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Die Kommunalpolitik der rechtspopulistischen Rassemblement National gilt als Testlauf für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Bürgermeister Florian Azéma ist einer ihrer Vorzeigekandidaten.
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🤖 Zusammenfassung
Im südwestfranzösischen Castre führt seit März der 29-jährige Florian Asema von Marine Le Pens Rassemblement National (RN) das Bürgermeisteramt. Er setzt stark auf Inszenierung: Sauberkeit, Sicherheit, das Wiedereinführen des alten Stadtwappens und die Absage eines Theaterstücks über Migration, das er mit öffentlichen Geldern als „zu politisch“ ablehnt. Dabei ist die Kriminalität in Castre nicht besonders hoch, die Arbeitslosigkeit hingegen mit 11 Prozent überdurchschnittlich. Kritiker wie Regisseur Alexie Michalik sehen in der Absage erste Zensur und ein Warnsignal für die Demokratie. Experten betonen, dass der RN trotz jugendlicher Führungsfiguren weiterhin extrem rechts und fremdenfeindlich sei. Die Kommunalpolitik gilt als Probelauf für die Präsidentschaftswahl 2027, in der Le Pen trotz Verurteilung vorn liegt. Die Bürger sind gespalten: Während einige Einwanderung und Steuerlast beklagen, kritisieren andere symbolische Ausgaben und die vermeintliche Zensur.
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📜 Transkript
Tief im Südwesten Frankreichs liegt Castre, eine beschauliche Provinzstadt, [musik] eine von mehreren Dutzend Kommunen, in denen der rechtspopulistische Rassemblement National [musik] seit März den Bürgermeister stellt. Ich komme sicher auf 10 000 Schritte am Tag. Wir sind unterwegs mit Florion Asema. Haben Sie gesehen? Wir haben die neue Fassade bezuschutzt. Das waren Sie? Ja, ich habe einen großen Teil bezahlt. Sie ist großartig. Sie ist wirklich hübsch. Kastre soll schöner werden, sauberer und sicherer. Dafür haben ihn viele hier gewählt und darüber spricht Florian Asema gern und auf allen Kanälen. Er steht für die junge Generation der Partei. Kastra hat genug von illegalen Straßenrennen, die den anständigen Menschen das Leben verderben. Für seine Ansage hart durchgreifen zu wollen, wurde er bereits im Wahlkampf von Marine Le Pen unterstützt. Mit großer Überzeugung rufe ich Sie dazu auf, Florian Asema zu wählen, den Kandidaten des Rassemblement National. Besonders hoch ist die Kriminalität allerdings nicht in der abgelegenen [musik] Kleinstadt. Die Arbeitslosigkeit hingegen schon 11% [musik] damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. Doch dieses Problem lässt sich weder schnell lösen noch wirksam inszenieren und Inszenierungen spielen im Alltag des 29-jährigen eine große Rolle. Als Jugendlicher trat Florian Asema in die Partei ein nach einer Rede von Marine Le Pen. Marine Le Pen sprach über Sicherheit und über die Migrationskrise. Ich habe mich schon früh in dem wieder erkannt, wofür sie sich einsetzte. Heute, und das ist unser allerziel, wollen wir den Französinnen und Franzosen zeigen, dass Frankreich wieder aufstehen und selbstbewusst nach vorne blicken kann. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Kaum im Amt streicht er ein Gastspiel aus dem Programm des Stadttheaters. In der nächsten Saison sollte hier eigentlich Passor laufen. Ein Stück über Flucht, Einwanderung und Integration, das auf anderen Bühnen bereits Erfolge gefeiert hat. Ich bin Französe. Auch wenn ich Frankreich für die Greuultaten der Kolonialzeit hasse, liebe ich dieses Land. Ah, ich dachte wir sind an allem schuld. Ja, Frankreich ist schuld, aber wir alle schuldigen kann es sich bessern. Das hängt von Ihnen ab, von uns, von Menschen, die