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Am Samstagabend war ein Fahrzeug am Rande der Abschlussveranstaltung des Christopher Street Day in Berlin in eine Menschenmenge gefahren. Eine Frau kam ums Leben, 29 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Die Berliner Polizei fahndet mit einem Foto nach einem 21-jährigen Tatverdächtigen, der nach Angaben der Ermittler der islamistischen Szene zugerechnet wird. Zugleich prüfen Polizei und Generalstaatsanwaltschaft, ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren.
Was ist bislang über den mutmaßlichen Täter und sein Motiv bekannt? Welche Fragen müssen die Ermittlungen jetzt klären? ZDFspezial ordnet die aktuellen Entwicklungen ein mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und der Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sophie Koch. Die Sendung wird moderiert von Alica Jung.
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Hier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen für Durchblick in der Nachrichtenwelt, erklären die Hintergründe und gehen auf gesell
🤖 Zusammenfassung
Beim Berliner Christopher Street Day ereignete sich ein mutmaßlich islamistisch motivierter Anschlag: Ein 21-jähriger, den Sicherheitsbehörden und der Justiz bekannter Mann, fuhr mit einem Fahrzeug in feiernde Menschen, tötete eine Frau und verletzte weitere. Der Täter flüchtete zunächst. Bundeskanzler und Innenminister gedachten der Opfer und versprachen Schutz für die offene Gesellschaft sowie die queere Community. Der Vorfall entfacht die Debatte über staatliches und justizielles Versagen: Der Verdächtige wies eine lange Straftaten- und Radikalisierungsbiografie auf, galt als Islamistengefährder und war dennoch mit Bewährungsstrafe auf freiem Fuß – obwohl die Staatsanwaltschaft Haft gefordert hatte. Bei einem SEK-Einsatz in Spandau wurde später eine Person erschossen, ob es sich um den Täter handelte, blieb zunächst unklar. Politiker fordern schärfere Maßnahmen gegen Gefährder, die Linke warnt vor instrumentalisierender Hetze und mahnt Prävention an. Der Anschlag wird die sicherheitspolitische Diskussion in Deutschland weiter befeuern.
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📜 Transkript
Es war ein Angriff auf Menschen, die fröhlich und frei in Berlin auf dem CSD feiern wollten. Liebe Zuschauer, willkommen zu unserem ZF Spezial. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um 12 Minuten. Hier möchten wir Sie nun auf den aktuellen Stand bringen über den Anschlag von Samstagabend, von dem der Bundesinnenminister vermutet, dass er islamistisch motiviert war. Mit ihm spreche ich gleich in dieser Sendung. Nach dem Täter wird noch immer gefandet. Er ist geflüchtet, nachdem er mit einem Fahrzeug mehrere Menschen angefahren hatte. Eine Frau wurde getötet, mehrere weitere verletzt. Dass queere Menschen, die auf dem Christopher Street Day für Gleichberechtigung auf die Straße gegangen sind und gefeiert haben, zum Ziel wurden, sei auch ein Angriff auf demokratische Werte an sich, sagen die Veranstalter. Ines Trams über die Fragen, die sich nun heute stellen. Am Ort des Anschlags legen der Bundeskanzler und der Bundesinnenminister weiße Blumen nieder. Stilles Gedenken. Zuvor während einer Trauerfeier in der Marienkirche ruft Merärz den Menschen der Quieren Community zu. feiert weiter. Bewegt verspricht er den Rechtsstaat gegen den Terror zu verteidigen. Wir die Vertreter der staatlichen Institution, wir werden alles tun, um die Freiheit unseres Landes und unserer Gesellschaft zu schützen. Betroffen zeigt sich auch der Bundespräsident heute zu Besuch in einem hinduistischen Tempel. Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben. Erneut stellt sich nach dem schweren Anschlag vom Berliner Breitscheitplatz von vor 10 Jahren dieselbe Frage. Warum konnte ein Mann zuschlagen, der den Sicherheitsbehörden bereits bekannt war? Man hat einen potenziellen Täter, der sehr gefährlich ist. Alle, die das einschätzen können, sagen das und dann begeht er wieder diesen Anschlag. Deswegen muss man wirklich die Strukturen, die gemeinsamen Zentren jetzt genau angucken und überprüfen, woran es gemangelt hat. Ja, das zeigt, dass der Staat zum wiederholten Male versagt, wenn es um die Bekämpfung des islamistischen Terrors geht. Das ist absolut nicht nachvollziehbar, dass Gefährter in Deutschland auf freiem Fuß sich befinden. Die Linke setzt einen anderen Akzent. Sie warnt davor, den Anschlag für Rassismus zu instrumentalisieren. Entscheidend sei, Radikalisierung frühzeitig zu verhindern. Wir müssen am Anfang ansetzen, dort wo Islamismus entsteht, mit Bildungsarbeit, mit Aufklärungen, mit pädagogischen Maßnahmen, dass es erst gar nicht soweit kommt, dass solche Anschläge entstehen. Das Land trauert, doch klar ist schon heute, dieser Anschlag wird auch die sicherheitspolitische Debatte in Berlin neu entfachen. Ich kann jetzt sprechen mit dem Bundesinnenminister Alexander Dobrin, denn es gibt neue Entwicklungen. Guten Abend, Herr Dobrint. Guten Abend, Frau Jung. Wir haben jetzt eine Meldung bekommen, dass es eben einen Zugriff gegeben haben soll in Spandau. Möglicherweise wurde auch geschossen. Mehrere weitere Personen waren heute in Gewahrsam, als man eben nach dem Täter gesucht hat. Was können Sie uns denn jetzt zum jetzigen Zeitpunkt erzählen? Was gibt es Neues? Ich bin im ständigen Austausch mit der Berliner Innensenatorin Frau Spranger und es ist in der Tat so, dass es einen Einsatz gibt, eine laufende Operation der Berliner Polizeibehörden des Sonder Sonderereinsatzkommandos. In diesem Zusammenhang ist auch ähm ein Schuss gefallen und ähm in diesem Zusammenhang ist auch eine Person zu Schaden gekommen, äh verstorben und es fehlt aber an der Bestätigung, ob es sich um den Täter handelt. Diese Bestätigung muss man abwarten, aber es ist in diesem ganzen Umfeld dieses islamistischen Terroranschlags zu diesem Einsatz jetzt der Berliner Polizeibehörden gekommen. Sprechen wir über den mutmaßlichen Täter. Der 21-jährige Abdul Ball, der in Deutschland geboren wurde, Familie stammt aus dem Libanon, wurde in der Vergangenheit auffällig durch eine Vielzahl von Straftaten, Radikalisierung und Zugehörigkeit zur islamistischen Szene. Das haben Sie heute eben gesagt. Er wurde sogar zu einem Jahr und 10 Monaten verurteilt auf Bewährung. Ist das der richtige Weg, um mit jemanden mit so einer Polizei beekannten Biografie fertig zu werden? Die Tatsache, dass es hier zu einer Bewährungsstrafe gekommen ist, hat ja zum Zeitpunkt, als das der Fall war, zu großen Fragen geführt. Deswegen hat die Staatsanwaltschaft dagegen ja auch Beschwerde eingelegt und das wird ein Teil der Aufarbeitung sein. Ob man hier in der Tat mit Bewährungsstrafen arbeiten kann, ich glaube, dass das nicht der richtige Weg ist, wenn man sich das Register der Straftaten anschaut. Unterstützung von ähm Terrorvereinigungen, von äh allem dem, was an Gewalttaten mit dabei ist, dann kann man hier davon ausgehen, dass es sicherlich sinnvoll gewesen wäre, diese Person in Haft zu nehmen. Sicher sicherlich sinnvoll, sagen sie, aber auch potenzielle Gefährder, die eben den deutschen Behörden bekannt sind, die Sie im Blick haben, die müssen bei uns zwar verpflichtend sogenannte