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Jens Spahn und das Geschäft mit gekauften Kindern – TE Wecker am 19 07 2026

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Jens Spahn und das Geschäft mit gekauften Kindern – TE Wecker am 19 07 2026

Kanal-Aufrufe 0 🔗 https://www.youtube.com/watch?v=Dy_Vp-1G6eg 🤖 Zusammenfassung Jens Spahn hat sein Amt als CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender zurückgegeben. Begründung: Die Verbindung aus politischem Spitzenamt und privater Vaterschaft durch Leihmutterschaft in den USA sei für ihn nicht länger vereinbar. Die Entscheidung folgte auf massive Kritik innerhalb der Union, nachdem Spahn und sein Mann ihre Familiengeschichte exklusiv in der „Bild“-Zeitung inszeniert…

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Jens Spahn und das Geschäft mit gekauften Kindern  - TE Wecker am 19 07 2026

🔗 https://www.youtube.com/watch?v=Dy_Vp-1G6eg

🤖 Zusammenfassung

Jens Spahn hat sein Amt als CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender zurückgegeben. Begründung: Die Verbindung aus politischem Spitzenamt und privater Vaterschaft durch Leihmutterschaft in den USA sei für ihn nicht länger vereinbar. Die Entscheidung folgte auf massive Kritik innerhalb der Union, nachdem Spahn und sein Mann ihre Familiengeschichte exklusiv in der „Bild“-Zeitung inszeniert hatten. Kanzler Friedrich Merz soll ihn laut Berichten zum Rücktritt aufgefordert haben.

Der Vorwurf: Spahn nutzt eine Praxis, die die CDU auf ihrem Bundesparteitag im Februar 2025 mit seiner Stimme ausdrücklich weiterhin untersagt hatte. Leihmutterschaft ist in Deutschland strafrechtlich und vermittlungsrechtlich weitgehend verboten; in den USA ist sie dagegen legalisiert und Teil einer milliardenschweren Fortpflanzungsindustrie.

Der Beitrag kritisiert die Kommerzialisierung weiblicher Körper und kindlichen Lebens. Er verweist auf Berichte von einer Kinderwunschmesse in Deutschland sowie auf Olivia Morell, die als Leihmutterkind geboren wurde und von langanhaltendem Trauma durch die vorgegebene Trennung von der austragenden Mutter berichtet. Sie plädiert für ein weltweites Verbot.

