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Terra X History – Geburtstag der USA – 250 Jahre Unabhängigkeit | Terra X

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Terra X History – YouTube Kanal-Aufrufe 0 Kanal https://www.youtube.com/channel/UCA3mpqm67CpJ13YfA8qAnow 🔗 https://www.youtube.com/watch?v=cxKWXlYajPg 🤖 Zusammenfassung Die USA, als älteste moderne Demokratie und heutige Weltmacht, entstanden im 18. Jahrhundert aus 13 britischen Kolonien an der nordamerikanischen Ostküste. Europäische Siedler – vor allem Briten – drängten nach Westen, vertrieben indigene Völker und folgten utopischen Hoffnungen auf Landbesitz und religiöse…

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Geburtstag der USA – 250 Jahre Unabhängigkeit | Terra X

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🤖 Zusammenfassung

Die USA, als älteste moderne Demokratie und heutige Weltmacht, entstanden im 18. Jahrhundert aus 13 britischen Kolonien an der nordamerikanischen Ostküste. Europäische Siedler – vor allem Briten – drängten nach Westen, vertrieben indigene Völker und folgten utopischen Hoffnungen auf Landbesitz und religiöse Freiheit. Nach dem Siebenjährigen Krieg verschuldete sich Großbritannien und erließ Steuern, was den Kolonisten wegen fehlender parlamentarischer Vertretung als ungerecht erschien („No Taxation without Representation“). Proteste eskalierten zur Boston Tea Party und 1775 zum Unabhängigkeitskrieg. 1776 erklärten die Kolonien unter Führung von George Washington und inspiriert durch Thomas Paines „Common Sense“ ihre Unabhängigkeit. Thomas Jeffersons Unabhängigkeitserklärung propagierte Gleichheit, Leben, Freiheit und das Streben nach Glück, galt jedoch zunächst nur für weiße, besitzende Männer; Sklaverei blieb bestehen. Mit französischer Hilfe siegten die USA 1783, verabschiedeten 1787 eine Verfassung mit Gewaltenteilung und Federalismus und wuchsen durch Landkäufe und Kriege zum Kontinentstaat. Im 20. Jahrhundert wurden sie Welt- und Atommacht. Heute gilt die amerikanische Demokratie jedoch als stark gespalten: autoritäre Tendenzen, Angriffe auf Institutionen und die Waffenkultur stellen die Grundideale der Gründerväter auf die Probe, während Bürgerproteste und hohe Wahlbeteiligung gleichzeitig demokratische Widerstandskraft signalisieren.

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📜 Transkript

Die USA, Weltmacht und älteste moderne Demokratie der Welt. Wie wurde im 18. Jahrhundert aus 13 britischen Kolonien eine unabhängige Nation? Und schließlich einer der größten und mächtigsten Staaten der Welt? 250 Jahre später gibt die amerikanische Demokratie Anlass zur Sorge. Die Ostküste der USA. Ein Land mit großen Tierbeständen, riesigen Wäldern, artenreichen Gewässern und fruchtbaren Böden. Dass hier bereits seit Jahrtausenden Menschen leben, hindert frühe europäische Eroberer nicht daran, die Gebiete für sich zu beanspruchen. Pioniere wie der englische Abenteurer John Smith gründen erste Siedlungen, oft kleine Handelsniederlassungen oder bäuerliche Dörfer an der Küste. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts erheben verschiedene europäische Länder Ansprüche auf Nordamerika, immer mehr Einwanderer aus ganz Europa siedeln sich dort an. Im Norden liegt vor allem im Gebiet des heutigen Kanada Neufrankreich. Darunter erstrecken sich an der Ostküste englische Territorien – genannt Neuengland. Südlich davon haben Siedler die Neu-Niederlande gegründet mit der Siedlung Neu Amsterdam, dem späteren New York City. Sogar Schweden beansprucht ein Gebiet am Unterlauf des Delaware River. Südlich daran angrenzend erstrecken sich weitere Regionen, die England beansprucht. Florida ist spanische Kolonie. Viele Siedler wagen den Schritt in die neue Welt, um Armut und Kriegen in Europa zu entkommen. Die