Beratungsgespräche zur Gewaltprävention besuchen, aber solche Gespräche, die bringen dann offenbar nichts, oder? Na ja, also man kann nicht davon ausgehen, dass der in jedem Fall zu 100% wirksam ist, sondern sie kann erfolgreich sein, sie kann aber eben auch nicht erfolgreich sein. Deswegen darf das auch nie das einzige Mittel bleiben, sondern natürlich es geht um Haft, ja, es geht auch um Deradikalisierung, es geht aber auch um Beobachtung, Kontrolle. Es geht schlichtweg darum, dass man auch Bewegungsfreiheiten einschränken kann von diesen Personen, die oftmals nach den Haftstrafen, die sie abgesessen haben, wenn sie deutsche Staatsbürger sind, hier bleiben können. Trotzdem von Ihnen geht immer noch Gefahr aus und deswegen muss die Beobachtung engmaschig an der Stelle sein und bleiben und falls sie keine deutschen Staatsbürger sind, muss darauf hingewirkt werden, dass die Abschiebung stattfindet, sagt der deutsche Innenminister Alexander Dobrin. Vielen Dank für das Gespräch. Danke Ihnen. An einem Tag wie heute, da stellen sich viele Fragen. Ich kann das jetzt noch weiter vertiefen mit unserer ZTF Rechtsexpertin. Sarah Tacke ist bei mir im Studio. Hallo Sarah. Zunächst mal über das, was jetzt aktuell passiert ist, eben der Zugriff da in Spandau, von dem eben auch der Innenminister gesprochen hat. Was weißt du darüber? Die Polizei hat im Grunde seit gestern Abend sich vom Tatort vorwärts bewegt, ist die Fluchtfähige abgegangen, hat Handys ausgewertet, hatte eine Spur, weil der Täter im Tatfahrzeug sein Handy liegen gelassen hat, quasi wie eine Visitenkarte. Er wollte offens, der diese Tat vergangen begangen hat. Gleichzeitig war er aber klug genug, sich dunkel zu kleiden und ohne Handy, also dann auch ohne Handyspuren, vorwärts sich zu bewegen. Und wir haben gehört, dass um 18:30 Uhr dieser Zugriff war, den der Bundesinnenminister gerade auch bestätigt hat und wir wissen auch, dass dabei und das hat der Bundesinnenminister ebenfalls gerade bestätigt, ein Mensch zu Tode kam. Jetzt muss noch geklärt werden, ob es sich bei diesem Menschen, der dort erschossen wurde, auch um den Täter handelt. Und viele fragen sich natürlich, wie kann sowas passieren? Leider muss man ja sagen, auch nicht zum ersten Mal eben ein Attentat im öffentlichen Raum auf Menschen, die einfach nur draußen frei, fröhlich ihre Zeit gemeinsam verbringen möchten. Lass uns über die Versäum Versäumnisse sprechen, also auch behördliche Versäumnisse. Welche siehst du da? Das wird jetzt Stück für Stück aufgearbeitet werden. Klar ist aber, der Täter war als Gefährde eingestuft und aktuell gibt es in Deutschland um die 500 solcher Menschen, bei denen die Sicherheitsbehörden davon ausgehen, dass sie jeden Moment dazu in der Lage sind, einen solchen Anschlag zu begehen. Und die haben sie im Blick mit Telefonüberwachung, so war das auch in diesem Fall. Das LKA in Berlin war da zuständig. Ähm, sie haben auch eine Kamera verbaut, um ihn im Blick zu haben. Aber man muss sagen, selbst wenn man weiß, diese Menschen sind potenziell brandgefährlich, gelingt es nie, sie wirklich 247 komplett unter Kontrolle zu haben. Und deshalb muss hier geklärt werden, obwohl man wusste, dass er gefährlich ist, wieso konnte diese Tat nicht verhindert werden? Und dann haben wir noch einen zweiten Strang, weil er saß bereits in Untersuchungshaft. Er ist verurteilt worden, aber nicht wie die Staatsanwaltschaft gefordert hat zu einer Haftstrafe. Er hätte, wenn es nach der Staatsanwaltschaft gegangen wäre, gar nicht mehr aus der Untersuchungshaft entlassen werden sollen, sondern direkt im Gefängnis hätte er bleiben sollen. Der