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📜 Transkript

Guten Tag, ich begrüße Sie zu unserem Bäcker am Sonntag von Tischis Einblick. Die Familie, die ist ihm [musik] doch das Wichtigste und deshalb ist er jetzt doch zurückgetreten, der Fraktionsvorsitzende von CDU CSU, Jens Spahn. In einem Schreiben an die Parteivorsitzenden hat er gestern darüber informiert, dass er von seinem Amt zurücktritt. Nicht, weil er während der Coronazeit gelogen hat. Nein, sondern ihm sei in den letzten Tagen bewußt geworden, sagt er, daß sein persönliches Glück gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit seinem politischen Amt. Der Spagat zwischen seiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartungen an ihn als Vorsitzenden der Fraktion sei größer geworden, als er es erwartet hatte. Die zunehmende Unerbittlichkeit, so Jens Sparn weiter in der öffentlichen Auseinandersetzung habe ihn sehr nachdenklich gemacht. Zitat: "Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache auch immer menschlich im Ton bleiben." Zitat Ende. So sparn, der im Mai gerade mit 86,5% zum Fraktionschef wiedergewählt wurde. Und damit endete innerhalb weniger Tage eine politische Inszenierung, die genau das Gegenteil bewirkte, was sie vermutlich erreichen sollte. Am Mittwoch noch hatten Sparn und Funke ihr Familienglück mit einer exklusiven Homestory in der Bildzeitung öffentlich gemacht. Ihr Sohn Georg war in den Vereinigten Staaten von einer Leimutter zur Welt gebracht worden und die Geschichte sollte von Liebe, Glück und einer modernen Familie handeln. Sie löste stattdessen eine Grundsatzdebatte über politische Glaubwürdigkeit, käufliche Fortpflanzungsleistungen und die Frage aus, ob einflussreiche und vermögende Politiker Regeln umgehen dürfen, an denen ihre Partei für alle anderen festhält. hieß Sparnhabe nach Bundeskanzler und CDU Chef Friedrich Merz noch am Samstag Vormittag die Vorsitzenden der CDU Landesverbände angerufen, um zu klären, ob er politisch noch zu halten sei. Die Rückmeldungen sollen überwiegend negativ ausgefallen sein. Anschließend habe Kanzler März Sparen zum Rücktritt aufgefordert. Glaubwürdigkeit so März allenstes sei in der Politik das höchste gut, der man weiß schließlich, wovon er spricht. Kommissarisch soll zunächst der CSU Landesgruppenchef und bisherige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alexander Hoffmann die Amtsgeschäfte übernehmen. Hoffmann erklärte: Sparns Entscheidung verdiene allerhöchsten Respekt. Sparn habe die Fraktion durch schwierige Zeiten geführt und wesentlich zum zustande kommen und zur Arbeit der Koalition beigetragen. Die Unionsfraktion bleibe entscheidungs und handlungsfähig. Nordreinwestfalens Ministerpräsident Rick Wüst bedauerte den Rücktritt. Er sprach von einem tragischen, aber nachvollziehbaren Schritt. Die öffentliche Auseinandersetzung so wüst, sei teilweise überzogen gewesen, habe aber auch berechtigte Fragen aufgeworfen. Wüst mahnte insbesondere Rücksicht auf das Kind an. Der frühere CDU Bundestagsabgeordnete und Urgestein der Partei Wolfgang Bossbach hatte Sparn den Rücktritt noch vor dessen Entscheidung ausdrücklich nahe gelegt. Für viele in der Union sei ein Punkt erreicht, an dem sie sagten: "Jetzt ist Schluss." Besonders kritisch sei es so Bossmach, wenn der Eindruck entstehe, dass für Politiker andere Regeln gelten. Sparen so schnell zurücktrat, lag vor allem daran, dass die Kritik innerhalb von nur zwei Tagen weite Teile der CDU Basis erfasste. Der CDU Landesvorsitzende von Mecklenburg Vorpommern, Daniel Peters, hatte als erster ranghoher Christdemokrat offen Sparns Rücktritt verlangt. Ein Fraktionsvorsitzender könne nicht privat eine Praxis nutzen, die seine Partei politisch aus Gründen des Frauen, Kinder und Menschenwürdeschutzes ablehne. Weitere Parteigliederungen schlossen sich an. Der CDU Stadtverband Bron aus der Heimatstadt von Friedrich März schrieb in einem offenen Brief, das Vertrauen in Span sei, nachhaltig beschädigt. Auch Frauenunion und junge Union