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🤖 Zusammenfassung
Coca-Colas Freestyle-Automaten, von Pininfarina designt und mit über 100 Geschmacksrichtungen, sind weit mehr als Selbstbedienungsgeräte. Sie dienen als globales Testlabor und Datensammler. Über 50.000 Maschinen melden täglich via SAP-Backend, welche Sorten wann ausgeschenkt werden, optimieren die Lieferkette und ermöglichen zielgerichtetes Marketing. Getränkemischungen der Nutzer halfen bei der Entwicklung neuer Produkte wie Orange Vanilla Coke. Doch nicht alle davon überlebten am Markt. Besonders kritisch: Pläne zur Gesichtserkennung via integrierter Kamera, dokumentiert in einem inzwischen gelöschten Fortune-Artikel über das Unternehmen Quantify, werfen erhebliche Datenschutzfragen auf. Coca-Cola spricht von Tests 2018/19, blieb aber auf Nachfragen weitgehend stumm. Schätzungen zufolge dürfte die Milliardeninvestition längst amortisiert sein – durch Umsatzsteigerungen, Effizienzgewinne in der Logistik und wertvolle Verbraucherdaten.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Du bist im Kino. Gleich läuft die Fortsetzung eines Films, die niemand gebraucht hätte. Du kaufst Popcorn und ein Getränk. Vielleicht hilft dir ein Zuckerschock gegen deinen Frosto auf Charot Letto. Du bezahlst und bekommst einen Becher und dann siehst du ihn. Er leuchtet rot. Das Chrom glänzt dich an. Da hinten steht er, der Coca-Cola Freestyle Automat. Hier kannst du aus über 100 Geschmacksrichtungen wählen. Aber welche? Hirsch Vanille Cola, Sprite mit Pfirsiggeschmack, vielleicht ein wilder Mix aus Fanta und Power Rateid oder doch lieber ein Klassiker. Diese Maschine ist viel mehr als nur ein Getränkeautomat. Während du deine Lieblingssorte wählst, sammelt sie still und leise Daten. Sie macht dich zur Testperson und Coca-Cola profitiert extrem davon. Der Konzern soll mehr als eine Milliarde Dollar in den Automaten investiert haben, aber die Einsparungen und Gewinne durch ihn sind für Coca-Cola höchstwahrscheinlich noch viel viel größer. Heute schauen wir uns an, wie ein Getränkeautomat zu einem globalen Testlabor geworden ist und welche Rolle du dabei spielst. Hey, ich bin Sophia vom Simply Podcast unfassbar. Den gibt es seit mittlerweile über einem Jahr und wir sind ultra stolz darauf, was daraus geworden ist. Fast 50 zeitlose Folgen, alles unabhängiger Journalismus, politische Themen wie der geheime Krieg in der Arktis, die allseits beliebten Hacker Stories und Deep Dives wie zu einem möglichen Krieg um Taiwan. Hört nach diesem Video also gerne mal rein über alls gibt. Die Coca-Cola Company ist einer der größten Getränkehersteller der Welt. Der Konzern kontrolliert fast die Hälfte des globalen Softdrink Markts. Er macht jedes Jahr Milliarden Umsätze. Lange Zeit hat Coca-Cola viele seiner Softdrinks über Zapfanlagen verkauft. Früher lief das so: Du gehst zur Theke und bestellst dein Getränk. Jemand anderes füllt es in deinen Becher. Mit der Zeit setzt Coca-Cola auf Selbstbedienung. An vielen Orten kannst du dein Becher jetzt selber füllen und dir eine richtig gottlose Mische machen. Aber 2006 stellen Coca-Cola und andere Getränkehersteller etwas beunruhigendes fest. Zum ersten Mal seit 1985 verkaufen sie weniger Softdrinks. Die Menschen achten mehr auf ihre Gesundheit. Sie wählen häufiger zuckerfreie oder kalorienarme Getränke. Darauf ist Coca-Cola nicht vorbereitet. Nur etwa 1% ihrer Zapfanlagen in den USA