Gesellschaften dort sind von fehlender Freiheit und Repression gekennzeichnet. Es herrschen gottgleiche Könige, adlige Eliten und reiche Kaufleute. Findige Geschäftsleute preisen das Auswandern als einmalige Chance auf ein neues, besseres Leben an. Man hatte eigentlich die europäischen Unterschichten im Blick, landlose Landarbeiter, städtisches Proletariat. Ich meine, das können wir uns heute, glaube ich, gar nicht so vorstellen, was das aus Sicht eines landlosen Landarbeiters geheißen haben muss, eventuell durch die Auswanderung zum Besitzer eines eigenen kleinen Stückes Land zu werden. Das ist schon so wie der große amerikanische Traum, der da geträumt wird von vielen. Aber die andere große Quelle ist natürlich die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung, was im 17. Jahrhundert vor allen Dingen religiöse Freiheit heißt. Und damit verbinden sich zum Teil eben auch einfach utopische Hoffnungen, dass man Gesellschaften auf der Basis vor allen Dingen von biblischen Prinzipien organisieren kann. Insofern ist das koloniale Nordamerika auch ein Ort von Gesellschaftsexperimenten. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erobern die Engländer weitere Gebiete an der Ostküste und setzen sich dort als führende Macht durch. Eine zusammenhänge Großregion aus 13 Kolonien entsteht. Auch das Territorium von Neufrankreich hat sich vergrößert. Nach einem siegreichen Krieg gegen Frankreich gewinnen die Briten 1763 Gebiete bis zum Mississippi und Florida hinzu. Eine riesige Region westlich des Mississippi namens Louisiana überlassen die Franzosen vor ihrer Niederlage noch in einem Geheimvertrag Spanien. Große Teile seines neuen Territoriums erklärt Großbritannien zum Land der amerikanischen Ureinwohner, in dem sich keine Siedler niederlassen dürfen. So sollen Konflikte vermieden werden. Das stößt bei den Siedlern auf massiven Widerstand. Denn eines der größten Versprechen der neuen Welt ist die Möglichkeit, immer mehr Land in Besitz nehmen zu können. Das war eben nur das Problem, dass in dieser Zeit schon jede Menge Siedler auch schon über die Appalachen gezogen waren und das vor allen Dingen auch sehr viel Landspekulation da schon stattgefunden hat. Insofern ist es gar nicht so, dass die Kolonisten sich nicht so verhielten, wie England wollte, sondern es war eigentlich eher umgekehrt, dass sich aus Sicht der Kolonisten England nicht so verhielt, wie sie es sich eigentlich erhofft hatten. Sie begreifen sich als Engländer in Nordamerika. 00.04:34,000 –> 00:04:42,000 Keiner spricht von sich selber als Amerikaner in der Zeit. Sie waren darauf stolz, Teil eines weltumspannenden Empires zu sein. 00.04:43,000 –> 00:04:47,000 Durch den Krieg mit Frankreich ist das British Empire hoch verschuldet. Im fernen London beschließt das Parlament nun auch noch, neue Steuern in den amerikanischen Kolonien zu erheben, beispielsweise auf Zucker- und Papierprodukte. Das fanden die Kolonisten ein No-Go, weil sie es eben gewohnt waren durch ihre eigenen lokal gewählten Parlamente Steuern zu erheben. Das ist diese Idee von „No Taxation without Representation“. Wir als Engländer haben das Recht, nur von Parlamenten besteuert zu werden, in denen wir selber repräsentiert sind. Es kommt zu Protestaktionen. Besteuerte Waren werden boykottiert oder verbrannt. Die geheime Untergrundorganisation „Sons of Liberty“ – Söhne der Freiheit – entsteht und organisiert den Protest mit dem Bostoner Geschäftsmann und Politiker Samuel Adams an der Spitze. Schließlich nehmen die Briten diese Steuern weitgehend zurück. Doch andere Zwangsmaßnahmen bleiben, und es kommt zu Gewalt auf beiden Seiten. Britische Beamte oder Kolonisten, die mit ihnen kooperieren, werden Opfer einer Form der Selbstjustiz: dem Teeren und Federn. Ende 1773 laufen drei Handelsschiffe mit Tee der