meldeten sich kritisch zu Wort. Vertreterinnen der Frauenunion verwiesen darauf, dass Leihmutterschaft aus guten ethischen Gründen verboten sei. Der frühere hässische Ministerpräsident Roland Koch dagegen stellte sich vor Jens Sparn. Er bezeichnete den öffentlichen Sturm als maßlos. Die CDU sei eine politische Partei und keine Religionsgemeinschaft. Politiker dürften Überzeugungen ändern. Niemand habe gegen ein Gesetz verstoßen. Koch sprach von einem persönlichen und moralischen Dilemma, nicht von einem politischen Skandal und forderte mehr Toleranz. Sparns entscheidender Fehler bestand zunächst in der Annahme, so analysiert Thomas Punzmann bei Tichis Einblick, er könne den Konflikt durch eine emotionale Inszenierung kontrollieren. Die exklusive Geschichte in der Bildzeitung präsentierte das Ergebnis eines international organisierten Reproduktionsmedizinischen Verfahrens als private Glücksbotschaft. Die Rolle der amerikanischen Leimutter wurde in einer Erzählung von Dankbarkeit und fortbestehendem Kontakt eingebettet. Der Name des Kindes, die Gefühle der beiden Väter und das arrangierte Familienfoto dominierten die Darstellung. Doch Homeestories sind keine privaten Mitteilungen, so Thomas Punzmann weiter. Sie sind öffentlichkeitswirksame Inszenierungen. Sparn und Funke entschieden sich selbst dafür, die Geburt mit Foto, persönlichen Aussagen und Exklusivität zu vermarkten. Daher machten sie den Vorgang politisch diskutierbar. Wer die Medienöffentlichkeit bewusst sucht, kann die Öffentlichkeit anschließend nicht darauf verpflichten, ausschließlich die gewünschte emotionale Botschaft zu übernehmen. Das Kalkül war offensichtlich. Die positive Nachricht über ein neugeborenes Kind sollte Kritik moralisch erschweren. Wer Einwände gegen Leimutterschaft erhob, riskierte als hartherzig homophob oder als Gegner gleichgeschlechtlicher Familien dargestellt zu werden. Doch genau diese Verkürzung funktionierte nicht. Die wesentliche Kritik richtete sich nicht dagegen, dass zwei Männer ein Kind großziehen wollen. Sie richtete sich gegen den Einsatz des Körpers einer Frau zur Erfüllung dieses Wunsches und gegen die politische Sonderrolle eines Mannes, der an der Spitze einer Partei stand, die diese Praxis gerade erst ausdrücklich abgelehnt hatte, denn die CDU hatte gerade auf ihrem 38. Bundesparteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart ausdrücklich beschlossen, Leimutterschaft auch in vermeintlich altruistischen Modellen in Deutschland weiterhin zu verbieten. Im angenommenen Antrag heißt es, dies sei erforderlich, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern. Kommerzielle Modelle und Konstruktionen, die Leihmutterschaft zum Geschäftsmodell machten, sollten ausdrücklich ausgeschlossen werden. Der Antrag ging auf eine Initiative der Frauenunion zurück und wurde vom Parteitag beschlossen, auch von Jens Sparn. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Leimutterschaftsverfahren, das zur Geburt von Sparns Sohn führte, zwangsläufig bereits weit fortgeschritten. Schwangerschaften dauern bekanntlich. Vorbereitung, Auswahl einer Eizellspenderin oder Leimutter, medizinische Behandlung, Verträge und rechtliche Absicherung beginnen erheblich früher. Spahn wusste also beim CDU Parteitag, dass eine persönliche Entscheidung im unmittelbaren Gegensatz zu dem Beschluss stand, den seine Partei öffentlich fasste. Sparns frühere Haltung war eindeutig. Bereits 2015 erklärte er, er könne sich als schwuler Mann und Christ nur schwer mit der Vorstellung eines gemieteten Mutterbauches anfreunden. 2020 wies noch als Gesundheitsminister eine FDP Forderung nach begrenzter Zulassung zurück. Jens Ben ist übrigens nicht der einzige CDU-mann, der sich ein Baby gekauft hat. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung und noch aus der Coronazeit bekannte Hendrik Strk bekannte sich vor kurzem mit seinem Mann zu seinem Babyglück. In Deutschland ist Leihmutterschaft nicht zulässig. Das Embryonenschutzgesetz stellt medizinische Handlungen unter Strafe. Insbesondere die künstliche Befruchtung einer Frau oder die Übertragung eines Embryos. Wenn die Frau bereit ist, das Kind nach der Geburt dauerhaft dritten zu überlassen. Das Adoptionsvermittlungsgesetz verbietet zudem die Vermittlung von Ersatzmüttern und sieht Strafvorschriften gegen Vermittler vor. Die Strafnormen richten sich jedoch vor allem gegen Ärzte, medizinische Beteiligte und Vermittler. Die Leimutter und die sogenannten Wunscheltern werden nach der deutschen Konstruktion nicht automatisch bestraft. Die Erziehung eines im Ausland von einer Leimutter geborenen Kindes ist in Deutschland nicht illegal. Hinzu kommt, dass hier das Verfahren in einem US-Bundesstaat durchgeführt wurde, indem es zulässig ist. Spahn hat eine Praxis im Ausland in Anspruch genommen, die der deutsche Gesetzgeber im Inland bewusst verhindert und die seine eigene Partei aus ethischen Gründen ablehnt. In den USA dagegen ist Leimutterschaft weitgehend legal. Ein Drittel aller Eltern fliegt dazu extra aus dem Ausland ein. Leimutterschaft ist längst Teil einer international organisierten Fortpflanzungsindustrie. In den USA kostet ein vollständiges Verfahren nach Angaben großer Vermittlungsagenturen häufig zwischen 100 und 200.000 $. In komplizierten Fällen auch erheblich mehr. Bezahlt wird ein ganzes Netzwerk aus Agenturen, Kinderwunschkliniken, Eizellspender, Vermittlern, Ärzten, Laboren, Anwälten, Versicherern, Psychologen und Treuhanddiensten. Eine große US-Agentur nennt allein 20 bis 40.000 $ Vermittlungsgebühr. Für die austragende Frau werden 60 bis 70.000 $ angesetzt. Die Schwangerschaft wird dabei in einzelne käufliche Leistungen zerlegt. Agenturen verkaufen Auswahl, Matching, Organisation und Betreuung. Kliniken übernehmen Eizellentnahme, Befruchtung und Embryansfer. Anwälte, Regeln Elternschaft, Entscheidungsrechte und die Übergabe des Kindes. Treuhanddienste verwalten die Zahlungen. Manche Unternehmen werben bereits mit pauschal Premium oder Garantieprogrammen. Aus Kinderwunsch wird so ein Markt mit Paketen, Erfolgsversprechen und Zusatzleistungen. Die ausragende Frau erhält nur einen Teil der Gesamtsumme. Einen erheblichen Anteil kassieren Vermittler, Kliniken und andere Dienstleister. Gleichzeitig trägt die Frau das körperliche Risiko. Die amerikanische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin hält eine Vergütung grundsätzlich für vertretbar, verlangt aber unabhängige Rechtsberatung, psychologische Betreuung und die Entscheidungsfreiheit der Frau über medizinische Eingriffe. Zugleich warnt sie, dass finanzielle Anreize Frauen dazu bringen könnten, Risiken einzugehen, die sie ohne Aussicht auf das Geld nicht übernehmen würden. New York verlangt beispielsweise eine Lizensierung von Vermittlungsorganisationen und besondere Schutzregeln für Leihmütter, Eizellspenderinnen und geborene Kinder. Doch auch im regulierten Hochpreismarkt bleibt ein grundlegender Unterschied. Agenturen, Kliniken, Anwälte und Versicherer begrenzen ihre Risiken durch Verträge und Gebühren. Die Frau kann das körperliche Risiko von Schwangerschaft und Geburt nicht weiterreichen. Kollegin Anna Dio von Tisches Einblick besuchte eine Kinderwunschmesse, die zweimal im Jahr in Deutschland stattfindet. Dort wird in Seminaren das Prozedere einer Leimutterschaft erklärt, Praxistipps zum Kinderkauf gegeben und der globale Markt beschrieben. In welchen Ländern darf ein männlicher Single eine Leihmutterschaft in Anspruch nehmen? Wo und wie kann man die Leimutter aus der Geburtskunde streichen? Und wie bekommt man das Baby rechtssicher nach Deutschland? Und wie verhält man sich gegenüber deutschen Behörden? Wo darf man sich das Geschlecht des Kindes aussuchen? Da wird ganz unverhohen im Detail erklärt, wie Interessenten deutsches Recht umgehen können, berichtet Anna Diov in ihrer Reportage bei Tichis Einblick weiter. Pakete würden bei 35 000 € starten und für 75 000 € könnte man schon ein VIP, ein VIP bekommen. Leimütter kommen beispielsweise aus Kasachstan, Usbekistan, Moldawien, der Ukraine oder Albanien. Der Markt in Deutschland ist explodiert. 