bieten Cola Light an. Gleichzeitig gibt es im Supermarkt immer mehr Softdrinks. Die Regale sind voll mit Flaschen und Dosen von unterschiedlichen Herstellern. Es gibt kaum einen Geschmack, den es nicht gibt. Aber die Zapfanlagen von Coca-Cola haben nur wenige Standardsorten. Coca-Cola braucht eine neue Idee und zwar eine, die alles verändert. Der Freestyle Automat hat ein interessantes Design. die rote Farbe, die Details aus Chrom, die geschwungenen Linien. Das alles erinnert ein bisschen an einen Ferrari und das ist kein Zufall. Der Automat wurde mit dem legendären italienischen Designstudio Pinin Farina entwickelt, das auch viele Ferrari Modelle entworfen hat. Du hältst deinen Becher unter den Spender. Auf dem Bildschirm erscheinen dutzende Blasen. Jede steht für ein Getränk. Mezix, Coca-Cola, Power Rage, Lift, Fus Tea und Kinly. Insgesamt kannst du aus über 100 Getränken wählen. Früher war das undenkbar. Damals mussten Restaurants für jedes einzelne Getränk einen 19 l großen Sirupkanister anschließen. Heute passen alle Geschmacksrichtungen in etwa 30 kleine Patronen. Das Design stammt aus der Medizin, wo es auf präzise Dosierung ankommt. Du kannst dir das ein bisschen wie eine Insulinpumpe vorstellen. Sie gibt tropfenweise die exakte Menge des Medikaments ab. So ähnlich dosiert der Freestyle die richtige Menge Sirup. In der Theorie ist jeder Tropfen deines Getränks perfekt abgestimmt und macht jeden Becher zu einem Meisterwerk der Präzision. In der Praxis schmeckt die Cola aus dem Freestyle Automaten aber etwas anders als die aus dem Supermarkt. Früher war in den Kanistern der Sirup und Süßstoff schon vermischt. Im Freestyle kommen Aroma und Süßstoff jeweils einzeln ins Getränk. Erst auf Knopfdruck wird alles zusammengemischt. Der Bildschirm mit den vielen Blasen macht dich neugierig. Eigentlich wolltest du deine Standardca nehmen, aber ein paar der Sorten sehen schon ziemlich verlockend aus. Du drückst auf die Power Raid Blase. Es erscheint eine ganze Reihe weiterer Sorten. Power Raid Himbeer, Power Raid Lemon und Power Raid Erdbeer. Die Auswahl ist riesig und du weißt gar nicht, wo du anfangen sollst. Du kannst sogar ein Getränk mixen, das es noch gar nicht gibt. Du könntest also deine eigene geheime Sorte kreieren, eine, die noch niemand vorher probiert hat, eine, die dich sehr, sehr besonders macht. Der Freestyle hat ein sehr cleanes Design, dahinter steckt aber jede Menge smarte Technik. So ist das auch bei vielen Onlineshops. Trotzdem war es noch nie so einfach, sich eine eigene Onlinepräsenz aufzubauen. Mit Shopify bekommst du alles, was du dafür brauchst, auch wenn du gerade erst anfängst. Wir nutzen Shopify seit Jahren für unsere Klamottenmarke Culture Culturcher. Wir launchen gerade z.B. eine neue Kollektion mit der Amsterdammer Künstlerin süßte Fisch und müssen unseren Shop entsprechend anpassen. Kurz die Bilder vom Shooting hochladen. Die Schrift passt noch nicht. Ich frage kurz Zeitekick, den integrierten KI Assistenten. Ändere Titelschrift zu Inter. Nice. Und bevor ich es vergess, genere 10% Discount Code Simply 10 für unsere Zuschauer. Here we go. Mit Sekick kannst du auch ganz einfach Automationen bauen und Reports erstellen lassen. Die Anpassungen sind immer individuell auf dein Business zugeschnitten. Über diesen QR-Code kannst du Shopify und Zeitekick jetzt kostenlos testen. Shopify ist super intuitiv, obwohl so viele Funktionen mit drin