Richter hat aber gesagt, nein, es gibt eine Bewährungsstrafe und deshalb war dieser Mann frei. Das heißt, wir haben auf der auf der einen Seite ein potenzielles Justizversagen, Fehlurteil, eine Fehlentscheidung und auf der anderen Seite müssen die Seehersbürden jetzt aufklären, obwohl sie den Mann im Visier hatten, wieso konnten sie ihn nicht stoppen? Vielen Dank für deine Einschätzung, ZDF Rechtsexpertin Sarah Tacker. Viele kamen heute den ganzen Tag über zum Brandenburger Tor, um eben gemeinsam zu trauern, zu gedenken. Die Beauftragte der Bundesregierung für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt Sophie Koch, die sagte heute als Reaktion auf den Anschlag, die wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt sehen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr vielfalt. Mit ihr kann ich jetzt sprechen. Sie ist mir zugeschaltet. Schönen guten Abend, Frau Koch. Guten Abend, Frau Koch. Lassen Sie uns darüber sprechen. Eine Trauerveranstaltung, die wurde heute eben abgesagt, eine Trauerveranstaltung der Community, der Queeren Community aus Sicherheitsgründen. Was geht Ihnen wirklich heute, wo wir so wenig Zeit und Raum zu trauern war? Was geht Ihnen da durch den Kopf? Ich bin immer noch schockiert, erschüttert. Ähm, ich habe sehr viele Menschen heute trauern sehen, ähm aber auch sich halten sehen. Ich habe ganz viel Zusammenhalt gesehen in der Community an verschiedenen Orten, im Tiergarten am Brandenburger Tor, aber auch woanders. Und ja, ich glaube, der Tag wird noch lange im Gedächtnis bleiben dieser Community. Jetzt gibt's im Netz leider teilweise menschenverachtende Kommentare, die da zu lesen sind. kein Mitgefühl für die Opfer, sondern Sätze wie es treffe, Zitat, die die solche Leute hier haben wollen. Wie sehr trifft sie das? Ich finde es unfassbar, wenn man nach so einer Tat dann auch noch quasi ein Victim Blaming betreibt. Der CSD ist eine Veranstaltung, eine Demonstration, die für Vielfalt, für Offenheit steht und jeder Mensch, der darin ein Problem sieht, hat ein Problem mit unserer offenen Gesellschaft. Der CSD Berlin, der war sousagen, dass die Veranstalter und ja eben auch die Behörden, der war gut geschützt und da gab's eben ein Sicherheitskonzept. Was denken Sie jetzt über Veranstaltungen eben wie diese andere CSDs, die in der Zukunft stattfinden sollen? Also, ich kann das so bestätigen. Ich habe heute Nachmittag den Tag mit den CSD Berlin Organisatorinnen verbracht und die haben wirklich, die hatten ein sehr gutes Sicherheitskonzept, auch wie die Menschen gestern den Platz verlassen haben, sehr ruhig, sehr geordnet war, wirklich gut durchdacht. Wir werden leider nie eine hundertprozentige Sicherheit haben, aber die Organisatorin von CSDs, die sind da sehr gut. Und wenn wir jetzt noch mehr Sicherheit brauchen, dann erwarte ich, dass wiederum die Sicherheitsbehörden, die Polizeien vor Ort das dann auch entsprechend umsetzen. Vielen Dank für Ihre Zeit heute Abend. Sehr gerne. Wir werden nicht in Angst leben. Dieses Schild hat heute jemand am Brandenburger Tor hochgehalten. Und auch wenn das einigen heute sicher schwer fällt, das so zu fühlen, es ist ein Satz, der auch Mut machen soll. Damit verabschieden wir uns von Ihnen. Das heute Journal mit Donja Hayali bringt Sie um kurz vor 10 auf den aktuellsten Stand. Machen Sie es gut. Die Terror.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=FpYFfqvVq8M |
| Titel | Anschlag auf den CSD – Berlin unter Schock | ZDF spezial |
| Kategorien | BulkNews, ZDFheute Nachrichten |
| Hinzugefügt | 2026-07-26 18:22:54 |
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