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🤖 Zusammenfassung
Der WELT-Autor Ulf Poschardt plädiert in einem Interview für Alexander Dobrindt als neuen Unionsfraktionsvorsitzenden. Er begründet dies mit Gesprächen bei Unionsabgeordneten außerhalb der CSU und hebt Dobrindts Intelligenz, handwerkliches Können sowie Respekt bei SPD und Grünen hervor. Zugleich räumt er ein, dass Dobrindt den Posten wahrscheinlich nicht annehmen wird. Den als wahrscheinlich geltenden Kandidaten Thorsten Frei bewertet er als kompetenten, aber eher funktionären „Solisten“, der maximal eine „solide Drei“ liefere. Als mögliche Kanzleramtschefin nennt er Nina Warken, hält sich aber zur Vertrauensfrage zurück. Poschardt fordert zudem einen Politikwechsel in Gesundheit, Rente, Migration und Wirtschaft sowie eine härtere Haltung gegenüber der SPD und Dialogbereitschaft nach rechts der Mitte. Seine offensiven Dobrindt-Lobpreisungen bleiben dabei hochsubjektiv und parteipolitisch gefärbt.
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📜 Transkript
Und die Namen wollen wir mal ein bisschen in den Raum werfen. Ulf Poschardt jetzt bei mir im Studio, WELT-Autor und freiester Mitarbeiter von Axel Springer. Ulf, schön, dass du da bist. Hallo. Denn zumindest für den Unionsfraktionsvorsitz hast du einen ganz klaren Favoriten im Auge: Alexander Dobrindt, bisher Innenminister. Warum ist er in deinen Augen der einzig Mögliche? Ich habe etwas sehr Unübliches für meine Kommentare gemacht. Ich habe nämlich recherchiert und habe mit einer knappen Handvoll von Unionsabgeordneten gesprochen. Da war kein einziger von der CSU dabei und keine Einzige von der CSU dabei. Ich war sehr überrascht, dass der Name bei denen weit abseits der eigenen konfessionellen Landesgruppen und auch sonstiger Proporzkriterien gefallen ist. Ich glaube, in der Unionsfraktion hat man so das Gefühl, da muss jetzt jemand hin, der reibungslos, geräuschlos und handwerklich auf höchstem Niveau in der schwierigen Konstellation mit diesen Sozialdemokraten das hinbekommt. Dem Einzigen, dem sie es zutrauen, dass er so etwas kann, was ich als Herkulesauftrag bezeichnen würde, ist Alexander Dobrindt. Nachdem ich es dann dreimal gehört habe, habe ich gedacht: Ja, okay, das ist eigentlich ganz interessant. Jeder, der meine Kommentare liest und sogar mein neues Buch kennt, weiß, dass ich ihn für einen der klügsten Köpfe im bürgerlichen Lager halte, wenn nicht sogar für den klügsten. Ich glaube, wenn es gelingen sollte, dann wäre Dobrindt sicherlich ein Shot. Aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass er sich den Schuh anzieht. Er ist wirklich sehr intelligent. Deswegen plädiere ich: Wenn es darum geht, dass das jemand macht, der es kann, dann wäre Dobrindt die beste Lösung. Mhm. Die Frage ist, ob das dann so kommen wird. Aber lass uns auch mal über Thorsten Frei reden. Das ist ja der Name, der jetzt am häufigsten als wahrscheinlichster Kandidat gehandelt wird. Wir wissen, der wollte von Anfang an Fraktionschef werden. Im Kanzleramt macht er einen etwas schwierigen Job, sagen wir es mal so. Glaubst du, der hätte das Format, tatsächlich die Fraktion zusammenzuhalten und eben gerade auch bei der SPD etwas durchzubringen? Ja. Nein, also ich glaube, Thorsten Frei sitzt ja wirklich sehr oft hier. Wir haben ihn schon oft in Interviews gehabt. Er ist kompetent, er ist ein Profi. Ich finde allerdings auch, ehrlich gesagt, die