sind. Den Link findest du auch in der Beschreibung. Der Freestyle macht Spaß. Du sollst ihn ausprobieren. Er ist ein bisschen überfordernd. Ja, aber er macht auch neugierig und lädt zum Spielen ein. Und genau darum geht es. Coca-Cola will dir nicht nur ein Getränk verkaufen, du sollst dabei etwas fühlen. Das nennt man Experience Marketing. Hier an dieser Maschine wählst du nicht nur eine Sorte aus. Du interagierst mit der Marke, du erlebst sie. Jede Entscheidung zieht dich tiefer ins Universum von Coca-Cola. Solche Momente sorgen dafür, dass du dich an Coca-Cola erinnerst. Und zwar nicht nur an das Getränk, sondern an das Gefühl. Im besten Fall erzählst du deinen Freunden von dem Automaten, davon, dass sie dort ihre eigenen Softdrinks mixen können und von dieser völlig verrückten neuen Sorte, die sie unbedingt probieren müssen. Neben Freestyle gibt es weitere Beispiele für Coca-Colas Experience Marketing. Share a Coke z.B. Die Idee dahinter ist dieselbe. All das ist Teil einer größeren Strategie von Coca-Cola. Das Unternehmen will nicht mehr nur Produkte anbieten, sondern Erlebnisse schaffen. Du entscheidest dich für eine Sprite. Pride Cherry klingt widerlich, aber lass trotzdem probieren. Du drückst den Button und nimmst den ersten Schluck. Gar nicht mal so übel. Du bist nicht der einzige, der Sprite Cherry ausprobiert. Überall auf der Welt wählen Menschen genau dieses Getränk. Natürlich hat dir Coca-Cola diesen neuen Geschmack nicht einfach aus Spaß angeboten. Eigentlich ist der Freestyle ein riesiges Testlabor. Egal, welche Mischung du mixt oder welche Sorte du ausprobierst, alles gehört zu einem gigantischen Experiment. Und bei dieser neuen Sorte ist das Experiment tatsächlich aufgegangen, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Als Coca-Cola den Freestyle Automaten 2009 auf den Markt bringt, steckt er randvoll mit moderner Technik. Damals sind zuverlässige drahtlose Netzwerke noch nicht wirklich Standard. Also baut Coca-Cola einfach sein eigenes. Dieses Netzwerk verbindet jeden einzelnen Freestyle Automaten direkt mit dem Backend von Coca-Cola. Dort laufen sie in einer Software von SAP zusammen. Die Software ist sowas wie das Gehirn des Unternehmens. Hier wird in Echtzeit verfolgt, was im gesamten Konzern passiert. Jeden Tag senden mehr als 50.000 Freestyle Automaten Daten an dieses Gehirn. Sie melden, welche Sorten Sie zu welchen Uhrzeiten ausschenken und wie viel Sirup noch da ist. Vielleicht experimentierst du normalerweise nicht mit Softdrinks, aber viele andere schon. So hat Coca-Cola herausgefunden, dass Leute Cola mit Orange Vanillegeschmack mögen und Sprite Cherry und auch Sprite mit Erdbeere und Kirsch Vanille Cola. Manche Sorten sind nur entstanden, weil sie im Freestyle Automaten immer wieder bestellt wurden. Andere Geschmacksrichtungen wie die Orange Vanille Coke hat Coca-Cola selbst entwickelt. Je öfter Kunden diese Geschmäcker wählen, desto stärker wird das Signal. Und was als kleine Blase auf einem Bildschirm anfängt, wird zu einem Getränk für die Masse. Vielleicht hätte Coca-Cola diese Varianten sowieso irgendwann auf den Markt gebracht, aber mit dem Freestyle lassen sich solche Entscheidungen schneller treffen. Außerdem basieren sie vermutlich auf besseren Daten. Und das ist noch nicht alles. Bevor es den Freestyle gegeben hat, mussten Mitarbeiter Manuel überprüfen, ob die riesigen Sirupkanister leer sind. Den Nachschub haben Sie dann