| Kanal-Aufrufe | 0 |
| Kanal | https://www.youtube.com/channel/UCA3mpqm67CpJ13YfA8qAnow |
🔗 https://www.youtube.com/watch?v=DYFIL6Gyw00
🤖 Zusammenfassung
Am Marine-Ehrenmal Laboe liegt U 995, ein Typ-VIIc-„Tauchboot“ der deutschen Kriegsmarine. Solche Boote fuhren meist aufgetaucht und boten kaum Platz: heiß, laut und unhygienisch, mit „warmen“ Kojen, die abwechselnd genutzt wurden. Die NS-Propaganda stilisierte Kommandanten wie Günther Prien zum Helden und lockte junge Männer in einen Dienst, dessen grausame Enge und ständige Todesangst sie nicht kannten. Im Atlantik griffen die Boote vor allem alliierte Konvois an; Admiral Dönitz setzte auf die Wolfsrudeltaktik. Ab 1943 wendete sich das Blatt: Briten entschlüsselten Enigma-Funk, Radar und Flugzeuge enttarnten die Boote, die ihre Unsichtbarkeit verloren. Trotz verzweifelter Kleinst-U-Boote sanken 30.000 der rund 40.000 deutschen U-Boot-Fahrer; 50.000 alliierte Seeleute starben ebenfalls. Das Ehrenmal erinnert an beide Seiten.
Summary created by "LinkBuster-KI HAL8999 – Status READY!!"
📜 Transkript
Wie fühlte man sich als U-Boot-Fahrer im Zweiten Weltkrieg? Auf der Jagd nach feindlichen Schiffen und dabei selbst ständig in Gefahr. Denn im Krieg ist jeder Jäger auch Gejagter. Wir sind an der Ostsee bei Laboe. Hier liegt U 995, ein Original-U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Genau das schaue ich mir heute ein bisschen genauer an, denn ich möchte wissen: Wie war es für die Besatzung eines solchen U-Bootes? Wie sah der Alltag aus? Und vor allen Dingen, wie gefährlich war das Leben eines U-Boot-Fahrers. Dazu treffe ich hier einen ausgewiesenen U-Boot-Experten. Jann, Grüß Dich. – Morgen Mirko, herzlich willkommen. – Danke. Wir stehen hier vor U 995. Ist das so ein typisches U-Boot, wie es die Deutschen im Zweiten Weltkrieg hatten? Das war tatsächlich der Standardtyp der deutschen U-Boote im Zweiten Weltkrieg, obwohl es genau genommen gar kein richtiges Unterwasserboot ist oder Unterwasserfahrzeug ist, sondern das ist eigentlich nur ein Tauchboot. Ist das dann überhaupt ein richtiges U-Boot? Ja, in gewisser Weise schon. Das war damals der Stand der Technik. Es gab eigentlich nur Tauchboote. Richtige U-Boote gibt es erst nach dem Zweiten Weltkrieg. U-Boote des Zweiten Weltkriegs fahren fast immer aufgetaucht mit Dieselmotoren. Unterwasser können sie mit Batterien nur kurze Strecken zurücklegen. Im Millionenheer der Wehrmacht ist die U-Bootwaffe klein. Doch der erste große Kriegsheld ist ein U-Boot-Kommandant: Günther Prien. Nach der Versenkung eines britischen Schlachtschiffs bereitet ihm die NS-Propaganda im Oktober 1939 einen inszenierten Empfang in Berlin. So wird hier sonst nur Hitler gefeiert. Günter Prien wurde von der NS-Propaganda ja als großer Held gefeiert. Heute würde man sagen, er war ein Poster-Boy, hat sich dann hergegeben für die NS-Propaganda. Hat das dafür gesorgt, dass viele junge Männer U-Boot-Fahrer werden wollten? Natürlich, diese Heldenbilder, die gedreht wurden, der begeisterte Empfang, das war natürlich ein Anreiz für junge Männer, die abenteuerlustig waren. Die kannten natürlich die Realität nicht. Was es tatsächlich heißt, auf einem solchen U-Boot zu leben, zu dienen, zu kämpfen und häufig genug auch zu sterben. Denn Günther Prien hat viel Glück bei seinem Angriff. Mit U-47 dringt er nachts