British East India Company im Hafen von Boston ein. Am Abend des 16. Dezember entern Bostoner Bürger sie und zerstören den Tee. Viele von ihnen haben sich als amerikanische Ureinwohner verkleidet – sie wollen damit auch zeigen, dass sie keine Briten, sondern Amerikaner sind. Das Ereignis geht als "Boston Tea Party" in die Geschichte ein. Auf diese Zeit geht auch die Abneigung vieler US-Amerikaner gegen jede Form staatlicher Regulierung zurück. Oft wird sie als „sozialistisch“ empfunden. Entsprechend nennt sich eine bekannte Protestbewegung gegen die Politik Barack Obamas die “Tea Party Bewegung“. Im Kern ging es um eine Begrenzung von staatlicher Macht. Sie sahen in der Obama-Regierung, und da spielte auch die Gesundheitsreform eine große Rolle, ein Eingreifen des Staates in die Belange der Bürger und dagegen hat man sich gewehrt. Die Bewegung wurde dann sehr schnell von einflussreichen Interessengruppen gekauft, so kann man das schon nennen, und instrumentalisiert, aber ist eigentlich auch so eine Gründungsbasis für die MAGA-Bewegung, also die Make-America-Great-Again-Bewegung von Donald Trump. Hier hat sich der Frust dann aufgestaut, der dann später politisch stärker kanalisiert worden ist. Nach der Boston Tea Party wird die Konfrontation noch militanter. In der Nacht vom 18. auf den 19. April 1775 marschieren 700 britische Soldaten von Boston in Richtung Concord, einer Siedlung rund 28 Kilometer nordwestlich der Stadt. Sie wollen Waffen- und Versorgungsvorräte, die Aufständische dort lagern, zerstören. Die Rebellen werden rechtzeitig gewarnt, und es kommt zu Gefechten. Schließlich müssen sich die Briten nach Boston zurückziehen. Es ist der Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Nach dieser Eskalation rufen die Kolonien eine Kontinentalarmee ins Leben. Zu ihrem Anführer ernennen sie einen Mann, der wie kein anderer mit der Amerikanischen Revolution verknüpft ist: George Washington. Washington hatte militärische Erfahrung als Offizier der Kolonialtruppen im Dienst der britischen Krone gesammelt. Zu seiner neuen Aufgabe schreibt Washington seiner Frau Martha: Du kannst mir glauben, wenn ich dir auf das Feierlichste versichere, dass ich, weit davon entfernt, diese Ernennung anzustreben, alles in meiner Macht Stehende getan habe, um sie zu vermeiden, nicht nur, weil ich mich nur ungern von dir und der Familie trennen möchte, sondern auch, weil ich mir bewusst bin, dass diese Aufgabe meine Fähigkeiten übersteigt. Doch er verfolgt konsequent sein Ziel, aus einer Vielzahl verschiedener Milizen, eine schlagkräftige Armee nach europäischem Vorbild zu formen und hat Erfolg. An eine vollständige Unabhängigkeit denken selbst die amerikanischen Patrioten zu dieser Zeit noch nicht. In einem letzten Appell – der sogenannten Palmzweigpetition – versuchen sie daher noch, Großbritannien zu Änderungen seiner Politik zu bewegen. Doch der britische König George III. zeigt sich unnachgiebig. In dieser aufgeheizten Stimmung tritt ein Brite auf den Plan, der erst 1774 aus Großbritannien in die neue Welt gekommen ist: Thomas Paine. In seiner Kampfschrift „Common Sense – Allgemeiner Menschenverstand“ legt er Anfang 1776 leidenschaftlich dar, dass die einzige Lösung für den Konflikt mit dem Mutterland die Unabhängigkeit und eine eigene Regierung seien. Der Text wird zum Bestseller. Man schätzt, dass er viele hunderttausendmal gedruckt wurde. Da ist diese schöne Passage, wo er schreibt, Europa, ganz Europa ist das Mutterland von uns, nicht nur England. Also es geht wirklich auch um die Zerschlagung eines britischen Nationalismus, der weiterhin sehr wirkmächtig war in der kolonialen Gesellschaft. Und das verbindet er schon mit diesem utopischen Denken. Wir haben die Chance die Welt ganz neu zu machen. Es hängt jetzt alles davon ab, wie wir im Hier