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🤖 Zusammenfassung
Nolans „Die Odyssee“ ist der erste Spielfilm, der vollständig analog auf IMAX 15/70 gedreht wurde. Das horizontale 70-mm-Format bietet die neunfache Bildfläche von 35 mm und entspricht vergleichsweise 12K–18K Auflösung. Analogfilm reagiert chemisch und logarithmisch auf Licht; Details, räumliche Immersion und Helligkeitsaussteuerung unterscheiden sich damit von digitalen Sensoren. Der Dreh war extrem aufwendig: nur etwa drei Minuten pro Rolle, laute Kameras, schwere Schallschutzgehäuse (über 136 kg), ein Spiegelsystem für enge Szenen und über 600 km Filmmaterial. Die Rohfilmkosten werden auf 3–4 Millionen Euro geschätzt. Echte analoge 15/70-Vorführungen gibt es weltweit kaum; das Format bleibt ein teures Nischenverfahren, kein neuer Standard.
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📜 Transkript
Dieser Film, der wurde umgerechnet in 18k gedreht. Werden wir uns ja zu Hause gerade an 4K gewöhnen, kommt jetzt ein Film ins Kino, der so gigantische Mengen an Bildinformationen speichert, dass die Kuh über 600 km Filmmaterial belichtet hat. Die Technik dahinter heißt IMAX 1570 und damit wurde jetzt der erste Spielfilm komplett analog gedreht. Damit wird eine jahrzehnte alte Technik wieder zum Leben erweckt und sogar verbessert. Für die Produktion wurde die Kamera nämlich so umgebaut, dass sie in einigen Punkten sogar digitalen Kameras überlegen ist. Wie die Technologie dahinter funktioniert und um welchen Film es hier geht, das erkläre ich in diesem Video und damit willkommen bei Breaking Lab, Jakob hier und los geht's. Wenn wir uns heute einen Film anschauen, dann in den allermeisten Fällen digital. Schon 2017 lag der Anteil der Filme, die ausschließlich digital gedreht wurden, bei rund 82%. Und der Grund dafür der ist nicht, dass analog keine gute Bildqualität mehr liefern würde, sondern einfach, dass eine digitale Produktion im Alltag enorm praktisch ist. Z.B. ist das Bild sofort kontrollierbar. Regie und Kamera können also direkt sehen, ob Belichtung, Fokus und Bildaufbau stimmen. Sie sind außerdem leichter, leiser und deutlich unkomplizierter im Workflow. Man muss kein Filmmaterial entwickeln und oft kann deutlich länger am Stück aufgenommen werden. Und genau deshalb wirkt es heute fast widersprüchlich, wenn plötzlich ein Film auftaucht, der nicht nur zurück zu analogen Materialien geht, sondern gleich zu einem der größten und aufwendigsten Filmformaten überhaupt. Und dieser Film ist natürlich von Christopher Nolan die Odyssee. Versprich mir, dass du zurückkehren wirst. Und wenn ich nicht kann? Um zu verstehen, warum das technisch so anspruchsvoll ist, müssen wir uns jetzt erstmal anschauen, was genau der Unterschied zwischen analogen und digitalen Film ist. Erstmal zur Funktionsweise. Eine digitale Kamera arbeitet ja mit einem Bildsensor. Dieser Sensor besteht aus sehr vielen einzelnen lichtempfindlichen Elementen. Vereinfach gesagt trifft das Licht auf diese Elemente und wird da in elektrische Signale umgewandelt. Und aus diesen Signalen entsteht dann ein digitales Bild. Das Licht wird also elektronisch gemessen, aber bevor digitale Kameras zwischen 2005 und 2013 zum Standard geworden sind, war in der Filmproduktion über viele Jahrzehnte analogaer Film das normale Medium. Der Unterschied zur digitalen Kamera könnte da eigentlich kaum größer sein. Hier geht es im Prinzip um eine chemische Reaktion. Also ein klassischer Schwarz-Weißfilm besteht im Kern aus einer Gelantines Schicht, in der Millionen lichtempfindliche Silberkristalle sitzen. Trifft ein Lichtteilchen, also ein Photon auf einen Silberkristall, stößt es darin eine Kettenreaktion. Ein