unbemerkt in die gut gesicherte Bucht von Scapa-Flow ein, dem wichtigsten Stützpunkt der britischen Flotte. Und das, obwohl U-47 wegen der Gegenströmung Überwasser fahren muss. Die Attacke wird zur Riesenblamage für die Royal Navy. In Scapa-Flow liegt auch das Schlachtschiff Royal Oak, ein Veteran des Ersten Weltkriegs. Ein leichtes Ziel, doch die ersten Torpedos sind Blindgänger, ein weiterer bleibt im Rohr stecken. Erst dann klappt es. „Wir haben uns durchgemogelt durch die Bewachung und waren plötzlich drin, haben unsere Torpedos gelöst. Im nächsten Moment krachte es und dann flog die Royal Oak in die Luft. Der Eindruck war unermesslich.“ Lange währt ihr Glück nicht. Im März `41 verschwindet U-47 spurlos samt Besatzung. Ursache ungeklärt. Die U-Boot-Waffe wird stark ausgebaut und zum Stolz der NS-Propaganda. 57 U-Boote sind es am Anfang des Krieges. Über 1.100 weitere werden bis zu seinem Ende in Dienst genommen. Rund 50 Mann Besatzung zwängen sich in die enge Stahlröhre. Den knappen Raum teilen sich die Männer mit tonnenschweren Torpedos. Die Ingenieure hätten eine tolle Maschine gebaut, aber leider die Menschen vergessen, lautet ein beliebter Witz unter U-Boot-Fahrern. Man kann das schon erkennen, es ist wahnsinnig eng hier. Es ist schon ein Wunder, dass wir hier aufrecht stehen können. Das habe ich mir, ehrlich gesagt, sogar etwas anders vorgestellt. Ich habe mir gedacht, die meiste Zeit muss man hier gebückt laufen. Das ist nicht der Fall, trotzdem war es natürlich ein sehr beengtes Aufeinanderleben. Wie war denn der Alltag hier an Bord? Eng, wie Du schon sagst. Es ist ein sogenanntes Zweiwachen-Boot, d.h. die Besatzung hat sich natürlich abgewechselt. Wir haben an Bord auch deutlich weniger Kojen als wir Besatzungsmitglieder haben. Das ist das Prinzip der warmen Koje. Also mit anderen Worten, der abgelöste Mann legt sich quasi in den Mief seines Vordermanns. Und wir sind ja hier schon im Unteroffizierbereich, der etwas komfortabler in Anführungszeichen ist. Trotzdem ist es sehr beengt, ich kann ja einmal hier reingehen. Ich bin zum Glück nicht so groß, also passe ich schon ganz gut rein. Man kann es sehr gut erkennen, ich kann mich zwar ausstrecken, aber wäre ich noch zehn Zentimeter größer, dann wäre es schwierig. Und wenn hier noch einer liegen würde, also das stelle ich mir schon problematisch vor. Es stinkt, es ist laut und Stichwort „stinken“, das ist natürlich auch so ein Thema. Eine Dusche gab es hier ja nicht, aber eine Toilette schon, habe ich ja vorhin gesehen. Die konnte aber nur benutzt werden, bis zu einer Tauchtiefe von 25 Metern. Weil alles drunter war gefährlich, weil natürlich der Wasserdruck. Man hat keinen Tank gehabt, um die Fäkalien zu lagern, sondern hat es gleich nach außen gedrückt und je tiefer das U-Boot ist, desto stärker ist natürlich der Druck von außen und es ist tatsächlich mal ein U-Boot gesunken, weil der Kommandant die Toilette falsch bedient hat. Und das ist jetzt kein Seemannsgarn, das ist tatsächlich passiert. Und deswegen war man da sehr restriktiv. Eine Feindfahrt kann Monate dauern. In dieser Zeit leben die U-Boot-Männer in einer Röhre mit rund 4,5 Metern Durchmesser. In südlichen Gewässern steigt die Innentemperatur über 40 Grad. Gewaschen wird sich selten und wenn nur mit Salzwasser. Rasieren ist praktisch unmöglich. So tragen U-Boot-Männer