und Jetzt handeln. Und dieses Hier-und-Jetzt-Handeln muss heißen, uns für unabhängig zu erklären. Doch vorerst gilt es erst einmal, im Krieg gegen das Mutterland zu bestehen. Denn um den zu gewinnen, greifen die Briten auch zu unerwarteten Mitteln. Sie fälschen den Kontinental-Dollar, eine Währung, die die Kolonien ausgegeben haben, um den Krieg gegen Großbritannien zu finanzieren. Große Mengen der Scheine werden in Umlauf gebracht und untergraben den Wert der Währung. Das Wort „Dollar“ leitet sich übrigens vom deutschen „Taler“ ab. Doch der Widerstand der Amerikaner ebbt nicht ab. Im März 1776 müssen die Briten Boston auf Schiffen verlassen, nachdem sie elf Monate von amerikanischen Truppen belagert wurden. Ermutigt durch militärische Erfolge beauftragt im Juni 1776 der Kontinentalkongress – die Versammlung der 13 Kolonien – fünf Delegierte, einen Entwurf für eine Unabhängigkeitserklärung zu schreiben. Den größten Teil des Entwurfs formuliert ein 33 Jahre alter Plantagenbesitzer und Anwalt aus Virginia: Thomas Jefferson. Das Dokument soll zugleich die Begründung für die Loslösung von Großbritannien und eine Vision für die Zukunft des neuen Landes formulieren. Schon am 02. Juli erklärt die Versammlung die Unabhängigkeit von Großbritannien. Am 04. Juli 1776 nehmen Vertreter der Kolonien schließlich den finalen Text an. Bis heute gilt die amerikanische Unabhängigkeitserklärung als eines der bedeutendsten politischen Dokumente der Welt. Der bekannteste Teil ist die Präambel: „Wir erachten diese Wahrheiten als von selbst ersichtlich, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück zählen.“ Dieses Streben nach Glück, the pursuit of happiness, was da festgeschrieben ist, das gab es vorher nicht in Monarchien oder in aristokratischen Systemen. Da wurde Herrschaft meistens auch begründet durch Gott oder eben eine Familienlinie, die lang zurückreicht. Und jetzt wird hier zum ersten Mal das Prinzip der Herrschaft ganz anders legitimiert. Und es gibt dann auch Schutzmechanismen für Bürger, sich gegen eine ungerechte Herrschaft zu schützen. Und die Unabhängigkeitserklärung ist ein Dokument, was auch heute immer noch für viele politische Reformprozesse als Rechtfertigung herangezogen werden kann und deswegen ist, glaube ich, dieses Dokument auch so wirkmächtig. Schon kurz nach ihrer Verabschiedung wird die Unabhängigkeitserklärung überall in den Kolonien auf öffentlichen Plätzen verlesen. Bis heute gehören die Ideen der Unabhängigkeitserklärung zur Grundlage moderner Menschenrechtskonzepte, zum Beispiel der UN-Erklärung der Menschenrechte von 1948. Der 04. Juli gilt seither als die Geburtsstunde der USA und wird jedes Jahr als Independence Day gefeiert. Im ganzen Land gibt es Paraden und Feuerwerke. Amerikanischer Patriotismus pur. Auch im „American Dream“ findet sich der Geist der Unabhängigkeitserklärung wieder – die Vorstellung davon, dass in einem freien Land jeder durch harte Arbeit und Entschlossenheit erfolgreich sein kann. Doch zur Zeit ihrer Verabschiedung gelten die Rechte der Unabhängigkeitserklärung nur für weiße Männer mit Besitz. Frauen waren nicht mit dabei. Alle nicht besitzenden weißen Männer waren nicht mit dabei. Alle abhängig Beschäftigten oder sonst wie abhängigen Menschen waren nicht dabei. Die Sklaverei wird im Zuge der amerikanischen Revolution nicht abgeschafft, sondern sogar eigentlich in vieler Hinsicht wieder befestigt. Und es ist also sehr einfach, aus heutiger Perspektive darauf hinzuweisen, wer alles ausgeschlossen war von diesem Freiheitsversprechen. Und das will ich auch gar nicht kleinreden. Wenn ich mir nur mal angucke, wo die Gründerväter herkommen, wo die Revolutionäre herkamen, die kommen aus einer Welt, in der Abhängigkeit die Norm ist, in der Ungleichheit die Norm ist. Und vor diesem Hintergrund ist