Elektron wird freigesetzt und verbindet sich mit einem Silberion. Und dadurch entsteht an der Oberfläche des Kristalls ein winziges Klaster aus dunklem metallischem Silber, was durch die Entwicklung im Filmlabor den Film dunkelf färbt. Christopher Nolin trsee aber auf modernem Farbmaterial und das ist ein bisschen komplexer. Also Farbfilm besteht nämlich aus drei separaten Schichten, die übereinander gestapelt sind, jeweils für blau, grün und rote Farben. Zwar stecken auch hier in jeder der drei Schichten Silberkristalle drin, aber die dienen quasi nur als Katalysator. Sie sorgen beim Entwickeln dafür, dass organische Farbstoffe entstehen. Am Ende des Prozesses wird das gesamte Silber aber in einem bleiche Bad restlos wieder herausgewaschen. Auf dem entwickelten Filmstreifen bzw. negativ bleibt dann kein Metall übrig, sondern es sind reine transparente Farbstoffwolken in Zyon, Magenta und Gelb. Neben Farbe oder schwarz-Weiß Film unterscheidet man auch noch in der Größe und das macht den Film auch so besonders. Lange Zeit war der klassische Kinostandard der 35 mm Film. Das ist der Streifen, den ihr vielleicht noch von alten Fotoapparaten kennt. An sich gibt es da aber ganz viele verschiedene Formate, z.B. auch den 70 mm Film. Je nachdem, wie hoch das Bild hier ist, hat das dann auch noch mal eine genauere Bezeichnung, z.B. 870 oder 1070, die Zahl vor der 70, die gibt dann die Anzahl an, wie viele Perforationslöcher so ein Einzelbild lang ist. Perforationslöcher, das sind diese kleinen Stanzungen, in die Zahnrder greifen, um den Film zu transportieren. Ein normales 35 mm Bild ist vier Perforationslöcher hoch. Normaler 70 mm Film 5, 8 oder 10 Perforationslöcher. Und hier seht ihr den Vergleich eigentlich ganz gut, aber bei dem Film Die Odyssey hat Nolan jetzt noch mal eins drauf gesetzt. Er nutzt IMAX 1570. IMAX steht für Image Maximum. Das Format, das wurde Ende der 1960er Jahre von einer Gruppe Filmemacher entwickelt mit dem Ziel, das physikalische Maximum aus einem Filmbild herauszuholen. Denn bei analogen Film hängt die mögliche Bildqualität sehr stark von der Größe der belichteten Fläche pro Einzelbild ab. Das ist letztendlich einfach Physik. Je größer die Fläche ist, auf der Bildinformation gespeichert werden, desto mehr Details können natürlich potenziell gezeichnet werden. Und 1570 ist das größte im Moment vorhandene Format. Schaut euch das mal im Vergleich an. Also 70 steht für die ungefähre Breite und 15 für die Löcher. Und vielleicht ist euch das direkt aufgefallen. Beim normalen Kino läuft der Filmstreifen vertikal, also von oben nach unten durch die Kamera. Bei IMAX 1570 läuft der Film horizontal durch die Kamera. Und genau das macht einen riesigen Unterschied. Die belichtete Fläche pro Frame ist dadurch ungefähr neun mal größer als beim klassischen 35 mm Bild mit vier Performationen. Und deshalb wird IMAX 1570 in digitalen Vergleichsgrößen oft irgendwo zwischen 12K und 18K eingeordnet. Das ist aber natürlich nur eine vereinfachende Übersetzung. Gemeint ist damit die Größenordnung der Detailmenge, die sich aus einem sehr großen analogen IMAX negativ theoretisch herausholen lässt. Und bei dem Film die Odyssee handelt sich jetzt eben um den ersten Spielfilm, der vollständig auf diesem IMAX 70 mm Film gedreht wurde. Das war über lange Zeit aus ganz praktischen Gründen kaum umsetzbar, denn für den Dreh mussten wirklich viele Hürden überwunden werden. Schauen wir uns das mal genauer an. Also, eine IMAX Kamera kann mit einer Ladung filmen nur ungefähr 3 Minuten aufnehmen. Das heißt, alle 3 Minuten muss der Film gewechselt werden. Insgesamt wurden für den Film laut Berichten über 600 km Film belichtet. Das ist also kein