noch das Glück haben in einer Demokratie zu leben. Zu politisch sei das Stück findet Asema und lehnt es daher ab, genauso wie den Autoren. Er hat selbst immer wieder gesagt, dass sein Stück sehr politisch ist. Das ist ein gutes Recht, aber dann kann er es ja in einem freien oder privaten Theater aufführen. Mit öffentlichen Geldern, also dem Geld der Steuerzahler ist das Stück hier nicht willkommen. Für den Frankreich weit bekannten Regisseur Alexie Michalik ist die Absage durch den RN Bürgermeister mehr als eine lokale Kontroverse. Das ist ein Warnsignal. Auf kommunaler Ebene zeigt sich bereits, was politische Macht bewirken kann. Das sind erste Formen der Zensur und die Gefahr besteht, dass es auch die Presse und andere Freiheiten trifft. Und so reicht die Debatte über den konkreten Fall hinaus. Die Kommunalpolitik der Rechtsnationalisten gilt vielen als Testlauf für die Präsidentschaftswahl 2027. Die Partei von Marine [musik] Le Pen liegt in Umfragen vorn, trotz des Urteils wegen Veruntreuung von EU-Geldern. Gegen das Tragen einer Fußfessel hat die Kandidatin Berufung eingelegt und macht bereits Wahlkampf. Der Autor Stefan Ford befasst sich seit Jahren mit dem Rassemblement National, dessen Ideologie er nach wie vor extrem rechts verortet. Die Fremdenfeindlichkeit im RN ist heute genauso virulent wie vor 20 oder 30 Jahren. Das ist im Grunde dieselbe Ideologie. Die Partei will gemäßigt erscheinen als keine Gefahr für die Demokratie. Dafür setzt sie auf eine neue Generation von Politikern. Sie sollen diesem neuen vermeintlich sanfteren Gesichtes RN Ausdruck verleihen. [musik] Für den jungen Bürgermeister in Castre haben 30% der Wähler gestimmt. Wir hören uns um im Sozialkaufhaus der Stadt. Der einzige Laden, der immer voll sei, heißt es. Auch wenn sich die Alltagssorgen der Kunden hier ähneln, die Meinungen gehen auseinander. [musik] Ich bin ganz klar für den Rassemblement National. Ich glaube, dass diese Partei die Dinge verändern wird. Und wie genau sollen Sie das tun, wollen wir von ihm wissen? Was gefällt ihm an der Partei? Vor allem soll Frankreich Französisch bleiben. Die Einwanderung nimmt immer weiter zu. Und wir zahlen mit unseren Steuern auch noch dafür. Für Audre, die an der Rezeption eines Hotels arbeitet, wäre eine rechtsnationale Regierung eine Katastrophe. Auch die Maßnahmen des Bürgermeisters von Castre lehnt sie ab. Na ja, das neue Stadtwappen von Kastre etwa. Vielleicht könnte man das Geld anders verwenden, damit Schulen nicht schließen müssen für Klimaanlagen oder um mehr Bäume zu pflanzen. Und wenn ein Theaterstück zensiert wird, denke ich, dass es wichtigere und dringendere Themen gibt, um die sich die Stadt kümmern sollte. Zurück im herrschaftlichen Rathaus von Castre. Floriant Asema führt uns durch die Seele und verweist zleich auf das alte Stadtwappen, das er zurückgebracht hat. Deb zu Deutsch aufrecht [musik] steht darüber geschrieben. Die Bewohner von Kastre, die stolz auf ihre Stadt sind, sind mit dem Wappen verbunden und ich wollte es wieder zur Geltung bringen. Seinem politischen Kurs [gesänge] folgen längst nicht alle in der Stadt. Doch wir nehmen auch kaum Protest wahr. Umso mehr einen Bürgermeister, der sich viel und gerne zeigt. Bei einer traditionellen Militärzeremonie sind die Stufen des Stadttheaters seine Bühne. Diese Inszenierung gefällt Florian Asema.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=_BHpzLDcgbo |
| Titel | Zensur oder Bürgerwille? Wie die Rechten Frankreich verändern | auslandsjournal |
| Kategorien | BulkNews, ZDFheute Nachrichten |
| Hinzugefügt | 2026-07-26 18:22:54 |
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