die Idee, dass zumindest alle weißen, besitzenden Männer gleich geboren sind, schon von unerhörter Radikalität. Auch Thomas Jefferson und George Washington hielten auf ihren Anwesen viele Sklaven. Heute erinnern sie als moderne Museen an das ambivalente Erbe der Gründerväter. Doch 1776 ist der Sieg über das Mutterland längst noch nicht ausgemacht. Im Spätsommer geht in der Bucht von New York eine riesige britische Streitmacht vor Anker. Seit dem Frühjahr halten Truppen von George Washington die Ostküstenmetropole besetzt. Nun beginnt ein Großangriff. Der Aufstand in den amerikanischen Kolonien soll endgültig erstickt werden. Nach langen Kämpfen gelingt es den Briten, New York und sein Umland zu erobern. Ein schwerer Rückschlag für die Kontinentalarmee unter George Washington. Einen wichtigen Anteil an diesem Sieg der Briten haben auch deutsche Söldner. Viele von ihnen kommen aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Bis heute heißen sie in den USA deshalb „Hessians“. Viele von diesen Heschens sind wieder zurückgekommen und brachten erstmals auch breite Kenntnisse von den USA wieder mit nach Deutschland in die oft sehr begrenzten Lebenswelten, aber viele sind auch da geblieben, sind desertiert und sind dann zum Teil in der amerikanischen Gesellschaft aufgegangen. 1776 schicken die Amerikaner Benjamin Franklin – einen bekannten Forscher und Veteranen des Freiheitskampfes – als Gesandten nach Paris. Er soll dort die Unterstützung Frankreichs für den Unabhängigkeitskrieg sichern. Franklin gilt in den Salons der gehobenen Gesellschaft als eine Art Star. Sein Markenzeichen: Nickelbrille und Pelzmütze anstelle der üblichen Perücke. Frankreich sieht die Chance gekommen, sich an seinem größten Rivalen Großbritannien für verlorene Kriege zu rächen. 1778 schließt das Land mit den amerikanischen Kolonien einen Freundschaftsvertrag und erkennt die USA als unabhängig an. Frankreich unterstützt die amerikanischen Freiheitskämpfer nun offen im Krieg und liefert sich an der amerikanischen Ostküste Seeschlachten mit den Briten. Durch diese Unterstützung erringen die Amerikaner in der Spätphase des Krieges immer mehr Siege gegen die Briten. 1781 kommt es bei Yorktown in Virginia zur letzten entscheidenden Schlacht des Krieges. Die Briten kapitulieren. Auf diesem Gemälde sieht man eine frühe Stars-and-Stripes-Flagge – das Symbol der amerikanischen Unabhängigkeit. In der linken oberen Ecke auf blauem Grund dreizehn Sterne für die nun unabhängigen Kolonien. Vor der Unabhängigkeit war in diesem Bereich der britische Union Jack zu sehen. Die sieben roten und sechs weißen Streifen stehen in beiden Flaggen ebenfalls für die dreizehn Kolonien und bleiben erhalten. Die Verbindung der Amerikaner zu ihrer Flagge ist bis heute außergewöhnlich emotional. Sie steht für Freiheit und den Glauben an das eigene Land. Im September 1783 erkennen die Briten im Frieden von Paris die Unabhängigkeit der amerikanischen Kolonien an. Dieses berühmte Bild zeigt nur die amerikanischen Vertreter und blieb unvollendet, weil die Briten sich nicht malen lassen wollten. Zum 100. Geburtstag der Unabhängigkeitserklärung schenkt Frankreich den USA später auch die Freiheitsstatue. Die Einzelteile werden in Frankreich gefertigt und 1886 auf einer Insel vor New York errichtet. In den Händen hält „Lady Liberty“ eine Tafel mit dem Datum der Unabhängigkeitserklärung. Ende November 1783 kehrt George Washington triumphal nach New York zurück – sieben Jahren nachdem die Briten ihn dort geschlagen hatten. Nach dem Ende der britischen Herrschaft lassen sich immer mehr Siedler in bislang unerschlossenen Gebieten nieder. An der Siedlungsgrenze – der Frontier – kommt es regelmäßig zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit amerikanischen Ureinwohnern. Der Krieg an der Frontier