per Telefon oder E-Mail bei Coca-Cola bestellt. Der Freestyle hat diese Logistik komplett verändert. Jede Nacht fragt das System Daten von den Automaten ab. Dann berechnet es, wie viele Patronen von welcher Sorte ins Kino geliefert werden müssen. Das System schaut sich an, welche Getränke bei dir und allen anderen Jared Letto Fans beliebt waren. Algorithmen sagen voraus, wie groß die Nachfrage nach anderen Getränken sein wird. Dabei berücksichtigen Sie sogar geplante Werbeaktionen. Das System berechnet automatisch, welche Patronen nachgefüllt werden müssen und erstellt eigenständig die Aufträge für den Nachschub. Die gehen direkt an das Verteilzentrum. Von dort werden die Patronen zu den einzelnen Standorten geliefert. Jede Nacht verbinden sich alle Freestyle Automaten auf der Welt mit dem Gehirn von Coca-Cola. So können Sie die gesamte Lieferkette für Ihre Getränkeautomaten optimieren. Sie können Bestände besser managen, effizienter nachliefern und sogar die Produktionsplanung verbessern. Allein das spart dem Konzern wahrscheinlich Millionen von Dollar. Die Automaten schicken aber nicht nur Informationen an Coca-Cola. Die Marketingabteilung kann auch neue Kampagnen direkt auf die Freestyle Automaten spielen. Früher mussten sie ein komplettes Software Update machen, um eine neue Kampagne zu starten oder Inhalte zu bearbeiten. In dieser Zeit konnte der Automat nicht bedient werden. Das war ein Problem. Schließlich stehen viele der Freestyle Automaten in gut besuchten Fastfood Ketten. Mitte der 2010er Jahre integriert Coca-Cola deshalb Airwatch, eine moderne Plattform zur Verwaltung der Geräte. Seitdem braucht das Marketingteam keine großen Software Updates mehr, wenn es eine Kampagne starten will. Stattdessen reichen kleine Datenpakete. Während die Automaten sie empfangen, arbeiten sie ganz normal weiter. Die neuen Inhalte werden einfach heruntergeladen und direkt auf dem Bildschirm angezeigt, sowie dieses Halloween Special. Was jetzt passiert, nennt man Nutching, auf Deutsch anstupsen. Vielleicht erscheint als erstes ein neuer Geschmack auf dem Bildschirm oder du siehst ein kurzes Teaservideo. Du kannst natürlich weiterhin frei wählen, was du willst, aber jetzt ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du etwas Neues ausprobierst. Jede einzelne Entscheidung dieser Halloween Kampagne wird an Coca-Cola geschickt und am Ende landen all diese Daten direkt in der Abteilung, die Coca-Colas Produkte entwickelt. Aber Moment mal, dieser kleine schwarze Punkt hier oben, ist das eine Kamera? Filmt das Ding dich gerade? Coca-Cola hatte tatsächlich vor, in einem ihrer Freestyle Modelle eine Kamera einzubauen. Sie wird in einem Datenblatt sogar explizit erwähnt. Dort wird sie als zukünftige Möglichkeit zur Bewegungs und Gesichtserkennung beschrieben. Damit könnte das Unternehmen jede deiner Reaktionen am Automaten aufnehmen. Dein Lächeln, wenn du ein neues Getränk mixst oder dein Stirnrunzeln, wenn dir der erste Schluck doch nicht schmeckt. Coca-Cola könnte genau sehen, welche Mischungen du lecker findest und welche nicht. Aber könnte der Konzern das wirklich durchziehen? Zumindest theoretisch. In Europa würden strenge Datenschutzrichtlinien wie die Datenschutzgrundverordnung das wahrscheinlich nicht erlauben. In den USA dagegen probieren Unternehmen und Veranstaltungsorte immer häufiger aus, wie sie Menschen in öffentlichen Räumen per Gesicht erkennen und analysieren