System, dass man einfach unkompliziert in jede Produktionssituation mitnimmt. Ein weiteres Problem war einfach die Lautstärke. Gerade in Dialog 10 war das für die Schauspieler zum Teil unmöglich über die Lautstärke hinwegzuspielen. Und deshalb wurde IMAX in Spielfilm lange nur für bestimmte Sequenzen wie spektakuläre Außenaufnahmen, Großbilder oder bestimmte Actionpassagen genutzt, aber eben nicht für einen kompletten Spielfilm. Bei Odyssee mussten die Kameras deshalb technisch weiterentwickelt werden, damit sie auch für alle Filmszenen eingesetzt werden können. Dafür wurde um die Kamera ein massives Schallschutzgehäuse gebaut. Mc Damon, der Hauptdarsteller bei der Odyssee, hat dieses Konstrukt als so groß wie ein Sag und über 136 kg schwer beschrieben. Die Crew musste die Kamerawagen extra mit Stahlplatten verstärken, damit sie nicht zusammenbrechen. Und aus dieser riesigen Geometrie hat sich dann ein anderes optisches Problem ergeben, weil das Gehäuse so breit war, konnten sich zwei Darsteller in einer Intimszene physikalisch gar nicht mehr nah genug vor der Linse sein. Der Winkel, der wäre viel zu extrem gewesen. Im fertigen Film hätte es so ausgesehen, als würden die beiden komplett aneinander vorbeigucken. Um diesen geometrischen Winkelfrigieren, hat das IMAX Ingenieursam ein spezielles Spiegelsystem entwickelt. Die Kamera hat das Bild quasi über Spiegel um die Ecke abgelenkt und so konnten die Schauspieler dadurch direkt neben der Kamera in so ein Spiegel schauen, der ihren Blick exakt im richtigen Winkel in das Objektiv reflektiert hat. Also wirklich absurd, was da einfach alles mitgedacht werden musste. Das ganze System drumherum wurde dann auch noch zusätzlich in enger Zusammenarbeit mit Nolen überarbeitet und optimiert, sodass er sich die täglichen Aufnahmen direkt im Anschluss ansehen konnte, denn die Nachbereitung an sich ist auch nicht einfach. Zum einen ist das Entwickeln von so viel Film mega aufwendig. Das Bearbeiten und Zusammenfügen der Filme kommt dann ja auch noch dazu und da könnte man auch noch mal viel drüber sprechen, aber das würde tatsächlich den Rahmen von diesem Video ersprengen, aber selbst die Projektion ganz am Ende ist technisch herausfordernd. So ein IMAX Projektor, der muss den Filmstreifen mit hoher Geschwindigkeit transportieren. Der Film, der läuft da mit ungefähr 1,7 m pro Sekunde durch den Projektor. Und deshalb nutzen IMAX Projektoren hochpräzise Systeme zur Stabilisierung der Bildlagen. Ein wichtiges Prinzip dabei ist ein Vakuumsystem, das dem Film im Moment der Projektion möglichst plan, also flach an die Bildebene anlegt. Wenn der Film im Projektionsfenster auch nur minimal wellig ist, dann verschlechtert das die Schärfe sofort sichtbar auf der Leinwand. Das wäre natürlich schade bei so einer aufwendigen Geschichte. Das ist schon irgendwie alles abgefahren und ich muss sagen, nach all den Infos bleibt schon irgendwo die Frage über, warum nimmt man diesen Aufwand überhaupt in Kauf? Also erstmal, weil analoges IMAX Filmmaterial physikalische Eigenschaften besitzt, die kaum ein Sensor kopieren kann. Nolen nennt da vor allem drei Punkte. Also erstens, durch das sehr große Negativ kann sehr viel visuelle Information aufgenommen werden. Das macht sich nicht nur in wahrgenommener Schärfe bemerkbar, sondern auch in Texturen, feinen Übergängen und der Stabilität des Bildes auf sehr großen Leinwenden. Zweitens, die räumliche Wirkung. Nolin beschreibt das Format als Virtual Reality ohne Brille. Das Bild, das füllt einfach das periphäre See fällt komplett aus. Man ist da also quasi mittendrin. Und drittens, der Umgang mit Licht. Also, wenn so ein digitaler Sensor zu viel Licht abbekommt, dann schaltet