haben im Kanzleramt schon ganz schön viel vergeigt. Man weiß immer nicht, an wem es liegt, ob es am Kanzler liegt, der, glaube ich, nur mit einem sehr engen Beraterkreis agiert. Aber da sind schon ein paar Sachen heruntergefallen. Politik ist eben auch politisches Handwerk. Da gäbe es wohl Bessere. Ich glaube, Thorsten Frei kann das auch, dann ist es eben solides Handwerk. Dobrindt hat darüber hinaus aber noch ein sehr kluges weltanschauliches Gerüst, ein differenziertes und auch einen ganz anderen Gestaltungsehrgeiz. Ich glaube, Frei würde das abwickeln, was da so käme. Das wäre wahrscheinlich eine solide professionelle Drei. Dobrindt ist halt einer, der auch eine Eins minus oder Zwei plus kann. Gleichzeitig ist er sehr respektiert, auch bei Sozialdemokraten, selbst bei Grünen. Alle wissen: Der ist der schlauste Fuchs in dem Lager. Dann bräuchten wir einen neuen Kanzleramtschef oder eine neue Kanzleramtschefin. Der Name Nina Warken kursiert. Ganz interessant, die als Gesundheitsministerin auf jeden Fall ordentlich losgelegt hat, gleich zwei Reformen im Köcher hat und, wie man hört, als Chefin der Frauen-Union auch eine der Ersten war, die gesagt hat: Das mit dem Sparen geht so nicht weiter. Glaubst du, sie hätte das Format oder vor allem das Vertrauen des Kanzlers? Um ehrlich zu sein: Ich will hier nicht bluffen, als wüsste ich, ob er ihr vertraut oder ob sie das im Kreuz hat. Sie ist auf jeden Fall aufgefallen als jemand, der eine Gesundheitsreform zumindest einmal denken kann. Du weißt, ich gehöre zu den Freunden davon. Ich finde, alles, was wir da machen, ist viel zu wenig. Wir bleiben mit der Gesundheitsreform weit hinter dem zurück, was es bräuchte, um Deutschland wieder wirtschaftlich stabil zu machen. Insofern glaube ich auch: Das große Problem, egal wie die Personalrochaden aussehen, ist für mich neben Dobrindt die junge Gruppe. Man hat gesehen, dass die Rentenreform ohne die Vordenker aus der jungen Gruppe auch nicht so hätte funktionieren können. Eigentlich müsste Merz das jetzt nutzen, um noch einmal einen anderen Regierungsstil anzugehen. Man bräuchte Leute, die Wirtschaftspolitik können und Migration. In der Migrationspolitik erleben wir diese furchtbare Woche mit Messertaten und Morden. Das geht so nicht weiter. Wirtschaftspolitisch krebsen wir ganz unten herum. Man müsste die SPD jetzt richtig hart rannehmen. Deren Steuerüberlegungen sind indiskutabel. Was da leider vom klügsten Mann der SPD, Lars Klingbeil, an Bestrafung der Steuerbetrüger kommt und an Bürokratie damit verbunden ist, ist absurd. Wir bräuchten über den Personalwechsel hinaus einen echten Politikwechsel. Und wir werden nach den Wahlen im Osten jemanden brauchen, der auch mit Leuten rechts der Mitte reden kann. Da sehe ich eher jemanden Listigen wie Alexander Dobrindt als einen klassischen Funktionär, wie es Thorsten Frei ist. Eindeutige Worte von dir, Ulf. Mal sehen, ob das für Freude im Innenministerium sorgt. Danke vielmals. Ich bin großer Dobrindt-Fan, ich kann nicht anders. Ich warte auf den Button dann beim nächsten Mal. Gelächter. Mache ich. Danke dir.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=D6ODCnbcXUw |
| Titel | DEUTSCHLAND: Ulf Poschardt mit Klartext – Nur Alexander Dobrindt kann Jens Spahn folgen |
| Kategorien | Zeitung, BulkNews, WELT Nachrichtensender |
| Hinzugefügt | 2026-07-20 21:49:53 |
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