können. Rein theoretisch wäre so etwas dort möglich. Laut US-Wirtschaftsmagazin Fortune erwähnt das Unternehmen Quantify Anfang 2024 ein Projekt zur Gesichtserkennung rund um den Freestyle Automaten. Es schreibt damals auf seiner Website: "Jeder Automat ist mit einer Kamera ausgestattet, die bei jeder Interaktion eines Kunden ein Bild aufnimmt. Das Marketingteam von Coca-Cola wollte diese Bilder nutzen, um Erkenntnisse über die Vorlieben und Nutzungsmuster der Verbraucher zu gewinnen." Der Beitrag wurde inzwischen gelöscht. Quantify soll ein KI System entwickelt haben, das Informationen wie Alter oder Geschlecht erkennt. Coca-Cola könnte dann also wissen, hier steht ein Mann in den 20ern und trinkt eine Sprite Cherry. Auf Nachfrage von Fortune verschwindet der Beitrag offenbar von der Website. Ein Sprecher von Coca-Cola sagt, die Kameras in den Freestyle Automaten sei nur 2018 und 2019 in einer Testumgebung ausprobiert worden. Wir haben selbst bei Coca-Cola nachgefragt, aber keine Antwort erhalten. Abgesehen von der Creepy Kamera, sind die Automaten technisch ziemlich beeindruckend. Mit nur einem Automaten bringt der Softring Gigant viel mehr Auswahl an den Start. Gleichzeitig kann der Konzern damit kleine gezielte Kampagnen fahren und ziemlich genau rausfinden, was Leute auf der ganzen Welt gerne trinken. Ganz nebenbei pusht Coke so auch sein Experience Marketing und macht seine Lieferkette effizienter. Wahrscheinlich hast auch du schon mal vor so einem Automaten gestanden und hattest keine Ahnung von alldem. Für dieses Video wollten wir vor allem eins wissen. Wie viel Geld verdient das Unternehmen damit? Um das herauszufinden, mussten wir ziemlich tief graben. Wir haben Jahresberichte gewählt, Zahlen und Analysen ausgewertet und jede Menge interne Unterlagen gesichtet. Nur um festzustellen, es gibt keine konkreten Daten. Wir haben zwar hier und da ein paar Hinweise gefunden, aber viel anfangen konnten wir damit nicht. Vor allem, weil die Gewinne durch den Freestyle oft mit anderen Projekten zusammenhängen. Wir haben Coca-Cola auch um Stellungnahme gebeten, aber keine Antwort bekommen. Deshalb haben wir uns Unterstützung geholt von Jannick. Er hat sich durch alles gewühlt, was sie über den Freestyle finden konnten und hat versucht, das Puzzle zusammenzusetzen. Seine Analyse besteht aus drei Teilen. Erstens Payback. Um abschätzen zu können, wie viel Umsatz Coca-Cola mit dem Freestyle macht, haben wir uns etwas ähnliches angeschaut. Das Treue Programm Payback. Payback Kunden bekommen normalerweise etwa 0,5 bis 3% ihrer Ausgaben zurück. Vielleicht klingt das erstmal nach einem schlechten Geschäft für den Händler, aber es funktioniert. Wenn Menschen eine kleine Gegenleistung bekommen, geben sie oft noch mehr Geld aus. Payback sammelt währenddessen Unmengen an Daten darüber, was Kunden wann und wo kaufen. Man kann Payback nicht direkt mit Freestyle vergleichen, aber beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel. Sie wollen Menschen zum Kaufen animieren und dabei möglichst viel lernen. Mit Daten aus Treueprogramm wie Payback können Unternehmen ihre Werbung viel gezielte ausspielen und Angebote machen, die wirklich zu einzelnen Kunden passen. Studien zeigen, dass Treue Programme die Bruttomargen um 2 bis 4% steigern können. Und zwar nicht nur, weil Kunden mehr kaufen, sondern auch, weil Unternehmen basierend auf diesen Daten intelligentere Marketing und