er abrupt ab. Das nennt man Clipping, ein totes strukturloses Weiß. Die Silberkristalle im Film reagieren dagegen logarithmisch. Je heller das Licht, desto langsamer sättigen sie sich. Helle Bildbereiche, die laufen extrem weich und organisch aus. Nolan betont immer wieder, dass Film das technologisch beste analog dafür ist, wie das menschliche Auge sieht. Und genau diese Charakteristik ist für die Odyssee der Knackpunkt. Also der Film, der erzählt ja die abenteuerliche Heimreise des Helden Odisseus und basiert auf dem klassischen Heldenepos von Homa. Der Film, der lebt von Naturgewalten, weiten Horizonten gegen Licht und den permanenten Lichtreflektionen auf dem Ozean. Der analoge Film kann diese extremen Kontraste perfekt einfangen. Da muss man jetzt aber sagen, das macht analogen Film nicht pauschal in jeder Hinsicht überlegen, aber die Charakteristik, die ist einfach wirklich unterschiedlich. Und damit kommen wir aber auch noch zu den kritischen Punkten, zum großen Aber des heutigen Videos, was heute tatsächlich er klein ausfällt. Davor abonniert noch den Kanal und aktiviert die Glocke, damit ihr auch solche ausgefallenen Videos hier bei Breaking Lab nicht verpasst. Denn wenn ihr abonniert und die Glocke aktiviert, dann werdet ihr wirklich benachrichtigt und sonst geht ziemlich viel an schönen Videos hier unter. Also das große aber so beeindruckend IMAX 1570 auch ist, es ist einfach super aufwendig und teuer damit zu drehen. Die genauen Kosten hält das Studio natürlich unter Verschluss, aber laut Hochrechnung waren es alleine für die über 600 km Filmwand ca. 3 Millionen Dollar, also ca. 2,6 Millionen Euro. Das ist aber natürlich sonst noch nichts eingerechnet. Ich habe das auch noch mal selber nachgeschaut und mit den Preisen, die ich gefunden habe, wären es sogar eher so zwischen 3,8 und 4,1 Millionen Euro. Nur für die Materialkosten. Für das Filmband ist das schon eine ziemliche Menge. Allerdings hat der Film auch einfach Gesamtbudget von 220 Millionen Euro, was wirklich viel ist, selbst für so ein Nolen Film. Und eine Herausforderung, die kommt auch noch hinzu, denn nur wenige Kinos weltweit können überhaupt echte 1570 Analogkopien projizieren. Es gibt z.B. Bikinos in Städten wie Prag, Manchester oder London. Aber auch hier in Deutschland kann man sich tatsächlich den Film in IMAX Qualität anschauen. Zwar nicht analog, ehrlich gesagt, aber es gibt spezielle patentierte Remastering Verfahren, die den Film digitalisieren. Also spezielle Kinos können dann mit so einer Doppelprojektion bestimmten Lasersystem und einer größeren Leinwand die analoge IMAX Qualität emitieren. Aber was man hal auch sagen muss, IMAX 70 mm ist wahrscheinlich jetzt nicht die Zukunft des Kinos im Sinne eines neuen Standards. Dafür ist das Format zu teuer, zu aufwendig und zu spezialisiert. Weil ehrlich gesagt, genau das macht's irgendwie für mich auch technisch so interessant, so interessant, wie gesagt, dass ich mir vorstellen könnte dafür z.B. nach London oder Prag zu reisen. Aber schreibt ihr gerne mal in die Kommentare, ob ihr schon mal einen IMAX Film gesehen habt und ob ihr euch die Odyssee anschauen werdet. Am 16. Juli kommt der Film in die Kinos. Ich bin sehr, sehr gespannt auch auf eure Kommentare und wir sehen uns wie immer hier auf dem Kanal Dienstag, Donnerstag 17 Uhr und hier findet ihr noch ein weiteres Video. Und jetzt sag ich macht's gut, ihr Lieben. Bis zum nächsten Mal. Euer Jakob.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=Wmkyar5HzxU |
| Titel | Die Physik hinter der IMAX-Technologie |
| Kategorien | BulkNews, Breaking Lab |
| Hinzugefügt | 2026-07-18 01:02:38 |
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