2000 Kinder habe man innerhalb der letzten 5 Jahre für deutsche Kunden austragen lassen, erfährt Anadiov auf der Messe weiter. Die Auswahl Erfolge über Fotos. In den USA ist eine Eizellenspende verboten, erfährt Anadiov weiter. Die könne aber in einem anderen Land durchgeführt werden. Vorkehrungen werden auch getroffen, falls der Embryo einen genetischen Defekt aufweist, der nicht bei Voruntersuchungen, sondern erst während der Schwangerschaft erkannt würde. Dann könne man die Schwangerschaft abbrechen, könne aber die Leimutter dazu nicht zwingen. Weigere sich die Leimutter, muss der Kunde das Kind mit Defekt dennoch nicht nehmen. Es wird anderweitig zur Adoption freigegeben. Das Kind als wahre, resumiert Anadiov in ihrer Reportage, die bei Reklamation gegebenenfalls zerstört wird, offenbar gängige Praxis. Besonders problematisch ist die Aufteilung auf zwei Frauen. Eine Frau liefert die Eizelle, eine andere trägt den Embryo aus und dadurch hat die Leimutter keine genetische Verbindung zum Kind. Das soll das Risiko verringern, daß sie später Ansprüche erhebt oder das Baby behalten will. Wo bist du, Mama? Fragt Olivia Morell. Sie lebt heute in Frankreich, wurde von einer Leimutter im amerikanischen Kentucky geboren und setzt sich heute als Sprecherin der sogenannten Casablanca Deklaration für ein weltweites Verbot der Leihmutterschaft. Ein Anadiov sprach mit ihr. Im Gespräch schilderte sie, wie die Trennung von der austragenden Mutter ihr Leben geprägt hat. Für sie beginnt das Problem nicht erst mit Missständen eines kommerziellen Marktes, sondern mit dem Prinzip selbst. Ein Kind wird bestellt, die Trennung von der Mutter vor der Zeugung vereinbart und die Herkunft vertraglich neu geordnet. Auf die Frage von Anadiov, was es für sie bedeutet, durch Leimutterschaft geboren worden zu sein, antwortete Morell Zitat: "Es bedeutet, dass ich bei der Geburt von meiner Mutter getrennt wurde und es bedeutet, dass ich mein ganzes Leben lang unter dem Trauma des Verlassen werdens leiden musste. Dieses Gefühl habe Freundschaften und Partnerschaften belastet. Aus Angst verlassen zu werden, habe sie Menschen stark an sich gebunden, bis diese sich tatsächlich zurückzogen. Daraus sein Depressionen und chaotische Beziehungen entstanden. Hinzu kam eine tiefe Unsicherheit über die eigene Identität. Zitat: "Ich wusste nicht, woher ich kam, also konnte ich mich auch nicht selbst aufbauen." Schon als Kind habe sie gespürt, dass etwas nicht stimmte. Sie betrachtete die Frau, die sie aufzog und dachte, ich sehe nicht aus wie sie. Zwischen beiden habe Liebe bestanden, zugleich aber eine schwer erklärbare emotionale Distanz. Bei Reisen in die USA dagegen habe sie sich zu Hause gefühlt. Bereits mit 8 Jahren schrieb sie: Zitat: "Ich bin keine Französin, ich bin Amerikanerin." Besonders kritisch sieht Morell, wenn Eltern Kinder öffentlich als Beweis für eine angeblich problemlos verlaufende Leihmutterschaft präsentieren. Ein Kind auf eine Bühne zu stellen, um seine Herkunft und das Glück der Erwachsenen vorzuführen, sei schrecklich. Kinder könnten die Folgen ihrer Entstehungsgeschichte wederblicken, noch sich gegen die Darstellung wehren. Sie widerspricht auch der Behauptung frühe Offenheit über die Herkunft verhindere spätere Belastungen. Der Unterschied zur Adoption liege darin, dass dort versucht werde, eine bereits entstandene Trennung zu heilen. Bei der Leinmutterschaft dagegen werde sie absichtlich herbeigeführt. Olivia Morell sagt, bei der Adoption versuchen wir das Trauma des Verlassen werdens. und der Verlassenheit zu heilen. Bei der Leimutterschaft provozieren und planen wir es. Die Wahrheit über die Herkunft beseitige nach ihrer Auffassung nicht die Erfahrung der Trennung, unmittelbar nach der Geburt. Morell berichtet, auch andere durch Leimutterschaft geborene Menschen machten ähnliche Erfahrungen. Einige hätten von Anfang an gewusst, wie sie geboren wurden, andere erst