nach einer Feindfahrt Vollbart. Frische Lebensmittel gibt es kaum. Gegessen wird, was haltbar ist. Immerhin gibt man sich damit Mühe. Ganz wichtiger Mann an Bord war der Smut, der Koch, der gleichzeitig auch noch für medizinische Versorgung zuständig war, glaube ich. Also er hatte eine Doppelrolle. Und er hat die Leute versorgt mit Essen, das musste ja ein richtiger Künstler sein. Die einzige Abwechslung am Tag ist das Essen und wenn das Essen nicht stimmt, stimmt die Laune nicht. Und das wirkt sich natürlich auf die Moral der Besatzung aus. Das ist heute noch genauso. Was hat der so gekocht? – Es gibt tatsächlich U-Boot-Kochbücher, wo also genau vorgeschrieben ist, auch mit den Mengen. Das war natürlich normiert. Und von Milchreis, über Erbsensuppe, also alles, was man sich so vorstellen kann. Und da hängt natürlich auch sehr viel an der Fantasie und den Fähigkeiten des Kochs. Also du sagtest schon, er muss ein Künstler sein. 50 Mann dreimal am Tag mit warmer Mahlzeit zu versorgen und das muss natürlich alles vorbereitet werden. Die Versenkung eines Schlachtschiffes wie durch Günther Prien bleibt die große Ausnahme. Die deutschen U-Boote werden hauptsächlich gegen feindliche Handelsschiffe eingesetzt. Das Ziel: Großbritannien aushungern, indem der britischen Insel der Nachschub über See abgeschnitten wird. Die Deckkanone kommt nur gelegentlich zum Einsatz, in der ersten Hälfte des Krieges. Die Hauptwaffe der U-Boote ist der Torpedo. Und dann muss man noch das richtige Schiff treffen? Ja, das ist natürlich genau der Punkt bei der ganzen Geschichte und das ist natürlich die Verantwortung des Kommandanten. Das heißt, er muss letztendlich die Entscheidung treffen, welches Schiff er angreift, ob er angreift und dafür muss er die Schiffe natürlich auch identifizieren können. Und dafür habe ich mal was mitgebracht. Das erste ist hier dieses Originalbuch aus dem Jahr 1942, das ist tatsächlich ein Marinebuch nur für den Dienstgebrauch mit allen Handelsflotten der Welt. Das heißt sind alle bekannten Handelsschiffe aufgelistet mit Herkunft, mit Eigner, mit Nationalität. Also alle Angaben, die man braucht. Und hier hat man dann entsprechend die Silhouetten. Grundsätzlich gibt es erst einmal drei Schiffskategorien: Das eine sind eigene oder befreundete Schiffe, die greift man natürlich nicht an. Dann gibt es feindliche Schiffe – die greift man an und dann gibt es neutrale Schiffe – die darf man ja auch nicht angreifen. Da sieht man auch, welche Verantwortung auf dem Kommandanten lastet, in diesem Moment richtig zu entscheiden. Umso mehr, da die Sicht durch das Periskop oft nur schemenhaft ist. Ist ein feindliches Schiff erkannt, muss alles schnell gehen. Die Abläufe bis zum Abschuss der Torpedos werden dafür ständig geübt. Wie viele von diesen Torpedos hatte man denn an Bord? Fünf in den Rohren, vier vorne, ein Achter und darüber hinaus konnte man also noch Reservetorpedos, entweder unter oder auf den Flurplatten lagern und insgesamt konnte das U-Boot dann also zwölf Torpedos mit sich führen. Und man hat auch gar nicht gesehen, wohin man den feuert. Das wurde einfach berechnet. Man kann den Kurs einstellen, grob, in Relation zum eigenen Kurs. Und man kann natürlich über die Geschwindigkeit die Laufweite bestimmen. Das heißt, je schneller der Torpedos ist, desto geringer die Reichweite. Das