geht eben letztlich weiter als so ein dauerhafter Low-Intensity-Krieg mit großer Brutalität auf beiden Seiten. Mehr noch von den Siedlern, die eben auf die Vernichtung der indianischen Kultur zielen. Aber die Indianer versuchen eben auch die Siedler zurück ins Meer zu treiben. Insofern ist das ein brutaler, von Scharmützeln und Überfällen wechselseitiger Art geprägter Krieg an der Frontier, der eigentlich erst mit der weitgehenden Vernichtung der indianischen Kulturen Ende des 19. Jahrhunderts endet. Derweil arbeiten die Gründerväter in den Jahren nach der Unabhängigkeit daran, sich eine Verfassung zu geben. 1787 verabschieden sie das Dokument, das bis heute gültig ist. Es beginnt mit den berühmten Worten „We the people of the United States“ – Wir das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Verfassung leistet dreierlei. Das eine ist, wir haben drei unabhängige politische Gewalten, die Exekutive und die Legislative und die Judikative. Und die Verfassung beschreibt genau, was für Kompetenzen diese Gewalten haben und das ist dann schon das nächste Prinzip, was sehr, sehr wichtig ist, wie diese drei Gewalten zwar unabhängig voneinander sind, aber gleichzeitig doch aufeinander angewiesen sind. Das wird immer beschrieben mit dem System der Checks and Balances. Also ein Grundmotiv der amerikanischen Verfassung ist es, eine Konzentration von Macht vor allem in der Exekutive, also im Weißen Haus beim Präsidenten zu verhindern. Und das nächste Prinzip, was auch festgelegt ist, ist das Prinzip des Föderalismus. Auch der ist in der Verfassung beschrieben, welche Rechte gehen an den Bund, welche Rechte bleiben bei den Einzelstaaten. Auch das ist etwas, worum gestritten wird, aber was die Verfassung versucht hat zu regeln. Derzeit gerät dieses System der Checks and Balances durch Angriffe auf staatliche Institutionen, politische Gegner und Medien unter Druck. Auch die Justiz wird immer wieder bedroht. Doch der Widerstand gegen diese autoritären Tendenzen organisiert sich. Und er bezieht sich unter dem Motto „keine Könige“ auf die Gründungszeit der USA und ihre Loslösung von einer als tyrannisch empfundenen britischen Monarchie. Trump unterzieht die Verfassung einem Stresstest. Und er prüft wirklich, was ist sozusagen festgelegter Text, wo sich dann auch der Supreme Court darauf beziehen kann. Aber was sind vielleicht nur informelle Normen, nach denen wir uns über 250 Jahre verhalten haben, die aber einfach geändert werden können. Entscheidend für das amerikanische politische System sind auch die Zusatzartikel zur Verfassung. Die ersten zehn werden als Bill of Rights bezeichnet. Sie garantieren zentrale Rechte wie Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit. Für uns befremdlich: das Second Amendment, der zweite Zusatzartikel, das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen. In den USA ist dieser Verfassungszusatz vielen fast heilig und der Grund dafür, dass der Verkauf und das Tragen von Schusswaffen kaum reglementiert sind. Die Folge: Mehrere Hundert Millionen Handfeuerwaffen sind dort im Umlauf. Wenn man sich den Wortlaut mal anschaut, geht es eigentlich um den Waffenbesitz von Milizen, die sich organisieren, um eine tyrannische Herrschaft zu bekämpfen. Und das wurde über die Zeit hin auch sehr stark individualisiert durch die Rechtsprechung, auch durch Urteile des Supreme Court, so dass das jetzt einfach nur heißt, jeder Amerikaner hat das Recht, sich selbst zu verteidigen, mit fatalen Folgen, wenn man sich anguckt, wie viele Menschen in den USA durch Schusswaffen ums Leben kommen. 