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🤖 Zusammenfassung
Die Bundespressekonferenz 2025 präsentierte das Bundeslagebild zu Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen, vorgetragen von Innenminister Dobrindt, BKA-Chef Münch und Beauftragter Claus. Trotz einzelner Rückgänge bleiben die Zahlen auf hohem Niveau; jugendpornografische Inhalte stiegen 2025 um rund 20 Prozent auf 11.500 Fälle, eine Verdopplung gegenüber 2021. Die Regierung macht KI-Tools für die einfache Erstellung und Veränderung illegaler Inhalte verantwortlich. Bei Tatverdächtigen sind 84 Prozent deutsch und 16 Prozent nichtdeutsch, darunter überproportional Syrer und Afghanen; 87 Prozent sind männlich. Als Gegenmaßnahmen nennt Dobrindt IP-Adressenspeicherung, internationale Zusammenarbeit, die EU-CSA-Verordnung und ein europäisches Opferschutzamt. Die geplante IP-Speicherung bleibt allerdings datenschutzrechtlich umstritten.
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📜 Transkript
Und wir schauen noch mal aufs Livebild, um zu sehen, ob in der Bundespressekonferenz der Bundesinnenminister und der BKA-Chef so langsam den Saal betreten, um ihr Lagebild zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorzustellen, die nach wie vor viel zu hoch ist. Das muss man auch ganz klar sagen: Jeder einzelne Fall ist ein Fall zu viel. Viele der Taten verlagern sich oder auch die Ausbreitung und Verbreitung dieser Taten ins Internet, in Sphären, wo es für den Gesetzgeber und die ermittelnden Behörden sehr schwer ist, hinzukommen und der Täter habhaft zu werden. Wir sehen, hier werden noch Fotos gemacht von den Kollegen Fotografen, und dann erwarten wir in wenigen Augenblicken die Details zum Lagebild, wahrscheinlich auch mit Überlegungen, wie man da noch intensiver wird ermitteln können oder müssen und wie man auch die Strafverfolgungsbehörden vielleicht anders ausstatten muss, um der Täter habhaft zu werden. Aber eine Frage wird natürlich auch sein: Wie kann man den Opfern Hilfe angedeihen lassen und wie unterstützt man auch diejenigen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten, die sich diese zum Teil extrem grausamen Taten anschauen müssen, um überhaupt vernünftig ermitteln zu können? Und damit geben wir ab in die BPK. Guten Tag, liebe Kolleginnen und Kollegen. Herzlich willkommen in der Bundespressekonferenz und herzlich willkommen unseren Gästen: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Holger Münch, der Präsident des Bundeskriminalamtes, und Kerstin Claus, die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Es geht heute um das Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2025, also dem vergangenen Jahr. Herzlich willkommen Ihnen. Ich sage nur kurz ein paar Worte für alle, die uns an den Bildschirmen verfolgen und sich wundern, dass es etwas anders aussieht als normalerweise. Der Saal der Bundespressekonferenz wird im Moment ein bisschen renoviert. Es kommt ein neuer Teppichboden und umweltfreundliches Licht. Wir befinden uns hier im Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz und haben versucht, es so auszustatten, dass es fast so aussieht wie immer. Aber es sieht natürlich nicht ganz so aus wie immer. An die Kolleginnen und Kollegen: Es gibt Handmikrofone, die Sie bitte auch benutzen, damit der Ton auch in die Sendestationen übertragen wird und Sie hörbar sind. Das ist bitte herumzureichen in kollegialer Art und Weise. Es gilt weiterhin die Regel: eine Frage, eine Nachfrage. Und ich habe hier sozusagen die Macht, das Mikrofon an- und auszustellen und würde es dann nach der Nachfrage auch ausstellen mit der Bitte, es weiterzureichen. So, das zur Einleitung. Herzlich willkommen noch mal, Herr Minister. Sie haben das Wort. Ja, sehr geehrte Damen und Herren, herzlichen Dank, dass Sie heute das Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen begleiten. Dieses Lagebild beschreibt die Lage im Jahr 2025 zur Entwicklung im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Das Lagebild beruht auf den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik. Das soll heißen, dass wir uns hier mit dem polizeilichen Hellfeld beschäftigen. Und ich sage das voraus: Wir gehen von einem hohen Dunkelfeld aus, das wir nicht beziffern können, das aber nach unserer Einschätzung das, was wir im Hellfeld sehen, noch einmal deutlich übersteigen könnte. Der Bericht unterscheidet unterschiedliche Delikte: sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, kinderpornografische Inhalte und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen. Zusammenfassend kann man über all diese Bereiche und unterschiedlichen Delikte sagen: Auch wenn in einzelnen Teilbereichen Rückgänge von Fallzahlen erkennbar sind, bleiben die Zahlen der Sexualdelikte erschreckend hoch und verzeichnen in Teilen einen dramatischen Anstieg, insbesondere im Bereich der jugendpornografischen Inhalte. Wir sehen hier eine Steigerung im letzten Jahr von rund 20 %. Ein dramatischer Befund, den ich auch anhand eines Schaubildes deutlich machen kann. Fallzahlen zur