war’s aber auch schon. Dann läuft er einfach, bis er dann etwas trifft und oder irgendwann die Batteriekapazität erschöpft ist. Und dann sinkt er halt auf den Boden ab und ist verloren. Zum Schutz ihrer Handelsschiffe bilden die Briten riesige Konvois, die von U-Bootjägern begleitet werden. Darauf stellt sich der Befehlshaber der U-Boot-Flotte, Admiral Karl Dönitz, ein. Seine Antwort: Die sogenannte Wolfsrudeltaktik. Sie setzt auf den Einsatz mehrerer U-Boote gleichzeitig, um gegnerische Schiffe zu finden und zu versenken. Konvois sind trotz ihrer Größe in den Weiten des Atlantiks schwer zu orten. Daher bilden die U-Boote eine Suchkette. Bis zu 30 Boote im Abstand von 20 Seemeilen durchkämmen das Meer gemeinsam. Das Boot, das einen Konvoi entdeckt, lässt die Schiffe nicht mehr aus den Augen. Es meldet per Funk seine Position an die U-Bootführung. Die führt die anderen U-Boote an den Konvoi heran, damit sie dort gemeinsam zuschlagen. Die Briten verfügen anfänglich weder über genügend Geleitfahrzeuge für die Konvoi-Sicherung, noch über die technischen Mittel, die Angreifer frühzeitig zu orten und abzufangen. Im Inneren bereiten die Deutschen den Angriff vor, schieben 1,5 Tonnen schwere Torpedos in die Abschussrohre. Die Jäger gehen koordiniert zum Angriff über. Bis 1941 versenken sie über 1.000 Frachtschiffe und Tanker. Torpedierte Schiffe sinken oft schnell. Es bleibt kaum Zeit für die Rettungsboote. Wer es von Bord schafft, treibt oft tagelang auf offener See. Manche haben Glück und werden gerettet, andere nur tot geborgen oder nie gefunden. In den ersten Kriegsjahren sind die deutschen U-Boote der Schrecken der Meere. Doch bald schon wird sich das Blatt wenden: Die Gründe dafür sind vielfältig, wie mir der U-Boot-Experte Jann Witt erklärt. Nach dem japanischen Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor tritt auch Deutschland in den Krieg mit den USA ein. Deutsche U-Boote operieren jetzt vor der amerikanischen Küste – anfangs mit großem Erfolg. Im Juli 1942 ist der amerikanische Passagierdampfer, Robert E. Lee“ im Golf von Mexiko unterwegs, als ihn das deutsche U-Boot U-166 sichtet. Der deutsche Kommandant muss sich entscheiden: Darf er das Schiff versenken? Wichtiges Hilfsmittel dabei ist ein kleines Handbuch – es enthält die Silhouetten aller bekannten Schiffe weltweit. Ja, als was würdest du das identifizieren erstmal? Also, ohne im Buch zu blättern, also ganz laienhaft beurteilt, das sieht für mich aus, als wäre hier ziemlich viel Fläche für Passagiere. Da sind auch ziemlich viele Fenster drin. Richtig, das ist ein Passagierschiff. Und das andere? Das andere sieht für mich aus wie ein… Also auf den ersten Blick würde ich sagen, das ist ein Frachtschiff. Also beide nicht abschießen. Kommt darauf an. Ist es tatsächlich ein Passagierschiff oder ist es womöglich ein Truppentransporter? Ein Truppentransporter ist ein Schiff, das militärisch genutzt wird und wäre damit ein legitimes Angriffsziel. Kommandant Kuhlmann befiehlt den Angriff. Seine Entscheidung ist vom Kriegsrecht gedeckt. Denn die Robert E. Lee fährt im Dienst der US-Navy und hat ein Geschütz an Bord. Das Schiff sinkt und sendet SSS, den Funkcode für torpedierte Schiffe. Kommandant Kuhlmann will sich vergewissern, ob er getroffen hat – ein Fehler. Ein US-Zerstörer nimmt Kurs auf ihn. Kuhlmann taucht sofort