Produktentscheidungen treffen können. Für den Freestyle nehmen wir eine Umsatzmarche von 2% an. Das ist eine sehr grobe Schätzung, aber sie reicht, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen. Die Freestyle Automaten sollen im Jahr rund 4 Milliarden Getränke ausgeben. Bei einem Durchschnittspreis von 2$ pro Getränk und unserer Marche von 2% ergibt das einen Jahresgewinn von rund 160 Millionen Dollar. Seit der Einführung von Freestyle wären das weit über eine Milliarde Dollar. Zweitens, der Wert der Daten. 2015 beginnt Coca-Cola mit Hivary zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen will mit Hilfe von künstliche Intelligenz Abläufe optimieren. Sein Ziel ist es, den Umsatz an Verkaufsautomaten zu verbessern. Zu Hivary Kunden zählt auch die Ray Coca-Cola Botlinco, ein Abfüller von Coca-Cola. Er betreibt rund 19 000 Getränkeautomaten in Krankenhäusern in Kalifornien und Nevada. Die Software von Hivary kombiniert Verkaufsdaten mit KI und Algorithmen. So kann sie für jedes Getränk im Automaten vorhersagen, wie hoch die Nachfrage sein wird. Durch die Zusammenarbeit mit Hivary soll Ray seinen Umsatz um 6% gesteigert haben. Außerdem konnte die Firma die Anzahl der Nachfüllfahrten angeblich um 15% reduzieren. Die Zahlen zeigen, dass Datenbasierte Lieferketten den Umsatz deutlich steigern und Kosten senken können. Gut möglich, dass Freestyle Automaten ähnliche Ergebnisse erzielen können. Drittens, neue Sorten. Coca-Cola hat einige neue Sorten auf den Markt gebracht, die auf Daten der Freestyle Automaten basieren. Manche davon waren ungefähr genauso beliebt wie die absolut enttäuschende Filmfortsetzung, die du jetzt gleich noch ertragen musst. Z.B. die Kirsch Vanille Cola, die Sorte zu den beliebtesten Freestyle Mischungen gehört. 2024 hat Coca-Cola allerdings entschieden, die Produktion wegen sinkender Nachfrage einzustellen. Die Freestyle Automaten können zwar helfen, vielversprechende neue Sorten zu erkennen, aber eben nicht immer. Von den vier Sorten, die Coca-Cola eingeführt hat, haben nur zwei überlebt. Das heißt nicht, dass es schlechte Investitionen waren. Die Sorten haben sich nur nicht langfristig durchgesetzt. Vielleicht hat Coke überschätzt, wie repräsentativ Freestyle Nutzer für den breiten Markt sind. Auch zu dieser Frage haben wir von Coca-Cola keine Antwort bekommen. Coca-Cola veröffentlicht nur selten konkrete Verkaufszahlen zu einzelnen Produkten. Eine Zahl haben wir aber gefunden. Sie bezieht sich auf eine Sprite Sorte, die nicht auf den Daten vom Freestyle basiert. Die Sorte Sprite Chill hat in den ersten 21 Wochen nach ihrer Markteinführung in Nordamerika einen Umsatz von 50 Millionen Dollar erzielt. Auch damit lässt sich nur schwer abschätzen, welchen Gesamtgewinn das Unternehmen mit neuen Sorten gemacht haben könnte, die durch Freestyle entstanden sind. Die Zahl sagt auch nichts darüber aus, wie wichtig die Freestyle Daten für den Erfolg von Coca-Cola waren. Aber wenn wir uns alle drei Aspekte von Janniks Analyse anschauen, scheint eins ziemlich sicher. Die eine Milliarde Dollar, die Coca-Cola angeblich in diesen Automaten investiert hat, dürfte sich längst ausgezahlt haben. Cheers. เ
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=dCByQtCoZyY |
| Titel | Coca-Colas genialste Erfindung |
| Kategorien | Politik, BulkNews, Simplicissimus |
| Hinzugefügt | 2026-07-20 23:42:02 |
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