Herstellung, Verbreitung, zum Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte. Wir sehen hier im Jahr 2025 eine Zahl von 11.500 Fällen, eine Steigerung von 20 % gegenüber dem Vorjahr. Die Dramatik wird deutlich, wenn man den Fünfjahresvergleich anstellt. Wir haben hier mehr als eine Verdoppelung vom Jahr 2021 auf das Jahr 2025: von 5.000 Fällen auf über 11.500 Fälle. Da wird deutlich, dass wir es hier mit einem anwachsenden, steigenden Phänomen zu tun haben, dem wir in aller Deutlichkeit entgegentreten müssen. Warum steigt dieses Phänomen so stark? Da gibt es unterschiedliche Auslöser. Einer davon ist allerdings, dass mit der Nutzung von KI die Veränderung von kinderpornografischen Inhalten, also die qualitative Weiterveränderung, sehr einfach geworden ist und von Tätern sehr niederschwellig genutzt werden kann und offensichtlich auch genutzt wird. Das zeigt bereits einen Handlungsbedarf auf, auf den wir später noch eingehen werden. Im Bereich der Tatverdächtigen, was die jugendpornografischen Inhalte anbelangt, ist es so, dass die Zahl der Tatverdächtigen ebenfalls deutlich steigt. Sowohl bei den deutschen als auch bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen verzeichnen wir Steigerungen zwischen 15 % und 17,5 %. Bei der Unterscheidung zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen kann man sagen, dass 84 % deutsche Tatverdächtige sind und 16 % nichtdeutsche Tatverdächtige. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen ist die häufigste Gruppe aus dem Bereich der Syrer und der Afghanen zu verzeichnen. Diese Tatverdächtigen sind überwiegend männlich. Auch das muss man dazu sagen. 87 % der Tatverdächtigen sind männlich, 13 % sind weiblich. Das ist für uns eine Herausforderung, die nach unserer Einschätzung in der kommenden Zeit noch größer wird, weil künstliche Intelligenz es noch einfacher macht, pornografische und jugendpornografische Inhalte zu erstellen oder zu verändern, sie damit immer wieder als neu zu klassifizieren und so neue Straftaten zu begehen, aber auch neues Interesse zu wecken. Wir treten dem deutlich entgegen. Auch das BKA nutzt inzwischen neue Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz in der Materialauswertung, um sehr schnell zwischen bereits bekanntem, verändertem Material und neu hergestelltem Material unterscheiden zu können. Warum? Weil wir glauben, dass wir bei neuem Material möglicherweise noch aktive Missbrauchsfälle identifizieren können. Bei neuem Material ist die Wahrscheinlichkeit natürlich höher, dass es sich um noch aktive Missbrauchsfälle handelt. Deshalb wäre es besonders wichtig, dann entsprechend dagegen vorzugehen, um den Missbrauch zu beenden. Wir brauchen die IP-Adressenspeicherung, um gegen diese kriminellen Machenschaften vorzugehen. Bei Meldungen, die wir in der Regel aus den USA von NCMEC bekommen, erhalten wir IP-Adressen mitgeliefert. Die IP-Adressenspeicherung macht es möglich, Tätern entsprechend auf die Spur zu kommen. Das notwendige Gesetz zur IP-Adressenspeicherung befindet sich bereits im parlamentarischen Verfahren. Wir gehen davon aus, dass wir nach der Sommerpause im Herbst die zweite und dritte Lesung haben und dieses Gesetz abschließend beschließen. Wir bauen die internationale Kooperation deutlich aus. Das ist in diesem Bereich im Netz natürlich entscheidend, weil sich die Kriminalität nicht an Ländergrenzen orientiert, sondern im internationalen Kontext abspielt. Wir hoffen, dass wir eine Entscheidung zur CSA-Verordnung auf europäischer Ebene erreichen. Wir befinden uns jetzt glücklicherweise im Trilog, um dauerhaft eine Rechtsgrundlage für die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Ich darf an der Stelle auch sagen: Ich bin froh und dankbar, dass wir in Deutschland seit mehreren Jahren die Stelle der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen haben. Frau Klaus nimmt diese Aufgabe in herausragender Weise wahr. Sie ist für uns ein wesentliches Element, wenn es um Schutz, Prävention, Aufklärung, aber auch um Hilfe für Betroffene geht. Ich halte es für dringend notwendig, dass das, was in Deutschland gelungen ist, nämlich dieses Amt der Unabhängigen Bundesbeauftragten zu etablieren, auch auf europäischer Ebene möglich wird. Wir kennen das in anderen europäischen Ländern bisher nicht und auch auf europäischer Ebene gibt es eine solche Stelle bislang nicht. Wir sehen aber den enormen Gewinn gerade im Bereich Schutz, Prävention und Aufklärung, der durch diese Stelle und durch Frau Klaus möglich ist. Deshalb ist meine Erwartung an die Europäische Union, dass wir auch zum Schutz vor sexuellem Missbrauch von Kindern eine solche Stelle einführen, um europaweit gegen diese Entwicklungen stärker vorgehen zu können. Vielen Dank.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=c2N9zf9xJpU |
| Titel | DEUTSCHLAND: Bundeslagebild meldet mehr Fälle sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen |
| Kategorien | Zeitung, BulkNews |
| Hinzugefügt | 2026-07-21 22:12:04 |
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