wieder ab. Die Jagd auf den Jäger beginnt. Eine der Wasserbomben trifft U-166. Die Besatzung hat keine Chance. Mehr als 50 Menschen sterben. Die Reste von U-166 werden Jahrzehnte später neben dem Wrack der Robert E. Lee entdeckt. Die Hauptziele der deutschen U-Boote sind nach wie vor die Konvois, die Nachschub von den USA nach Großbritannien bringen. Die Jäger gehen dabei noch immer nach der Wolfsrudeltaktik vor. Sobald ein U-Boot einen Konvoi gesichtet hat, gibt es Nachricht ans Marinehauptquartier, das weitere U-Boote herbeiruft. Verschlüsselt wird der Funk mit einer Enigma Maschine. Sie kodiert Nachrichten mit Hilfe von Walzen, den Entschlüsselungscode ändern die Deutschen jeden Tag. Der Chef der U-Bootwaffe Admiral Dönitz ist überzeugt: der Code der Enigma ist nicht zu knacken. Ein schwerer Irrtum. Denn genau dies ist den Briten gelungen. Sie hören die Funksprüche der U-Boote mit und können viele sogar entschlüsseln. Das heißt, diese Entschlüsselung der Enigma, des Enigma-Codes war eine der Wendepunkte im Krieg, kann man das so sagen? Einer der Wendepunkte. Es ist nicht der einzige Faktor für die Niederlage der Deutschen in der Schlacht im Atlantik 1943, aber ein wesentlicher. Und die Alliierten haben eben tatsächlich diese Erkenntnis nicht genutzt, um die U-Boote direkt anzugreifen, sondern um ihre Konvois einfach um die bekannte Position der U-Boote herumzuführen und das war, jedes ankommende Schiffe war letztendlich ein kleiner Sieg für die Alliierten. Anderes Knowhow nutzen die Alliierten direkt gegen die Jäger. Seit Anfang 1942 setzen sie verbesserte Radarsysteme ein. Sie können U-Boote an der Wasseroberfläche aufspüren. Und dort sind diese fast ständig. Denn Unterwasser im Batterie-Betrieb können die U-Boote nur kurze Strecken zurücklegen. Überwasser aber geraten sie auf die Radarschirme ihrer Gegner. Und die sind bald nicht nur auf den Schiffen, denn die Technologie entwickelt sich rasend schnell. Flugzeige haben jetzt auch Radar. Sie beobachten und sichern Schiffskonvois auch aus der Luft. Das U-Boot verliert seinen stärksten Schutz, seine Unsichtbarkeit. Es ist nun ständiger Gefahr ausgesetzt. Was macht das mit seiner Besatzung? Wenn wir gerade von der Moral sprechen, wie war das denn im Zweiten Weltkrieg an Bord von U-Booten. Die Anfangszeit war sicher sehr gut, die Leute haben gesagt, es geht hier voran, aber wie war das dann, als klar war, mit dem Kriegsverlauf, das ist für Deutschland nicht ganz so positiv. Ich persönlich bin mir ziemlich sicher, auch nach dem, was ich von alten U-Boot-Fahrern gehört habe, dass auch die U-Boot-Fahrer, die überlebt haben, dass die alle Spuren davongetragen haben. Da ist, glaube ich, keiner unbeschadet da raus gekommen. Es ist ja nicht nur diese Eintönigkeit, nicht nur, dass man hier eingepfercht ist, es ist nicht nur die schlechte Luft, die schlechten Lebensbedingungen, es ist auch die ständige Furcht vor Angriffen und letztlich auch die ständige Todesangst, die einen begleitet. Der alliierte Luftschirm verwandelt den gesamten Atlantik 1943 in eine Gefahrenzone. In nur wenigen Monaten versenken die Alliierten eine große Zahl deutscher U-Boote. Im Mai 1943 befiehlt Admiral Dönitz das Ende der Rudeltaktik. Doch auch dies ändert nichts mehr an den hohen Verlustzahlen. Nur selten gelingt U-Boot-Männern die Flucht aus einem sinkenden