Drohnen in Brand geschossen. Insgesamt sind mittlerweile fünf der zehn riesigen Lager durch ukrainische Angriffe zerstört worden. Der wirtschaftliche Schaden geht offenbar in die Milliarden. Immer mehr russische Verbraucher klagen über ausbleibende Bestellungen. Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden wird damit auch ein empfindlicher Nerv getroffen, indem die breite Bevölkerung unmittelbar in die Auswirkungen dieses Krieges einbezogen wird. So ist das. Und das ist nicht erst seit gestern so. Die Ukrainer greifen das russische Kernland ja praktisch täglich an. Wir sehen, wie russische Raffinerien brennen. Jetzt die Angriffe auf den Onlinehändler Wildberries, auf die Logistikzentren in der Nähe von Moskau und in der Nähe von Tambow. Ganz im Süden Russlands brennen diese Lager des Onlinehändlers lichterloh. Das ist natürlich auch für die Bevölkerung ein schwerer Schaden. Die russische Bevölkerung spürt diesen Krieg jede Woche stärker. Aber die Russen schlagen auch zurück. Sie sind nicht untätig oder gelähmt. Sie greifen täglich an und attackieren in letzter Zeit verstärkt Odessa, insbesondere die Hafenanlagen. Regelmäßig wird auch Kyjiw angegriffen. Zwar ist es gerade seit zwei Tagen etwas ruhiger, aber am Wochenende gab es hier wieder schwere Angriffe. Beide Kriegsparteien führen ihre Attacken inzwischen vor allem aus der Luft durch – mit Drohnen mittlerer Reichweite, Langstreckendrohnen, Marschflugkörpern und Raketen. Das passiert deshalb, weil an der Front zum großen Teil Stagnation herrscht. Weder kommen die Russen wirklich voran, noch die Ukrainer. Also versucht man, dem Gegner über Luftschläge möglichst großen Schaden zuzufügen. Das beobachten wir derzeit. Die Ukrainer sind mit ihren Drohnen sehr innovativ, aber die Russen holen auch hier auf. Sie haben einen großen Teil ihrer Drohnen bereits auf Düsenantrieb umgerüstet. Diese sind natürlich wesentlich schneller als die älteren Shahed-136 mit Propellermotor. Deshalb haben die Ukrainer große Mühe, diese neuen russischen Drohnen abzufangen. Christoph Wanner, recht vielen Dank nach Kyjiw.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=Q_x_BOZyIzE |
| Titel | UKRAINE-KRIEG: "Die russischen Raffinerien brennen lichterloh!" Ukraine erhöht den Druck auf Putin! |
| Kategorien | Zeitung, BulkNews |
| Hinzugefügt | 2026-07-22 15:28:45 |
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