1789 wird George Washington zum ersten Präsidenten der USA gewählt. Ins Weiße Haus, den neuen Amtssitz in der neuen Hauptstadt Washington zieht er nicht mehr ein. Es wird erst 1800 fertiggestellt, ein Jahr nach seinem Tod. Auch das Washington Monument – Symbol für Unabhängigkeit und Freiheit – wird erst ab 1848 errichtet. Wegen Geldmangels steht der Obelisk gut 25 Jahre lang als Stumpf in der Hauptstadt. Erst dann kann er fertiggestellt werden, wenn auch mit einem leicht andersfarbigen Stein – bis heute erkennbar. Um 1865 weiden auf der National Mall Kühe, im Hintergrund das Finanzministerium und weiter entfernt das Weiße Haus. Doch zu dieser Zeit sind die USA längst dabei zu einer Großmacht aufzusteigen. Maßgeblich dafür ist die territoriale Expansion des jungen Landes. Schon 1803 kaufen die USA Louisiana für 15 Millionen Dollar von Frankreich, das das Gebiet erst kurz zuvor wieder von Spanien zurückerhalten hatte. Über Nacht verdoppelt sich das Staatsgebiet. 1819 wird Florida nach Verhandlungen mit Spanien Teil der USA. 1845 kommt Texas hinzu, ein riesiges Gebiet, das zuvor zwischen Mexiko und den USA umstritten war. 1846 klärt sich der Grenzverlauf zwischen Kanada und den USA im Nordwesten, das Oregon-Territorium tritt hinzu. 1848 endet ein Krieg der USA gegen Mexiko mit weiteren großen Gebietszuwächsen im Südwesten. Das Land erstreckt sich nun von der Atlantik- bis zur Pazifikküste. 1867 kaufen die USA schließlich Russland Alaska ab: für 7,2 Millionen Dollar. So ist Donald Trumps Idee, durch Gebietskäufe oder Annexionen zu wachsen, gar nicht so absurd, wie sie klingt. Mit ihrer Ausdehnung über den nordamerikanischen Kontinent mausern sich die USA schon im 19. Jahrhundert von einer regionalen Macht zu einer immer einflussreicheren Wirtschaftsnation. Zwischen 1861 und 1865 erschüttert der Sezessionskrieg zwischen Nord- und Südstaaten die USA noch einmal. Hunderttausende Amerikaner sterben. Doch aus diesem Konflikt geht die Zentralregierung gestärkt hervor. Immer mehr Menschen wandern in den folgenden Jahrzehnten in das Land ein, meistens aus Europa. Amerikanische Städte wachsen explosionsartig. Die Industrialisierung verändert die USA grundlegend. Eine wichtige Rolle spielen die USA auf der internationalen Bühne spätestens im 20. Jahrhundert. Durch ihr entscheidendes Eingreifen in den Ersten Weltkrieg werden sie zur Weltmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg steigen sie zur Atommacht auf. Heute leben in den USA gut 342 Millionen Menschen, 136 mal mehr als zu Zeiten ihrer Gründung. Dreizehn Gründungsstaaten sind auf 50 Bundesstaaten angewachsen. Zugleich scheinen viele Ideen der Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung aber unter Druck zu geraten. Vom Versprechen gleicher Rechte und Aufstiegschancen ist in der Lebensrealität vieler Amerikaner wenig geblieben. Das Land ist politisch und gesellschaftlich zutiefst gespalten. Wie stabil ist die US-Demokratie an ihrem 250. Geburtstag? Ich sehe immer noch viele demokratische Mechanismen in den USA, wie Gewaltenteilung, wie die Rolle der Gerichte, wie die politische Beteiligung der Bürger. Wir haben große Proteste gesehen, die No-Kings-Proteste. Wir sehen steigende Wahlbeteiligungen. Das heißt, die Leute sind nicht desillusioniert, sondern sie wollen sich politisch beteiligen. Und das macht mir Mut, dass das System stärker ist, als es momentan wirkt und auch diese Krise überstehen wird und wir wieder eine Gegenbewegung sehen, die dann in Richtung einer stärkeren Integration und vielleicht auch mehr Politik, die versucht, die großen Ungleichheiten zu beseitigen. Die USA sind in einer entscheidenden Phase ihrer 250-jährigen Geschichte. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob das Land das Erbe der Unabhängigkeitserklärung erfolgreich fortführen kann. Was verbindet ihr mit den USA? Schreibt es uns in die Kommentare und lasst ein Abo da.


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Hinzugefügt 2026-07-18 01:02:35
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