später. Auch Kontakte zur Leimutter hätten den inneren Konflikt nicht unbedingt gelöst. Manche Betroffene seien zwischen der austragenden Frau und den sogenannten Bestelleltern hin und her gerissen gewesen. Sie selbst fand ihre Wahrheit mit 17 Jahren heraus. In ihrer Jugend habe sie Drogen und Alkohol konsumiert und versucht, sich das Leben zu nehmen. Weil die Erklärungen ihrer Eltern für sie nicht zusammenpassten, begann sie zu recherchieren. Zuerst suchte sie nach Adoptionsagenturen, stieß dann aber auf Leimutterschaftsagenturen und dann machte es einfach klick. So war ich geboren worden, berichtet Olivia Morell. Gewissheit brachte später ein DNA Test. Ihre Eltern konfrontierte sie zunächst nicht. Stattdessen begann sie 2023 auf TikTok über ihre Geschichte zu sprechen. Anfangs habe sie in den Videos geflüstert, weil sie sich schämte und Angst vor der Reaktion hatte. Das öffentliche Sprechen aber wirkte für sie therapeutisch. Als ihre Eltern die Videos sahen, brach der Kontakt ab. Aus der persönlichen Aufarbeitung wurde ein politisches Engagement. Ein Wendepunkt war eine Rede im tschechischen Parlament im November 2023. Dort habe sie plötzlich gewusst, das war meine Berufung. Seither wolle sie Kinder und Frauen vor dem internationalen Leihmutterschaftsmarkt schützen. Sie wolle auch keine Welt, in der ihre eigene Tochter später Leimutter werden könnte. Als Sprecherin der Casablanca Deklaration wird Morell für nationale Verbote und ein internationales Abkommen. Sie verweist auf einen Bericht der UN Sonderberichterstatterin Rem Al-Salim auf ein verfassungsrechtliches Verbot in der Slowakei und entsprechende Bestrebungen in Chile. Trotz der wirtschaftlichen Macht der Branche zeigt sie sich zuversichtlich. Das ist eine milliardenschwere Industrie. Wir stehen Giganten gegenüber und wir sind klein, sagt sie. Dennoch sei bereits viel erreicht worden. Zum Schluss des Gespräches mit Anna Diow formuliert Olivia Morell ihre Grundposition mit einem Satz von Rabel. Wissenschaft ohne Gewissen ist der Untergang der Seele. Technische Machbarkeit bedeutet nicht automatisch moralische Zulässigkeit. Sie verstehe den Wunsch nach einem Kind. Doch ein Wunsch werde dadurch nicht zum Anspruch. Ihre zentrale Botschaft lautet: Es gibt kein Recht darauf, Kinder zu haben. Kinder haben Rechte. Deshalb müssten die Rechte der Kinder notfalls auch gegen die Wünsche der Erwachsenen verteidigt werden. Ihre Geschichte hat Olivia Morell im Buch "Wo bist du Mama" aufgeschrieben? Die Wahrheit über Leimutterschaft. Das Buch können Sie im Buchshop auf der Webseite von Tischis Einblick bestellen. Dadurch unterstützen Sie auch unsere Arbeit. Olivia Morell denkt schließlich in ihrem Buch auch an all die Leihmütter, die im Rahmen einer Leimutterschaft verstorben sind, deren Namen wir jedoch nie erfahren werden. Schließlich setzen Leihmütter während des Leihmutterschaftsprozesses ihr Leben aufs Spiel. Schwangerschaften aus Leihmüttern sind aus vielen Gründen mit einem höheren Risiko verbunden. Der Tod gehört zu den Risiken, die Leihmütter eingehen. Doch es gibt keine Aufzeichnungen zum Tod dieser Frauen, genauso wenig wie zum Tod ihrer Kinder. Die einzigen Fälle, die wir kennen, sind jene, bei denen sich die Familien der Frauen gemeldet haben. Wie viele Frauen müssen noch sterben? fragt Olivia Morell, bevor die internationale Gemeinschaft beginnt, diese zwielichtige milliardenschwere Industrie näher zu untersuchen, die Frauen für Geld opfert. Und damit bedanken wir uns fürs Zuhören. Schön wäre es, wenn Sie uns weiterempfehlen. Weitere aktuelle Nachrichten lesen Sie regelmäßig auf der Webseite tichisinblick.de [musik] de und wir hören uns morgen wieder dann wieder mit einem aktuellen Wecker, wenn Sie mögen.


📊 Link-Infos

URL https://www.youtube.com/watch?v=Dy_Vp-1G6eg
Titel Jens Spahn und das Geschäft mit gekauften Kindern – TE Wecker am 19 07 2026
Kategorien Politik, BulkNews, Tichys Einblick
Hinzugefügt 2026-07-21 01:45:17
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