Boot. Wer Glück hat, wird den alliierten Schiffen aufgefischt und kommt in Kriegsgefangenschaft. Für sie ist der Krieg zu Ende, doch ihre Kameraden müssen weiterkämpfen. Wie sah denn generell die Überlebenschance aus? So ab 1943 wurde sie immer geringer, bis man dann irgendwann mal so gerechnet hat, 1944: die durchschnittliche Überlebensdauer einer neu ausgebildeten U-Boot-Besatzung lag ungefähr bei drei Wochen, das sind so anderthalb Feindfahrten, also statistisch gesehen. Also viele U-Boote sind tatsächlich bereits bei der ersten Fahrt versenkt worden. Also auch das war, man könnte schon sagen, von Seiten Admirals Dönitz, der dafür verantwortlich zeichnete, eben tatsächlich letztendlich sowas wie ein Kriegsverbrechen an den eigenen Männern, könnte man sagen. Die einst stolze U-Boot-Flotte schrumpft immer weiter zusammen. Anfang Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie. Daran kann auch die vormals so mächtige deutsche U-Bootwaffe nichts ändern. Doch Dönitz, mittlerweile Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, denkt nicht ans Aufgeben. Er hofft noch immer auf neue Waffen, die die Wende bringen sollen. Je länger der Krieg gedauert hat und je schlechter es für die Deutschen lief, desto verzweifelter wurden die Versuche, etwas zu unternehmen und das Ruder rumzureißen, hat natürlich nicht geklappt. Kannst Du mal Beispiele nennen, was man da so versucht hat? Also man hat 1943 angefangen, neue, modernere U-Boot-Typen zu entwickeln. Und die Verzweiflungsmaßnahme, man könnte auch sagen, der Volkssturm zur See, das waren die Ein- und Zweimann-U-Boote, wie der Biber, der Molch und wie sie alle hießen, das waren also quasi winzig kleine U-Boote, die aus irgendwelchen bereits bestehenden Teilen zusammengesetzt wurden, wo man dann ein oder zwei Torpedos daruntergesetzt hat und die dann halt feindliche Schiffe angreifen sollten. Aber das war tatsächlich mehr ein Selbstmordkommando als eine ernstzunehmende Waffe. Am Strand der Ostsee bei Laboe, direkt neben U-995 steht das Marine-Ehrenmal, eine Gedenkstätte für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen. 30.000 deutsche U-Bootfahrer starben im Zweiten Weltkrieg, das sind 3 von 4. Keine andere deutsche Waffengattung hatte so hohe Verluste. Und 50.000 alliierte Seeleute verloren ihr Leben durch den U-Boot-Krieg. Auch an sie wird hier erinnert. Ich habe wirklich schon viele Serien gesehen, viele Filme über U-Boote und darüber, wie der Alltag ausgesehen hat, aber ganz ehrlich, wenn man hier in so einem U-Boot unterwegs ist, und das sieht, anfassen kann, riechen kann, spüren kann, dann ist das noch mal etwas ganz anderes. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, die waren ja nicht auf irgendeinem lustigen Ausflug unterwegs, sondern es ging ums Töten und entweder man hat andere getötet oder man wurde selbst getötet. Also, ich hätte hier nicht an Bord sein wollen. Wohin soll mich meine nächste Reise führen? Schreibt eure Vorschläge gerne in die Kommentare. Und wenn Euch der Beitrag gefallen hat, dann abonniert diesen Kanal.
📊 Link-Infos
| URL | https://www.youtube.com/watch?v=DYFIL6Gyw00 |
| Titel | Tödliche Falle: Deutsche U-Boote im Zweiten Weltkrieg | Terra X |
| Kategorien | BulkNews, Terra X History |
| Hinzugefügt | 2026-07-18 01:02:35 |
| Mediendatei | Original-Medium ansehen · Lokale Kopie |

